Fritz Lenders

Alleine 3

... Isabella warf das Motorrad nach dem 10. Startversuch völlig entnervt zur Seite. Vom Kaufland bis zum Hallenbad dürften es so um die 2,5 Kilometer sein. Eigentlich eine leicht zu laufende Strecke, wenn man Isi`s  Kondition in Betracht zog. Allerding war es mittlerweile schon weit nach Mitternacht und eine unheimliche Angst überzog Isabellas Körper von den Zehen bis rauf zum obersten Teil des Hinterkopfes.

Wenn Isabella nicht im Trainigsmodus war, liebte sie es auf Netflix nach Entspannung zu suchen.  Und Isabella liebte Zombifilme.
Oh ja, ein bischen Blut und Grusel durfte es schon immer sein. 
Und daher war es für Isabella nur eine Frage der Zeit,wann die Welt mit lebenden Toten übersät wurde. Zumindest sagte dies Isabellas Fantasie.

Aber zwischen Fantasie und Realität lagen Welten.
Einen Zombiefilm auf Netflix anzusehen und nebenbei die vorsichtig bemessenen Kartoffelchips zu genießen war etwas völlig anderes, als plötzlich die einzig Lebende unter unzähligen Schlafenden zu sein.

Und das wirklich Allerschlimmste war, daß Isabella absolut nicht wusste, was dieses Horrorszenario ausgelößt hatte und warum sie selber scheinbar die Einzige nichtschlafende Person war.
Es war total gruselig, weil hinter jeder Ecke ein potentieller Feind, Mörder , Monster oder gar ein Ausserirdischer sein konnte.


Die Fantasie konnte in dieser Richtung gnadenlos unerbittlich sein.


Man hörte ja immer wieder in den Medien oder im Internet von skurrilen Verschwörungstheoretikern, daß wir Alle nur in einer, von Außen gelenkten Blase leben.
In einer Welt, welche von den Reichen der Welt gesteuert wird und welche von potentiellen Ausserirdischen manipuliert wird.

Blödsinn.
Isabella schüttelte den Kopf.
Es war etwas unvorstellbar Schreckliches geschehen, und durch eine Verkettung von mehreren Zufällen hatte Isabella das Glück ( oder das Pech ? ) gehabt, als einzige durch die Gegend laufen zu können.

Alles andere würde sie herausfinden.
Es gab Internet ( vielleicht noch ? ) es gab Überwachungskameras und es gab hofentlich diesen Gott dort oben im Himmel. Naja, Isabellas Mentor im Erfolgsbereich war ja eher diese Maria, zu welcher sie einen guten Draht hatte, aber welche auch sehr oft die Ohren auf Taub stellte, wenn es um besondere Wünsche ging.


Wenn es manchmal darum ging, der Schwimmerin vor ihr, einen kleinen Krampf in der Wade zu verpassen, oder wenigstens ein wenig Unterzuckerung in den Körpern der anderen Athleten zu verbreiten, konnte Maria schon sehr zögerlich sein.

 

Aber wenn es hart auf hart ging, war Maria zur Stelle,

Zumindest glaubte Isabella daran, und der Glaube konnte ja angeblich Berge versetzen. 

 

Während Isabella in ein leichtes Lauftempo verfiel und versuchte, die unheimlichen Gedanken auszublenden, donnerte eine weitere Passagiermaschiene vom Himmel.

Dieses Ohrenbetäubende Pfeiffen, wenn ein Flugzeug vom Himmel stürzte, war vergleichbar mit dem Pfeiffen und Rasseln der Panzerketten, wenn stählerne Kampfkolosse über den Acker fuhren um den Feind zu zermalmen.

 

Allerdings explodierten fremde Panzer nicht 500 Meter neben dem Bahnhof, wo ohnehin schon Alles brannte.

Als die Maschiene aufschlug, wurde Rosenheim für 30 Minuten lang hell erleuchtet. 

Und als der Zug aus München ungebremst in den brennenden Bahnhof einfuhr , auf den vorderen, stehenden Zug nach Endorf auffuhr, als  dieses knirschen von Metall durch die Gegend dröhnte, wusste Isabella, daß sie nirgendwo auf der Welt mehr sicher sein würde.

 

Aus einem logischen Gedanken heraus  begriff Isabella, daß jede einzelne Maschiene vom Himmel fallen würde und daß jeder Zug, welcher noch auf der Strecke unterwegs war, entweder auf einen stehenden Zug auffahren würde oder in der nächsten steilen Kurfe aus den Schienen springen würde.

 

Isabella wurde klar, daß die Erde der Sieger werden würde, gegenüber den Menschen.

 

Wer oder was auch immer dieses Einschlafen der Menschen bewirkt hatte, war letztendliich der Retter unseres blauen Planeten.

 

Was bedeuteten schon Menschen, welche Alles zerstörten und verseuchten , für die Zukunft unseree Erde ?

