Heinz-Walter Hoetter

Seltsame Geschichten von Heiwahoe

 

 

 

 

 

 

1. Die Geschichte von Katz und Maus

 

Langsam näherte sich die Maus vorsichtig der ahnungslosen Katze, die gerade dabei war, eine leckere Portion Currywurst mit Pommes schmatzend zu verzehren.

 

Ganz plötzlich bemerkt die Katze aber die Maus, die sich von hinten auf sie zu schlich. Vor lauter Panik ließ sie das Essen stehen und rannte laut miauend davon.

 

Die Maus hetzte ihr sofort hinterher und verfolgte sie gnadenlos durch alle Gassen, bis sich die Katze auf einmal ungewollt in eine Einbahnstraße wiederfand, aus der sie nicht mehr rauskam. Sie war gefangen.

 

Zitternd vor Angst wartete sie mit weit aufgerissenen Augen auf die sich jetzt heranschleichende Maus. Als diese direkt vor ihr stand, fragte sie die verblüffte Katze: „Warum läufst du eigentlich vor mir weg, Mieze? Ich wollte dir doch nur deine Geldbörse zurück geben, die du auf dem Tisch liegengelassen hast. Schade um die Portion Currywurst mit Pommes, die jetzt kalt geworden sind.“

 

 

(c)Heiwahoe

 

 

***

 

2. Die Wasserpfütze

 

Als der Regenschirm von Himmel fiel, krachte er mit voller Wucht heftig spritzend in eine schmutzige Wasserpfütze, die ruhig und still in der heißen Sonne vor sich hin döste.

 

Was soll das denn werden, wenn es fertig ist?“ fragte die völlig überraschte Wasserpfütze den leicht lädierten Regenschirm, der noch an einigen Stellen qualmte.

 

Bitte entschuldige, aber ich befand mich noch vor wenigen Minuten in einem Flugzeug, das leider mit über zweihundert Passagieren an Bord brennend abgestürzt ist. Ich bin froh, dass ich überhaupt lebend davon gekommen bin. Ich weiß auch nicht, ob mein Besitzer den Unfall Heil überstanden hat.“

 

Was redest du denn da für einen Unsinn?“, antwortete die Wasserpfütze angeekelt und fuhr fort: „Ein Regenschirm kann doch gar nicht sterben. Denkst du denn nicht an deinen armen Besitzer, der jetzt vielleicht tot sein könnte?“

 

Der Regenschirm schämte sich ein wenig, weil ihm die Wasserpfütze die Wahrheit um den Holzgriff gehauen hatte.

 

Plötzlich krachte ein männlicher Körper aus heiterem Himmel mit einem ziemlich hässlich lauten Klatschgeräusch in die gleiche Wasserpfütze, in der auch der Regenschirm lag.

 

Der Mann blieb eine Weile wie tot liegen, bewegte sich aber schon nach kurzer Zeit, hob auf einmal seinen Kopf und schaute sich nach allen Seiten um.

 

Verflucht noch mal, ich lebe ja noch. Und da liegt ja auch mein Regenschirm. Was für ein Glück, dass ich ihn wiedergefunden habe.“

 

Nach seinen überraschten Worten rappelte sich der Mann schließlich etwas unbeholfen auf, nahm den Regenschirm in die Hand, prüfte ihn, ob er noch funktionierte und ging pfeifend davon als ob nichts geschehen wäre.

 

Die Wasserpfütze sah den beiden noch lange kopfschüttelnd hinterher und murmelte dann leise in sich hinein: „Was für eine seltsame Welt ist das denn, in er ich mich befinde?“

 

(c)Heiwahoe

 

 

***

 

3. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei


 

Zwei Fleischwurstenden lagen im Kühlschrank und unterhielten sich über das Ende aller Fleischwurstenden.

Das eine Ende fing an zu sinnieren und sagte schließlich: "Auch wir beide Fleischwurstenden werden enden. Die Frage ist nur, wer von uns beiden Fleischwurstenden zuerst enden wird."

