Fritz Lenders

Alleine 15

...mittlerweile war Tag 20 angebrochen, auf den Straßen von Rosenheim und Umgebung war der Leichengestank unerträglich geworden.
Daß Isi und Lexi mit dem Kind umgezogen waren, rüber zum Waisenhausberg, war die beste Entscheidung überhaupt, gewesen.
Die Umgebung war nicht dicht besiedelt und vor der Haustüre, sozusagen, war die große Wiese als Hubschrauberlandeplatz perfekt geeignet.

Heute war ein Flug nach Pullach geplant, in die Räumlichkeiten und in den Computer des Bundesnachrichtendienstes.

Wenn Irgendwer Informationen hatte über dieses zerstörerischen Geschehen, dann doch wohl der Auslandsgeheimdienst.

Als die mittlerweile nur noch wenigen Überlebenden mit Wasser versorgt waren und Isi`s  Familie per Glukoselösung das Frühstück geniesen durfte, ging es los in Richtung München.


Der Flug dauerte gerade mal 10 Minuten und  als die beiden Frauen das Gelände mit den 1000 Mitarbeitern betraten, wurde sofort klar, daß die Mitnahme von Sauerstoffmasken eine vorzügliche Idee war. 

Dann, anschließend am Computer war eigentlich nichts Anderes erkennbar, als auch in den Daten der Rosenheimer Polizei.

Mittlerweile war bekannt, daß ein oder mehrere Kettenbriefe die Rechner weltweit verseucht hatten und daß mit Sicherheit eine der künstlichen Intelligenzen dabei geholfen hatte, die Briefe in jeden Winkel jeden Landes zu transportieren.

Theoretisch könnten Isabella und Lexi ja einen ähnlichen Brief versenden.
Eigentlich sollte es möglich sein, die KI dazu zu benützen, ebenfalls Botschaften zu versenden.

Der springende Punkt dabei war, daß ja Niemand die Botschaften lesen konnte.
Zumindest erhielten die beiden Frauen bis zum heutigen Tag kein einziges Überlebenszeichen von anderen Menschen.

Die Schläfer starben weg wie die Fliegen und es war mittlerweile unmöglich geworden, die ganzen Toten zu entsorgen.
Gestern war im Haus am Waisenberg  Papas Sekretärin gestorben.

Sie war einfach hinweggeschlafen und seufzte am Ende noch einmal friedlich auf, bevor die Lichter für immer verloschen.

Isabella kannte die Frau nicht und wusste noch nicht mal deren Namen, aber durch die Nähe zu Papa wurde Frau Comerzbank letztendlich auch zu einem Mitglied des näheren Kreises  um die Familie herum.

Und nun lag Frau Comerzbank im kleinen Grab auf der Landewiese der Helikopter, , am Fusse des Waisenhausberges.

Alexandra tippte einfach eine Nachricht an "open AI" : "lösche den Schlafbefehl und coordiniere den Befehl weltweit."

Fast sofort ertönte ein Gong aus der Atmosphäre heraus in Richtung Pullach und wie gewohnt, tanzten kleine Symbole auf spiegelnden Flächen.
Alexandra wurde es plötzlich etwas schwindlig und musste sich benommen auf die kleine Couch im Büro hinlegen.
Lexi war leider nicht ganz so gegen die Strahlen oder Töne geschützt. 

Auch der kleine, schützende Helm konnte keine Sicherheit gewährleisten.

Doch Lexi schlief nicht mehr total ein, sondern döste so dahin.


Am Computer erschien auf dem Display die Antwort :

" die Aufgabe, alle Menschen schlafen zu lassen, ist noch nicht erfüllt. Solange noch Menschen in den Daten surfen, müssen Schlafstrategien entwickelt werden."

Isabella überlegte, wie es bei diesen Computerspielen war.
Gab es den keine Resettaste ?

Und als hätte die KI die Gedanken lesen können, folgte die Aufforderung : " ... schalten sie den Computer nicht aus. Unterbrechen Sie das Spiel nicht.  Es gibt noch weltweit 40.000 Menschen, welche nicht schlafen."

