Klaus Mattes

Mattes Geistern 3 Der Tramp

 

1993, Anfang April - Mitte Juni

Der KM seit ein paar Wochen bekannte Timo Brot (ca. 1971-), ursprünglich aus Reuenthal-Muggentorf, zuletzt in Sulzbach wohnend, ein arbeits- und wohnsitzloser Trebegänger, nach eigener Aussage bisexuell, kommt für zwei Monate in KMs Wohnung unter.
 

Ihr Verhältnis gestaltet sich schwierig. TB schläft im gleichen Bett, nur seinen Slip an, verweigert allerdings jegliche Form von Sex. Er lebt auf Kosten von KM (nicht zuletzt wegen der vielen Zigaretten wird das schnell bedenklich). Angeblich werde er alles zurückzahlen, sobald seine „Stütze“ durch sei und ausgezahlt werde. TB bezeichnet sich als Satanisten; er hat auf seiner haarlosen Brust ein großes, äußerst amateurhaft tätowiertes umgedrehtes Kreuz. Er raucht viel, auch Pot, verträgt Alkohol jedoch ganz schlecht. TB lässt sich hängen, tut mehr oder weniger nie was, hilft im Haushalt nicht, ballert sich tagein, tagaus mit Death Metal von den zwei von ihm mitgebrachten Cassetten zu; Kopfhörer und Walkman sind von KM.
 

Die Wohnung will er zusammen mit KM nicht verlassen. Offenbar gibt es Leute, die ihn möglichst nicht an der Seite eines schwulen Mannes, zumal eines mehr als zehn Jahre älteren, sehen sollen. Im Pomeranzengarten, wo sie sich schon vor der ersten Einladung ein paar Mal über den Weg gelaufen waren, verkehrt er nachts weiterhin gelegentlich. Zum Einen agiert er dort als Stricher (solange KM nicht da ist), die Kundschaft allerdings durch Aggressivität und Unzugänglichkeit gleich wieder von sich stoßend, andererseits kann er, wenn er sich einen Tag lang außerhalb von dessen Wohnung aufgehalten hat, davon ausgehen, dass KM, ziemlich spät meist, sich im Park einfinden, ihn dann wieder „nach Hause“ mitnehmen wird. Einen Duplikatschlüssel überlässt KM ihm nie.
 

Uber seine Lebensgeschichte macht TB widersprüchliche Angaben. So behauptet er öfter, seine Eltern hätten ihn jahrelang gequält, mit der Hundeleine geschlagen, ganze Tage eingeschlossen, die um mehrere Jahre jüngeren Geschwister ihm vorgezogen. Nur seinen Hund habe er als Freund gehabt, darum hätten sie diesen vergiftet. Dann wieder heißt es, er habe da nie von dem leiblichen Eltern gesprochen. Seine beiden Erzeuger seien, als er noch klein war, bei einem Unfall auf der Autobahn ums Leben gekommen. Als nahe Verwandte hätten ihn danach diese Adoptiveltern „angenommen“, sich jedoch von ihm abgewandt, nachdem sie ihre eigenen Kinder bekommen hatten.
 

TB besitzt weder Schul- noch Ausbildungsabschluss. Er gibt an, schon vor Jahren habe er die Familie verlassen und diese, die immer wegsehe, wenn sie ihn irgendwo erspähe, wäre damit ganz zufrieden gewesen, sie hätten immerhin nichts mehr für ihn zahlen müssen. Stattdessen will er jahrelang in der Wohnung eines korpulenten und sich seinem Sechzigsten nähernden alleinstehenden Schwulen in Sulzbach gelebt haben. Das sei „die Bauernschelle“, ein ganz vulgärer, hinterhältiger, dem Alkohol verfallener Typ, den in der Stadt jeder Schwule kenne, zumindest jeder Junge, der ähnliche Schwierigkeiten durchmache wie er, denn die Bauernschelle mache sich nur an die Allerjüngsten heran, bringe sie in Abhängigkeit und beute sie sexuell gnadenlos aus. „Ich kann dir nicht sagen, was der alles mit mir gemacht hat, das Schwein!“ KM kann mit dieser Beschreibung keinen ihm bekannten Mann in Verbindung bringen.
 

Dagegen kennt er schon recht gut den letzten Fünfziger, bei dem TB ein paar Wochen im Winter untergetaucht war, diesen Fabrikler in Litterkrauch, bevor er im Frühjahr dann vollends auf der Straße landete. KM kennt den Metallarbeiter, weil er selbst im Park mehrfach von ihm angemacht worden ist, dann immer mit Bezug darauf, dass sie sich im Offenen Sonntagscafé der AIDS-Hilfe schon mal kennen gelernt und gut unterhalten hätten. Dieses hat der Mann nur einziges Mal aufgesucht, um auf diese Weise herauszubekommen, ob es ihn interessierende Schwule in der Schwulengruppe gibt. Es handelt sich um einen hoch gewachsenen Dürren mit grauem Haar und einem schmalen Bleistiftbärtchen über seiner Lippe. Er ist jetzt arbeitslos, TB sagt ihm ähnliche Alkoholprobleme wie der Bauernschelle nach, wohnt in der alten Familienwohnung in einem Haus, wo man ihn, so hat er KM im letzten Sommer erzählt, hasst und mobbt. Nachbarn hätten eine Sardinendose samt Öl auf den Fußabtreter vor seiner Wohnungstüre geworfen. Er ist, was bei Schwulen, die im Park Kontakte suchen, nicht groß auffällt, Kettenraucher, hatte KM sofort Zigaretten angeboten, als er ihn wiedererkannte und sich zu ihm setzte. Die Annäherungsversuche hatte KM ignoriert. In den letzten Monaten war er dem Grauen nicht mehr begegnet, was nun durch die Geschichte mit TB möglicherweise erklärt ist.
 

Mehr oder weniger parallel zur Wetterbesserung zwischen Anfang April und Anfang Juni und zum Anstieg der Temperaturen verschiebt sich zwischen ihnen die Konstellation. Anfangs hatte es ganze Tage durchgeregnet, war es nachts empfindlich kalt, die Chancen, überhaupt schwule Parkgänger zu treffen, die einen freihalten konnten, minimal. TB hat in Tiefgaragen und Ähnlichem geschlafen, über Schlafsack, Decken oder Vergleichbares offenbar nicht verfügend. Erst hat er nur die Kleider auf seinem Leib, darunter gute Marken-Turnschuhe und ein sauberes Sweatshirt, keine Jacke, dann tauchen noch zwei mit Musik, die KM kaum ertragen kann, bespielte Cassetten auf, die er immer wieder abspielt, allerdings abgedämpft, über den Kopfhörer und aus dem Walkman von KM. Diese Musik holt er von irgendwo ab, als er mit seinen Nachmittagsspaziergängen anfängt. Wo das ist, will er nicht verraten.

 

Er erzählt KM immer wieder, der sei ein wirklich guter Mensch. So etwas gäbe es eigentlich überhaupt nicht mehr. Mit Männern hat er nur schlechte Erfahrungen gemacht. Jetzt, im Frühling, bei ihm komme das immer wieder um diese Zeit, überkomme ihn ein starker Drang nach wildem, möglichst gefühllosem Sex mit Frauen. Allein schon diese Gedanken würden ihn aus dem Loch treiben und auf die Suche gehen lassen. Seiner sexuellen Anziehungskraft auf Frauen sei er sich durchaus bewusst. Ihm sei auch ziemlich egal, wie alt sie sind und wie sie aussehen, allerdings könne er eine seltsame Schwäche für Nutten und Schlampen bei sich feststellen. Die Frauen hätten entweder Angst vor ihm, weil er mit seinen Schlitzaugen und dem Hass, der aus seinem Inneren sprühe, wie ein Schläger wirke, obwohl er gar kein Schläger sei, vielmehr selbst oft genug geschlagen worden sei und vor vielen Sachen Angst habe, oder aber die Frauen würden in ihm etwas sehen, das sie bemuttern könnten. Daran hätte dann er kein Interesse, jedoch falle es nicht schwer, sie rumzukriegen. „Ich brauch jetzt mal was zu ficken!“ Wie eigentlich immer steigen mit den sich oft wiederholenden Selbsterklärungen seines Gastes gewaltige Zweifel in KM auf, jedoch respektiert er, dass TB sofort abblockt, wenn man nachzuhaken versucht oder seine „Wahrheiten“ bezweifelt. Der Gedanke, dass es bei vielen Ausflügen schlicht ums Auftreiben von Gras zum Rauchen geht, kommt ihm öfters. Jedoch konsumiert TB nie Drogen, wenn er bei ihm ist, und er gibt ihm zwar Zigarettenschachteln, aber nie Bargeld.
 