"Eigentlich habe ich über das Ende unserer Enden noch gar nicht nachgedacht. Nun, wenn das Ende für mein Wurstende kommt, dann endet es eben, denn alles ist endlich und endet früher oder später einmal. Warum sollte ich mir deshalb über meine eigene Endlichkeit Gedanken machen? Was kommt, das kommt eben. Das ist einfach unser Schicksal", antwortete das andere Fleischwurstende.

"Du machst es dir aber ziemlich einfach", erwiderte das gegenüber liegende Wurstende und fuhr fort: "Nein, ich möchte nicht vor dir enden. Ich würde gerne sehen, wie du zuerst endest, damit ich mir von meinem eigenen Ende ein Bild machen kann. Vielleicht bekäme ich Angst vor meinem eigenen Ende, wenn ich das Ende deines Endes mit ansehen muss. Es könnte aber auch anders kommen.
Es bestünde ja immerhin noch die Möglichkeit, dass, wenn ich das Ende deines Endes vor meinem eigenen Ende mit bekomme, mein Ende wohl umso gefasster ertragen kann.“

Das andere Ende schüttelte verständnislos mit seinem Fleischwurstende. Es dachte eine Weile nach, um dann zu antworten: "Du machst dir zu viele Gedanken über unser beider Ende. Wenn unsere Enden enden werden, dann enden eben unsere Enden. Alles endet einmal, weil auch das Ende unserer Enden mal ein Ende haben muss. Wenn ich mir über mein eigenes Ende andauernd Gedanken machen würde, müsste ich vor lauter Angst jetzt schon enden."

Plötzlich ging die Kühlschranktür auf. Eine kräftige Hand griff nach dem Fleischwurstkringel, trug ihn in die Küche und warf ihn brutal auf ein breites Holzbrett. Im nächsten Moment sauste auch schon ein scharfes Messer von oben herab, das die beiden Enden der gekringelten Fleischwurst in zwei Hälften teilte.

"Mach's gut!" rief die eine Hälfte der anderen noch zu, bevor sie in viele kleine Scheiben geschnitten wurde, um zu einem köstlichen Wurstsalat verarbeitet zu werden. Die andere Hälfte landete wieder im kalten Kühlschrank.

Da lag sie nun in der frostigen Dunkelheit und weinte leise vor sich hin. Sie hatte ihr anderes Ende unwiederbringlich verloren.

"So sieht also das Ende eines Fleischwurstendes aus. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei und genau deswegen liege ich jetzt alleine hier", schluchzte das Ende der übrig gebliebenen Fleischwursthälfte so vor sich hin, schlief bald ein und träumte von der anderen Hälfte, die sich am Ende in einen köstlichen Wurstsalat verwandelt hatte.

Alles hat eben sein ganz spezielles Schicksal, so auch die leckeren Fleischwürste mit ihren Enden.


(c)Heiwahoe

 

***


 

4. Als sie sich wieder einmal trafen


 

Eine lustige und etwas schlüpfrige Kurzgeschichte für Kenner und Nichtkenner

***

Jaaa, da schau her! Mein alter Penis! Schon lange nicht mehr gesehen. Wo warst du denn die ganze Zeit? Wie geht es dir so?“ sprach die Muschi und öffnete ein wenig ihre knallroten Schamlippen zu einem grinsenden, leicht lasziven Lächeln.

 

