Istvan Hidy

La Grande Notizia

Der Frieden kam nicht – aber die Cucina Italiana hat gewonnen

In den letzten Jahren prasselte über Europa ein wilder Cocktail aus Sorgen: Corona, Krieg, Rezession und eine Demografie, die eher nach Schrumpfkur aussieht.

Und dann – zack! – öffnet Italien die Fensterläden, lehnt sich lässig heraus und ruft:

„Scusate, könnt ihr die Panik mal kurz parken? Wir sind jetzt Weltkulturerbe!“

Natürlich geht es nicht um Pizza, Pasta oder Risotto – die sind nur die international bekannten Covermodels.

Die UNESCO hat etwas viel Tieferes geadelt:

Die Art, wie Italien isst.

Die Rituale. Die Weitergabe von Wissen. Die Geduld im Kneten, das Staunen über eine perfekte Tomate, die Nonna-Diplomatie am Esstisch.

Und vor allem: das gemeinsame Genießen!

Dieses Grundgesetz des italienischen Lebens, das besagt, dass ein Essen erst dann ein Essen ist, wenn mindestens drei Menschen lachen, zwei gestikulieren und einer behauptet, sein Rezept sei „das einzig wahre“.

Während Panzer rollen und Börsen Achterbahn fahren, hebt die UNESCO ihren feinen Finger und erklärt:

„Italienische Esskultur ist wichtig.“

Und Europa seufzt ein kleines, müdes „Grazie“, denn wenn der Kontinent gerade etwas braucht, dann ein Tisch, an dem die Welt für einen Moment wieder normal schmeckt.

Ein Teller Spaghetti, der sanft ins Ohr flüstert:

„Atme durch, bello – das Leben ist noch al dente.“

Die Italiener jubeln – und wie!

In Rom soll zeitgleich ein landesweites „Maaaamma miaaa!“ erklungen sein, gefolgt von spontanem Gelächter und dem Klang klappernder Pfannen.

Carlo Petrini, der Slow-Food-Guru, erklärt in La Stampa, dass die italienische Küche so vielfältig sei wie der Küchenschrank einer temperamentvollen Nonna: also ein kosmisches Universum aus lokalen Spezialitäten, Geschichten, Zutaten – und mindestens einem Topf, der „schon immer da war“.

Jeder Hügel, jeder Olivenhain, jede leicht beleidigte Großtante bringt eine neue Spezialität hervor.

Und alles zusammen ergibt dieses vibrierende kulinarische Mosaik, das seit Jahrhunderten Italiener und Nichtitaliener tröstet, entzückt – und gelegentlich in philosophische Grundsatzdebatten führt:

„Darauf Zwiebeln? Sei serio!“

Und die Politik? Natürlich mischt sie mit – wie Chili in der Arrabbiata

Auch die Politik stellte sich hurtig neben den UNESCO-Stempel, um erkennbar mitzuleuchten.

Doch niemand nimmt es ihr übel.

Denn ehrlich:

Wer könnte sich ernsthaft über eine Regierung empören, während er in eine heiß dampfende Arancina beißt, die strenggenommen auch ein politisches Friedensprojekt sein könnte?

Die beste Nebensache der Welt – jetzt ganz offiziell

Und so geschieht etwas Seltenes in diesem turbulenten Europa:

Zwischen all den trüben Schlagzeilen steht plötzlich eine gute Nachricht im Rampenlicht – und riecht nach Basilikum, Olivenöl und warmem Brot.

Die Welt wird dadurch nicht sofort besser.

Aber sie wird zumindest ein bisschen menschlicher.

Denn jetzt weiß die Menschheit offiziell, was Italien schon immer wusste:

Die Welt lässt sich nicht allein mit Politik retten –

aber gemeinsam lässt sie sich beim Essen ein gutes Stück besser genießen.

Buon appetito – und Kopf hoch.

Und mal ehrlich: Eine angebrannte Lasagne ist wohl die harmloseste Gefahr, die uns drohen kann.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Istvan Hidy).
Der Beitrag wurde von Istvan Hidy auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.12.2025. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Istvan Hidy als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Flügel der Verbindung von Ini Attacheé



Eine Erzählung der Träume und Visionen, der Wiedervereinigung mit dem "Selbst", dem ursprünglichen, liebevollen, ehrfürchtigen Ego.
Ein Blick, voller Symbolik, hinter die Wirren unseres durchorganisierten Alltages, hin zu unseren wirklichen, innigen Wünschen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Glossen" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Istvan Hidy

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Moral des Begehrens von Istvan Hidy (Glossen)
Ist Schreiben wichtig? von Christa Astl (Glossen)
Wie Du mir,... von Klaus-D. Heid (Leidenschaft)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen