Mama und ich
Wir sitzen immer zusammen, überall wo wir sind. Mama und ich können uns nicht trennen. Mama ist jetzt krank. Sie hängt ganz fest an mir und ich an ihr. Uns erwischte es nach und nach. Erst wurde ich krank, dann sie. Wir haben unser ganzes Leben miteinander verbracht. Uns trennte höchstens eine Woche, dann sahen wir uns wieder. Bis die nächste Woche rum war und so ging es weiter. Ich möchte und muss jetzt für Mama da sein. Ihr Geist lässt nach und sie vergisst immer mehr. Sie kann kaum noch laufen und ich muss sie von nun an hochheben und führen. Sie fährt mit dem Rollator und sie wird mit dem Rollstuhl geschoben. Mama flickte mich so gut wie möglich vorher noch zusammen. Mir geht es jetzt halbwegs gut. Meine Klinikaufenthalte ließen uns immer fester zusammenschweißen. Mama packte es den einen Tag im Krankenhaus nicht ohne mich. Seitdem bin ich besonders für sie da. Wir sitzen jetzt immer draußen vor dem Haus auf der Bank im Frühjahr und im Sommer und erzählen uns etwas von vergangenen Zeiten wie wir gemeinsam im Cafe saßen und wie wir gemeinsam den Urlaub verbrachten – im Schwimmbad und an der See. Manchmal kommt ein Nachbar vorbei und redet mit uns während wir da auf der Bank sitzen.
Im Winter brennen dort Kerzen, die wir aus dem Fenster blickend sehen. Die Kerzen sind auf den Bäumen befestigt, in der Nähe, wo die Bank immer steht. Wir denken an früher, als an Weihnachten, die Straßen, Wälder und Felder mit Schnee bedeckt waren und Mama möchte zu ihrer Mama und ihren Geschwistern zurück und ich erzähle von ihr, Papa und meinen Geschwistern. Es könnte immer so weiter gehen mit mir und Mama und der Sommer ist heiß und der Winter kalt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.02.2026.
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