... Isabella hätte beinahe einen Herzstillstand erlitten.
Zuerst diese rundum erdrückende Stille und jetzt dieses Babygeschrei.
Warum hatte Isabella gestern das Kind nicht gesehen?
Naja, die Mutter trug einen weiten XXL Mantel, unter welchem der Schreihals vollständig verborgen war in diesem Tragegestell.
Jedenfalls blickte dieses , vielleicht 6 Monate alte Mädchen, Isabella hungrig ins Gesicht .
und Isabella wiederum starrte dieses Kind an, wie das 8. Weltwunder aus der Antike.
Reflexartig hob Isi das kleine , plärrende Monster aus dem Traggestell und beruhigte das Baby.
Irgendwie wollte Isabella kein Aufsehen erregen.
Die rundum herrschende Ruhe war zwar erdrückend, aber der ungewohnte Babylärm war noch viel schlimmer.
Isabella bekam nun plötzlich Angst, daß noch andere, unliebsame Gestalten, diesen Schlafbefehl überhört haben könnten.
Eigentlich wurde Isabella plötzlich klar, daß es noch viele Menschen geben würde, welche dieser Schlafhypnose, oder was auch immer es war, entkommen waren.
Man musste sich nur gegenseitig finden.
Und man musste nur hoffen, daß diese gefundenen Personen auch ehrliche, anständige Personen waren.
Aber realistisch betrachtet, hatte sich auch Isabella in einen anderen Menschen verwandelt.
Der Situation entsprechend, war Isabella im Moment nicht die anständige "Pastorentochter" von nebenan.
Isabella hatte ein Quad geklaut, sie war im Waffengeschäft gewesen um sich mit Schusswaffen und Schutzwesten auszurüsten, Sie hatte die Rosenheimer Polizei um die Maschienenpisttolen beraubt. Oh ja, Benzindiebstahl ging auch auf ihre Kappe und der Drogeriemarkt Rossman würde beim Tagesabschlussbericht über einen ganzen Anhänger voller Betteinlagen und Windeln jammern müssen.
Isabella musste selber darüber lächeln.
Zumindest bereute sie die geklaute Butterbreze und den Kaffe kein bischen.
Die Kiste mit den 500-Euroscheinen würde Isi allerdings noch heute wieder zur Comerzbank bringen.
Aber zuvor musste sie noch einen kleinen Raubzug in Richtung Babynahrung unternehmen.
Und einen Schnuller brauchte der kleine Schreihals, damit nicht auch noch ungebetene Gäste im Einkaufscenter auftauchten.
In der Babyabteilung gab es ausreichend Futter für den Schreihals.
Zuerst öffnete Isabella ein Gläschen mit Fruchbrei, um das quieckende Monster zur Ruhe zu bringen.
" Noch einen Laut, und ich lege dich im Regal, bei den Spielsachen ab. "
Doch Isabella hätte das Kind trotz der drohenden Worte, nie wieder zurück gegeben.
Niemals.
Egal was auch immer in der Zukunft passieren würde, war eines klar : Isabella war nicht mehr der einsamste Mensch auf diesem Planeten.
Im zuvor gefundenen , oder besser gesagt , im geklauten Rucksack befand sich jetzt Babynahrung für die nächsten Tage, das Mädchen hing im Kängurusitz Isabella vor der Brust und in der Hand hielt Isi eine extra grosse Packung Babywindeln.
Die Liste von Isabellas Raubzügen verlängerte sich stündlich.
Bevor Isabella den Supermarkt verlies, suchte sie sich einen Bogen Papier um der Mutter die Adresse und die Telefonnummer aufzuschreiben.
Nur vorsichtshalber, falls der Schlaf enden würde und sich vermutlich ganz Rosenheim auf die Suche nach der Kindsentführerin machen würde.
Das Schreiben steckte Isabella der jungen Mutter in die Tasche des übergrossen Mantels und machte sich dann sofort auf den Weg nach Hause.
Das kleine Mädchen hatte sichlich Spaß daran,mit Isabella als Beschützerin, auf dem Quad , heimzufahren.
Als Isi vor dem Elternhaus ankam, schlief die Kleine.