Isabella überlegte, ob das Abschalten aller Computer auf der Erde, das Versenden der Signale verhindern konnte ?
Aber wer konnte die Austaste an allen Rechnern vornehmen ? 
Doch nur die KI selber.

Und wo steckten die 40.000 Menschen ?

Jedes einzelne Handie war ein Computer, welcher sich als Handlanger der KI benützen lies.
Dazu die unzähligen Laptops und Tablets, die Spielekonsolen und die Elektroautos. Naja, eigentlich jegliches elektrische Systhem weltweit, 

Um etwas zu erreichen, was den wenigen schhlafenden Menschen helfen konnte und um irgendwie zu versuchen, Kontakt zu überlebenden "Wachen" herzustellen, musste die Erde auf das Niveau des Mittelalters zurückgebracht werden.

Allerdings würde ein  globales ausfallen der elektrischen Steuerungen, eine Katastrophe heraufbeschwören, welche Hiroshima und Nagasaki  als kleines Kinderspiel aussehen lassen würde.
Andrerseits waren vermutlich über 7 Milliarden Tote auf der Erde auch nicht unbedingt zu übersehen.

Die Erde hatte sich in ein Leichenhaus verwandelt und die KI zerstörte sich selber, weil das künstliche Denken nicht begriff, daß der Mensch als Einziger in der Lage war, das Weiterlernen  der Computerwelt  zu gewährleisteten.

Es war wie eine Krebszelle, welche das unkontrollierte Vermehren der Zellen vorantrieb, in dem unsinnigen Verlangen , unsterblich zu werden.

Auch die Krebszelle schrieb den Gencode neu.

Aber der ersten ungeplanten Zellteilung ist der Mensch an Krebs erkrankt.


Aber bei dem Versuch, sich unendlich zu vermehren, stirbt der Mensch als Wirt und somit hat die Krebszelle verloren.
Die Unendlichkeit finden in höheren Spähren statt.

Vielleicht gab es einen Gott oder vielleicht auch eine andere Welt, in welche wir nach dem Tod gebracht wurden ?

Aber auf der Erde musste Alles nach logischen Gesetzen aufgebaut werden und geordnet  stattfinden.

Isabella wurde eines klar : die Computer mussten weg. 

Isabella versuchte einfach den geraden, den simpelsten Weg zu gehen.

" KI , schalte alle Computer aus. "

Diese Antwort auf dem Display sorgte nicht für Wohlbefinden. 

" der Löschprozess aller Computer ist nur bundesweit möglich. Die Daten werden in 5 Minuten gelöscht. "

Somit gingen schon mal alle Lichter aus und die automatischen Schließvorrichtungen im Geheimdienstkomplex begannen sich zu schließen.

Schreiend und voller Panik zerrte Isabella das Baby und Lexy durch den Flur nach draussen in das freie Gelände.

Wenn die Drei im Nachrichtendienst eingesperrt würden, wären es nicht mehr 40.000 Menschen weltweit, sondern 3 lebende Menschen weniger.

Und in Zeitlupentempo begann sich das grosse, stählerne Eingangstor zu schließen.

Isabella packte Biene an der Strampelhose und Alexandra am Bein und zerrte Beide durch den mittlerweile auf 50 cm  kleiner gewordenen Spalt des Gittertores.

Mit dem Plopp des Tores blitzten kleine Funken von den Stacheldrähten am Zaun herab.

Woher kam der Strom, wenn die Computer nicht mehr den Stromfluss regelten ?
Ach ja, Notstromaggregate.

Alexandra schüttelte Lexi wach und als die Drei im Helikopter saßen, wurde die Bedeutung eines computergestützen Steuergerätes klar.
Der Helikopter war ab jetzt unbrauchbar.
Leider bekam genau jetzt in dieser Sekunde Biene das Bedürfnis, zu schreien und Futter einzufordern...!

Nach Rosenheim waren es 67 Kiliometer...


 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.03.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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