Mir geht es heute nicht so toll“, antwortete der schlaffe Penis. „Früher hatte ich viel mehr zu tun, als wir beide noch zusammen waren. Außerdem tat ich es immer gerne mit dir. Aber diese Zeiten sind ja schon lange vorbei und längst Geschichte. Ich liege jetzt meistens den ganzen Tag nur faul auf meinem Sack herum und langweile mich zu Tode. Nun ja, ab und zu sehe ich mal einen Baum und kann dann mal etwas frische Luft schnappen. Mein Nachbar, dieses blöde Arschloch, ärgert mich in letzter Zeit immer häufiger. Manchmal hat er einen fürchterlichen Dünnschiss, dann spritzt er mir absichtlich auf die Eichel, dieser Lump. Das macht er besonders gern, wenn ich in irgendwelchen dieser trüben Porzellanschüsseln herum hängen muss. Danach sehe ich aus, als hätte ich Sommersprossen auf dem Beutel. Ich könnte wirklich kotzen. Und stinken tut der! Mann oh Mann! Wie eine Leiche. Echt pervers, was ich alles aushalten muss“, antwortete der jetzt sichtlich erregte Penis, dem man aber in diesem Zustand sein Alter leider auch schon ansah. Wie ein schwach aufgeblasener Luftballon hing er da, genauso wie der faltige Sack, der nutzlos hin und her baumelte. Er war sporadisch durchsetzt mit grauen, stark gekräuselten Haaren. Tja, und die beiden Glocken, auch Eier genannt, hingen schon lange tiefer als das Seil.

 

Ehrlich gesagt, du tust mir richtig leid, wenn ich das ausgerechnet von dir hören muss. Du hast offensichtlich kein schönes Leben mehr. Wo du doch früher so ein strammer Max gewesen warst.“

 

Na ja. Was soll ich sagen? Ich werde eh selten gewaschen. Meine Vorhaut, sie nennt sich „Pelle“, beschwert sich immer häufiger bei mir, weil sie den Schmant auf ihrer Eichel nicht mehr aushalten kann. Echt ekelhaft, kann ich dir sagen. Manchmal ist die arme Eichel mit juckenden Pickeln übersät, die auch mich in den Wahnsinn treiben. Aber was soll ich machen? Ich leide ja ebenfalls darunter, wenn es den beiden schlecht geht. Meistens am Wochenende kommen auch noch die bösen Hände, die meine Vorhaut immer heftig bearbeiten. Dann rufen sie mit einem höhnischen Grinsen: 'Die Vorhaut ist die Haut, die immer vor und zurück haut!' Das alles ist ja noch zu ertragen, wenn es da nicht so manche Abende im Jahr gäbe, die zwar selten sind, aber es passiert eben doch noch hin und wieder. Da bekomme ich meistens einen Gummianzug übergezogen, in dem ich fast ersticke. In diesem Ding muss ich immer in ziemlich dunkle Kanäle abtauchen. Nur trübe erkenne ich, dass es offenbar Brüder von meinem Arschloch sind. Sie quälen mich echt brutal. Manche kneifen ihre Schließmuskel absichtlich ganz eng zusammen, sodass ich bisweilen schrecklich abknicke und dabei sogar schlimme Hämatome davon trage. Nach einer Weile muss ich mich meistens übergeben und bade für einige Zeit in meinem eigenen Erbrochenem. Es ist einfach zum Verzweifeln..., Muschi“, sagte der alte Schwanz betrübt und zuckte dabei ein wenig auf und ab, wobei ihm ein paar Tropfen Urin ungewollt wie Tränen aus dem Harnleiter schossen.

 

Du meine Güte! So schlimm ist deine Lage schon geworden? Was bist du bloß für eine arme Sau geworden!“ sprach Muschi sichtlich gerührt und befahl ihren beiden Schenkeln sich ganz weit zu spreizen. Das gefiel natürlich dem alten Penis nicht nur gut, sondern sehr gut.

 

Dann fuhr Muschi mit weit geöffneter Vagina fort: „So, mein alter Freund. Du kannst froh sein, dass wir uns getroffen haben. Komm her! Wir machen uns einfach ein paar schöne Stunden, so wie in früheren Zeiten. Du kannst mit mir machen, was immer du willst. Ich werde dich schon auf Trab bringen und dir zeigen, was noch in mir steckt, wenn du erst mal drinnen bist. Na, wie wär's? War ich früher nicht immer deine Stute? Mach' mir also den Hengst wie in alten Tagen! Auf geht’s! Lass' uns einen heißen Ritt hinlegen. Danach geht es dir bestimmt wieder besser. Denk' mal daran, was du damals immer zu mir gesagt hast. Na, fällt es dir wieder ein?“

 

Natürlich. Wie kann ich das vergessen“, sagte der alte Schwanz zu seiner Muschi und jodelte vor Lust: „Du bist noch immer die geilste Möse auf der Welt!“


(c)Heiwahoe


 

***


 

5. Alles Nonsens oder was?

 

Servus beinand!

