Jürgen Schnaible

Der lange Weg

Entscheidungen 

Es ist eine schwierige Zeit, in der Ando lebt. Die Welt wird immer unsicherer und die Menschheit hat mit immer mehr Problemen zu kämpfen. Das wird ihm ständig von Neuem bewusst, wenn er von seiner Arbeit nach Hause kommt und sich über die aktuellen Nachrichten informiert. Er fragt sich dann jedes Mal, wie lange das wohl noch gut geht. 

Ando hat vor Kurzem sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik abgeschlossen und anschließend eine gute Anstellung bekommen. Da bekommt er eines Tages eine Nachricht. Es geht darin um eine Anfrage, ob er an einem längerfristigen Projekt teilnehmen möchte. Bei Interesse könne er sich melden, um mehr Informationen darüber zu bekommen. Ando ist etwas überrascht über diese Nachricht und weiß im ersten Moment nicht, was er davon halten soll. Ist diese Nachricht überhaupt ernst gemeint und warum bekommt ausgerechnet er diese Anfrage? Ando sieht sich das Schreiben noch ein paar Mal in Ruhe an und versucht herauszufinden, ob der Absender seriös ist. Doch so einfach kommt er nicht weiter. Nach langer Überlegung beschließt er auf die Nachricht zu antworten und bittet dabei um mehr Informationen. Ando ist gespannt, ob er wirklich eine Rückmeldung erhält. 

Am nächsten Tag erhält Ando dann tatsächlich eine erneute Nachricht, dass er unter 
der angegebenen Nummer einen Termin ausmachen solle, um ein Treffen zu vereinbaren. Dort wird er genauere Informationen bekommen. Also ruft Ando dort an und vereinbart ein Treffen. Ando hat sich für das Treffen daraufhin einen Tag freigenommen und ist gespannt, was ihn dort erwartet. 

Der Tag für das Treffen ist gekommen und Ando ist bereits unterwegs zu seinem Termin. Als er dort angekommen ist, trifft er sich mit einem Mann, der sich ganz schlicht mit Daniel vorstellt. Ando setzt sich zu ihm und Daniel beginnt zu erzählen. Zuerst bedankt er sich bei Ando für dessen Interesse und beschreibt anschließend in einfachen Worten, um was es bei diesem Projekt geht. Aldo hört dabei aufmerksam zu und ist zum Schluss dann doch völlig überrascht. Damit hat er nun wirklich nicht gerechnet. Es geht um eine Expedition zu einem fremden Planeten und die Reise dorthin kann bis zu zwanzig Jahre dauern. 

Ando braucht ein wenig Zeit, bis er diese Information realisiert hat. Doch Daniel erklärt ihm gleich, dass man versucht, die Reisezeit noch etwas zu verkürzen. Daraufhin möchte Ando noch mehr Informationen über das Ganze. Er möchte vor allem wissen, was an diesem Planeten so besonders sein soll, wenn man so lange dafür unterwegs sein würde. Daniel denkt noch kurz nach und erklärt Ando, dass dieser Planet sehr große Ähnlichkeit mit der Erde hätte und ihn deswegen näher erforschen wolle. Ando erwidert, dass das eine Sonde doch auch hätte erledigen können. Sofort antwortet Daniel wiederum, dass das bereits geschehen sei. Außerdem solle der Planet besiedelt werden. Deswegen sollen Menschen dorthin fliegen. Ando wird immer neugieriger und versucht so viel Informationen wie nur möglich in Erfahrung zu bringen. 

Nachdem Daniel das Wichtigste erwähnt hat, verabschieden sich die beiden. Ando will sich das Ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen und dann eine Entscheidung treffen. Zu Hause fragt er sich, warum er eigentlich für dieses Vorhaben gefragt wurde, obwohl es doch so viele andere Experten auf seinem Gebiet gibt. Vielleicht möchte auch niemand so lange unterwegs sein, denn dabei handelt es sich definitiv um eine Lebensaufgabe, denn sie werden die Erde möglicherweise nie mehr sehen. Und für ältere Fachleute würde es sowieso keinen Sinn machen. So denkt Ando den ganzen Abend noch darüber nach. Diese Aufgabe würde sein ganzen Leben für immer verändern. Wenn er erst einmal unterwegs ist, gibt es kein Zurück mehr. Er würde den größten Teil seines Lebens in einem Raumschiff verbringen und danach auf einem unbekannten Planeten. Doch will er das wirklich? Ist das nicht verrückt? 

Eine schlaflose Nacht hat Ando hinter sich und ist in seiner Entscheidung kein bisschen weiter gekommen. So geht er wieder wie gewohnt zur Arbeit. Als er nach Hause kommt, macht er sich erneut Gedanken. Er denkt über sein Leben überhaupt nach. Ist dieses Leben, das er gerade führt, die Erfüllung oder kommt da noch mehr? Viel wird sich wahrscheinlich nicht ändern, wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert. So etwas wie zum Beispiel die Möglichkeit, auf eine lange Reise zu gehen und die Erde für immer zu verlassen. Ando beschließt daraufhin erneut ein Treffen mit Daniel zu vereinbaren.  

Erneut sitzen sich Ando und Daniel  gegenüber und reden über die geplante Expedition. Ando weiß zwar nicht genau warum, doch er hat sich tatsächlich für diesen langen Flug entschieden. Ausschlaggebend waren die detaillierte Informationen über das ganze Projekt. Ando wird mit insgesamt zwanzig Leuten als Besatzung unterwegs sein. Jeder von ihnen hat ein Spezialgebiet für dass er hauptsächlich zuständig sein wird. Das Raumschiff wird so ausgestattet, dass man sich dort die ganze Reise über wohlfühlen wird. Die neueste und beste Technik wird dafür sorgen, dass es unterwegs an nichts mangeln wird. Und wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, wird die Besatzung eigentlich ein relativ angenehmes Leben führen können. Doch Ando ist sich über seine Hauptaufgabe auf dieser Expedition noch nicht im Klaren. Als er Daniel danach fragt, bekommt er eine überraschende Antwort. Er soll eigentlich nur dafür sorgen, dass die Expedition den Planeten erreicht. Dafür bekommt er übrigens Elina an seine Seite, um ihn dabei zu unterstützen. 

Für Ando wird somit ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnen. Doch zuvor muss er noch einige Eignungstest über sich ergehen lassen, bevor er auch wirklich für die lange Reise ausgewählt wird. Nachdem er alles absolviert hat und die Ergebnisse positiv ausgefallen sind, kann sich Ando definitiv auf seine neue Situation einstellen. So muss er seine alte Anstellung aufgeben und sich voll und ganz für den Flug vorbereiten. 

Es ist inzwischen einige Zeit vergangen. Ando trifft sich gerade das erste Mal mit dem Rest der neuen Mannschaft. Das sind also die Leute, mit denen er den Großteil seines weiteren Lebens verbringen wird. Alle haben sich dazu in einem Gebäude der Raumfahrtbehörde eingefunden, um sich näher kennenzulernen. Dort tritt Ando auch das erste Mal auf Elina, mit der er sich gleich gut versteht und ausführlich unterhält. Daniel, der das Ganze leitet, beobachtet ganz genau, wie das Verhalten untereinander ist. Schließlich müssen ja alle die ganze Zeit miteinander auskommen. Daniel scheint jedoch zufrieden mit seiner Auswahl und bittet einige Zeit später alle, ihm zu folgen. Dann gehen sie gemeinsam in eine Halle, in der ein großes Raumschiff für die Expedition bereitsteht. Es ist das erste Raumschiff dieser Art, dass speziell für diesen Flug gebaut wurde. Dort sieht die zukünftige Mannschaft das erste Mal ihr Raumschiff, mit dem sie lange Zeit unterwegs sein werden. Es werden dort zwanzig Leute viele Jahre zusammenleben müssen. Das wird für alle Beteiligten eine große physische und psychische Herausforderung. Deswegen ist man auch gewillt, ihnen das Leben im Raumschiff so angenehm wie möglich zu machen. 

Daniel zeigt der Mannschaft zunächst das neue Raumschiff von außen. Es ist wirklich riesig. Vor allem auf die völlig neuartigen Antriebe ist er mächtig Stolz. Sie sind in Modulbauweise hergestellt und können jederzeit relativ schnell und einfach ersetzt werden. Danach begibt er sich zum Eingang des Raumschiffes und bittet alle, ihm zu folgen. Er möchte es ihnen von innen zeigen, damit sie eine Vorstellung haben, wo sie in nächster Zeit leben werden. So gehen alle gemeinsam durch die ganzen Räumlichkeiten und Daniel erklärt dabei, um was es sich dabei handelt. Es sind zum einen natürlich die Unterkünfte für die Mannschaft und die Räume für die Technik. Dann für die Lebensmittel- und Wasserversorgung. Aber auch für die Entspannung und Freizeitgestaltung ist gesorgt. Und sogar ein Wasserbecken wurde eingebaut, dass bei Bedarf verschlossen werden kann, damit das Wasser im Becken bleibt oder man pumpt es einfach kurzfristig in einen großen Tank zurück. Davon ist Ando besonders angetan. 

Nachdem die Besichtigung zu Ende ist und alle das Raumschiff wieder verlassen haben, fragt Daniel in die Runde, ob es noch irgendwelche Verbesserungsvorschläge oder zusätzliche Wünsche bei der Gestaltung geben würde. Da es bis zum Start noch etwas dauern würde, könnte man noch leichte Veränderungen vornehmen. Im Moment scheinen allerdings alle zufrieden zu sein. Vielleicht muss man sich das Ganze auch erst einmal durch den Kopf gehen lassen. Dann geht es wieder zurück ins Gebäude, von dem sie kamen. Dort unterhält man sich noch ein wenig, vor allem über das gerade besichtigte Raumschiff, bevor jeder wieder seines Weges geht.

Der Starttermin rückt immer näher und Ando steckt mitten in den Vorbereitungen. Er bekommt noch einige Schulungen, vor allem über das gesamte Raumschiff und dessen Funktionsweise und das Überleben in einer fremden Umgebung. Zum Schluss der Vorbereitungen wird jeder der Expeditionsteilnehmer noch einmal gründlich untersucht und bekommt spezielle Medikamente verabreicht, die bestimmten Krankheiten vorbeugen sollen. Ando muss sich jetzt allmählich von seinem alten Leben auf der Erde verabschieden. Es stehen zwar Leute zur Verfügung, die sich weiterhin um die Belange der Mannschaft auf der Erde kümmern, falls etwas geklärt oder erledigt werden muss, doch Ando will so viel wie möglich vorab selber erledigen, so lange er noch hier ist. 


