...als Isabella nach 7 Stunden komatösem Schlaf wieder aufwachte, dachte sie zuerst, daß wieder alles gut sei und nur ein Albtraum über sie hergefallen war ?
Doch ein Blick auf Isabellas schmutzige Hände und ein Blick auf Isabellas Strechanzug, machte dem Mädchen ebarmungslos bewußt, daß der Albtraum noch lange nicht vorbei war.
Mit einem Satz sprang Isi rüber ins Elternschlafzimmer und erblickte zwei schlafende, etwas blass um die Nase aussehende Menschen.
Drüben in Klaras Zimmer lag Isabellas Schwester mit zersausten Haaren im Bett, wie nach einer wilden Partynacht.
Etwas abgekämpft aussehend und ziemlich zerbrechlich wirkend.
Isabella fiel wieder die Sache mit der Dehydierung ein.
Wie lange konnte ein Mensch ohne Flüssigkeit weiterleben ?
In Österreich an der Sportuniversität wurde damals von 3 bis 7 Tagen geredet.
Aber es gab auch schon Fälle, in welchen Komapatienten über 12 Tage ohne Flüssigkeit überlebt hatten.
Dennoch hatte Isabella jetzt vor, die Familie zu versorgen, ohne Magensonde oder Infusion legen zu müssen.
Vielleicht würde sich ja Alles wieder von selber erledigen.
Immerhin..., Maria, die Mutter Jesus wurde in dieser Richtung ja schon informiert und instruiert.
Mal sehen, wie lange es diesmal dauerte, bis die Beschützerin aus dem Wolkenreich zu helfen gedachte ?!
Isabella lief runter in die Küche, fülle die rote Kunsstoffschüssel mit Wasser auf und lief wieder nach Oben in Klaras Zimmer.
Dort begann Isabella das Gesicht der Schwester abzuwaschen und dabei fiel Isabella ein, was damals dieser Überlebenstrainer gesagt hatte, wie der Überlebenscoach erklärte, daß im Falle der Fälle eine gewisse Flüssigkeitsaufnahme auch über die Haut des Menschen stattfinden könne.
Isabella zog die Zudecke der Schwester weg und bemerkte dabei, daß Klara während des Schlafes ins Bett gepinkelt hatte.
Das war gar nicht gut.
Isabella war sofort klar, daß jeglicher Harnverlust den Körper zusätzlich in die Dehydrierungsphase brachte.
Von der Geruchsentwicklung mal ganz abgesehen.
Mühsam entkleidete Isabella die kleine Schwester, wusch Klara von Kopf bis Fuß ganz gründlich ab und cremte Klara mit ziemlich viel Bodylotion ein.
Klara glänzte wie ein kleines, nacktes, rosa Schweinchen.
Dann hiefte Isabella die kleine Schwester aus dem Bett heraus, setzte sie für den Moment in den grossen Großmuttersessel, zog das Leintuch ab und drehte die Matratze um.
Zu befürchtende Schimmelflecken waren jetzt im Moment Isis`s kleinstes Problem.
Aber Isabella wusste, daß sie rüber ins Kaufland musste, zur Apotheke, um Betteinlagen und Erwachsenenwindelhosen besorgen musste.
5 Minuten später lag Klara wieder im Bett, frisch gewaschen und mit ganz dick eingecremten Lippen.
Irgendwie sah Klara so glücklich und irgendwie auch so flippig aus, wie Cindy Lauper, damals in den 90iger Jahren.
Isabella suchte im Regal nach irgend einer CD um für Klara etwas Musik zu machen.
Als die Musikdisk die dramatische Musik vom Film Titanic in leisen Tönen durch das Zimmer der Schwester schweben ließ, wirkte die Situation fast schon ein bischen amüsant.
Dornröschen schlief den Schlaf der Gerechten und Isabella schuftete sich fast zu Tode.
Isis Leintuch warf Isabella einfach die Treppe nach unten, in Richtung Waschmaschiene.
Auch wenn das Leben für den Moment stillstand, würde in Isabellas Zuhause sicherlich kein Chaos einziehen.
15 Minuten später glänzten auch Papas und Mamas Lippen fröhlich rosa und der Wäscheberg vor der Waschmaschiene hatte sich erheblich vergrössert.