 

Der Ignatz Pinselmayer ist ein allseits bekannte Dorfdepp, den man in ganz Bayern kennt (oder auch nicht). Er sitzt wieder einmal mit der Milchkuh Mary, die seine große Liebe ist, in der Dachrinne seines Hauses und strickt mit ihr an einem Benzinpullover.

 

Plötzlich kommt der kugelrunde Bürgermeister des Dorfes vorbei, schaut zu den beiden hoch und ruft: „Heute gibt es Freibier für alle, ihr bekloppten Hühner, weil der Tiger Ferdinand Geburtstag hat. Wir treffen uns alle an der Würstchenbude, wo es auch Sesamkrümel mit Nasenrammerl gibt. Ihr seid alle eingeladen!“

 

Mal sehen, Bürgermeister Großzipfelklatscher. Wir müssen noch schnell den Benzinpullover fertig stricken, den wir dem Tiger Ferdinand schenken wollen. Es dauert aber nicht mehr lange.“

 

Ist schon Karaoke, ihr Suppenhühner. Ich muss jetzt wieder gehen“, rief der Bürgermeister und verschwand in Richtung Würstchenbude, die sich gleich hinter der runden Ecke befand.

 

Mary, die Milchkuh fragt ihren Freund Pinselmayer plötzlich: „Hast du auch gerade den Elefanten Benjamin Arschkacke hier vorbei fliegen sehen? Darf der überhaupt schon rauchen?“

 

Wieso nicht? Der fliegt doch durch eine Einbahnstraße, die wohl nichts dagegen hat, wie ich weiß. Die raucht doch selber, wie ein Schlot.“

 

Ach so! Das wusste ich nicht, Pinselmayer", wobei Mary einen richtig lauten Kuhfurz rausließ, den sie schon lange loswerden wollte.

 

Aha, das tat jetzt gut! Der hat seine Miete nicht bezahlt.“ frohlockte die Milchkuh Mary und strickte stur weiter am Benzinpullover.

 

Unten hechelte in diesem Augenblick gerade ein einsamer Bulldog vorbei, der kurz stehen blieb und das vierrädrige Rennrad vom Dorfpfarrer Altweiberstecher klaute, der schon eine Weile im Sonnenstudie seine blasse Haut bräunen ließ, der jetzt wohl zu Fuß zurück in seinen Gebetstempel galoppieren musste.

 

Im nah gelegen Wald grinste hämisch das Arschgeweih, das alles mit angesehen hatte und rief dem kläffenden Bulldog hinterher: „Das gibt Tabula rasa, du Möter! Ich werd's dem Pfaffenkopp schon sagen, was du für eine schawulige Bulldogge bist. - Hahaha!“

 

Dem Sterz von Rhodos gefiel die komische Situation ganz gar nicht, der ebenfalls auf dem Weg zur Würstchenbude war, wo es kostenlosen Schnaps gab. Seine Bekannte, der Grauschleier von Ernas Unterhose, meldete sich ebenfalls zu Wort und rief dem Arschgeweih zu: „Wer was klaut, der wird selig!“ Dann verschwanden beide im Duett lachend hinter der runden Ecke.

 

Am Ende wird alles gut!“ sagte die Metzgerin Kleopetra, die sich noch schnell das nächste Huhn schnappte und es mit einem stumpfen Hackebeil den Kopf abschlug, mehrmals blind hintereinander, weil ihr das Blut des Flattermannes in die Augen gespritzt war und deshalb nichts mehr sehen konnte.

 

Ach, Pfiat eich God!“, kann ich da nur noch sagen (als Zugereister – Ausprache: [zgroàsdà] ).

