Fast jeden Tag laufe ich zu einem REWE, der etwa zwei Kilometer von unserer Wohnung entfernt ist. Dieser Markt verfügt über eine sehr große Vorhalle. In diesem Raum sind mindestens 100 Einkaufswagen sowie verschiedene Terminals untergebracht, in denen man z.B. Geld abheben kann.
Nach dem Einkauf stelle ich dort meinen Wagen wieder ab. Heute nehme ich dabei ganz ungewöhnliche Geräusche wahr. In sehr kurzen Abständen nacheinander höre ich das laute, ja fast schrille Krähen eines Hahns, das einem durch Mark und Bein geht. Es klingt so lebensecht, dass es unmöglich aus den Lautsprechern des Supermarkts kommen kann.
Das macht mich neugierig. In einer etwas versteckten Ecke der Halle kauert ein Mann auf dem eiskalten Fußboden. Er blickt in sein Smartphone hinein. Kann es sein, dass es sich um einen sehr originellen Klingelton handelt?
Ich nähere mich dem Mann und weiß gar nicht, ob er die gleiche Sprache spricht wie ich. Was er sagt, klingt irgendwie anders.
Dieses Geräusch kommt tatsächlich aus seinem Smartphone. Er skypt gerade mit seiner Freundin, die auf den Philippinen lebt. Dieser Hahn kräht also in einem Land, das sehr weit von uns entfernt ist. Dort werden Kampfhähne gezüchtet. Dieser Hahn hat eine äußerst mächtige Stimme, die alle anderen Geräusche übertönt.
Bald winkt mir die Philippina freundlich und lächelnd zu.
“Ich hatte schon gedacht, Sie hätten einen echten Hahn bei sich!” Das sage ich beim Abschied zu dem Mann, der am Boden sitzt und mit seiner Geliebten spricht.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.02.2026.
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Emotionale Welten
von Jürgen Skupniewski-Fernandez
In den Gedichten hat der Autor das lyrische "Ich" durch ein vorwiegendes lyrisches "Du" bzw. "Wir" ersetzt, was eine kollektive Nähe zum Geschehenen hervorruft.
Die sehr eindrücklichen Beschreibungen leben von den vielen Metaphern und Vergleichen.
Eine klare und leicht verständliche Sprache sowie wohlgeformte Reime ermöglichen dem Leser einen guten Zugang zu den Gedichten.
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