...2 Stunden später wachte Isabella wieder auf.
Sie wachte nicht einfach so auf , sondern Isi`s Unterbewussein zerrte die junge Frau mit brachialer Gewalt zurück in die Welt der , sozusagen, " lebenden Toten " !
Isabellas Elternhaus befand sich am Stadtrand von Rosenheim, in einer kleinen Einfamilienhaussiedlung, fast gegenüber des grossen Eincaufscenters.
Isabella vermutete, daß sich die Mutter drüben im Kaufland befand.
Und fast sofort fiel Isabella das Wort " Zombiland " ein und die dazu passenden Bilder dieses Horrorfilmes der Netflixproduktion terrorisierten die Gedanken der jungen Frau in einen erneuten Weinanfall.
Isabella musste abwägen, was zunächst das Wichtigste war.
Klara, Isabellas kleine 17jährige Schwester war drüben bei der Sportanlage, neben dem Hallenbad.
So hoffte Isi es jedenfalls.
Und wieder ein Ausflug in die Horrorwelt, als Isabellas Gedanken ein Bild in den Kopf der Schwimmerin projizierten, wie Klara blutend neben dem Stadtbus am Strassenrand lag.
Oh nein, Isabellas Vater hatte in der Erziehung seiner Töchter von jeher Wert darauf gelegt, daß positive Gedanken immer die Überhand gegenüber negativem Denken erzielte.
Wie konnte Isabella auch nur einen einzigen Triathlon gewinnen, wenn auch nur die geringsten Selbstzweifel bestanden?
Oh, Isabella hatte schon oft verloren, aber aus einer Gruppe von deutschlandweit knapp 100 Triathleten sah sich Isi schon irgendwo auf dem 3. oder 4. Platz in der Rangfolge.
Isabella war 24 Jahre alt und liebäugelte für sich selber gerne mit dem Ausdruck " Kampfmaschiene".
Allerdings erwähnte Isabellas Vater zu einem vorherigen Zeitpunkt, daß man nicht vergessen durfte, daß es in Deutschland viele Kampfmaschienen geben würde und man niemals vergessen dürfte, daß durch Verknüpfung verschiedener Faktoren, auch die langsamste Triathletin mal auf dem Podest der Gewinner stehen könnte.
Oh, Papa konnte manchmal so gnadenlos ehrlich und offen sein und Papa würde vermutlich jetzt im Moment mit dem Kopf auf dem Schreibtisch der Comerzbank liegen und schlafen.
Zumindest hoffte Isabella, daß Papa einfach nur schlief und nicht die grosse Treppe herabgestürzt war.
Draussen war es bereits dunkel und Isabella überlegte, ob dieser enge, elastische Bodysuit geeigneter wäre, wenn sie sich schnell oder verteidigend bewegen musste?
Daher sah Isabella nun aus wie eine schwarze Echse auf zwei langen, schwarzen Beinen. Oder doch eher wie Bruce Lee in seiner besten Zeit.
Nur nicht in gelb sondern eben in schwarz.
Noch schnell die kurze, dunkle Daunenweste überstülpt und sie sauste rauß auf die Strasse.
Isabella wollte zuerst ins Kaufland um nach der Mutter zu suchen.
Außerdem war dort auch die Tankstelle, weil der Tank des Motorrades erschreckend leer war.
An der Tankstelle angekommen, wurde Isabella klar, daß der Ausfall der Menschen auch zugleich zum Ausfall der Technik führte.
Die Zapfanlage der Tankstelle funktionierte nicht, weil sscheinbar der Tankvorgang vom Verkaufsraum aus gesteuert wurde.
Aber ein Mercedes hatte die Zapfpistole noch im Tank stecken, während dessen Fahrer neben dem Auto lag und schlief.
Isabella schleiffte den Fahrer rüber zum Grünstreifen und legte den Mann in eine sichere Seitenlage.
Zuminest war somit die Gefahr eines Erstickens im Schlaf etwas reduziert.
Und jetzt schnell den Tank aufgefüllt und rüber zum Einkaufscenter gefahren.
Schon beim Betreten des riesigen Supermarktes bemerkte Isabella diesen beissenden Geruch von verbranntem Fett.
Und tatsächlich hätte sich die Fritteuse irgendwann selbst entzündet.
Aber Isi lief im Zickzackkurs durch die schlafenden Menschen am Boden herum zum Ofen und stellte diesen aus.
Wo konnte Mama sein ?
Vor dem Laufband nach oben, stapelten sich im ersten Stock die Menschen auf einem Haufen zu einem angsteinflösendem Menschenturm.
Isabella lief das Förderband nach oben und kletterte über etwa 20 Menschen hinweg in den Verkaufsbereich.
Und dort begann Isabella die schlafenden und ineinander verwickelten Menschen auseinanderzuziehen.
Isi zog die Leute ,einen nach dem Anderen in den Bereich der Handtuchabteileung, legte die Schläfer einen nach dem Anderen in Reih und Glied vor die Regale und deckte jeden Einzelnen mit einem Handtuch zu.
Zumindest wäre die Unterkühlung etwas abgedämpft.
Isabella lief das Wasser in Strömem über den Körper.
Im ganzen Verkaufsbereich lagen sicherlich um die 100 Menschen verteilt am Boden.
Jeder bekam von Isabella etwas wärmendes über den Körper gelegt.
Und dann stand Isabella vor Mama.
Isi`s Mutter schlief friedlich, mit einer Tüte in der Hand am Boden und fast kam es Isabella vor, als ob Mama lächelte...?
Isabella zog die Mutter mit ziemlichem Keuchen rüber in die Abteilung, wo Kissen und Bettdecken zum Verkauf angeboten wurden.
Beim Aufwachen würden sich die Anderen sicherlich wundern, warum Isabellas Mutter so ein komfortables Bett aus Kissen und Zudecken hatte ?
Aber Mutter war eben Mutter.
Und wenn Mama nicht mehr aufwachte ?
Während Isabella wieder die Tränen übers Gesicht liefen, wurde ihr erschreckend bewusst, daß Klara, die kleine Schwester, in der Turnhalle am Boden lag und vielleicht verletzt , dringender Hilfe bedurfte.
Isabella lief im Sprint das Rollband nach unten und eilte zum Ausgang.
Später musste Isabella nochmal zurück und überprüfen, ob alle Leute schliefen oder ob sich Tote im Kaufhaus befanden ...?
Aber jetzt wartete Klara sicherlich auf die Hilfe der großen Schwester und außerdem war auch Papa bestimmt nicht in der Lage, für sich selber zu sorgen.
Doch wie konnte es nicht anderst sein ?
Das verdammte Motorrad sprang nicht an.
Und auf der Strasse in die Innenstadt war eine Blechlawiene aus verkeilten Autos...
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.02.2026.
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