Frau Schnief und Herr Hust treffen sich auf einem Treppengeländer.
„Hallo Herr Hust. Lange nicht mehr gesehen.“
„Ja, ja, Frau Schnief. Das Wetter war einfach eine Katastrophe in letzter Zeit. Da mochte man sich gar nicht unter das Volk mischen.“
„Wem sagen Sie das. Man kann gar nicht genug aufpassen. Täglich duschen und baden die Menschen und eh man sich versieht, wird man achtlos weggespült. 3.798 meiner Kinder habe ich alleine in der vergangenen Woche auf diesem Weg verloren.“
Herr Hust ist sichtlich betroffen, angesichts dieses grausamen Schicksals.
Frau Schnief seufzt: „ Früher war alles besser. Kein regelmäßiges Händewaschen. Keine Desinfektionsmittel. Unsere Kinder konnten sich noch überall austoben und lernten mit jedem Handschlag die Welt kennen.“
„Ich mochte ja die kuscheligen Stofftaschentücher, die über Wochen hinweg benutzt wurden, bevor sie in der Wäsche landeten. Ach war das lustig – zusammen mit Familie Kratz und Rotz hatten wir immer eine Menge Spaß,“ erinnert sich Herr Hust.
„ Wie wahr, mein Lieber. Das waren noch Zeiten. Damals aßen Kinder auch noch mit ungewaschenen Fingern ihre Pommes und wischten sich mit dem Handrücken den Mund ab, statt mit einer Serviette. Schwupp die Wupp saß man an der Nasenschleimhaut oder im Rachen. Komfort pur. Aber heute ?!“
„Haaatschi“ klingt es aus der Ferne. Und nochmal „Haatschi“. Wie aus einer Kanone geschossen fliegt an Frau Schnief und Herrn Hust ein Bataillon ihrer Artgenossen vorbei.
„Oh, die Schnupfs und die Keuchs ! Wohin so eilig ?“ rufen beide gleichzeitig.
„Wir brauchen ein neues Quartier. Da wo wir herkommen ist wegen Überfüllung geschlo…. „ und schon tauchten sie im Rachen eines gähnenden Kindes unter.
Frau Schnief schaut sich um. „Herr Hust ? Hallo, Herr Huhust, wo sind sie ?“
Eine junge Frau hatte Herrn Hust von dem Geländer gewischt. Diese Mitfahrgelegenheiten er sich nicht entgehen lassen. Husch, husch in das kleine Näschen, bevor er entdeckt wird.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.02.2026.
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Diagnose: Marathonläufer: Ein autobiografischer Roman
von Lothar Altenkirch
Ein 18jähriger bekommt die Diagnose Krebs im Endstadium. Noch 3 Monate zu leben.... Was nun? Aufgeben? Kämpfen? 8 Jahre später wird hier erzählt, wie aus einem pflegebedürftigen Krebspatienten der Marathonläufer Lothar Altenkirch wurde. Seine Leiden, seine Persönlichkeitsentwicklung, sein Kampf, seine Tränen, seine Freude und der Sieg über den Krebs. Lebendiger denn je läuft er heute jedes Jahr mehrere Marathonläufe, und seine Geschichte zeigt, wie selbst aus scheinbar absolut aussichtsloser Lage, mit unbedingtem Willen, viel Mühe und dem Ausbrechen aus der eigenen konventionellen Denkweise der Weg zurück mitten ins Leben möglich ist. Dieses Buch soll allen Kranken und Verzweifelten Mut machen, niemals aufzugeben. Tragisch, spannend, kritisch und mit einem Augenzwinkern wird hier die Geschichte vom Auferstehen aus dem Rollstuhl zum Marathonläufer erzählt.
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