Fritz Lenders

Alleine 10

... Alexandra wusste sofort, was dies bedeutete.
Es handelte sich um dieses  sogenannte " Cell Broadcast Verfahren ", welches bei Hochwasser oder ähnlichen Katastrophen verwendet wurde.
Dabei wurde eine Meldung an standortbezogene Funkmasten versendet und von dort aus erreichte das Signal alle Handys in der Umgebung.
So wie eben auch Isabellas Handy.

Natürlich war dies der willkommene Anlass für Biene, um wieder herumzukrähen wie  eine zusätzliche Alarmanlage.
Alexa und Isabella wurde sofort klar, daß diese Meldung bedeutete, : hier gibt es lebende, wache Menschen."

Und in dieser Sekunde, als  Isabella diese Telefonnummer wählte, ertönte ein weiterer Gong in der Atmosphäre.
Wie eine leere Hauthülle fiel Alexa zu Boden.

Biene blickte interessiert zu Alexa und Isabella war sofort klar, daß sich die Zahl der Mitüberlebenden um einen grossen Prozentsatz verringert hatte.

Und wieder war Alles beim Alten.

Naja, nicht ganz.

Denn nun hatte Isabella immerhin 3 Erwachsene zu betreuen und Biene fühlte sich wie immer... pudelwohl.

 

Irgenwie kam sich Isabella vor wie eine afrikanische Dorfangehörige, welche die Babys sogar bei der Feldarbeit dabei hatten.

Für Biene war dies zumindest absolut kein Problem.

Biene hatte sichtlich Spaß dabei, als Assistentin für besondere Expeditionen zu fungieren.

 

Isabellas Handy verbreitete Lautlosigkeit im Gehörgang.

Vermutlich war der Initiator dieses " Cell Broadcast Verfahrens " ebenfalls friedlich schlummernd am Boden, neben seinem Handy.

Zumindest bekam Isabella keine Antwort, völlig egal wie laut und hysterisch Isi auch ins Handy brüllte.

 

Warum  war Isabella immun gegen Gongangriffe aus dem Weltall ?

Und warum zeigte auch Biene keine Regungen, wenn unheimliche Signale die Menschen schlafen schickte ?

 

Die Sonne scheinte durch das Küchenfenster herrein, als ob ein ganz normaler Sommertag die Menschen mit Sonne und sanften Temperaturen verwöhnen wollte. 

Biene lag auf dem Küchenboden, neben der Bauerneckbank, geschützt durch ein großes Kopfkissen. 

Die Sonne ließ Bienes Haare wie ein Seidengewebe  im Licht glänzen. 

Und durch Bienes Kopfhaut zog sich eine zarte, rosafarbene Linie quer vom Hinterkopf bis nach vorne zum rechten Ohr.

Isabella untersuchte Bienes Kopf und verstand , daß Biene scheinbar eine Kopfoperation hinter sich hatte.

Was wiederum die Erinnerung aufrief, wie Isabella damals,als Kind, bei einem schlimmen Autounfall mit dem Kopf gegen die Winschutzscheibe geknallt war und der Aufprall Isabellas Ohr fast abgerissen hatte und im Schädel ein beachtliches Loch hinterließ.

 

Isabella trug seitdem eine Stahlplatte im Kopf und das rechte Ohr war extrem beeinträchtigt.

Um gut hören zu können, hatte Isi eine Hörhilfe, welche üblicherweise im Innenohr verborgen war, 

Doch  im normalen Alltag war es für Isabella ohnehin nicht so unangenehm, etwas weniger  zu hören.

Isabella wunderte sich immer wieder, wieviel Blödsinn ein einzelner Mensch reden konnte.

Und wenn man dieses dumme Geschwafel mit 8 Milliarden  Menschen muliplizierte, kam schon einiges an dummen Sprüchen dabei heraus.

 

Isabella liebte diese beruhigende Stille in ihrem Kopf.

Und als Isi ganz vorsichtig an Bienes Kopf herumklopfte, um irgendwie zu erkunden, ob sich unter der Kopfhaut auch solch beschützendes Metall befand, begann  dieser energische, schreiende  Milchjunkie wieder mal  ein Konzert der Sonderklasse.

 

Jedenfalls bildete sich Isabella ein, dieses metallische klingen in Bienes Kopf wahrzunehmen.

Ob sich daraus ein Zusammenhang erkennen ließ ?

 

Immerhin waren im Moment Isi und Biene die Einzigen, welche nicht schliefen. 

Zumindest war es bei Biene sehr deutlich zu vernehmen, daß sich das Baby mehr für die Umwelt interessierte als für schlafen.

 

Alexandra lag nun  in Klaras Zimmer auf der Couch und wie auch bei Isabellas Familie, musste sich nun Alexandra mit einer Windelhose für Erwachsene zufrieden geben.

 

Biene und Isabella wollten einen kleinen Ausflug zum Mömax unternehmen. 

Biene brauchte einen Schlafplatz.

20 Minuten später schlich dieses räuberische Duo durch die Gänge des Möbelhauses  und  begutachten die Babywiegen und die Gitterbettchen.

 

Irgendwie bildete sich Isabella ein, daß Biene mit einer Wiege im Bauernstil liebäugelte.

Scheinbar hatte Biene ländlichen Möbelgeschmack.

 

Vorsichtshalber landete noch ein Kinderreisebett im Anhänger des Quad und einige komfortable, extraleichte Kinderzudecken.

Bei Babys war immer die Gefahr eines versehentlichen Erstickens präsent daher mussten sowohl Kopfkissen als auch Bettdecke sehr leicht sein.

 

Pünktlich zum Abendesen trafen die Beiden dann wieder im Kaufland ein.

Isabella hatte noch die zweite Thermoskanne mit Babybrei im Anhänger und zugleich wurde Isabella auch bewusst, daß eigentlich seit zwei Tagen kein normales Essen mehr auf dem Tisch..., auf irgendeinem Tisch stand.

 

Isabella inspizierte die Fleischtheke, ob sich eventuell etwas zum essen ergattern ließ.

 

2 Tage waren wohl kaum ein Problem für gebratenes Fleisch.

 

Und somit saß Isabella nun am Tisch, vor einem Teller mit Schweinebraten und gedüstetem Gemüse.

Biene lag  wie üblich Gegenüber.

Biene schlief zufrieden im neu geklauten Kindersitz.

 

Eigentlich währe es den Beiden angenehm gewesen, mitten im Kaufhaus, zwischen den anderen Schlafenden zu übernachten.

Aber Isi`s  Familie brauchte Körperpflege.

Und überhaupt...!

Mittlerweile roch es etwas streng im Kaufhaus...

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.02.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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