An der Ampel steht neben mir eine junge Frau. Sie macht Eingaben in ihr Smartphone. Ich sage zu ihr: “Können Sie nicht dafür sorgen, dass es schneller grün wird? Sie haben doch die Fernbedienung in der Hand.”
Jetzt wird es grün. Sie sagt: “Sehen Sie, es hat geklappt!”
Ich darauf: “Mit einem Smartphone kann man doch heute alles machen!”
Sie darauf: “Ja, das habe ich auch gehört!”
Und schon trennen sich unsere Wege. Sie verabschiedet sich lachend von mir.
Heute ist Aschermittwoch! Den Narren scheint es gelungen zu sein, den Winter erfolgreich auszutreiben. Draußen ist es hell und mild.
Ich habe niemanden getroffen, der traurig gestimmt wäre. Eine Kassiererin will vom Fasching gar nichts wissen. Im Fasching fließe viel zu viel Alkohol. Das mag sie überhaupt nicht. Ich stimme ihr zu, auch wenn ich das gar nicht beurteilen kann, weil der Fasching in der Regel ganz spurlos an mir vorübergeht.
Die Wahlplakate sind gleichermaßen nichtssagend. Viele der Gesichter, die darauf abgebildet sind, werden schon in zwei Wochen wieder in der Versenkung verschwinden.
Im Rollstuhl wird mir ein Mann entgegen geschoben, der mehrfach behindert ist. Er macht wilde Bewegungen mit den Händen und scheint auf seine Weise zu singen. Das berührt mich. Wie fühlt sich ein solcher Mensch, der in so hohem Maße von anderen Menschen abhängig ist und der auch von sehr vielem ausgeschlossen ist? Können wir von solchen Menschen vielleicht sogar etwas lernen?
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.02.2026.
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