Sieben Uhr zehn beim Bäcker Müller in der Ottobrunner Straße.
Eine Schlange von Leuten wartet an der Theke. Ein ca. 14-jähriger, etwas
dicklicher Junge mit glänzenden schwarzen Locken ist dran.
Sicher kein Deutscher, denkt die Schlange. Er zahlt mit einem
größeren Geldschein. Die Bäckersfrau nörgelt, ob er es
nicht kleiner habe. Nein, habe er nicht. Er schaut auf die Straße, wo ein
großer Mercedes mit laufendem Motor steht. Am Steuer ein korpulenter Mann
mit öligen schwarzen Haaren. Kann der nicht seinen Motor ausmachen? Das
machen wir hier in Deutschland so.
Der Junge nimmt sein
Wechselgeld und die große Brötchentüte und geht. Ja, so sind
sie, diese Ausländer, von der Sozialhilfe leben und mit dicken Autos
rumfahren. Die ältere Dame vor mir in der Schlange erwartet meine
Zustimmung. Ich sage nichts, weil meine eigenen Gedanken schon ein bisschen in
die gleiche Richtung gedriftet waren, aber das will ich nicht zugeben.
Der Junge kommt wieder herein, die Geldscheine noch so in der Hand, wie
er sie entgegengenommen hatte. Er drängelt sich zur Theke vor, hält
der Bäckersfrau die Scheine hin und sagt: „Sie haben mir falsch
rausgegeben.“ Aha, denkt die ganze Schlange, der gute alte
Wechselgeldtrick! Zigeuner oder was? Aber nicht mit uns, wir stehen der
Bäckersfrau bei, und wenn wir den Lümmel eigenhändig
verprügeln müssen. Und den unsympathischen, fetten Vater draußen
in seinem stinkenden Auto gleich mit. Die sollen mal sehen, dass so was bei uns
hier nicht läuft.
„Was soll falsch sein?“ fragt
die Bäckersfrau.
Jetzt sind wir gespannt, wie er das anstellt.
Er wird sagen, er habe mit einem Hunderter bezahlt aber nur auf einen
Fünfziger Wechselgeld herausbekommen.
„Es war alles
korrekt“, behauptet ein großer Mann in weißem Overall,
„ich hab’s gesehen“. Er bekommt einen dankbaren Blick von der
Bäckersfrau.
Die ältere Dame vor mir schimpft:
„Hab ich mir doch gleich gedacht, dass das hier eine Betrügerbande
ist. Geben Sie ihm ja nichts, das ist ein abgekartetes Spiel, hab ich schon mal
im Kino gesehen.“
„Papermoon hieß der
Film“, denke ich, aber sage es nicht. Ich überlege, ob ich den Betrug
irgendwie verhindern kann. Die Polizei rufen? Den Burschen einfach festhalten.
„Sieh zu, dass Du Land gewinnst!“ brüllt ein
weiterer Mann aus der Schlange. Zustimmendes Gemurmel. Der Junge hält seine
Hand mit dem Geld unbeirrt der Bäckersfrau entgegen.
„Hast du nicht gehört? Verschwinde!“ Das war wieder der Mann
mit dem Overall. „Das könnt ihr in Rumänien machen oder in
Albanien, oder wo ihr herkommt, aber nicht hier bei uns, verstanden?“
Der Junge ignoriert ihn. Ziemlich abgebrüht, der Kleine, denke
ich noch, dann sagt er:
„Sie haben auf 100 Euro rausgegeben,
ich habe aber nur mit einem 50er bezahlt. Nehmen Sie bitte zurück.“
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.02.2026.
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Der Dämon und das Bauernmädchen | Erotischer Roman
von Doris E. M. Bulenda
»Ich werde ein Engerl für euch rufen. Das wird über euch wachen, wenn ihr beieinanderliegt. Und den Samen vom Hans in die Agnes pflanzen. Dann wird das hübsche Mädchen bald guter Hoffnung sein.« Mit einem Kind wollen das junge Bauernmädchen und ihr Geliebter ihre Heirat erzwingen. Aber die Beschwörung geht schief, ein dunkler Dämon erscheint und entführt Agnes in seine Welt. Doch statt Angst und Schrecken erfährt Agnes ein wildes Feuerwerk der Leidenschaft, denn ihr dämonischer Gebieter ist ein wahrer Meister des Liebesspiels. Mit dem festen Vorsatz, das Bauernmädchen für sich zu gewinnen, greift er zu allen Tricks der lustvollen Verführung, wobei ihm seine ausgeprägte dämonische Anatomie zugutekommt.
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