Inge Hoppe-Grabinger

In die Camargue

s

In Frankreich war ich schon oft gewesen, aber ein Reiseziel schob ich
immer weiter vor mir her. Daß ich dahin wollte, stand seit undenklichen Zeiten
fest, aber wieso eigentlich?  Ein Werbe-Mythos? Natur pur, blauer Himmel, Pferde
und Flamingos.  Kühe kamen in diesem Traum nicht vor, allenfalls Jungstiere.
Nach etlichen Jahren ergab sich die Gelegenheit zu einer Busfahrt in den Süden Frank-
reichs mit einigen ruhmreichen Städten und zusätzlich eine Fahrt in die Camargue.
Alles verlief nach Wunsch, alle berühmten Gemäuer im Süden besichtigt und dann - zwischendurch -
der Ausflug in die Camargue. Die Anfahrt ...eher langweilig: Endlos flache Wiesen und sehr
im Hintergrund ab und zu ein Pferd.
Dann hielt der Bus und uns wurde mitgeteilt, dass nun ein Spaziergang angesagt sei, mitten durch die
Camargue. Der Spaziergang würde eine Viertelstunde dauern. Der Bus sollte uns nach dieser ZEIT
am Ende des Weges wieder in Empfang nehmen.
Sofort gab es Protest : "Was, nur eine Viertelstunde in der Camargue, wo man sich ein ganzes
Leben darauf gefreut hat!  Hätte man das gewusst, dann hätte man diese Reise nicht gebucht und
der Busfahrer müsste halt warten, bis alle sich satt gesehen hätten." (oder so ähnlich)
Der Busfahrer entschwand mit seinem Bus. 2O hochsommerlich gekleidete Touristen, einige
Damen ganz in Weiß
gewandet ,machten sich auf den Weg,  immer noch empört über die irre kurze Verweildauer.
Da ich ziemlich weit hinten lief, sah ich vor mir immer mehr Leute, die merkwürdige Bewegungen
machten, abwehrende Bewegungen, ich sah auf den weißen Gewändern dunkle Punkte,die immer
mehr wurden, dann fingen einige Leute an, immer schneller zu laufen, es wurden immer mehr
und schließlich rannten alle: Uns hatte eine Wolke von Pferdebremsen "eingehüllt".
Wir alle rannten, so schnell es uns unsere Gliedmaßen erlaubten .Der Weg schien unendlich lang
zu sein....aber endlich, endlich war der WEG zu Ende und der Bus stand schon da.
So schnell es ging, bestiegen wir den Bus.Aber die Bremsen, übrigens nur weibliche Bremsen,
die für die Nachkommenschaft Blut benötigen,verfolgten uns und strömten mit uns in den Bus.
Im Bus begann nun ein wahres Gemetzel. Jeder ergriff nun einen als WAffe verwendbaren
Gegenstand und hieb um sich. Wie lange diese SChlacht dauerte, daran erinnere ich mich
nicht. Aber am nächsten Tag bekam ich eine Flasche Sekt geschenkt: für meinen ritterlichen und
äußerst tapferen Einsatz bei der Bekämpfung von Bremsen!
Im Nachhinein erinnere ich mich nur noch an die Bremsen.Ob es da FLamingos gab?
Ich weiß es nicht.
4..Febr.2o26

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Inge Hoppe-Grabinger).
Der Beitrag wurde von Inge Hoppe-Grabinger auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.02.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

Bild von Inge Hoppe-Grabinger

  Inge Hoppe-Grabinger als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Tod des Krämers von Hans K. Reiter



Wildau, eine kleine bayerische Gemeinde am Chiemsee, ist erschüttert. Der Krämer Michael Probst wird erhängt aufgefunden. Eine unglaubliche Verkettung von Macht, politischen Intrigen, Skrupellosigkeit, Korruption, Sex und Erpressung kommt an den Tag.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Reiseberichte" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Inge Hoppe-Grabinger

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Gräte von Inge Hoppe-Grabinger (Skurriles)
Halb-so-schLimerick von Siegfried Fischer (Reiseberichte)
Gibt es zu viele oder zu wenige Seelen? von Norbert Wittke (Fragen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen