Fritz Lenders

Alleine 9

... Isabellas Herz vollführte einen Doppelsprung. 
Egal was geschehen war und egal was zukünftig geschehen würde, Isabella und Biene waren nicht alleine auf der Welt am Leben.
Nochmal einen Sirenengruß in Richtung Chiemsee und ein kurzes Aufheulen der Sirene  vom Chiemgau, zurück in Richtung Rosenheim.

Jetzt aber schnell in die Gänge kommen.
Biene wollte Futter und Isabella wollte zum Chiemsee.

Zurück im Kaufland besorgte Isi zwei Thermoskannen, für das Futter für "Schreihals" und  auf einem Sprung nach Hause , bereitete Isabella den Anhänger des Quad auf Eventualitäten vor.

So glücklich Isabella auch war, ein Lebenszeichen von Außerhalb erhalten zu haben, war trotzdem zu bedenken, daß nicht  alle Menschen gute Menschen waren.

Deswegen lagen nun auf dem Anhänger, eingehüllt in eine Wolldecke, sowohl eine Maschienenpistole als auch zwei Handgranaten. Am Lenkrad hing die praktische Steinschleuder und am Gürtel von Isabella hing neben der Pistole auch noch zusätzlich das Säckchen mit den 100 Stahlkugeln.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, dachte sich die Schwimmerin !
Biene schlief wie immer an Isabellas Brust, eingemummelt in den Kängurusitz und der Tank des Quad war voll.
Isabella hatte bei einem erneuten Bezinraubzug an der Tankstelle beim Kaufland, auch noch zusätzlich einen 10Liter Reservekanister mit Sprit erbeutet, welcher am Anhänger in der Ecke festgezurrt war.

Isabella fuhr seitlich der Autobahn in Richtung Frasdorf und  ließ von Unterwegs  nochmal an der Frasdorfer Feuerwehr die Sirene kurz aufheulen.
Diesmal gab es keine Antwort. Was war, wenn die Person  vom Chiemsee nun ebenfalls in Richtung Rosenheim unterwegs wäre ?

Ein bischen enttäuscht setzte sich Isabella auf das Motorgefährt und sauste weiter, in Richtung Prien.
Warum dachte Isi eigentlich, daß diese Person in Prien sein müsse ? 
Es gab ja unzählige Ortschaften mit Feuerwehrsirenen, rund herum in der ganzen Umgebung.

Aber dann wurde Isabella klar, warum es ausgerechnet Prien sein müsse?

Auch Isabella selbst wollte ja unbedingt nach Rosenheim, um Überlebende zu finden.
Die Wahrscheinlichkeit war eben größer, daß sich Menschen in Richtung Stadt bewegten.

Unterwegs, etwa auf der Höhe des McDonalds in Prien, begann Biene plötzlich ein gewaltiges Schreikonzert.
Oh, das war ungünstig.
Falls es Probleme geben könnte, währe ein ruhiges Baby an der Brust wesentlich hilfreicher als eine brüllende und kreischende Biene.

Deswegen, lag Biene jetzt auf dem kleinen Tisch, innen, neben dem Eingang des Fastfoodlokales und genoß es sichtlich, die Kuhstallähnlich duftende Windel loszuwerden und am Fläschchen nach köstlichem Futter zu saugen.

Und voller Freude brabbelte Biene vor sich hin, als Isabella etwas später die Feuerwehrstation in Prien betrat.
Niemand war im Gebäude und Niemand reagierte, als Isabella die Sirene von Prien aufheulen ließ.
Naja, Biene reagierte natürlich schon.
Ein lustiges Glucksen kam aus dem zahnlosen Mund dieses kleinen Begleiters, welcher Isabella auf Trab hielt und Isi Gesellschaft leistete.

Als Isabella kurz darauf das Gebäude verließ, als Isabella zum Quad ging und wieder in Richtung Rosenheim fahren wollte, ertönte eine Stimme von Irgendwo an der Ecke :"... ich habe ein Gewehr und  ich kann gut damit umgehen. "

Isabella blieb wie angewurzelt stehen und bewegte sich keinen Millimeter.

Allerdings liefen Tränen über Isi`s  Gesicht.
Und Biene gluckste fröhlich an Isabellas Brust herum.

Die Stimme gehörte einer Frau und Isabella wußte, daß nun Alles gut werden würde.

Etwas ängstlich antwortete Isabella :" ... ich komme aus Rosenheim und ich habe ein kleines Baby dabei. Bitte lege das Gewehr zur Seite. Wir haben nichts Böses im Sinn."

Isabella drehts sich vorsichtig um und stand plötzlich einer jungen Frau gegenüber.
" Hallo, ich bin Alexandra, du kannst aber auch Alexa zu mir sagen. "

10 Minuten später saßen Alexa und Biene, gemeinsam mit Isabella im Mcdonalds und genehmigten sich einen grossen Cappucino und jeweils einen Apfelkuchen aus der Auslage am Tresen.

Der Kuchen war als Einziges in der Kühltheke noch einige Zeit haltbar.

Sie erzählten sich gegenseitig, was das letzte Erlebnis war, bevor das grosse Schlafen begann .

Alexa war am Chiemsee beim Tauchtraining  und sowohl unter als auch über Wasser fielen Alle rundherum in den Schlaf.
Es ergab einfach keinen Sinn.
Der einzige erklärbare Grund, warum Isabella, Alexa und Biene wach waren, war ganz einfach Glück und Zufall.

Und als Isabella etwas lauter fragte : " Alexa, warum schlafen die Menschen alle ?"..., ertönte plötzlich aus dem Lautsprecher an der Wand eine blecherne Stimme :" Hallo, ich bin Alexa, dein Assistent für den Alltag. Die Menschen schlafen, weil der Befehl so lautete. "

Alexa und Isabella sahen sich entgeistert an.
Ja, natürlich schlief dieses spezielle Programm des Sprachassistenten nicht.
Alexa war Teil der künstlichen Intelligenz, welche den Menschen den Alltag erleichtern konnte.
Und Alexa wurde jetzt mit tausend Fragen bombadiert.

Letztendlich stellte sich heraus, daß scheinbar ein Kettenbrief im Internet für die Schlafhypnose verantwortlich sein könnte. 
Zumindest deutete Alexa, die Computerstimme, darauf hin.
Wer allerdings für diese gigantische Koordinierung des Ablaufes verantwortlich war, konnte auch Alexa nicht erklären. 

Aber Isabella, deren neue Begleiterin und Biene, sausten auf dem Quad zurück nach Rosenheim.

Alle Drei waren todmüde und in Isabellas Haus gab es genügend Platz, um sich für eine Weile hinzulegen.
Morgen planten die Drei nach München zu fahren. 
Wenn es in Prien eine Überlebende gab, würde sich in München sicherlich auch irgendwer finden.

Und in dieser Sekunde schrillte das automatische Alarmsystem am Handy, welches in der Küche auf der Anrichte lag.
Isabellas Telefon erhielt eine Nachricht..., ganz groß in roten Ziffern am Display aufleuchtend... : "Bitte rufen sie diese Telefonnummer an. "
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.02.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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