Expeditionsbeginn

Es ist soweit. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen und die komplette Mannschaft hat sich vor dem Raumschiff versammelt. Jeder hat sich bereits vorher von seinen wichtigsten Leuten verabschiedet. So etwas ist natürlich nicht einfach, da man viele davon wahrscheinlich nie mehr sehen wird. Doch die Entscheidung für diesen Flug ist eben gravierend. 

So steht nun die Besatzung vor ihrem Raumschiff, dass für lange Zeit ihr Zuhause sein wird. Es gibt für die Mannschaft noch eine kleine Verabschiedung von Daniel und anderen wichtigen Personen, die an diesem Projekt großen Anteil haben. Dann begibt sich die Mannschaft ins Raumschiff und jeder nimmt seinen vorgesehenen Platz für den Start ein. Kurze Zeit später kommt auch schon die Startfreigabe und das große Raumschiff hebt ab. 

Das Raumschiff durchquert zügig die Atmosphäre und erreicht relativ schnell den freien Raum. Von dort aus nimmt es Kurs auf das programmierte Ziel. Es beschleunigt dabei kontinuierlich und durchquert das hiesige Sonnensystem. 

Die Besatzung trifft sich kurz im Gemeinschaftsraum und alle blicken sich wortlos gegenseitig an. Jeder von ihnen weiß, dass es ab jetzt kein Zurück mehr gibt. Es wird dann noch ein wenig zurückhaltend geplaudert, bevor jeder das erste Mal an seine Aufgabe geht, für die er hier zuständig ist. Ando wendet sich Elina zu und begibt sich mit ihr ins Cockpit zu den beiden Piloten. Diese haben eigentlich vorerst mehr Überwachungsaufgaben, da der Flug bis zum Ziel weitgehend automatisch erfolgt. Nur bei Zwischenfällen, Störungen oder anderen außerordentlichen Situationen müssen sie eingreifen. So setzen sich Ando und Elina eine Weile dazu und beobachten, wie sie langsam das Sonnensystem verlassen. 

Das Raumschiff hat bereits das Sonnensystem verlassen und befindet sich nun bereits weit draußen im All. Ando und Elina gehen gemeinsam durch das gesamte Raumschiff, um zu sehen, ob auch alles in Ordnung ist. Dabei treffen sie natürlich jeweils auf die anderen Besatzungsmitglieder und unterhalten sich mit ihnen über ihre Aufgabe. So wollen die beiden einen Überblick über den gesamten Ablauf hier bekommen. 

Es ist Zeit für das erste gemeinsame Essen. Alle Besatzungsmitglieder haben sich im Gemeinschaftsraum zusammengefunden und reden während des Essens über den ersten Tag im All. Es ist für alle Beteiligten eine ungewohnte Situation, woran man sich natürlich erst noch gewöhnen muss. Doch wird mit der Zeit auch hier der Alltag einkehren und ein einigermaßen geregeltes Leben stattfinden. 

Da das Raumschiff im Moment völlig autonom fliegt und jede Unregelmäßigkeit sofort gemeldet wird, kann die Mannschaft sich etwas Zeit nehmen, um etwas gemeinsam zu unternehmen. Sei es mit Unterhaltung, Spiele oder anderen Freizeitbeschäftigungen, es dürfte für jeden etwas dabei sein. Es wurde ja auch jeder zuvor gefragt, mit was er sich in seiner Freizeit gerne beschäftigt. So schaut sich auch Ando erst einmal alles an Möglichkeiten an, um einen Überblick zu bekommen. Doch hat er am ersten Tag überhaupt keine Lust, sich irgendwie mit seiner eigenen Freizeitgestaltung zu beschäftigen. Er setzt sich lieber in den Gemeinschaftsraum, der so durchdacht platziert ist, dass man von da aus einen Rundumblick nach draußen hat. 

Kurze Zeit später kommt Elina vorbei und sieht Ando, wie er in Gedanken versunken nach draußen blickt. Sie setzt sich zu ihm und schaut ihn an. Sie fragt ihn, über was er gerade nachdenken würde. Er dreht sich zu ihr um und fragt zurück, ob sie genau wüsste, was die eigentliche Mission dieser Reise sei. Sie antwortet erstaunt über die Frage, dass die Aufgabe doch die nähere Erforschung des Planeten sei, den sie gerade anfliegen. Ando wiederum glaubt nicht, dass das die ganze Wahrheit sei. Soll man wirklich dort nur kurz vorbeischauen, um zu wissen, ob er besiedelt werden kann, um dann wieder zurückzukehren? Schließlich hätte eine Sonde den Planeten schon besucht. Wenn man doch genug Daten für eine Besiedlung besitzen würde, hätte man gleich eine Mannschaft mit Ausrüstung dafür zusammenstellen können. Und reichen überhaupt die Ressourcen für die ganze Reise? Elina fängt an nachzudenken. Irgendein Teil an der Geschichte scheint möglicherweise zu fehlen.

Ando geht das erste Mal schlafen. Eine ungewöhnliche Situation in einem Raumschiff, in dem es keinen Tag und keine Nacht gibt. So muss er eben selber versuchen, seinen Rhythmus zu finden. Da liegt er also in seinem Bett und stellt sich vor, wie lange diese Reise noch dauern soll. Es ist für ihn momentan noch eine unglaublich lange Zeit. Was wird in all den Jahren noch alles passieren? Doch jetzt hat das Ganze ja erst begonnen und er sollte sich nicht so viele Gedanken darüber machen, sondern erst einmal abwarten, was kommt. 


Vier Jahre unterwegs

Es sind inzwischen vier Jahre vergangen und der Flug verläuft bisher ohne besondere Vorkommnisse. Alle haben sich inzwischen in die Mannschaft integriert und kommen gut miteinander zurecht. Das Raumschiff funktioniert erstaunlich zuverlässig, sodass eine gewisse Sicherheit den Alltag erträglicher macht. Auch sind die Vorräte noch im grünen Bereich und die Lebenserhaltungssysteme funktionieren zufriedenstellend. Ando befindet sich gerade zur Entspannung im Wasserbecken, dass er gerne immer wieder aufsucht. Hier fühlt er sich wohl und kann sich frei bewegen. So lässt er sich ab und zu auf der Wasseroberfläche treiben, so wie das Raumschiff durch das Weltall treibt. Dabei schaltet er ab und lässt seinen Gedanken freien Lauf. 

Gerade kommt eine Nachricht von der Erde, dass die neuen Triebwerke bald eintreffen müssten. Die ganze Mannschaft freut sich über die gute Nachricht und fängt auch gleich an, Ausschau nach diesen zu halten. Diese Triebwerke sind eine Weiterentwicklung der alten Triebwerke. Durch den technischen Fortschritt erhält man automatisch immer bessere und leistungsfähigere Triebwerke. So hat man sich dazu entschlossen, die Triebwerke mit neuem Energievorrat dem Raumschiff hinterherzuschicken. Diese sind mit einem autonomen Steuersystem ausgestattet, um das Raumschiff auf Kurs zu halten. Da die neuen Triebwerke viel schneller als die alten sind und keine zusätzliche Masse bewegen müssen, werden sie das Raumschiff irgendwann eingeholt haben. Wenn sie sich dann in der Nähe des Raumschiffes befinden, werden sie mit einem Ortungsgerät hingeleitet. Durch die Modulbauweise werden dann die alten Triebwerke abgekoppelt und die neuen angekoppelt. So kann das Raumschiff mit den neuen Triebwerken und neuem Energievorrat weiterfliegen. Durch die schnelleren Triebwerke wird die Mannschaft ihr Ziel dann voraussichtlich auch früher erreichen, worüber sicherlich jeder froh sein wird. 

Es ist soweit. Das Raumschiff meldet, dass sich ein Objekt von hinten rasch nähert. Sofort begeben sich alle in den Gemeinschaftsraum, um nach draußen zu blicken. Tatsächlich sind in einiger Entfernung blinkende Lichter zu erkennen. Es scheinen die neuen Triebwerke zu sein, die sich stetig nähern. Als sie das Raumschiff erreicht haben, verringern diese die Geschwindigkeit und passen sie dem Raumschiff an. Jetzt beginnt das eigentliche Manöver und jeder schaut gespannt nach draußen, was da gerade passiert. Die alten Triebwerke schalten sich aus und koppeln sich vom Raumschiff ab. Als diese weit genug weg sind, bringen sich die neuen Triebwerke in Position und koppeln sich an. Kurze Zeit später beginnen diese langsam zu beschleunigen. Nach einer Weile schieben sie das Raumschiff weiter durch das All, allerdings mit deutlich höherer Geschwindigkeit. Die Mannschaft freut sich ungemein über das geglückte Manöver und natürlich über die hoffentlich nun kürzere Reisezeit. 

Ando hat ausgerechnet, dass die Reisezeit dank der neuen Triebwerke auf sechzehn Jahre sinken müsste. Immer noch eine lang Zeit, allerdings besser als zwanzig. Er teilt das Ergebnis beim gemeinsamen Essen der Mannschaft mit, um die Stimmung ein wenig anzuheben. Aber schon bald hat der Alltag wieder Einzug gehalten und alles ist wie zuvor, als ob nichts passiert wäre. 

Doch schon kurze Zeit später wird das erste Mal ein Mitglied der Mannschaft ernsthaft krank. Die beiden Ärzte kümmern sich natürlich bestmöglich um diese Person, doch sie können nicht erkennen, woran diese erkrankt ist. Natürlich tun sie ihr bestes, doch der Zustand des Patienten wird einfach nicht besser. Dann geht alles sehr schnell und der Patient stirbt innerhalb kürzester Zeit, ohne dass die Ärzte ihm wirklich helfen konnten. Die Mannschaft ist sichtlich erschüttert über den unerwarteten Verlust und macht sich ernsthaft Gedanken. Woran starb das Mitglied in so kurzer Zeit? Ist es eine ansteckende Krankheit, dann sind alle Besatzungsmitglieder in Gefahr. Doch solange niemand weiß, woran es wirklich verstorben ist, bleibt nur die Ungewissheit. Auf jeden Fall kippt zum ersten Mal die Stimmung auf dem Raumschiff erheblich. 