Isabella überlegte sich unterm Laufen, daß dieser zerstörerische Virus * Mensch* eigentlich nicht nur die Erde ruinieren würde, sondern, daß die Menschheit schon damit begonnen hatte, auch das Weltall rund um die Erde herum zu ruinieren. 

 

Jeder einzelne, kontrolliert herabstürzende Satelit verursachte durch das Verglühen in der Atmosphäre ein weiteres Loch in der Ozonschicht.

Und während Isabella über den Brückenberg links abbog in Richtung Hallenbad, wusste sie bereits, daß spätestens in einer Woche die Tiere in die Stadt eiziehen würden, vorausgesetzt, es gab noch tierisches Leben auf der Erde ?

 

Jetzt nochmal rechts die Strasse runter und in 400 Metern Entfernung sah sie das Hallenbad,

Gleich dahinter war die Turnhalle in welcher Klara eigentlich das Turntraining absolvieren sollte.

Als Isabella die Türe zur Sporthalle öffnete, lagen 10 Mädchen und der Trainer friedlich am Boden und schliefen.

 

Irgendwie wie im Sommercamp der Pfadfinder.

Und " Fähnlein Fieselschweif "  lag mitten zwischen den Mädchen, mit dem Kopf auf Klaras Bauch.

Warum Isabella jetzt gerade an die Donald Duck Hefte denken musste und an Tick, Trick und Track... verstand sie selber nicht.

Und noch weniger begriff Isabella, warum der Trainer seinen Kopf auf Klaras Bauch hatte.

 

Verdammter Mistkerl.

 

Isi begann die Gummimatten aus dem Kämmerchen von Nebenan herauszuziehen und bereitete ein Bett für die 10 Turnerinnen vor.

Den Trainer verfrachtete sie in das Abstellkämmerchen. Nur so als Vorsichtsmaßnahme.

Und als Isabella wie gehabt, alle 10 Mädchen in Reih und Glied auf die Gummimatten gelegt hatte und alle Mädchen mit verschiedenen Jacken und Mänteln aus der Garderobe zugedeckt hatte, musste Isabella schnellstens rüber zur Comerzbank, um nach Papa zu sehen.

Noch ein Lauf von 1,5 Kilometern wäre zu absolvieren. 

 

Doch als Isabella wieder die Turnhalle verlassen wollte, bemerkte sie am Parkplatz ein Quad, welches zusätzlich noch einen kleinen Anhänger hatte.

Leider fehlte der Zündschlüssel. 

Aber wer würde wohl mit einem Quad zum Turnen fahren ?

Doch wohl nur der Turntrainer.

Und wieder zurück, in das kleine Büro in der Turnabteilung.

Wie ein Fingerzeig von dieser Maria, von dort oben im Himmel, lag der Schlüssel glänzend und präsent auf dem Schreibtisch.

 

Isabella hatte eine Idee und suchte nach einigen Decken und Polstern.

Innerhalb von 10 Minuten hatte Isi den Quadanhänger ausgepolstert und Klara, Isabellas Schwester lag nun auf dem Anhänger. Friedlich schlafend und sicher angebunden an den Seitenwänden des Anhängers . Zugedeckt und transportbereit.

 

Isabella hatte ausreichend Erfahrung mit den Quads, weil in Ägypten eine Wüstensafarie als Gastgeschenk angeboten wurde, als der vorletzte Triathlon stattfand.

 

Und so tuckerte Isabella das Motorfahrzeug vorsichtig durch die Strassen und über die Gehwege, durch die Fussgängerzone und rüber zur Comerzbank.

 

Während Klara im Anhänger gut zugedeckt, friedlich schlief, lief Isabella hoch zum Büro ihres Papa`s.

 

Das Geldinstitut war fast menschenleer, nur eine der Mitarbeiterinnen lag auf dem Boden vor dem Kassenbereich und hatte eine ganze Schachtel voller Geldscheine  rund um sich herum verteilt.

Und wieder kam Isabella die Familie aus Entenhausen in den Sinn.

Dagobert Duck würde in  Extase verfallen, beim Anblick der Geldnoten.

 

Und als Isabella Papas Büro betrat, wurde Ihr klar, daß Papa ein Verhältnis mit seiner Sekretärin haben musste.

Immerhin war deren Bluse aufgeknöpft und die Sekretärin lag auf Papas Schreibtisch.

 

Dies würde als Diskusionsstoff sorgen, sollte Papa jemals wieder aufwachen.

Aber zunächste war wichtig, das Isabellas Vater noch atmete und somit am Leben war.

Und in Isabellas Kopf entstand der Plan, sowohl Klara als auch die Eltern nach Hause zu transportieren. 

 

Vorausgesetzt, daß nicht schon wieder ein Flieger vom Himmel fallen würde....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.02.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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