Mehrfach kündigt der junge Mann für den nächsten Vormittag einen Besuch im Arbeitsamt an, den er dann wieder verpasst. Seiner Ansicht, er würde dort „mein Geld“ für die letzten Wochen bar auf die Hand bekommen, wenn er vorstellig wird, widerspricht KM vehement und versucht ihm zu erklären, dass er vom Arbeitsamt sowieso nichts bekommt, weil er wohl Jahre nichts gearbeitet habe. Er muss zum Sozialamt. Dorthin will er nicht, weil das unter seiner Ehre ist. Immer wieder zieht er vor, die Uhrzeit fürs Arbeitsamt verstreichen zu lassen; das schließt um 12 Uhr. Und meistens sind sie da erst mit Frühstücken fertig, am Rauchen, nicht richtig angezogen. Das hängt allerdings auch am Gastgeber, der mittlerweile gewohnt ist, nicht von zwei Uhr nachts in sein Bett zu kommen, daher nicht vor zehn aufzustehen.
 

TB ist, von verschiedenen, dilettantisch ausgeführten Tattoos abgesehen, die normalerweise mehrheitlich nicht zu sehen sind, äußerlich überdurchschnittlich attraktiv. Eine kleine dunkle Schönheit. Vor allem ist er, was KM stark anzieht, noch ganz unerwachsen, ein ewiger Junge. Nicht nur dem ganzen Habitus des Halbstarken nach, sondern auch körperlich ein - angesichts seines Alters von 22 Jahren - fast unglaublich Adoleszenter, der zur Not auch für 16 durchginge. TB hat volles, nahezu schwarzes, von Natur gewelltes Haar, asiatisch wirkende, über deutlichen Wangenknochen schmal und dunkel glänzende Augen. Er kommt gut zurecht, wenn er sich nur alle zwei Wochen rasiert, hat daher oft ein paar dünne, dunkle Haare am Kinn, was KM gefällt. Arme, Beine, Rücken und Brust sind knabenhaft weich und geschmeidig. In der Zeit seiner Untätigkeit und geordneter Lebensführung hat er sich nicht nur mit zahlreichen Büchern über Dämonen, Schwarze Magie und Satanismus, sondern auch mit Muskelaufbau und Kampfsport beschäftigt, sodass er behaupten kann, die Kampfsportstudios der Stadt kenne er alle, die allermeisten seien in der Hand von Gaunern. Er ist zwar faul, klein, sanfthäutig, dabei aber durchaus muskulös und schlagkräftig. Mehrfach versucht er, KM, in Hinblick auf dessen Knochenbrecher-Erlebnis vom Ende Januar, Unterricht in Selbstverteidigung zu geben. Allerdings endet das schnell mit Zerrungen und Schmerzensschreien. Ansonsten hat KM in einem, ihn schon selbst erstaunenden Maß Vertrauen in die Gewaltlosigkeit seines psychisch höchst instabilen Bettgenossen.
 

