Hans K. Reiter

…über Dübel, Dichtung und digitale Dauererregung

(Anregung und Titel dieser Kurzgeschichte verdanke ich Egbert Schmitt, meinem langjährigen Weggefährten der Feder. Seine Ausführungen zu diesem Thema lege ich Ihnen besonders ans Herz.)

 

Wer kennt ihn nicht, den Reim:

Übel, übel,

sprach der Dübel

und verschwand

in der Wand.

 

Artur Fischer, so wird gesagt, hat ihn 1958 erfunden. Der berühmte Fischerdübel war geboren.

 

Eine Welt ohne ihn und seine Artgenossen ist nicht mehr vorstellbar. Dübeln hier und dübeln dort, über Grenzen hinweg finden täglich Millionen diezugedachte Bohrung in Stein, Holz und Beton.

 

Weil diese Dinger aus Kunststoff Allgemeingut geworden sind, übersehen wir ihre tiefere Bedeutung. 

 

Dabei liegt der Schluss so nahe: Ein Dübel ist die zur Materie gewordene Kraft des Geistes aus dem genialen Kopf des Entwicklers Artur Fischer. 

 

…bis hin zu Elon Musk, in dessen Trägerraketen Falcon 9 und Falcon Heavy (beide SpaceX) vermutlich zahlreiche Spezialdübel eingesetzt sind. 

 

Einstein und Fischer, wer wollte den Zusammenhang bestreiten? Ohne sie gäbe es die Raumfahrt nicht!

 

Ein streng gehütetes Geheimnis freilich ist das verwendete Dübelsortiment. Um etwaigen Sabotageakten vorzubeugen, darf es deshalb nicht gelüftet werden. 

 

Haften zwei Körper aneinander in der Weise, dass ihre äußeren Grenzen von Feuchtigkeit nicht mehr durchdrungen werden können, verrichten sehr oft Dübel einen wichtigen Dienst. Hierbei erhält der Begriff Dichtung eine völlig andere Bedeutung als bei dem eingangs gewählten Reim. 

 

In der Politik hört man oft den Spruch, da müsse noch ein dickes Brett gebohrt werden. Erkennbar ist dies nur sinnbildlich zu verstehen. Gemeint ist, es sei noch eine Menge Arbeit zu verrichten, bis schließlich alles in trockenen Tüchern sei. So jagt eine Metapher die nächste, bis am Ende völlig unverständliches Gebrabbel übrig bleibt und die Redner sich verabschieden mit einem gerne, sehr, sehr gerne. Die Zuhörer sind dann meist geplättet und froh, dieser Art von Dichtung endlich entrinnen zu können. 

 

In manchen Toiletten befindet sich oberhalb des Sitzes ein gedübelter Haken in der Wand, an dem vorgenannte Sprüche und Reden hängen zur Kurzweil des geneigten Toilettengängers. 

 

Schon in naher Zukunft wird dieses Relikt aus alten Tagen ersetzt sein durch ein Tablett der letzten Generation. Am selbigen Haken wohlgemerkt, denn dieser wird die Zeiten überdauern. 

 

Womit wir dorthin gelangt sind, was der Titel verspricht, nämlich zur digitalen Dauererregung. 

 

Verständlich ist der Wirrwarr zum einen, weil viel von Digitalem gesprochen wird. Von KI, Algorithmen und andern kaum zu begreifenden Wortergüssen. Und jene, von denen wir meinen, sie wüssten wovon sie sprechen, oftmals gerade die geringste Ahnung haben.

 

Und ein digitaler Artur Fischer ist nicht in Sicht. Es könnte auch eine Frau sein, sagen wir eine Clearance Fischer oder Fisher, je nach Belieben. Clearance bleibt und das bewusst! Eine Frau, das wärs! Sie, die den Olymp erklimmt, den digitalen Dübel erfindet und quasi unters Volk schmeißt.

 

Das wäre mehr als Bundespräsidentin! Mehr als AKK, ja sogar weit mehr als Frau Merkel!

 

Dr. Angela Dorothea Merkel würde die Laudatio halten und Clearance mit huldvoller Geste die Stufen empor schweben, wie Augenzeugen ergriffen berichten werden.

 

"Das ist er", ruft Clearance in den Saal und entrollt augenblicklich ein wahrlich echtes Pergament auf dem in großen Lettern steht…

Und Clearance sieht die verdutzten Gesichter mit ungläubigen Augen auf sich gerichtet und hebt an:

 

"Ja, liebe Freunde, Exzellenzen, Frau Bundespräsidentin und alle sonst, die ihr verwundert seid.
Der digitale Dübel ist gefunden und geschrieben, von mir persönlich als DER Algorithmus, der er ist. Die Zukunft liegt in diesen Schriftzeichen aus Bayern, weshalb es nicht von jedermann sofort gelesenen und verstanden werden kann. Präzise, denn so viel Zeit muss sein, aus der Gegend um Wackersdorf in der Oberpfalz.Den etwas Älteren ist Wackersdorf ein Begriff als Hort des Widerstandes. Widerstand gegen den Staat, den Freistaat Bayern und vornehmlich dessen damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauss. 
Nix ist‘s geworden mit der atomaren Wiederaufbereitung! Renommierte Unternehmenprägen stattdessen das Bild. Wo viel gedacht wird, fällt was ab! Und so ist entstanden, was Sie hier und heute auf diesem Pergament sehen: das digitale Ereignis, das unsere Welt in die Zukunft führen wird!

Lassen Sie mich zum Abschluss noch hervorheben: Ohne die Mitarbeit Veitshöchheims, dem wunderbaren Ort bei Würzburg und seinen grandiosen Denkern, was diese jährlich zur Fastnacht unter Beweis stellen, hätte es noch Jahre bis zum Durchbruch dauern können. 

Deshalb sei der Wahlspruch unsrer Zeit:

Ubi nix est, nix est!"

 

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