Sie hing wie ein kleiner Sack Kartoffeln vor Isabellas Brust und ließ sich kein bischen daran stören, diesen typischen Kinderschlaf zu genießen.
Zusätzlich drang ein beissender Geruch aus der Windel des Kindes, auf direktem Weg in Isabellas Nase.
Na schön, jetzt hatte Isi mittlerweile ja schon 4 Personen zu wickeln, einzucremen und zu versorgen.
Als Isabella die Hygienearbeiten an den Eltern, an Klara und am Schreihals verrichtet hatte, füllte sich die Mülltonne im Nachbarhaus merklich.
Isabella hatte nicht vor, eine Duftwolke aus Windelhöschen kommend, im Garten und rund ums Haus zu produzieren.
Deswegen hatte Isabella des Nachbars Mülltonne zum Grundstücksrand , zum Tor gezerrt.
Die Nachbarn würden in absehbarer Zeit keinen Müll zum entsorgen haben.
Sollten die Nachbarn in näherer Zeit wieder aufwachen, gäbe es ja wohl genug Möglichkeiten zum erklären.
Isabella musste nochmal in die Polizeistation, um sich die Protokolle und Aufzeichnungen anzusehen, welche im Computer zu finden waren.
Nachdem sich Isabella mit Würstchen etwas gesättigt hatte und ein Liter Milch den Durst vertrieben hatte, war sie schon wieder in der Polizeistation und betrachtete einen Berg an Aufzeichnungen.
Die Kameraüberwachungen liefen ja weiter, doch es gab zumindest in Rosenheim nichts Neues zu sehen.
Allerdings bemerkte Isabella , daß gestern an jeder spiegelnder Fläche in ganz Rosenheim diese merkwürdigen Symbole zu sehen waren.
Die Symbole waren auch in der Polizeistation zu sehen und auf den Aufzeichnungen des Bahnhofes erkannte man ebenfalls diese ägyptisch wirkenden Hieroglyphen.
Aus Amerika, aus Miami, Florida befand sich eine angefangene Nachricht im Faxgerät...
: "sofort alle elektronischen Geräte ausschalten. Sateliten senden bedrohliche Nachr... "
Weiter war nichts zu lesen und Isabella begab sich noch tiefer in die Welt der vernetzten Nachrichten.
Während Schreihals im Kängurusitz an Isabellas Brust schlief, suchte Isi nach Spuren.
Während das kleine Mädchen den Namen "Biene" bekam, verdichteten sich die Hinweise im Netzt, daß sich eine Nachricht von unbekannter Herkunft, im Netzt verbreitete.
Isabella erkannte eine tickende Uhr im Hintergrund aller Nachrichten.
Irgendwie gelangte diese Nachricht von PC zu PC und und scheinbar änderte diese Nachricht von Region zu Region das Schriftbild, die Sprache und letztendlich erkannte Isabella irgendwie, daß sich die Nachrichten auch in Sprachform verbreiteten.
Denn zufällig öffnete sich bei einem der herumliegenden Handys das Display und das letzte aufgerufene Fenster war von TikTok.
Überall diese Symbole. Und immer im Hintergrund dieses Gemurmel.
Isabella verfolgte die Nachrichten soweit zurück wie irgend möglich.
Fast schien es, als ob die Informationen gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen aus allen Ländern der Welt eintreffen würden.
Und zur selben Zeit sendeten die Computer ebenfalls Nachrichten in alle Himmelsrichtungen hinaus.
Auf einem der Infos, in Richtung Wien stand : " Schlaf ist das Bedürfnis der Menschen. Schlafe um stark zu werden. Schlafe bis alle Sorgen verflogen sind. Schlafe beim Aufruf und schlafe, bis zum Erwecken. "
Diese Nachricht wurde eine Minute vor 16.00 Uhr Nachmittags, also gestern , nach Österreich gesendet.
Absender : Zentralcomputer des Verteidigungsministeriums in Berlin.
Aber als IP Adresse ergab sich ein Rechner in Grönland.
Und Biene begann wieder zu quäcken.
Biene hatte Hunger und Biene begann etwas streng zu riechen...
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.02.2026.
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