Isabella stellte den Waschgang auf Kurzprogramm und sauste eine Minute später aus dem Haus.
Ursprünglich wollte sie zu Fuß rüber sprinten ins Einkaufscenter, aber es waren doch schon einige Dinge zu besorgen.
Daher brummte das Quad nun in Richtung Kaufland oder wie Isabella es in weiterer Zeit nennen würde : " Ins Zombiland der Schlafenden ".
Drüben im Kaufland wollte Isabella sofort in die Apotheke um Betteinlagen und Windelhosen für Erwachsene zu holen.
Aber Isabella lief an der Bäckerei vorbei und beim Anblick der Bretzen und Semmeln, fiel der jungen Frau ein, daß sie seit gestern Mittag nichts mehr gegessen hatte.
Also saß Isabella kurz drauf am Tisch, zwischen einigen schlafenden Menschen und genoß mit geschlossenen Augen, den Kaffee und die Butterbretze.
Noch niemals zuvor hatte Isabella köstlicheres gegessen und noch niemals zuvor empfand Isabella den Geruch von frisch gebrühtem Kaffee als aromatischer.
Thierry Mugler sollte sich den Kopf darüber zerbrechen, ob Kaffeeparfüm eine interessante Duftvariante werden könnte.
Naja, Thierry Mugler war tot.
Und Isabella war der einsamste Mensch auf diesem Planeten.
Während Isi also die Butterbretze in den Kaffee tunkte und überlegte, was sie in den nächsten Tagen unternehmen würde, schlich sich ein kleiner Hund in den Supermarkt, auf der Suche nach etwas Essbarem.
Gegenüber beim Imbissstand war der Abfalltrog eine wundervolle Futterquelle.
Isabella musste anschließend dafür sorgen, daß sämtliche Türen zum Center geschlossen waren, damit nicht alle Tiere die Umgebung durchwühlten.
Und ausserdem wurde Isabella auch klar, daß die Tiere in kürzester Zeit schon eine erhebliche Gefahr für die schlafenden Menschen darstellen konnten.
Mal von den abstürzenden Flugzeugen abgesehen, welche vom Himmel fallen würden.
Wie lange konnte ein Flieger bei optimalen Bedingungen in der Luft bleiben ?
Isabella hatte mal gehört, daß moderne Passagiermaschienem bis zu 18 Stunden nonstop fliegen können.
Also wenn Isabella davon ausging, daß dieser Dauerschlaf der Menschen gestern, gegen 16.00 Uhr begonnen hatte, würde der letzte Flieger sicherlich gegen 10.00 Uhr am Vormittag zur Erde stürzen.
Und da Langstreckenflüge sicherlich nicht über Deutschland stattfanden, würden die armen Menschen irgendwo im Meer zu Tode kommen.
Die Züge in Deutschland und auch sicherlich weltweit, hatten ein automatisches Bremssysthem und würden mittlerweile kein Problem mehr darstellen.
Die automatisierten Industrieroboter hätten ohne menschliches Zutun schon längst einen Kollaps erlitten und die Elektrizitätswerke würden noch einige Zeit funktionieren.
Obwohl am Ende ohnehin alles in Rauch aufgehen würde.
Unzählige Häuser würden schon brennen, weil sich das Bratfett in den Küche erhitzt hatte und in absehbarer Zeit würden die Kühlanlagen in den weltweit 440 Kernkraftwerken überhitzen und einen Supergau auslösen.
Isabella war völlig klar, daß sich die Erde ohne den Menschen in einen Horrorplaneten verwandeln würde, bevor die Natur Alles mit schützendem Grün überwucherte.
Und unpassenderweise überlegte sich Isabella, ob in der Gartenhütte, hinten beim Gemüsegarten, genug Holz befand, um den kommenden Winter mit dem Schwedenofen im Wohnzimmer und mit dem Großmutterofen , drüben in der Küche ...überleben zu können ?
Nun ja. Isabella räumte das Geschirr vom Frühstück zurück in den Geschirrwagen und lief in die Apotheke.
Die Apothekerin schief friedlich im hinteren Raum und tolerierte gütig, daß sich Isi an den Regalen zu schaffen machte.
Nur wenige Windelhosen waren verfügbar und Betteinlagen waren gar keine vorhanden.
Aber auf der Verkaufstheke lag eine Packung Kompressionsstrümpfe.