 

(c)Heiwahoe

 


 

:-)

 

 

 

1. Die Geschichte von Katz und Maus

 

Langsam näherte sich die Maus vorsichtig der ahnungslosen Katze, die gerade dabei war, eine leckere Portion Currywurst mit Pommes schmatzend zu verzehren.

 

Ganz plötzlich bemerkt die Katze aber die Maus, die sich von hinten auf sie zu schlich. Vor lauter Panik ließ sie das Essen stehen und rannte laut miauend davon.

 

Die Maus hetzte ihr sofort hinterher und verfolgte sie gnadenlos durch alle Gassen, bis sich die Katze auf einmal ungewollt in eine Einbahnstraße wiederfand, aus der sie nicht mehr rauskam. Sie war gefangen.

 

Zitternd vor Angst wartete sie mit weit aufgerissenen Augen auf die sich jetzt heranschleichende Maus. Als diese direkt vor ihr stand, fragte sie die verblüffte Katze: „Warum läufst du eigentlich vor mir weg, Mieze? Ich wollte dir doch nur deine Geldbörse zurück geben, die du auf dem Tisch liegengelassen hast. Schade um die Portion Currywurst mit Pommes, die jetzt kalt geworden sind.“

 

 

(c)Heiwahoe

 

 

***

 

2. Die Wasserpfütze

 

Als der Regenschirm von Himmel fiel, krachte er mit voller Wucht heftig spritzend in eine schmutzige Wasserpfütze, die ruhig und still in der heißen Sonne vor sich hindöste.

 

Was soll das denn werden, wenn es fertig ist?“ fragte die völlig überraschte Wasserpfütze den leicht lädierten Regenschirm, der noch an einigen Stellen qualmte.

 

Bitte entschuldige, aber ich befand mich noch vor wenigen Minuten in einem Flugzeug, das leider mit über zweihundert Passagieren an Bord brennend abgestürzt ist. Ich bin froh, dass ich überhaupt lebend davon gekommen bin. Ich weiß auch nicht, ob mein Besitzer den Unfall Heil überstanden hat.“

 

Was redest du denn da für einen Unsinn?“, antwortete die Wasserpfütze angeekelt und fuhr fort: „Ein Regenschirm kann doch gar nicht sterben. Denkst du denn nicht an deinen armen Besitzer, der jetzt vielleicht tot sein könnte?“

 

Der Regenschirm schämte sich ein wenig, weil ihm die Wasserpfütze die Wahrheit um den Holzgriff gehauen hatte.

 

Plötzlich krachte ein männlicher Körper aus heiterem Himmel mit einem ziemlich hässlich lauten Klatschgeräusch in die gleiche Wasserpfütze, in der auch der Regenschirm lag.

 

Der Mann blieb eine Weile wie tot liegen, bewegte sich aber schon nach kurzer Zeit, hob auf einmal seinen Kopf und schaute sich nach allen Seiten um.

 

Verflucht noch mal, ich lebe ja noch. Und da liegt ja auch mein Regenschirm. Was für ein Glück, dass ich ihn wiedergefunden habe.“

 

Nach seinen überraschten Worten rappelte sich der Mann schließlich etwas unbeholfen auf, nahm den Regenschirm in die Hand, prüfte ihn, ob er noch funktionierte und ging pfeifend davon als ob nichts geschehen wäre.

 

Die Wasserpfütze sah den beiden noch lange kopfschüttelnd hinterher und murmelte dann leise in sich hinein: „Was für eine seltsame Welt ist das denn, in er ich mich befinde?“

 

(c)Heiwahoe

 

 

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3. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei


 

Zwei Fleischwurstenden lagen im Kühlschrank und unterhielten sich über das Ende aller Fleischwurstenden.

Das eine Ende fing an zu sinnieren und sagte schließlich: "Auch wir beide Fleischwurstenden werden enden. Die Frage ist nur, wer von uns beiden Fleischwurstenden zuerst enden wird."