Wenn er die Wohnung nicht verlässt, trägt er nie mehr als den schmalen Slip, in dem er auch schläft. KM wäscht ihm seine Sachen in der Waschmaschine vom Haus, dann zieht er sich jeweils ein paar eigentlich schon länger zu eng gewordene Sachen von KM an. Vor allem in der letzten Stunde des Tages, nach dem Essen, rauchend am Küchentisch, fasst ihn KM an und streichelt ihn, was er jedes Mal längere Zeit hinnimmt, bevor er ruft: „Hör doch jetzt mal auf!“ Anschließend im Bett, wenn das Licht aus ist und er schon wieder angefasst wird, rollt er sich seitlich zusammen und knurrt: „Lass mich schlafen! Ich muss jetzt schlafen.“ Jedoch erreicht der eine oder andere Griff auch den Penis. Dort ist er empfindlich und schämt sich. Seine Eichel ist von einigem Umfang, knollig, hat vorn aber keinen Ausgang. Vielmehr mündet die Harnröhre unterhalb, am Penisschaft, noch vor der Eichel (Hypospadie). Dass dieser Penis ganz steif würde oder gar eine Ejakulation, erlebt KM nie.
 

Streitereien kommen vielfach vor. Für beide sind ihre gemeinsamen acht Wochen eine Belastung. So trifft KM sich einmal mit dem ihm aus seinen Freiburger Jahren bekannten, einst der „Männergruppe ohne Namen“ angehörenden Bernhard Thoma in Stuttgart, weil dessen Freund ein Engagement als Chorsänger in einer Revue in einem Privattheater hat. Diesen Tag muss TB, trotz schönem Wetter, alleine in der Wohnung zubringen, weil KM ihm die Existenz eines Zweitschlüssels verschweigt. Als er mit dem letzten Zug, ein oder zwei Viertelstunden nach ein Uhr nachts, zurückkehrt, liegt der grantige TB im Bett und gibt keine Auskünfte, was passiert ist. Auf dem Herd steht eine Pfanne mit verbrannten Essensresten. Und auch mehrmaliger Einsatz des Saugstopfers kann den Abfluss des Küchenwaschbeckens nicht wieder durchgängig machen. KM, handwerklich immer schon wenig begabt, muss das Rohr abschrauben und tasten. Es findet sich ein mehrere Zentimeter messender Stopfen aus Bratfett. KM ist wütend, weil man ihn hat suchen und probieren lassen, statt gleich zu sagen, was los ist. Antwort: „Ich bringe allen nur Unglück.“
 

KM steht Ängste um TB aus, als dieser zwei Nächte lang nicht mehr auftaucht und nicht Bescheid gibt. Stattdessen ruft ihn alle paar Stunden ein anonymer Anrufer an und legt auf, wenn KM sich meldet. (Die Anrufernummer wird am Festnetzapparat nicht angezeigt.) Spät in der Nacht sagt er doch noch etwas. Die Stimme hört sich an wie durch ein Taschentuch, der sächsische Dialekt klingt schlecht imitiert. „Wissen Sie eigentlich, dass Sie das dümmste Arschloch sind, das rumläuft?“ KM weiß jetzt, wer das ist, nämlich der erwähnte Geschiedene in Litterkrauch, bei dem TB eine Zeitlang gewohnt hat. Im Papierkorb findet KM mehrere Versuche von TB, einen Vertrag mit dem Satan aufzusetzen und diesen mit Blut zu unterschreiben. Außerdem eine Kostenaufstellung. Da kommen zwei Friedhofskerzen vor und die Geldrückerstattung einer nicht besonders großen Summe an eine Frau (weiblicher Vorname). KM macht sich Sorgen. Er stellt sich vor, TB wolle sich nachts in einem Friedhof auf einem Grab töten. Am dritten Tag ist er aber wieder da. Allerdings ohne die zwei Musikcassetten, ohne den (teuren) Sony-Walkman und ohne den Pullover von KM, den er sich angezogen hatte. „Mach keinen Stress! Das zahl ich dir alles zurück, wenn ich das Geld hab, das mir zusteht!“ Er verweigert jede Auskunft, wo er sich aufgehalten hat, was er dort getan hat. Er wird nicht wieder hingehen, um diesen Walkman zu holen. Nein, er habe nicht angerufen. Er lacht, als er das vom Litterkraucher hört. (Seinen Telefonanschluss hatte KM in der Nacht abgehängt.)
 