Die Ärzte nehmen eine Obduktion des Toten vor, um hoffentlich eine Antwort für dessen Tod zu finden. Doch sie können einfach nicht finden, was die eigentliche Ursache sein könnte. Es gibt einfach keinen Hinweis auf die plötzlich aufgetretene Krankheit. So bleibt die Unsicherheit unter der Mannschaft, da sie nicht weiß, wie sie sich nun verhalten soll. Sind irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich? Und wenn ja, welche? Die lockere Stimmung ist dahin und jeder beobachtet jeden, ob dieser Anzeichen einer Erkrankung hat. Solange der Fall nicht geklärt ist, wird sich da in absehbarer Zeit auch nichts ändern. 

Langsam kehrt wieder einigermaßen Normalität ein, als die nächste schlechte Nachricht kommt. Wieder eine Person, die plötzlich erkrankt ist. Diese hat die gleichen Symptome wie die zuvor Verstorbene und jeder hat Angst, sie auch noch zu verlieren. Die beiden Ärzte versuchen alles um ihr zu helfen und wollen das Wissen von den Untersuchungen der zuvor verstorbenen Person mit einbringen. Sie wollen außerdem unbedingt wissen, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Personen besteht. Ist es die gleiche Ursache, dann hat die Besatzung ein Problem. Und so kommt es, dass auch dieses Mitglied kurze Zeit später ihrer Krankheit erliegt. 

Die Stimmung auf dem Raumschiff ist auf dem Nullpunkt und jeder fragt sich jetzt, wer wohl der Nächste sein mag. Die Ärzte haben immer noch keinen schlüssigen Hinweis auf die Ursache, wollen aber dranbleiben und versuchen herauszufinden, was die beiden Verstorbenen gemeinsam hatten. Sie nehmen sich sogleich die Untersuchungsergebnisse vor, um diese miteinander zu vergleichen. 

In der Zwischenzeit versammelt sich die gesamte Mannschaft im Gemeinschaftsraum und redet über die derzeitige Situation. Sie beraten darüber, wie sie sich jetzt vorsichtshalber verhalten sollen. Doch wie sollen sie sich vor etwas schützen wollen, dass sie nicht kennen. Sie können nur hoffen, dass die Ärzte etwas herausfinden. Diese haben zwar schon viele Nachforschungen gemacht, sind allerdings noch zu keinem schlüssigen Ergebnis gekommen. Es gibt zwar bereits einige Vermutungen, doch mehr auch nicht. 

Wieder ist etwas Zeit vergangen, als plötzlich das nächste Mitglied krank wird. Die Besatzung kann es nicht fassen und fragt sich natürlich, was hier los ist. Wieder die gleichen Symptome wie die beiden Erkrankten zuvor. Erneut suchen die Ärzte angestrengt nach Parallelen, um endlich mehr in Erfahrung zu bringen. So scheinen sich langsam ihre Vermutungen zu festigen. Die Blutwerte änderten sich bei allen Patienten plötzlich so extrem, dass dies zwangsläufig zum Tod führen muss. Es bleibt nur noch die Frage, woher diese rasche Änderung der Blutwerte kommt. 

Inzwischen ist auch der dritte Patient verstorben. Angestrengt suchen die beiden Ärzte nach der Ursache, welche die Blutwerte so schnell und so extrem beeinflussen. Dazu haben sie sich entschlossen, der übrigen Besatzung ebenfalls Blut abzunehmen und alle Proben miteinander zu vergleichen. Nach der Auswertung müssen sie feststellen, dass diese Proben alle völlig in Ordnung sind und keine Krankheitssymptome aufweisen. Da es die beiden Ärzte somit im Moment auch nicht weiter bringt, beschließen sie, alle drei Tage eine Blutprobe von jedem zu nehmen. Sie erhoffen sich dadurch, rechtzeitig die Entstehung der Krankheit zu erkennen. 

Unterdessen kontrollieren die Techniker das gesamte Lebenserhaltungssystem, ob es dort irgendwelche Probleme gibt. Auch die aufgezeichneten Messwerte der jüngeren Vergangenheit werden akribisch kontrolliert, doch sie können keine Unregelmäßigkeiten erkennen. Auch die Lebensmittel werden genauer untersucht, ob das die Ursache sein könnte. Doch auch hier ist nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Diese unbekannte Krankheit bleibt ein Mysterium. 

Einige Zeit später kommt das, was jeder sowieso schon befürchtet hat. Bei einem Besatzungsmitglied ist nach einer Blutprobe ein schlechtes Blutbild festgestellt worden. Wie schon zuvor bricht bei der Person kurz danach die Krankheit aus. Es gab auch hier keine Vorzeichen für eine Erkrankung. Auch hier geht alles sehr schnell und die Ärzte versuchen dieses Mal mit bestimmten Medikamenten die Krankheit zu bekämpfen. Was auch immer sie jedoch versuchen, sie können dem Patienten einfach nicht helfen. 

Alle sind am Boden zerstört und sehen eigentlich keinen großen Sinn mehr an der Mission. So wie es im Moment aussieht, wird sowieso niemand am Ziel ankommen, geschweige denn zurück zur Erde fliegen. Auch Ando fragt sich, ob das Ganze hier überhaupt noch einen Sinn macht. Er könnte ja selber der Nächste sein, den es erwischt. Wiese sterben plötzlich diese Leute einer nach dem anderen? Nie zwei gleichzeitig, sondern immer erst nach einer gewissen Zeit.

Ando schaut sich die Liste der Besatzungsmitglieder an. Es waren am Anfang zwanzig Stück, von denen im Moment noch sechzehn übrig sind. Die Mannschaft wurde am Anfang so zusammengestellt, dass jeweils zwei Personen für das gleiche Fachgebiet spezialisiert sind. Als Ando dann die Personen auf der Liste nach ihrem Fachgebiet sortiert, fällt ihm etwas auf. Es sind bereits keine zwei Personen mit demselben Fachgebiet verstorben. Kann das Zufall sein? Ando denkt nach, möchte aber nicht glauben, was er da gerade vermutet. 

Wie schon befürchtet, gibt es einige Zeit später den nächsten Patienten. Das gleiche Spiel wie zuvor. Aber auch dieses Mal sind die Ärzte machtlos. Und es passt in das Schema, das Ando schon vermutet hat. So verdichten sich die Hinweise darauf, dass ein System hinter der ganzen Sache stecken könnte. Doch wie kann das sein? 

Ando hat sich entschlossen, trotz aller Bedenken seinerseits, die Mannschaft über seine Vermutung zu informieren. Beim gemeinsamen Essen treffen sich alle übrig geblieben Besatzungsmitglieder wie gewohnt im Gemeinschaftsraum. Ando wartet erst ab, bis alle gegessen haben, bevor er das Thema anspricht. Dann beginnt er der Mannschaft von seiner Entdeckung zu erzählen. Natürlich sei es kein Beweis für seine Theorie, dennoch ein auffälliger Hinweis. Doch erst die Zukunft würde zeigen, ob sich seine Theorie bestätigt. 

Alle schauen sich an und versuchen zu verstehen, was das genau bedeuten würde. Die Personen, von denen der fachliche Kollege bereits verstorben ist, könnten dann ja eigentlich vorerst sicher sein. Während bei denjenigen, die noch zu zweit sind, die Gefahr besteht, dass einer von ihnen der Nächste sein wird, der erkrankt. Das wäre im Moment einer von den zehn Personen, welche es als Nächstes treffen könnte. Wenn sich das tatsächlich bestätigen sollte, ist auch klar, dass dies kein Zufall wäre, sondern geplant. Doch wer oder was würde dann hinter der ganzen Sache stecken? Dieser Gedanke stellt natürlich alles infrage, was diese Expedition betrifft. 

Ando befindet sich wieder im Schwimmbecken, wo er sich gerne in seiner Freizeit aufhält und versucht, für kurze Zeit die verwirrende Realität hinter sich zu lassen. Viele nutzen die Freizeit, um abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen. Im Moment ist die Situation eben so, dass jeder mehr oder weniger damit rechnen muss, der Nächste zu sein. Einige fangen bereits an, es zu bereuen, dass sie sich darauf eingelassen haben und fangen langsam an, ihre Aufgabe auf dem Raumschiff nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Das wiederum hat den scheinbar widersprüchlichen Effekt, dass durch diese unbekümmerte Haltung die Stimmung nicht mehr ganz so kalt ist. Jeder macht zwar noch seine Aufgaben, doch alles ist viel lockerer geworden, da in Gedanken keiner mehr etwas zu verlieren hat. Jeder lebt sein Leben, als gäbe es kein Morgen.

Erneut ist einige Zeit verstrichen und vier weitere Besatzungsmitglieder sind nacheinander erkrankt und danach verstorben. Ando hat anhand der Personenliste eine weitere Bestätigung seiner Vermutung bekommen. Die Verstorbenen passen genau in sein vermutetes Schema. Nur ein Paar ist jetzt noch übrig, und zwar sind das Elina und er selber. 

Für alle steht eigentlich fest, dass Ando oder Elina das nächste Opfer dieses sonderbaren Spiels sein werden. So richten sich die Augen der restlichen Besatzung auffällig auf die beiden, um frühzeitig zu erkennen, wer der Nächste ist. Doch die Zeit vergeht und der letzte Vorfall ist inzwischen schon einige Zeit her. Eigentlich hätte es schon das nächste Opfer geben müssen, doch es passiert nichts. Je mehr Zeit vergeht, ohne dass jemand erkrankt, desto nachdenklicher wird die Mannschaft. Jeder fragt sich, ob das Ganze vielleicht endlich zum Stillstand gekommen ist und der Rest der Mannschaft diese Krankheit nicht mehr bekommen wird. Mit jedem Tag, der vergeht, ohne dass einer plötzlich erkrankt, wird die Vermutung immer wahrscheinlicher. So fängt langsam der eine oder andere sich wieder an zu fragen, ob das Ganze vielleicht doch nur ein Zufall war. Jedoch sind die Fakten doch ziemlich auffällig. Warum ist dann gerade jetzt Schluss? 

Wieder ist etwas Zeit vergangen, ohne weitere Opfer zu beklagen. Als Ando sich gerade wieder im Schwimmbecken aufhält, bemerkt er das erste Mal so richtig, dass es insgesamt merklich ruhiger im Raumschiff geworden ist, seitdem fast die halbe Mannschaft fehlt. Vorher war hier im Becken und an den anderen Freizeiteinrichtungen deutlich mehr los. Außerdem bemerkt er unter der Besatzung eine etwas misstrauische Stimmung. Elina und er werden öfters etwas argwöhnisch angeschaut. Er vermutet, dass es damit zu tun hat, dass sie die einzigen mit demselben Fachgebiet sind, die von der Krankheit verschont geblieben sind. Womöglich wird sogar vermutet, dass sie etwas mit der Sache zu tun hätten. Ando kann es sogar verstehen, dass die anderen so denken, denn die Fakten lassen dies natürlich vermuten. Doch wie soll er beweisen, dass er nichts damit zu tun hat? Er kann es einfach nicht. 


