Heinz-Walter Hoetter

Ein Gedicht und eine Kurzgeschichte

1. Zukunft, die es nicht mehr gibt

 

Wir alle suchen nach einer Welt von Morgen.

In der Gegenwart, da machen wir uns Sorgen.

 

Meine Frage: „Wird es wirklich einen „Morgen“ geben?“

Wo ist die Zukunft, nach der wir so sehnlichst streben?

 

Doch ich denke und sage es ganz vorsichtig mit Verlaub.

Die Zukunft des Menschen besteht nur noch aus Staub.

 

(c)Heiwahoe

 

 

***

 

 

2. Alles nur noch Staub

 

Als ich in diese Gott verlassene Gegend kam, da sah ich nichts als Staub. Der Boden war überall ausgetrocknet und mit tiefen Rissen übersät.

 

Früher soll es an diesem Ort mal eine große, blühende Stadt gegeben haben, die aber jetzt nicht mehr da ist.

 

Alles weg.

 

Weit und breit keine Spuren mehr von Häusern, Straßen oder schönen Parkanlagen. Nur noch überall Staub, den der Wind vor sich hertreibt.

 

Auch der Fluss, der sich einmal träge durch diese schöne Stadt geschlängelt hat, selbst der ist nicht mehr. Alles verschwunden und zu Staub geworden. Sogar der nah gelegene See, auf dem sich vor langer, langer Zeit mal eine große Anzahl Segelschiffchen getummelt haben, ist jetzt völlig ausgetrocknet und sieht aus wie eine tote Wüste.

 

Ich werfe meinen Blick zum fernen Horizont und sehe nichts als eine endlose Weite aus trockener Einöde.

 

Vor meinem geistigen Augen sehe ich plötzlich all die Menschen, die früher in dieser Stadt gelebt, gelitten, gebangt und gehofft haben.

 

Aber sie sind schon lange nicht mehr. Auch sie sind zu Staub geworden.

 

Bestimmt waren damals unter ihnen auch welche, die vielleicht daran geglaubt haben, dass die Erde des Menschen noch zu retten sei. Sie haben sich geirrt, denn ihr Planet war unweigerlich verloren.

 

Die letzten Überlebenden auf der Erde stellten sich immer wieder nur die eine Frage: „War das der 'große Plan' des Allmächtigen?“

 

Nun, wie dem auch sei, ich werde auf jeden Fall weitermachen, bis auch ich zu Staub zerfallen werde.

 

(c)Heiwahoe

 

 

 

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