"Eigentlich habe ich über das Ende unserer Enden noch gar nicht nachgedacht. Nun, wenn das Ende für mein Wurstende kommt, dann endet es eben, denn alles ist endlich und endet früher oder später einmal. Warum sollte ich mir deshalb über meine eigene Endlichkeit Gedanken machen? Was kommt, das kommt eben. Das ist einfach unser Schicksal", antwortete das andere Fleischwurstende.

"Du machst es dir aber ziemlich einfach", erwiderte das gegenüber liegende Wurstende und fuhr fort: "Nein, ich möchte nicht vor dir enden. Ich würde gerne sehen, wie du zuerst endest, damit ich mir von meinem eigenen Ende ein Bild machen kann. Vielleicht bekäme ich Angst vor meinem eigenen Ende, wenn ich das Ende deines Endes mit ansehen muss. Es könnte aber auch anders kommen.
Es bestünde ja immerhin noch die Möglichkeit, dass, wenn ich das Ende deines Endes vor meinem eigenen Ende mit bekomme, mein Ende wohl umso gefasster ertragen kann.“

Das andere Ende schüttelte verständnislos mit seinem Fleischwurstende. Es dachte eine Weile nach, um dann zu antworten: "Du machst dir zu viele Gedanken über unser beider Ende. Wenn unsere Enden enden werden, dann enden eben unsere Enden. Alles endet einmal, weil auch das Ende unserer Enden mal ein Ende haben muss. Wenn ich mir über mein eigenes Ende andauernd Gedanken machen würde, müsste ich vor lauter Angst jetzt schon enden."

Plötzlich ging die Kühlschranktür auf. Eine kräftige Hand griff nach dem Fleischwurstkringel, trug ihn in die Küche und warf ihn brutal auf ein breites Holzbrett. Im nächsten Moment sauste auch schon ein scharfes Messer von oben herab, das die beiden Enden der gekringelten Fleischwurst in zwei Hälften teilte.

"Mach's gut!" rief die eine Hälfte der anderen noch zu, bevor sie in viele kleine Scheiben geschnitten wurde, um zu einem köstlichen Wurstsalat verarbeitet zu werden. Die andere Hälfte landete wieder im kalten Kühlschrank.

Da lag sie nun in der frostigen Dunkelheit und weinte leise vor sich hin. Sie hatte ihr anderes Ende unwiederbringlich verloren.

"So sieht also das Ende eines Fleischwurstendes aus. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei und genau deswegen liege ich jetzt alleine hier", schluchzte das Ende der übrig gebliebenen Fleischwursthälfte so vor sich hin, schlief bald ein und träumte von der anderen Hälfte, die sich am Ende in einen köstlichen Wurstsalat verwandelt hatte.

Alles hat eben sein ganz spezielles Schicksal, so auch die leckeren Fleischwürste mit ihren Enden.


(c)Heiwahoe

 

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4. Als sie sich wieder einmal trafen


 

Eine lustige und etwas schlüpfrige Kurzgeschichte für Kenner und Nichtkenner

***

Jaaa, da schau her! Mein alter Penis! Schon lange nicht mehr gesehen. Wo warst du denn die ganze Zeit? Wie geht es dir so?“ sprach die Muschi und öffnete ein wenig ihre knallroten Schamlippen zu einem grinsenden, leicht lasziven Lächeln.

 