Acht Jahre unterwegs

Es hat sich nichts Großartiges verändert in der Zwischenzeit und es gab keine besonderen Vorkommnisse, die nicht behoben werden konnten. Außerdem ist wieder einigermaßen der Alltag eingekehrt, obwohl der Verlust der neun Besatzungsmitglieder noch immer ein Rätsel darstellt. Das Misstrauen der restlichen Mannschaft gegenüber Elina und Ando hat sich inzwischen weitgehend gelegt. 

Ando hat sich mal wieder ins Schwimmbecken zurückgezogen. Früher war hier mehr los, doch seit sich die Mannschaft fast halbiert hat, ist er oft ganz alleine hier. Nur manchmal kommt zufällig jemand vorbei und gesellt sich zu ihm. Wenn er sich im Wasser befindet und dabei nach draußen schaut, ist er immer wieder fasziniert von diesem Eindruck. Er fliegt in einer Art kleinen Oase durch einen für ihn unbekannten Raum, wo er nicht weiß, was sich da draußen befindet. Er stellt sich immer noch die Frage, ob das eine kluge Entscheidung war, auf diese lange und gefährliche Reise zu gehen. Doch dafür ist es zu spät. Es geht nur noch nach vorne.

Die Mannschaft hat bereits die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht und man kann schon deutlich die Monotonie des Alltags in den Gesichtern erkennen. Es gibt eben doch nicht die Abwechslung in diesem stark begrenzten Raumschiff. So versucht jeder auf seine eigene Art und Weise, das Beste aus diesem relativ einsamen Leben zu machen. 

Plötzlich kommt erneut eine Nachricht von der Erde, dass demnächst wieder neue Triebwerke eintreffen werden. Endlich eine erfreuliche Nachricht für die Besatzung, die auch für etwas Abwechslung sorgen wird. So dauert es auch nicht lange, als die Sensoren die heranfliegenden Triebwerke melden. Die gesamte Mannschaft ist natürlich wieder bei diesem Ereignis dabei. Alle haben sich erneut im Gemeinschaftsraum getroffen, um den Wechsel der Triebwerke zu beobachten. Auch dieses Mal läuft alles reibungslos, sodass die Reise mit verbesserten Triebwerken weitergehen kann. 

Auch dieses Mal ist eine erneute Leistungssteigerung deutlich zu erkennen. Ando nimmt die neuen Daten und errechnet die restliche Reisezeit neu. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass wahrscheinlich die Reisezeit auf zwölf Jahre verkürzt wird. Somit hätten sie ganze acht Jahre gespart, was wirklich enorm wäre. Sie hätten also zwei Drittel der Zeit bereits hinter sich. Diese Meldung will Ando der Mannschaft natürlich nicht lange vorenthalten und präsentiert sie beim nächsten gemeinsamen Essen im Gemeinschaftsraum. Jeder ist natürlich überglücklich über diese frohe Botschaft und lässt die Stimmung zumindest kurzfristig anheben.

Doch schon einige Zeit später passiert etwas, was eigentlich keiner mehr vermutet hätte. Es gibt einen neuen Krankheitsfall mit all den bekannten Symptomen wie bei den Patienten zuvor. Die Stimmung ist schon wieder auf dem Nullpunkt und das Rätseln beginnt von Neuem.

Der übrig gebliebene Arzt hat sich in der Vergangenheit weiterhin intensiv mit der mysteriösen Krankheit beschäftigt, ohne jedoch ein geeignetes Gegenmittel vorweisen zu können. Er hat dennoch herausgefunden, woher diese plötzlich auftretende Infektion kommt. Im Blut befindet sich ein verschwindend kleiner Anteil einer fremden Substanz, die kaum festzustellen ist. Er vermutet, dass diese Substanz nach einer gewissen Zeit sich zu einem hoch aggressiven Virus entwickelt, der letztendlich zum Tod führt. Es bleibt nur noch die Frage, woher diese Substanz kommt, die jedes Besatzungsmitglied in seinem Blut hat. Aber auch dafür hat er schon eine Vermutung, die erneut alles infrage stellt. Er hat die vage Befürchtung, dass ihnen diese Substanz mit den Medikamenten verabreicht wurden, die sie noch kurz vor dem Start bekamen. Vermutlich ist die Dosis davon abhängig, wann die Krankheit ausbricht. Dann würde somit in jedem Teilnehmer dieser Expedition eine Zeitbombe ticken. 

Der Arzt teilt Ando seine Theorie mit und bespricht mit ihm, ob man die Mannschaft darüber informieren soll. Natürlich wird dann eine gewisse Panik ausbrechen, die jedoch nicht viel an dieser schon extrem angespannten Lage ändern wird. Wieder rechnet jeder damit, der Nächste zu sein. Vielleicht könnte der Arzt anhand Untersuchungen die Anteile dieser Substanz in jedem Einzelnen feststellen und daraufhin vorhersagen, wer wahrscheinlich das nächste Opfer sein wird. Doch ist das wirklich sinnvoll? Wohl kaum. Vielleicht sollte man das Spiel einfach laufen lassen. Aufhalten kann man es scheinbar sowieso nicht. Wer es überlebt, wird dann den Sinn möglicherweise erkennen. 

Beim nächsten gemeinsamen Essen trägt der Arzt seine Theorie der versammelten Mannschaft vor. Zuerst herrscht blankes Entsetzen, danach großes Schweigen. Dann ist das Ganze wahrscheinlich doch von langer Hand vorbereitet. Wer denkt sich nur so was aus? Und warum? Das macht doch keinen Sinn!

Die pure Lustlosigkeit herrscht auf dem Raumschiff. Jeder wird voraussichtlich früher oder später krank werden und keiner kann was dagegen tun. Zumindest ist der Verdacht vom Tisch, dass Elina und Ando etwas damit zu tun haben könnten, da sich diese fremde Substanz auch in ihrem Blut befindet. So wartet jeder nur noch darauf, wer der Nächste sein wird. 

Der neue Patient ist inzwischen verstorben und die verbliebene Mannschaft muss sich jetzt auch noch um dessen Aufgabe kümmern. Allerdings wird sowieso nur noch das Notwendigste erledigt, was angesichts der neuen Erkenntnisse auch verständlich ist. So vergeht die Zeit in einer Art Monotonie, die beinahe schon unerträglich ist. Jeden Tag bekommt man die bedrückte Stimmung zu spüren, die allgegenwärtig ist. Ando fragt sich, wie das noch weitergehen soll. 

Es sind ein paar Monate vergangen und es gibt den nächsten Kranken. Für alle war es nur eine Frage der Zeit, dennoch sind alle betroffen darüber. Es stellt sich nur die Frage, wen es als Nächsten trifft und wann. Und so war wieder ein Besatzungsmitglied diesem perfiden Spiel zum Opfer gefallen. 

Ando lässt sich wieder einmal im Schwimmbecken treiben und wartet auf Elina, mit der er sich dort verabredet hat. Er möchte sich mit ihr noch einmal in Ruhe unter vier Augen unterhalten. Als diese eintrifft, gesellt sie sich auch sofort zu ihm. Da sie gerade allein sind, können sie in Ruhe reden. Ando fragt Elina auch gleich direkt, was sie wirklich von dieser ganzen Sache hält, die sich hier abspielt. Wie sollen sie einen fremden Planeten erkunden und besiedeln, wenn einer nach dem anderen krank wird und stirbt? Sofort erklärt sie ihm, dass sie ja auch nicht mehr weiß als alle anderen. Sie gesteht, dass sie sich natürlich auch darüber Gedanken macht und versucht, ihr eigenes Bild davon zu machen. Da es im Moment so aussieht, dass das Ganze so geplant wurde, müsste für sie auch ein ausgeklügelter Plan dahinter stecken. Da keiner den Plan kennt, stellt die Situation natürlich eine enorme psychische Belastung für alle dar. Elina hat auch das Gefühl, dass ihnen vor dem Flug nicht die ganze Wahrheit über diese Mission gesagt wurde. Sie vermutet jedenfalls, dass nicht alle am Ziel ankommen werden, sondern nur bestimmte Personen. Wenn keiner überleben würde, wäre das Ganze ja schließlich sinnlos. Deswegen vermutet sie eher, dass am Zielort irgendwas oder irgendwer auf irgendjemand wartet. 

Ando und Elina verbringen noch einige Zeit im Wasser, bevor sie zum gemeinsamen Essen gehen. Beim Essen macht sich Ando weiterhin seine Gedanken. Er versteht immer noch nicht, warum Leute sterben müssen, obwohl sie sich freiwillig für diese Mission gemeldet haben und ausgebildet wurden. Eigentlich müsste man ihnen dankbar dafür sein, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Für ihn macht der Ablauf der ganzen Sache noch immer keinen Sinn. 

Als wieder ein paar Monate vergangen sind, wird der nächste Krankheitsfall gemeldet. Jeder hat sowieso schon irgendwie damit gerechnet. Der Arzt hat bereits kapituliert, da jede Maßnahme, diese Krankheit zu bekämpfen, fehlgeschlagen ist. Im Moment stellt sich hauptsächlich die Frage, ob oder wer noch übrig sein wird, wenn dieses böse Spiel endlich aufhört. So ist aus der ehemaligen verantwortungsbewussten Mannschaft ein Haufen von Individuen geworden, die größtenteils aufgehört hat, an die Zukunft zu denken. So versucht jeder sein perspektivloses Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Das funktioniert jedoch nicht immer so einfach wie gewollt, da mit schwindender Mannschaft auch mehr Aufgaben übernommen werden müssen. Allerdings wird sowieso nur noch das Nötigste getan. 


Elf Jahre unterwegs

Es sind bereits elf Jahre vergangen, als das achtzehnte Besatzungsmitglied an der Krankheit stirbt. Nur noch Ando und Elina sind von der ganzen Mannschaft noch übrig geblieben. Liegt es an ihrer Sonderstellung, dass nur noch sie übrig sind? Das war jedoch für sie so nicht abzusehen. Außerdem haben noch ein ganzes Jahr vor sich, bevor sie ihr Ziel erreichen. Werden sie das alleine überhaupt schaffen? Wird einer von ihnen das Ziel je erreichen? 