Eine unerwartete Intimität und Zärtlichkeit stellt sich ein, allerdings auf einer hässlichen Grundlage. Schon länger hat der stundenlang halbnackt im Sessel versunkene, mit geschlossenen Augen seiner immergleichen Musik lauschende „Tagedieb“ (als solcher sehe ihn seine Familie) sich gekratzt und Verwünschungen geschleudert. Nun, nach mehreren Wochen, stellt sich heraus, dass er Filzläuse hat. Nicht erst seit Kurzem. Erst jetzt berichtet er, das Haus habe er vorher schon gekannt, denn schon vor ihrem ersten Treffen habe ein Netter aus dem Park ihn hierher mitgenommen; das war der Polizist von oben. (KM kennt ihn und seinen Lebenspartner, einen Lehrer, sie wohnen nicht mehr lange da.) Damals hätte es ihn gejuckt, dieser Polizist habe nachgeschaut und geraten, zum Hautarzt zu gehen. Sie hätten nichts gemacht. Filzläuse kennt KM, seit er damals (1990) beim Treffen der AIDS-Hilfen in Konstanz war, danach, abends auf dem Tanzschiff, einen kurzen, oberflächlichen Körperkontakt mit einem älteren Teenager hatte, den er am Wochenende danach wiedertreffen wollte. Als dann dieses Wiedersehen nicht stattfand, hatte er einen Sexkontakt mit einem Unbekannten auf der Toilette und von da wohl seine Filzläuse mitgenommen, gegen die man ihm die Tube Jacutin verschrieben hat, die immer noch nicht ganz verbraucht ist. Erstmals steigen sie zu zweit unter die Dusche, helfen einander beim Entfernen ihrer Haare im Geschlechtsbereich und unter den Achseln, cremen sich mit Jacutin ein.
 

Die Kleidung, Handtücher, Bettwäsche werden von KM mit Kochwaschgang in der allgemeinen Maschine im Keller gewaschen, anschließend maschinell gleich getrocknet. (Was zu dieser Zeit noch möglich ist. Später gibt zuerst der Trockner seinen Geist auf und wird nicht mehr ersetzt, Jahre danach ereilt die Waschmaschine dasselbe Schicksal. KM kann nur im Waschsalon noch waschen.) KM kommt glimpflich davon. Auf Anhieb scheinen alle Blutsauger vernichtet. Ihre Stiche spürt man nicht, sondern reagiert oft nach Wochen erst allergisch auf die Flüssigkeit, die sie ausscheiden. Dann allerdings haben sich winzig kleine Eier an verschiedenen Körperstellen bereits an Haare geklebt, das Kopfhaar ausgenommen; Kopfläuse sieht man eher, sie sind viel größer.
 

Wie die Sache bei TB weitergeht, wird KM nie erfahren. Am folgenden Wochenende, jetzt ist es schön und warm, taucht der Gast schon wieder unter, wird in der Nacht vergeblich erwartet, ruft nicht an, hatte er beim ersten Mal auch nicht gemacht. Als er in der Nacht zum Montag um 1.30 Uhr Sturm klingelt, lässt ihn KM draußen in der Nacht stehen. Er lässt ihn mehrmals klingeln und wartet, bis Ruhe einkehrt. TB verhält sich so, wie er es von ihm erwartet. Er würde jetzt zwar gerne zuschlagen, hat aber weder die Hartnäckigkeit, die Disziplin noch auch Bösartigkeit, um in gewissen Intervallen immer wieder zu kommen und ihn aus dem Schlaf zu schlecken oder vielleicht noch ein Geschrei zu machen, das die Nachbarn aufweckt. Am nächsten Nachmittag versucht er es zweimal noch zu verschiedenen Zeiten. Dazwischen mag er am Bahnhof gewesen sein, wo, nach seinen Angaben, immer ein bisschen was geht bezüglich Drogen und Strich, wo auch die billigen Bierkneipen sind, wo, hat er gesagt, ein paar von den Weibern abhängen, die er kennt. Den Park meidet KM erst einmal eine Weile und als er wieder hingeht, kommt der Stricher Timo dort nicht mehr vor.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.05.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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