Leonhard Ried

Sergey Malov - ein Magier der Musik!

 

 

Der ganze Abend wird von ihm geprägt. Auch das Programm wurde von ihm zusammengestellt.

 

Das Konzert beginnt mit einer großartigen Ouvertüre, die der frühreife 15-jährige Mozart einfach so hingeworfen hat - zum Schrecken eines Rivalen, der 60 Jahre älter war. Es folgt ein Cello-Konzert von Philipp Emanuel Bach, mit dem dieser endgültig aus dem Schatten seines großen Vaters herausgetreten ist. 

 

Den Höhepunkt markiert die Prager Symphonie des reifen Mozart, ein sehr anspruchsvolles Werk. Viele Menschen, die in den Tiefen der Rock- oder Popmusik befangen sind, bringen wohl nicht die notwendigen Voraussetzungen mit, um ein solch komplexes Werk zu verstehen und zu genießen. 

 

Nach der Pause erklingt das Rondo aus der Haffner Serenade, ein  musikalischer Leckerbissen und ein virtuoses Bravourstück. Das Konzert wird abgerundet durch einen kleinen Festschmaus: die "Mozartiana" von Tschaikowsky. Jetzt können sich die Nerven wieder beruhigen. Das Stück ist eingängiger und gefälliger. Tschaikowsky hat darin zentrale Motive aus den Klaviersonaten von Mozart in orchestrale Musik übersetzt.

 

Wenn jemand ein Original ist, dann ist es der 43-jährige Sergey Maslov.  Er ist sehr groß, sehr dünn, schlaksig, drahtig und äußerst beweglich. Er brilliert als Solist auf zwei Instrumenten, auf der Geige und auf dem Violoncello da spalla.

Zugleich dirigiert er die Augsburger Philharmoniker, mit seinen Armen, mit seinem Rücken, mit seinem ganzen Körper.

Fast alle Stücke, die er ausgesucht hat, sind temporeich und sehr anspruchsvoll.

 

In der Einführung hat die Musikdramaturgin einige Fragen an ihn gestellt. In diesem Interview sagt er unter anderem, dass er die Musik mag oder liebt. Das ist ganz maßlos untertrieben.

 

Jede Zelle seines Körpers atmet Musik, und er überträgt seine musikalische Begeisterung auf das Orchester, das seine Impulse auf kongeniale Weise aufnehmen und umsetzen kann.

 

Der Konzertsaal der Kongresshalle war fast ausverkauft. Die Zuhörer waren begeistert.

 

(Sogar für die Nase war was geboten. Wir saßen in der neunten Reihe. In  welche Richtung ich mich auch drehte, immer wehte mir der Duft eines anderen, feinen Parfums entgegen. In der Pause roch es dagegen nach Rotwein, vor allem in der Nähe der kleinen Stehtischchen.)


 

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