Ando hat sich etwas Zeit genommen, um im Schwimmbecken ein wenig Abwechslung zu finden. Im Moment ist er ganz allein, da Elina gerade anderweitig beschäftigt ist. Es herrscht eine gespenstische Ruhe überall. Diese wurde mit der Zeit immer unheimlicher, je weniger Leute sich auf dem Raumschiff aufhielten. Die ganze Situation ist für Ando inzwischen so surreal geworden, dass er sich ab und zu fragt, ob das hier gerade wirklich passiert. Er fliegt jahrelang durch den Weltraum, mit einem Raumschiff, das langsam, aber sicher seine Besatzung verliert. Und das Interessante dabei ist, dass das Ganze ziemlich sicher von vornherein geplant war. 

Plötzlich hört er ein Geräusch. Es ist Elina, die gerade vorbeikommt. In dieser ungewöhnlichen Stille wird man schnell hellhörig. Da vergisst man schnell, dass sich außer ihm doch noch jemand auf dem Raumschiff befindet. Und da sie nur zu zweit sind, nennen sie bereits ihr Raumschiff ihren Freund. Auf ihn müssen sie sich jetzt verlassen, um vielleicht doch noch das Ziel zu erreichen. 

Ando und Elina haben sich in letzter Zeit verändert. Sie sind nachdenklicher geworden nach all den Ereignissen, die sie auf der langen Reise erlebten. Vor allem bleibt die Frage, warum so viele unterwegs sterben mussten. Ando beginnt damit Information zu sammeln, um vielleicht doch noch eine Erklärung zu finden. Hätten die Ressourcen mit der vollständigen Mannschaft womöglich nicht für die ganze Reise gelangt? Hatte man die Besatzung deswegen Stück für Stück verkleinert? Penibel rechnet Ando das ganze Szenario nach. Was wäre, wenn alle Besatzungsmitglieder die Reise überstanden hätten? 

Es hat zwar einige Zeit in Anspruch genommen, doch Ando kommt zu einem ersten Ergebnis. Wenn alles wie geplant abgelaufen wäre, hätten die Vorräte bis zum Eintreffen am Zielort reichen müssen. Also muss die Dezimierung der Mannschaft einen anderen Grund haben. Es stand von Anfang an fest, dass nicht alle ankommen werden, auch wenn die Möglichkeit bestanden hätte. Der Flug wurde vermutlich deswegen für zwanzig Personen ausgelegt, damit niemand Verdacht schöpft. Wenn die Expedition nicht für den langen Flug ausgelegt wäre, hätte das bestimmt schon längst irgendjemand bemerkt. So hat niemand Verdacht schöpfen können, dass hier etwas nicht stimmt. 

Ando informiert Elina über seine Ergebnisse. Sie hatte schon etwas in diese Richtung vermutet. Es sollte alles normal aussehen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.Doch den Sinn des Ganzen haben sie damit immer noch nicht erkannt. Auf jeden Fall kann deswegen das Ziel der Reise niemals die Besiedlung des Planeten gewesen sein. Sie müssen einfach abwarten, was als Nächstes passiert. Wer wird das Ziel erreichen und was wird denjenigen dort erwarten? 


Zwölf Jahre unterwegs 

Ando und Elina sind überraschenderweise immer noch am Leben. Sie sind ihrem Ziel bereits sehr nahe und müssten es bald erreicht haben, wenn die Berechnungen stimmen. Wenn sie Zeit haben, setzen sie sich öfters mal ins Cockpit und richten ihren Blick nach vorn. Sie versuchen zu erkennen, worauf das Raumschiff gerade zusteuert. Beide sind bereits aufgeregt und wollen nach dieser sehr langen Reise endlich ankommen. Raus aus dem Raumschiff und etwas anderes sehen und erleben. Es wird wirklich Zeit. 

Ando und Elina sind gerade am Schlafen, als sie von einem aufdringlichen Signalton geweckt werden. Überrascht und voller Aufregung begeben sich die beiden sofort ins Cockpit, um nachzusehen, um was für eine Meldung es sich dabei handelt. Auf der Anzeige steht nur, dass der Peilsender geortet wurde und das Ziel erreicht ist. Sprachlos und noch völlig überrascht von der Nachricht, schauen sich die beiden an. Dann richten sie ihren Blick nach vorne. Dort irgendwo befindet sich ihre neue Heimat. 

Gespannt nehmen sie auf den Pilotensitzen Platz und beobachten die Umgebung vor ihnen. Das Raumschiff beginnt indessen langsam seine Geschwindigkeit zu verringern. Das bedeutet, dass sie ihrem Ziel rasch näher kommen und es nicht mehr weit weg sein kann. Nach einer Weile erkennen sie in einiger Entfernung ein Sonnensystem, auf das sie geradewegs zu fliegen. Sollte sich dort der gesuchte Planet befinden? 

Die beiden letzten Besatzungsmitglieder haben es sich im Cockpit bequem gemacht und schauen erwartungsvoll nach vorne. Beide fragen sich, was da wohl auf sie zukommen wird. Noch ist das Ziel nicht genau auszumachen, obwohl das Raumschiff langsam immer weiter in das Sonnensystem, das sich vor ihnen befindet, eintaucht. Ando und Elina konzentrieren sich nur noch auf die bevorstehende Ankunft und sind dabei sichtbar aufgeregt. Neugierig warten sie, bis irgendwann das Ziel vor ihnen erscheint. 

Es sieht so aus, als ob sie ihr Ziel erreicht haben. Das Raumschiff fliegt relativ langsam auf einen bestimmten Planeten dieses Sonnensystems zu. Als sie ihn erreicht haben, schauen sich ihn die beiden genau an. Er ist auf jeden Fall kleiner als die Erde. Gespannt blicken sie vom Cockpit aus nach draußen, um versuchen so viel wie möglich zu erkennen. Es fällt ihnen dabei relativ schnell auf, dass der Planet von allen Seiten beleuchtet wird. Ein Zustand, der vermutlich durch die drei Sonnen verursacht wird, die sich dort befinden. Diese sind von ihrer Konstellation so um den Planeten angeordnet, dass auf diesem immer und überall Tag zu herrschen scheint. Jedoch scheinen sie nicht so stark zu sein, um den Planeten zu überhitzen, denn die Oberfläche des Planeten scheint dicht mit Vegetation überzogen zu sein. So wäre zu erwarten, dort ein gleichbleibend gutes Klima vorzufinden. Außerdem erkennen sie keinerlei künstliche Objekte um den Planeten, wie zum Beispiel Satelliten oder Raumschiffe. Kein Anzeichen von höherer Technologie im ersten Moment zu erkennen. 

Das Raumschiff nähert sich dem Planeten und taucht schließlich in dessen Atmosphäre ein. Danach fliegt es im Tiefflug über dessen Oberfläche. Da die Steuerung sich noch im Automatikmodus befindet, vermuten die beiden, dass wahrscheinlich der Peilsender gerade angesteuert wird. So lassen sie sich vom Raumschiff an ihr endgültiges Ziel bringen und beobachten dabei so intensiv wie möglich die Umgebung. Sie versuchen dabei Anzeichen von Zivilisation oder andere Auffälligkeiten zu entdecken. Doch von da oben und mit dieser Geschwindigkeit sind kaum Einzelheiten zu erkennen. Nur besonders große oder auffällige Dinge könnte man bestenfalls erkennen. Und die reichhaltige Pflanzenwelt macht das Beobachten auch nicht leichter. 

Einige Zeit später verringert das Raumschiff merklich seine Geschwindigkeit. Ando und Elina blicken konzentriert nach vorne, ob sie etwas Interessantes erkennen können. Das Raumschiff wird immer langsamer, bis es plötzlich stehen bleibt. Es scheint sich von selbst einen geeigneten Landeplatz im direkten Umkreis zu suchen. Als eine geeignete Stelle gefunden ist, setzt das Raumschiff zur Landung an. Als es auf dem Boden aufsetzt, ist Ando und Elina klar, dass sie nun endgültig angekommen sind. 

Die beiden blicken gespannt nach draußen und erkennen im ersten Augenblick eine wunderschöne, natürliche Pflanzenwelt. Sie beobachten eine Zeit lang die gesamte Umgebung, doch können sie nicht mehr entdecken. Währenddessen hat der Computer die Daten über die Umweltbedingungen auf dem Planeten zusammengestellt. Elina und Aldo schauen sich die Ergebnisse genau an. Die Atmosphäre besteht erstaunlicherweise aus hundert Prozent Sauerstoff und das Klima scheint recht angenehm zu sein. Außerdem hat der Planet aufgrund seiner Größe eine geringere Schwerkraft als die Erde. Auch alle weiteren Daten sprechen dafür, dass man das Raumschiff ohne weitere Schutzausrüstung verlassen könnte. Ando und Elina machen sich sogleich zum Ausstieg bereit. Sie haben sowieso keine andere Möglichkeit. Im Raumschiff können sie nicht ihr Leben lang bleiben und zurück zur Erde können sie auch nicht, da keine Ressourcen für einen Rückflug vorhanden sind. Sie haben nur eine Wahl und die ist da draußen. 

Ando und Elina begeben sich in die Schleuse. Dort werfen sich die beiden noch kurz einen Blick zu und öffnen dann das Tor nach draußen. Sofort verspüren die zwei die völlig neue Atmosphäre, die natürlich frische Luft und die wärmende Sonne mit ihrem ebenfalls natürlichen Licht. Außerdem riechen sie den Duft der reichhaltigen und vielfältigen Pflanzenwelt. Wie lange haben sie das nicht mehr erleben dürfen. 

Nachdem sie sich kurz an die neuen Bedingungen gewöhnt haben, verlassen beide das Raumschiff. Sie haben das erste Mal seit zwölf Jahren wieder festen Boden unter den Füßen. Es ist für sie ein ungewöhnliches Gefühl nach so einer langen Zeit und müssen sich erst wieder an die neuen Bedingungen gewöhnen. So bleiben sie noch kurz vor dem Raumschiff stehen und sehen sich um. Die Augen müssen sich jedoch erst noch ein wenig an das neue Licht gewöhnen. Doch man erkennt sofort die große Vielfalt an fremdartigen Pflanzen, die hier zu finden sind. 

Die beiden entfernen sich langsam von ihrem Raumschiff, um die ersten Pflanzen genauer zu betrachten. Von einigen Pflanzen nehmen sie Proben, um sie später genauer zu untersuchen. Vielleicht kann man ja einige davon essen, was natürlich enorm wichtig wäre, um hier zu überleben. Doch zuvor wollen sich die beiden noch etwas umsehen. Dabei entfernen sie sich vorerst nicht weit weg vom Raumschiff, um sich im Notfall schnell zurückziehen zu können. Sie befinden sich ja schließlich in einer für sie vollkommen fremden Welt und müssen weiterhin auf alles gefasst sein. Doch bis jetzt ist es sehr ruhig und noch immer ist kein Anzeichen zu erkennen, dass dieser Planet bewohnt ist. 