Dies brachte Isabella auf eine weitere Idee.
Sie würde die Familie mit Kompressionsstrümpfen und Armbandagen für die Unterarme versorgen.
Immerhin sorgte dies für gesunden Blutfluss und verhinderte hoffentlich die Bildung von Thrombosen.
Zumindest hoffte Isabella es.
Und sie musste unbedingt wieder in die Polizeistation, um irgendwelche Informationen zu finden.
Irgend Etwas Schlimmes war geschehen, aber es konnte doch nicht weltweit zur selben Sekunde passiert sein.
Und immerhin..., sie selber lebte ja noch und war unterwegs.
Warum sollte Isabella wohl die einzige Person sein, welche vom Schlaf verschont wurde ?
Ganz bestimmt gab es noch viele Überlebende.
Man musste sich nur gegenseitig finden.
Und hoffentlich waren die Überlebenden auch ehrliche, anständige Menschen !
In Isabellas " Walking Dead Serie " bestanden die Überlebenden zu 50% aus Verbrechern.
Warum überlebten immer die bösen Menschen?
Nun ja, Isabella nahm sich vor, nach dem versorgen der Familie, unbedingt zum Waffen Daurer zu schauen.
Etwas Bewaffnung konnte wohl kaum schaden.
Daher stand nun Isabella im Waffengeschäft, nachdem sie zuvor die Familie mit Windelhosen und Kompressionsbandagen eingekleidet hatte und die Wäsche aus der Waschmaschiene auf den Wäscheständer gehängt hatte.
Eigentlich wollte Isabella zuvor noch beim Rossman , dem Drogeriebedarf, vorbeischauen, aber in der Bahnhofsgegend qualmte noch Immer Alles furchtbar und daher spazierte Isabella jetzt im Verkaufsraum des Waffenhändlers umher.
Isabella wollte eine Schusswaffe, welche ein grosses Magazin hatte, um viele Schuss abgeben zu können und sie wollte zugleich eine Waffe, welche mit einem Schalldämpfer versehen werden konnte.
An der Wand hing ein Reklameposter der Glock 17, welche mit einem besonderem Magazin versehen wedren könnte, welches 101 Kugeln der Grösse 9mm aufnehmen konnte.
Nein , Isabella wollte keine Monsterwaffe sondern eine kleinere Waffe, welche im Gürtelholster getragen werden konnte.
Und ganz besonders wollte Isabella diesen Pfeilbogen, welcher eine wirklich lautlose Verteidigung zuließ.
Isabella wollte sich nur im Falle des Falles..., ein bischen Verteidigen können.
Naja, als Isi mit dem Quad zurückfuhr , zum anderen Drogeriegeschäft, lagen auf dem Anhänger des Quad vier halbautomatische Gewehre, mehrere Pistolen, Mengenweise Munition und sicherlich 200 Pfeile für den Pfeilbogen, Pfefferspray und extrem leistungsstarke Taschenlampen mit eingebauten Elekroschockern.
Ausserdem hatte Isabella die Daunenweste vom Vortag , mit einer Stich und Schussfesten Weste ausgetauscht, welche die junge Frau vor Überraschungen schützen sollte.
An den Füssen trug Isabella die ultraleichten, amerikanischen Militärstiefel.
Als Isabella nun die Rosenheimer Polizeistation betrat, würde ein zufälliger Beobachter an eine weibliche Mischung zwischen Rambo und Terminator denken...
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.02.2026.
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Payla – Die Goldinsel II
von Pierre Heinen
Sobald der Winter vorbei ist, wird der Kampf um die Goldinsel Payla beginnen. Zwei Reiche werden sich gegenüberstehen und die Welt auf Jahre hinaus in ein Schlachtfeld verwandeln ...
Oder gibt es jemanden mit diplomatischem Geschick, der einen solch blutigen Krieg verhindern kann?
Pierre Heinen, Jahrgang 1979, ist seit frühester Jugend begeistert von Geschichtsbüchern und Verfasser unzähliger Novellen. In Form des zweiteiligen „Payla – Die Goldinsel“ veröffentlicht er seinen Debütroman im Genre Fantasy. Der Autor lebt und arbeitet im Großherzogtum Luxemburg, was in mancher Hinsicht seine fiktive Welt beeinflusst.
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