Fritz Lenders

Alleine 11

...  wie üblicherweise hing der kleine, menschliche Kartoffelsack schlafend an Isabellas Brust und bemerkte nicht mal, wie Isabella die Babywiege in Ihrem Zimmer aufbaute und Bienes Einzug im Einfamiliehaus  somit amtlich machte.
Biene verschlief sogar das wechseln  der Windeln und  blieb völlig gelassen im Reich der Träume.

Isabella überlegte sich, wovon Babys eigentlich träumen würden ?
Vermutlich betraf der Traum von Biene, die mütterliche Brust... und seit zwei Tagen träumte Biene sicherlich von Abenteuern auf dem Quad.
Oh ja, da gab es viel zu träumen.

Während Isabella die 3 Erwachsenen versorgte und Mama, Papa sowie Alexandra mit neuen Wndeln versorgte, beziehungsweise deren Körper dick mit Körperlotion eincremte, brauchte Klara, Isabellas Teenagerschwester wesentlich mehr Zuwendung.

Klaras  Lippen begannen aufzureissen und die Gesichtsfarbe der Schwester wechselte mittlerweile zu diesem  beängstigendem blass, eher schon fast weiß.

Isabella wusste intuitiv, daß Klara eine Infusion brauchte.
Für den Moment entschied sich Isabella aber für den Weg der enteralen Erährung mittels einer Magensonde, welche über die Nase gelegt wurde.

Zu einem anderen Zeitpunkt würde Isi sich zu einer Infusion heranwagen.
Jedenfalls brauchte Klara jetzt sofort Flüssigkeit.

Mit zittrigen Fingern tastete sich Isabella mit diesem Schlauch durch die Nase in Klaras Darmbereich heran. 
Mit einem Stossgebet an Maria, dort oben über den Wolken, bete Isabella, nicht in der Luftröhre gelandet zu sein.

Aber die Atmung der Schwester  klang gleichmässig ruhig.
Kein Rasseln oder Röcheln  war im Atemsysthem zu hören.

Isabella verabreichte Klara etwa einen halben Liter Trinkjoghurt aus dem Kühlschrank.
Klara liebte dieses Getränk und Isabella vermutete schon zu normalen Zeiten,  daß sich die Schwester  nur von Joghurt und Wasser ernährte.
Klara war ziemlich schlank.
Schlank und groß, so wie Isabella gerne gewesen wäre.
Klara hatte die Idealfigur einer Schwimmerin.

Allerdings liebte Klara das Turnen.

Bodenturnen und Hausrunning waren die erklärten Aktivitäten der kleinen Schwester.

Isi wunderte sich immer wieder über das vergeudete Potential von Klara.
 Im Triatlon wäre Klara mit Sicherheit sogar vor Isabella im Ziel.

Aber Klara liebte es mehr, sich der Gefahr im Houserunning auszusetzen , und sich sogar von Zeit zu Zeit eine Anzeige wegen Besitzstörung einzufangen, weil nicht alle Hausbesitzer erfreut waren, wenn fremde Eindringlinge auf den Dächern herumturnten.

Ja und nun lag Klara hier und war hilflos wie ein Baby.
Morgen würde sich Isabella Infusionen und Infusionsständer besorgen.

Isabella würde nicht zulassen, dass die Familie verdurstete.
Solange es Möglichkeiten gab, würde Isabella deren Bestes geben.

Ausserdem würde Isabella, Papas Sekretärin, die Comerzbankhure, ins Haus  transportieren.
Scheinbar war diese Frau für Papa wichtig gewesen und so würde es  Papa auch beim Aufwachen erleben.
Das energische, anschließende Gespräch würde zwar unerfreulich verlaufen, aber Papa würde sich in vertrauter Umgebung befinden.
Naja, mit einer Windelhose bekleidet würde Papa nicht unbedingt der fremdgängerische Galan sein.

Bei dem Gedanken musste Isabella plötzlich lächeln.
Oh ja, dies geschah Papa dann völlig zurecht.

Ausserdem würde Isbella das Enkaufscenter, das Kaufland, zu einer Krankenstation umwandeln.
Diese etwa 100 Menschen würde Isabella für die nächste Zeit am Leben erhalten.

Denn es war extrem wichtig, das Kaufland als Nahrungsquelle, als Warenlager zu erhalten.
Daher war es auch wichtig, daß sich Isabella mit den Schließvorrichtungen vertraut machte.

In näherer Zeit würden immer mehr Hunde und andere Tiere in der Gegend herumstreunen und zur eventuellen Gefahr werden.

Isabella musste ab jetzt taktisch vorgehen und sich für die Zukunft wappnen.

Es gab einiges an Arbeit,
Immerhin war Isabella jetzt Krankenpfleger, Hausmeister und Stadtpolizist in einer Person.

Und Isabella war der einsamste Mensch der Erde. Naja, gemeinsam mit Biene eben...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.02.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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