Ando und Elina gehen nach einer Weile zurück zum Raumschiff. Hier wollen sie die mitgebrachten Pflanzen untersuchen und weiterhin die Umgebung beobachten. Vielleicht hat da draußen jemand das Raumschiff landen sehen und ist gerade auf dem Weg hierher. Doch nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist immer noch niemand zu sehen. Die Pflanzen sind tatsächlich größtenteils essbar, was eine wichtige Voraussetzung für das Überleben hier ist. Doch bevor sie das Raumschiff wieder verlassen, wollen sie erst noch ein wenig abwarten. So setzen sich die beiden noch eine Weile ins Cockpit und blicken nach draußen. Dafür waren sie jetzt also zwölf Jahre unterwegs. 

Beide hatten sich abwechselnd noch ein wenig hingelegt und machen sich nun für den nächsten Ausstieg bereit. Da sich in der Zwischenzeit draußen immer noch nichts getan hat, wollen die zwei sich die Gegend etwas genauer anschauen. Also begeben sie sich nach draußen, sehen sich noch einmal genauer um und entfernen sich langsam von ihrem Raumschiff. Damit sie auch wieder sicher zurückfinden, hat jeder von ihnen einen Empfänger dabei. Damit können sie ein Signal, dass vom Raumschiff ausgesendet wird, anpeilen. 

So entfernen sich Ando und Elina immer weiter vom Landeplatz und bestaunen die unterschiedlichsten fremden Pflanzen. Ab und zu kreuzt der eine oder andere Wasserlauf ihren Weg, der die beiden mit frischem Wasser versorgt. Natürlich hatten sie es zuvor untersucht, bevor sie das erste Mal davon tranken. So schlagen sie sich durch diese fremde Welt, um doch noch etwas Interessantes zu entdecken. Doch nirgends ist auch nur ansatzweise ein Zeichen von intelligentem Leben zu erkennen. Keine Bewohner, nicht einmal irgendwelche Tiere sind irgendwo zu sehen. So schlagen die zwei einen größeren Kreis um das Raumschiff, um diese Gegend abzusuchen. Es muss doch bestimmt einen Grund haben, dass sie genau hier gelandet sind. Oder wurde der Peilsender einfach irgendwo platziert, nur um den Planeten als Ganzes zu finden? Zumindest scheint es ihnen hier zum Überleben an nichts zu fehlen. So können sie Stück für Stück in aller Ruhe die Umgebung erkunden. 

Nachdem die beiden zum Raumschiff zurückgekehrt sind, ruhen sie sich erst einmal aus und genießen das neue Essen, das ihnen die Natur bereitstellt. Dabei kommt die alte Frage auf, warum so viele Leute unterwegs sterben mussten, wenn es hier doch alles im Überfluss gibt. Durch die Sonden war man sich doch eigentlich relativ sicher darüber, sonst hätte man diese Mission doch niemals gestartet. Und natürlich die Frage, warum ausgerechnet sie zwei diese Reise überlebt haben. Noch immer ist der Sinn des Ganzen nicht zu erkennen. Doch vielleicht gibt es eine Antwort darauf, aber diese müssten sie erst noch finden. 

Ando und Elina verbringen immer mehr Zeit außerhalb des Raumschiffes und genießen ihre neue Welt. Da sie immer noch kein weiteres Leben gefunden haben, kommt immer mehr der Gedanke auf, dass es hier womöglich doch keine weiteren Bewohner gibt. So bewegen sich die beiden immer ungezwungener durch diese paradiesische Landschaft und genießen eine für sie ungewohnte Art von Freiheit.  


Der Fund

Elina und Ando haben sich bereits an ihre neue Heimat gewöhnt und fühlen sich sichtlich wohl. Wieder einmal unternehmen sie gerade einen Streifzug, um die weitere Umgebung näher zu erkunden. Plötzlich bleibt Ando stehen und blickt nachdenklich auf eine bestimmte Stelle. Ando wirkt neugierig und geht darauf zu. Elina folgt ihm, obwohl sie nicht weiß, was Ando da bemerkt hat. Doch kurze Zeit später erkennt auch sie, was Ando da gesehen hat. 

Als sie dort angekommen sind, können sie es kaum glauben, was sich da vor ihnen befindet. Es scheint sich um ein großes, fremdes Raumschiff zu handeln. Außerdem kann man anhand des Gesamtbildes erkennen, dass es vermutlich abgestürzt ist. Auch scheint es schon sehr lange hier zu liegen, da es bereits ziemlich zugewachsen und von der Natur eingenommen ist. Trotzdem gehen Ando und Elina behutsam vor, als sie sich diesem Raumschiff nähern. Vorsichtig gehen sie um die Maschine herum und betrachten sie neugierig. Nachdem sie es einmal umrundet haben, suchen sie gezielt nach einer Möglichkeit, um irgendwie ins Innere zu gelangen. 

Nach einer Weile finden sie tatsächlich eine Tür, die sie mit etwas Anstrengung öffnen. Vorsichtig treten sie ein und werfen einen Blick ins Innere. Durch die Fenster der Außenwand kommt jedoch wenig Licht und man kann kaum etwas erkennen. Ando und Elina beschließen, die Fenster von den Pflanzen frei zu legen und danach zu säubern. Danach begeben sie sich zurück ins Innere der Maschine. Es ist nun hell genug, um sich darin umzusehen. So bewegen sich die beiden aufmerksam und konzentriert durch das Raumschiff. Es ist definitiv ein für sie fremdes Raumschiff mit unbekannter Technik und ungewöhnlichem Design. Es kann somit unmöglich von der Erde stammen. 

Ando und Elina durchforschen weiterhin das fremde Raumschiff. Nach einer Weile kommen sie in einen größeren Raum, der einmal als Lagerraum gedient haben könnte. Hier stehen immer noch ordentlich verstaut, verschiedene Behälter und andere Gegenstände herum, als ob sie zum Transport hier gelagert wären. Elina und Ando schauen sich in dem Raum etwas näher um. Da fällt ihnen auf einmal eine freie Stelle auf. Es sieht ungewöhnlich aus, dass ausgerechnet an dieser Stelle nichts untergebracht ist. Es sieht eher danach aus, als ob dort irgendetwas einmal untergebracht war und jetzt nicht mehr da ist. Auch sind auf dem Boden Spuren zu erkennen, die darauf schließen lassen, dass hier etwas Schweres bewegt wurde. Da moderne Transportgeräte nicht solche Spuren hinterlassen, muss man davon ausgehen, dass keine zur Verfügung standen und die Sachen von Hand bewegt hat. Ando und Elina folgen den Spuren bis zu einem geschlossenen Tor, dass nach draußen führt. Vermutlich wurde etwas durch dieses Tor nach draußen geschafft. Das wollen sich die beiden natürlich genauer ansehen. 

Ando und Elina verlassen das fremde Raumschiff und begeben sich nach draußen. Sie suchen die Stelle, wo sich das geschlossene Tor befindet. Als sie diese gefunden haben, versuchen die beiden auch hier irgendwelche auffällige Spuren zu finden. Doch wenn es solche Spuren vor dem Raumschiff gegeben hätte, wären diese von der
 Natur natürlich längst beseitigt. So gibt es vor dem Raumschiff keinerlei Hinweise darauf, dass da irgendwelche größeren Gegenstände bewegt wurden. Ando und Elina sind sich dennoch sicher, dass hier etwas entladen wurde. Hier gibt es keine Maschinen zum Entladen, deswegen auch die Spuren im Lagerraum. Doch was wurde hier herausgebracht und wohin? 

Da die beiden bereits längere Zeit hier sind, beschließen sie vorerst zurück zu ihrem Raumschiff zu gehen, um später noch einmal herzukommen. Doch zuvor holt Ando einen kleinen Peilsender aus seiner Tasche, den er bei solchen Streifzügen gewöhnlich dabei hat. Den befestigt er noch kurz am fremden Raumschiff, bevor sie sich auf den Rückweg machen. 

Als sie zurück sind, überlegen sie, wie sie nun weiter vorgehen wollen. Liegt da zufällig ein abgestürztes Raumschiff herum oder hat es mit ihrer Mission zu tun. Auf jeden Fall wollen die beiden der Sache weiter nachgehen. So beschließen sie, nachdem sie sich ein wenig ausgeruht haben, zu dem fremden Raumschiff zurückzukehren. Sie wollen sich dort die Umgebung genauer anschauen. 

Elina und Ando kehren zu dem fremden Raumschiff zurück und schauen sich dort erst einmal genauer um. Nirgends gibt es Anhaltspunkte darüber, dass hier größere Dinge bewegt worden wären. So bleibt Ihnen nichts weiter übrig, als die nähere Umgebung Stück für Stück nach Auffälligkeiten zu durchsuchen. Also durchstreifen die beiden aufmerksam die Gegend rund um das Raumschiff. Doch wie erwartet können sie nach so langer Zeit nichts Ungewöhnliches mehr erkennen. 

So weiten sie ihre Suche immer weiter aus, bis sie zu einer kleinen Anhöhe kommen. Sie besteigen diese und entdecken plötzlich eine Öffnung am Hang. Es ist nach all der Zeit nicht genau zu erkennen, ob dies ein natürlicher Eingang ist, der ins Innere dieser kleinen Anhöhe führt. Ando und Elina werfen einen Blick hinein, können jedoch nicht viel erkennen. Neugierig wagen sie sich weiter ins Innere. Es ist noch hell genug, um sich in diesem Gang zurechtzufinden. Etwas später endet dieser und führt in eine große Höhle. Von irgendwoher kommt auch hier genug Licht, sodass alles einigermaßen ausgeleuchtet ist. Doch bevor sich die zwei noch weiter ins Innere begeben, wollen sie noch einmal zurück zu ihrem Raumschiff. Sie wollen sich dort mit zusätzlicher Ausrüstung eindecken, denn sie wissen nicht, was sie in dieser Höhle noch alles erwartet. Doch bevor sie sich auf den Weg machen, platziert Ando erneut einen weiteren kleinen Peilsender neben dem Eingang, um ihn besser zu finden. 