Mir geht es heute nicht so toll“, antwortete der schlaffe Penis. „Früher hatte ich viel mehr zu tun, als wir beide noch zusammen waren. Außerdem tat ich es immer gerne mit dir. Aber diese Zeiten sind ja schon lange vorbei und längst Geschichte. Ich liege jetzt meistens den ganzen Tag nur faul auf meinem Sack herum und langweile mich zu Tode. Nun ja, ab und zu sehe ich mal einen Baum und kann dann mal etwas frische Luft schnappen. Mein Nachbar, dieses blöde Arschloch, ärgert mich in letzter Zeit immer häufiger. Manchmal hat er einen fürchterlichen Dünnschiss, dann spritzt er mir absichtlich auf die Eichel, dieser Lump. Das macht er besonders gern, wenn ich in irgendwelchen dieser trüben Porzellanschüsseln herum hängen muss. Danach sehe ich aus, als hätte ich Sommersprossen auf dem Beutel. Ich könnte wirklich kotzen. Und stinken tut der! Mann oh Mann! Wie eine Leiche. Echt pervers, was ich alles aushalten muss“, antwortete der jetzt sichtlich erregte Penis, dem man aber in diesem Zustand sein Alter leider auch schon ansah. Wie ein schwach aufgeblasener Luftballon hing er da, genauso wie der faltige Sack, der nutzlos hin und her baumelte. Er war sporadisch durchsetzt mit grauen, stark gekräuselten Haaren. Tja, und die beiden Glocken, auch Eier genannt, hingen schon lange tiefer als das Seil.

 

Ehrlich gesagt, du tust mir richtig leid, wenn ich das ausgerechnet von dir hören muss. Du hast offensichtlich kein schönes Leben mehr. Wo du doch früher so ein strammer Max gewesen warst.“

 

Na ja. Was soll ich sagen? Ich werde eh selten gewaschen. Meine Vorhaut, sie nennt sich „Pelle“, beschwert sich immer häufiger bei mir, weil sie den Schmant auf ihrer Eichel nicht mehr aushalten kann. Echt ekelhaft, kann ich dir sagen. Manchmal ist die arme Eichel mit juckenden Pickeln übersät, die auch mich in den Wahnsinn treiben. Aber was soll ich machen? Ich leide ja ebenfalls darunter, wenn es den beiden schlecht geht. Meistens am Wochenende kommen auch noch die bösen Hände, die meine Vorhaut immer heftig bearbeiten. Dann rufen sie mit einem höhnischen Grinsen: 'Die Vorhaut ist die Haut, die immer vor und zurück haut!' Das alles ist ja noch zu ertragen, wenn es da nicht so manche Abende im Jahr gäbe, die zwar selten sind, aber es passiert eben doch noch hin und wieder. Da bekomme ich meistens einen Gummianzug übergezogen, in dem ich fast ersticke. In diesem Ding muss ich immer in ziemlich dunkle Kanäle abtauchen. Nur trübe erkenne ich, dass es offenbar Brüder von meinem Arschloch sind. Sie quälen mich echt brutal. Manche kneifen ihre Schließmuskel absichtlich ganz eng zusammen, sodass ich bisweilen schrecklich abknicke und dabei sogar schlimme Hämatome davon trage. Nach einer Weile muss ich mich meistens übergeben und bade für einige Zeit in meinem eigenen Erbrochenem. Es ist einfach zum Verzweifeln..., Muschi“, sagte der alte Schwanz betrübt und zuckte dabei ein wenig auf und ab, wobei ihm ein paar Tropfen Urin ungewollt wie Tränen aus dem Harnleiter schossen.

 

Du meine Güte! So schlimm ist deine Lage schon geworden? Was bist du bloß für eine arme Sau geworden!“ sprach Muschi sichtlich gerührt und befahl ihren beiden Schenkeln sich ganz weit zu spreizen. Das gefiel natürlich dem alten Penis nicht nur gut, sondern sehr gut.

 

Dann fuhr Muschi mit weit geöffneter Vagina fort: „So, mein alter Freund. Du kannst froh sein, dass wir uns getroffen haben. Komm her! Wir machen uns einfach ein paar schöne Stunden, so wie in früheren Zeiten. Du kannst mit mir machen, was immer du willst. Ich werde dich schon auf Trab bringen und dir zeigen, was noch in mir steckt, wenn du erst mal drinnen bist. Na, wie wär's? War ich früher nicht immer deine Stute? Mach' mir also den Hengst wie in alten Tagen! Auf geht’s! Lass' uns einen heißen Ritt hinlegen. Danach geht es dir bestimmt wieder besser. Denk' mal daran, was du damals immer zu mir gesagt hast. Na, fällt es dir wieder ein?“

 

Natürlich. Wie kann ich das vergessen“, sagte der alte Schwanz zu seiner Muschi und jodelte vor Lust: „Du bist noch immer die geilste Möse auf der Welt!“


(c)Heiwahoe


 

***


 

5. Alles Nonsens oder was?

 

Servus beinand!