Nachdem Elina und Ando zurück sind, ruhen sie sich erneut ein wenig aus. Danach packen sie zusätzliche Ausrüstung zusammen und begeben sich erneut zur Höhle. Dort angekommen, fangen sie an, diese Höhle genauer zu erkunden. Die beiden schauen sich aufmerksam um, ob sie irgendetwas Auffälliges erkennen können. Dabei gehen sie immer tiefer in die Höhle hinein. Diese verläuft in alle Richtungen, sodass die beiden nie wissen können, was sich hinter der nächsten Biegung befindet. 

Als sie nach einiger Zeit erneut abbiegen, erkennen sie, dass die Höhle weiter hinten zu Ende zu sein scheint. Doch sie sehen auch noch etwas Auffälliges am Ende. Sie können jedoch nicht genau erkennen, um was es sich dabei handelt. So gehen sie aufmerksam weiter, um den Rest dieser Höhle zu erkunden. Als sie am Ende angekommen sind, sehen sie vor sich ein rundes Podest mit einer kleinen Säule in dessen Mitte, auf der sich ein kreisförmiger Gegenstand befindet. Es ist definitiv nicht natürlichen Ursprungs. Vielleicht ist es ja sogar der gesuchte Gegenstand aus dem fremden Raumschiff. 

Ando und Elina betrachten dieses unbekannte Ding und überlegen, warum es hier steht und für was es gut sein soll. Doch mementan können die beiden nichts damit anfangen. Dann steigt Ando vorsichtig auf das Podest und Elina folgt ihm. Beide gehen bis zur Säule und nichts passiert. Aber auch hier gibt es nichts zu erkennen, was die beiden weiterbringt. Also steigen sie wieder hinab und schauen sich das Ding von allen Seiten genauer an. Da entdecken sie auf der Rückseite des Podestes etwas, das aussieht wie eine Leitung. Es kommt aus dem Podest und verläuft in Richtung Höhlenwand. Dort scheint es hindurch nach draußen zu verlaufen. Ando befestigen einen weiteren Peilsender an der Durchgangsstelle, um diese Stelle von außen leichter zu finden. Sie wollen unbedingt wissen, wohin diese Leitung führt. Danach verlassen beide wieder die Höhle. 

Sofort machen sich die zwei auf die Suche nach der Stelle, an der die Leitung aus der Wand kommt. Dank des Peilsenders haben sie die Stelle auch recht bald gefunden und verfolgen sie von dort aus weiter. Diese ist jedoch mit einer kleinen Schicht Erde bedeckt und muss erst Stück für Stück freigelegt werden. Kurze Zeit später haben sie das Ende der Leitung gefunden, welches in einen weiteren Gegenstand hineinführt. Doch auch diesen müssen sie erst freilegen, um mehr zu erkennen. Doch bald erkennen sie, dass dies mit den bloßen Händen nur schwer zu schaffen ist. So überlegen sie, was sie alles brauchen könnten und beschließen, zum Raumschiff zurückzukehren, um angemessenes Werkzeug zu holen. 

Als Ando und Elina einige Zeit später zurückkommen, machen sie sich auch gleich an die Arbeit. Sie wollen den Gegenstand freilegen, der mit der Leitung verbunden ist. Vorsichtig entfernen sie die Erde von dessen Oberfläche. Es stellt sich als große Platte heraus, die aus mehreren kleineren Platten zusammengesetzt ist. Das Erste, was den beiden in den Sinn kommt, ist eine Art Solarmodul, welches Strom für das Podest produziert. Da es verdeckt war, konnte es kein Licht empfangen und somit auch keine Energie liefern. Wenn die Platte jetzt noch richtig gereinigt wird, könnte das Podest auf der anderen Seite womöglich wieder erwachen. Ein großer Vorteil ist natürlich, dass auf diesem Planeten immer eine Sonne scheint und dadurch kontinuierlich geladen wird. 

Nachdem die Platte wieder sauber ist, machen sich Elina und Ando erneut auf den Weg ins Innere der Höhle. Sie sind neugierig, ob sich am Podest irgendetwas verändert hat. Als sie dort angekommen sind, können sie jedoch keine Veränderung erkennen. Es ist wahrscheinlich noch zu früh, da die Energie noch nicht ausreichen wird, um etwas Anspruchsvolleres in Betrieb zu nehmen. Sie müssen erst noch eine Weile abwarten und später erneut danach sehen. Also begeben sich die zwei auf den Rückweg und machen danach erst einmal eine längere Pause. 

Nachdem Ando und Elina einige Zeit abgewartet hatten, machen sie sich wieder auf den Weg zur Höhle. Dort angekommen steigen sie sofort hinein, um nach diesem fremden Gegenstand zu sehen. Von Weitem scheint sich nichts verändert zu haben. Auch nicht, als sie direkt davor stehen. Ando steigt auf das Podest und geht zur Säule. Vorsichtig tastet er alles ab, jedoch nichts passiert. Vielleicht hat das Aufladen nicht funktioniert oder nichts mit der Funktion zu tun. Elina steigt ebenfalls auf das Podest und will sich das Ganze auch noch einmal genauer ansehen. Ando untersucht gerade noch die Säule, als Elina ebenfalls die Säule berührt. In dem Moment erscheint ein Bild innerhalb des kreisförmiger Gegenstandes. Leicht erschrocken von dem Effekt, weichen die beiden ein Stück zurück. Das Bild scheint eine Art Hologramm zu sein, da man es von beiden Seiten betrachten kann. Es sind am äußeren Rand rundum verschiedene Planeten abgebildet. Außerdem sind zusätzlich noch unbekannte Schriftzeichen zu sehen. In der Mitte befindet sich ein weiterer Planet, nur deutlich größer abgebildet. Ando und Elina überlegen, was das bedeuten könnte und schauen sich das Bild erst einmal in Ruhe an. 

Ando macht den ersten Schritt und berührt das Hologramm an einem der äußeren Planeten. Gleich darauf tauscht er den Platz mit dem Planeten in der Mitte. Somit ist klar, dass man diese damit anwählen kann. Ando überlegt kurz und berührt den Planeten in der Mitte. Daraufhin erscheint das gesamte Sonnensystem, in dem sich dieser Planet befindet. Vielleicht dient dies zur sicheren Identifikation oder des besseren Auffindens des Planeten. Ando will noch mehr darüber herausfinden und will versuchen, mit verschiedenen Gesten das Hologramm zu beeinflussen. Dabei stellt er fest, dass er die Ansicht in Richtung und Größe verändern kann. Elina schaut ihm indessen von der gegenüberliegenden Seite interessiert zu. Es scheint sich dabei um eine Art Sternenkarte zu handeln, die hier angezeigt wird. Als Ando nach einigem herumhantieren die Orientierung verloren hat, wählt er den Planeten erneut an, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. 

Elina möchte auch einmal das Hologramm testen und beginnt mit einer Berührung des Planeten in der Mitte. Jedoch bleibt sie etwas länger darauf und berührt dabei gleichzeitig mit Ando zufällig die Säule. In dem Augenblick beginnt diese langsam von unten hochsteigend, in wunderschöner rötlicher Farbe zu leuchten. Erneut sind beide von diesem neuen Effekt leicht erschrocken und verlassen vorsichtshalber das Podest. In einigem Abstand betrachten sie, wie das Licht an der Säule immer höher steigt. Als es oben angekommen ist, läuft das Licht um den kompletten Ring über der Säule. Danach ist nur noch ein kurzer, jedoch sehr intensiver, weißer Lichtblitz auf dem Podest zu erkennen. Danach ist alles wieder wie zuvor. 

Elina und Ando sehen sich fragend an und denken über das gerade Passierte nach. Sie warten noch kurz und nähern sich dann allmählich dem Podest. Es ist keinerlei Veränderung zu erkennen. Ando steigt erneut mit Elina auf das Podest, um das Hologramm zu aktivieren. Er sucht den Planeten, der zuletzt angezeigt wurde, als sie das Hologramm das erste Mal aktivierten. Dann wählt er diesen an, sodass er erneut in der Mitte angezeigt wird. Danach berührt er ihn kurz und wartet auf das nächste Bild. Es wird das dazugehörige Sonnensystem angezeigt. Ando schaut es sich genau an. Dann bittet er Elina, es sich auch einmal genauer anzuschauen. Während Ando auf ihre Reaktion wartet, betrachtet er weiterhin das Sonnensystem. Elina schaut etwas verwundert zu Ando hinüber. Beide können es nicht glauben, was sie da sehen. Es ist ihr Heimatsystem mit der Erde und all den anderen Planeten und Monden. Es passt alles ganz genau. Und den Planeten, den sie ausgewählt haben, müsste demnach der Mars sein. Doch eindeutig sieht dieser heute nicht so aus. Der sogenannte Rote Planet hat in dieser Darstellung eher Ähnlichkeit mit der Erde. Ando und Elina überlegen kurz und kommen zu dem Schluss, dass diese Sternenkarte vermutlich schon sehr alt sein könnte. Das fremde Raumschiff wird wahrscheinlich doch schon eine längere Zeit hier liegen. Vielleicht hat das Sonnensystem früher einmal so ausgesehen. Und warum kann man in diesem Sonnensystem ausgerechnet nur den Mars auswählen? 

Ando und Elina steigen vom Podest und wollen sich das Ganze noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Was passiert, wenn dieses Licht erscheint? Nach einigen Überlegungen kommen die beiden auf einen absonderlichen Gedanken. Vieles würde sogar darauf hinweisen. Um der Sache näher zu kommen, wollen die beiden einen Versuch unternehmen. Sie nehmen einen in der Nähe liegenden größeren Stein und legen ihn auf das Podest. Danach aktivieren Sie wieder gemeinsam die Säule, indem Ando den Planeten im Hologramm berührt und beide gemeinsam sie Säule. Als diese wieder beginnt zu leuchten, verlassen beide schnell das Podest. Von einiger Entfernung warten sie, bis dieser Lichtblitz erscheint. Nun gehen sie zurück zum Podest und schauen nach dem Stein. Dieser liegt nicht mehr an seiner Stelle. Er ist einfach verschwunden. Ihre Theorie hat sich dadurch ein wenig verstärkt. Jetzt wird es jedoch schwierig, die Theorie noch mehr zu festigen. Sie beschließen zum Raumschiff zurückzukehren und genau überlegen, wie sie nun weiter vorgehen wollen. 