 

Der Ignatz Pinselmayer ist ein allseits bekannte Dorfdepp, den man in ganz Bayern kennt (oder auch nicht). Er sitzt wieder einmal mit der Milchkuh Mary, die seine große Liebe ist, in der Dachrinne seines Hauses und strickt mit ihr an einem Benzinpullover.

 

Plötzlich kommt der kugelrunde Bürgermeister des Dorfes vorbei, schaut zu den beiden hoch und ruft: „Heute gibt es Freibier für alle, ihr bekloppten Hühner, weil der Tiger Ferdinand Geburtstag hat. Wir treffen uns alle an der Würstchenbude, wo es auch Sesamkrümel mit Nasenrammerl gibt. Ihr seid alle eingeladen!“

 

Mal sehen, Bürgermeister Großzipfelklatscher. Wir müssen noch schnell den Benzinpullover fertig stricken, den wir dem Tiger Ferdinand schenken wollen. Es dauert aber nicht mehr lange.“

 

Ist schon Karaoke, ihr Suppenhühner. Ich muss jetzt wieder gehen“, rief der Bürgermeister und verschwand in Richtung Würstchenbude, die sich gleich hinter der runden Ecke befand.

 

Mary, die Milchkuh fragt ihren Freund Pinselmayer plötzlich: „Hast du auch gerade den Elefanten Benjamin Arschkacke hier vorbei fliegen sehen? Darf der überhaupt schon rauchen?“

 

Wieso nicht? Der fliegt doch durch eine Einbahnstraße, die wohl nichts dagegen hat, wie ich weiß. Die raucht doch selber, wie ein Schlot.“

 

Ach so! Das wusste ich nicht, Pinselmayer", wobei Mary einen richtig lauten Kuhfurz rausließ, den sie schon lange loswerden wollte.

 

Aha, das tat jetzt gut! Der hat seine Miete nicht bezahlt.“ frohlockte die Milchkuh Mary und strickte stur weiter am Benzinpullover.

 

Unten hechelte in diesem Augenblick gerade ein einsamer Bulldog vorbei, der kurz stehen blieb und das vierrädrige Rennrad vom Dorfpfarrer Altweiberstecher klaute, der schon eine Weile im Sonnenstudie seine blasse Haut bräunen ließ, der jetzt wohl zu Fuß zurück in seinen Gebetstempel galoppieren musste.

 

Im nah gelegen Wald grinste hämisch das Arschgeweih, das alles mit angesehen hatte und rief dem kläffenden Bulldog hinterher: „Das gibt Tabula rasa, du Möter! Ich werd's dem Pfaffenkopp schon sagen, was du für eine schawulige Bulldogge bist. - Hahaha!“

 

Dem Sterz von Rhodos gefiel die komische Situation ganz gar nicht, der ebenfalls auf dem Weg zur Würstchenbude war, wo es kostenlosen Schnaps gab. Seine Bekannte, der Grauschleier von Ernas Unterhose, meldete sich ebenfalls zu Wort und rief dem Arschgeweih zu: „Wer was klaut, der wird selig!“ Dann verschwanden beide im Duett lachend hinter der runden Ecke.

 

Am Ende wird alles gut!“ sagte die Metzgerin Kleopetra, die sich noch schnell das nächste Huhn schnappte und es mit einem stumpfen Hackebeil den Kopf abschlug, mehrmals blind hintereinander, weil ihr das Blut des Flattermannes in die Augen gespritzt war und deshalb nichts mehr sehen konnte.

 

Ach, Pfiat eich God!“, kann ich da nur noch sagen (als Zugereister – Ausprache: [zgroàsdà] ).

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2025. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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