Zurück beim Raumschiff machen es sich Ando und Elina an einem kleinen See in der Nähe bequem. Sie haben diese komische Vermutung, dass es sich bei dem Podest um eine hoch entwickelte Maschine handeln könnte, die zu anderen Planeten führt. Das Anwählen des Zieles, die Aktivierung der Säule und das darauffolgende Verschwinden des Steines würden dafür sprechen. Zwar eine verrückte Idee, dennoch möglich. Vielleicht war die Besatzung des fremden Raumschiffes technisch in der Lage, so etwas herzustellen. Dann müsste jedoch bestimmt an jedem möglichen Zielort so eine Maschine stehen. Also auch auf dem Mars. Wieder schauen sich Elina und Ando überrascht an. Nach kurzem Schweigen wird ihnen klar, dass dies die Fahrkarte zurück sein könnte. Doch so einfach ist das nicht. 

Ando und Elina sitzen noch immer zusammen und grübeln nach. Auf dem Mars müsste vermutlich eine funktionierende Maschine stehen, sonst würde man ihn nicht anwählen können. Der Stein ist ja schließlich auch verschwunden. Doch wo steht diese Maschine. Wenn sie die Maschine direkt zum Mars bringen würde, wüssten sie ja gar nicht, wo sie ankommen würden. Keiner würde etwas von der Maschine auf dem Mars wissen. Niemand würde auf ihre Ankunft vorbereitet sein und sie dort abholen. Sie wären wahrscheinlich irgendwo auf dem Planeten verloren. Wollen sie wirklich dieses Risiko eingehen? Wollen sie wirklich weg von hier? 

Nach langer Überlegung haben die beiden sich entschieden. Sie wollen es doch wagen und versuchen, den Mars mit der Maschine zu erreichen. Es war vermutlich ihre wahre Mission, die Maschine zu finden und sie zu reaktivieren. Dadurch hätte man Zugang zu vielen anderen Welten. Doch woher wusste Daniel davon? Da stecken doch sicherlich noch mehr Leute dahinter. Wie auch immer, Ando und Elina haben sich genau überlegt, wie sie vorgehen wollen. Da es auf dem Mars einige Stationen gibt, wollen die beiden versuchen, diese zu erreichen. Und zwar, indem sie einen kräftigen Peilsender mit der Maschine zum Mars schicken. In der Hoffnung, dass dieser von irgendjemand empfangen wird. An dem Peilsender wollen sie noch eine Nachricht befestigen. Dort sollen ihre Namen stehen und die Ankündigung, dass sie zwanzig Tage später nachkommen würden. So hätte man hoffentlich genug Zeit, den Peilsender und damit die zweite Maschine auf dem Mars zu finden. 

Ando und Elina begeben sich erneut in die Höhle. Dort steigen sie auf das Podest, stellen den mitgebrachten Peilsender ab und schalten ihn ein. Die Nachricht für die andere Seite ist bereits am Peilsender angebracht. Die beiden werfen sich noch einen kurzen Blick zu und aktivieren die Maschine. Als die Säule zu leuchten beginnt, verlassen sie eilig das Podest. Wieder warten sie in sicherer Entfernung auf den Lichtblitz. Danach ist der Peilsender wie erwartet verschwunden. Jetzt gilt es nur noch abzuwarten, bis die zwanzig Tage vorbei sind. Dabei richten sie sich nach der Zeitanzeige im Raumschiff, denn schließlich müssen auf der Erde zwanzig Tage vergehen. 

Die Zeit, die Ando und Elina hier noch bleiben, wollen sie noch ausführlich genießen. Doch selbst wenn sie den Planeten verlassen haben und alles gut geht, wollen sie so bald wie möglich wieder zurückkehren. Normalerweise müsste es ja schließlich in beide Richtungen funktionieren. Dann wollen sie sich auch noch intensiver mit dem fremden Raumschiff befassen. Und wenn es schiefgehen sollte, ist sowieso alles egal. Sie haben dann zumindest ihr Möglichstes getan. 

Die zwanzig Tage sind um und Ando und Elina machen sich schweren Herzens für die ungewöhnliche Rückreise bereit. Keiner kann jedoch mit Sicherheit sagen, ob ihre Theorie auch stimmt und sie auf dem Mars landen werden. Wird überhaupt jemand den Peilsender bemerkt und gefunden haben oder werden sie irgendwo allein und verlassen auf dem Mars stehen? Oder stimmt der Planet auf dem Hologramm nach so einer langen Zeit nicht mehr mit der Realität überein und die Maschine steht inzwischen ganz woanders? Dann könnten sie ja in einer ganz fremden Welt herauskommen. 

Ein zumindest vorerst letztes Mal begeben sich die beiden in die Höhle und gehen zur Maschine, mit der sie gleich diese schöne Welt wieder verlassen wollen. Vorausgesetzt, dass auch alles wie geplant so funktioniert. Sie legen alle Dinge, die sie mitnehmen wollen, auf das Podest. Vor allem Sachen zum Überleben, da sie nicht wissen, was jetzt wirklich auf der anderen Seite auf sie zukommen wird. Sie haben die Tage davor schon Stück für Stück hierher gebracht und es zurechtgelegt. Danach ziehen sie ihre Raumanzüge an und steigen selbst auf das Podest. Sie überblicken noch einmal alles, ob sie auch nichts vergessen haben. Vor allem die zusätzlichen Sauerstofftanks dürfen sie auf keinen Fall vergessen. Dann kann es ja losgehen. Ando und Elina schauen sich noch einmal kurz an und aktivieren dann die Maschine. Beide verfolgen das Licht, welches sich die Säule entlang bewegt, bis der Lichtblitz erscheint. 


Der Sprung

Ando und Elina kommt es vor, als ob sie gerade aufgewacht wären. Sie merken jedoch gleich, dass sie tatsächlich woanders sind. Der Sprung hat also tatsächlich so funktioniert, wie sie vermutet hatten. Nur wissen sie nicht, ob das Ziel auch wirklich erreicht wurde. So bleiben die beiden erst einmal auf dem sich hier befindlichen Podest stehen und schauen sich um. Sie scheinen sich unter einer Art natürlicher Kuppel zu befinden. Diese steinerne Kuppel ist nach allen Seiten offen, sodass man sie von überall her betreten kann. Außerhalb dieser Kuppel erkennt man allerdings nur eine kahle Steinlandschaft. Ob sie sich wirklich auf dem Mars befinden? Im Moment ist zumindest niemand da, der auf sie wartet. 

Das Podest scheint das Gleiche zu sein wie auf dem anderen Planeten. Somit könnten sie noch versuchen, im Notfall zum vorherigen Planeten zurückkehren. Sogleich probieren die beiden die Säule aus und suchen auf dem Hologramm den Planeten, von dem sie gerade gekommen sind. Doch sie können ihn unter all den Planeten, die zur Auswahl stehen, nicht finden. Sie schauen sich alle noch einmal mit dem dazugehörenden Sonnensystem genauer an, doch er scheint wirklich nicht dabei zu sein. Entsetzt schauen sich die beiden an. Damit haben sie jetzt nicht gerechnet. Noch einmal schauen sie sich um. Sollte niemand den Peilsender und die Nachricht entdeckt haben, sind sie sicherlich bald verloren. 

Ando und Elina steigen vom Podest und verlassen die Kuppel, unter der sie sich gerade befinden. Dort schauen sie sich noch einmal genau um. Da jedoch noch immer niemand zu sehen ist und auch nichts darauf hindeutet, dass sich hier jemand befinden könnte, gehen die beiden einfach drauf los. Enttäuscht von der Situation beschließen sie zuerst auf einen nahe gelegenen Hügel zuzugehen, um eine bessere Rundumsicht zu bekommen. 

Nachdem sie ein Stück gegangen sind, kommt ihnen plötzlich ein Fahrzeug entgegen. Elina und Ando bleiben sofort stehen und konzentrieren sich auf das rasch näher kommende Fahrzeug. Beide wirken aufgeregt, da sie nicht wissen, mit wem oder was sie es da zu tun haben. Eigentlich kann es ihnen ja auch egal sein, da sie ohne fremde Hilfe sowieso bald verloren wären. Sie könnten zwar auf der Säule einen beliebigen Planeten anwählen und dort hinspringen, doch sie können nicht wissen, wo sie da rauskommen. Wenn dort für sie jedoch extrem lebensfeindliche Umgebungsbedingungen herrschen würden, wären sie womöglich gleich verloren. Also warten sie einfach ab und beobachten, was da gerade auf sie zukommt. 

Das Fahrzeug kommt immer näher und die beiden können bereits Insassen ausmachen. Sie können jedoch nicht erkennen, um wen es sich dabei handelt, da alle Raumanzüge tragen. Als das Fahrzeug vor ihnen anhält, steigt einer der Insassen aus. Erst als dieser direkt vor ihnen steht, können sie erkennen, dass es sich um einen Menschen handelt. Ando und Elina sind natürlich zutiefst erleichtert darüber. Dann spricht die Person über die Funkanlage, die es in jedem Raumanzug gibt, mit den beiden und heißt sie auf dem Mars willkommen. Der Mann stellt sich ihnen als Lukas vor und gesteht ihnen, dass man sie bereits erwartet hätte. Ab dem Moment ist den beiden klar, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lagen. Ando und Elina sind froh, dass ihr Plan funktioniert hat und schauen sich erleichtert an. 

Lukas bittet die beiden einzusteigen. Dann fahren sie ein Stück, bis sie ein kleines Transportraumschiff erreichen. Dessen Heckklappe öffnet sich und das Fahrzeug fährt direkt hinein. Dort steigen alle aus dem Fahrzeug und nehmen weiter im Raumschiff Platz. Damit fliegen sie nun weiter zur nächstgelegenen Station. Dabei erzählt ihnen Lukas, dass ihr Peilsender tatsächlich von der Station, zu der sie gerade fliegen, empfangen wurde. Sofort machte man sich an die Suche. Diese Maschine hätte man sonst kaum so einfach unter dieser Kuppel finden können. 

Nachdem das Raumschiff auf der Station gelandet ist, führt Lukas die beiden in ein Gebäude in der Nähe des Landeplatzes. Auch dort werden sie bereits von einigen Leuten erwartet. Ando und Elina nehmen an einem reichlich gedeckten Tisch Platz. Sie haben zwar keinen großen Hunger, dennoch greifen sie bei dieser Auswahl gerne einmal zu. Natürlich sind alle Anwesenden gespannt darauf, was die beiden zu berichten haben. So erzählen die beiden etwas von ihrer langen Reise und dem Planeten, auf dem sie waren. Doch bei einigen Dingen halten sie sich zurück. Sie wissen genau, dass hinter dieser Mission mehr steckt, als man ihnen erzählt hatte. Doch das wollen sie mit den dafür Verantwortlichen auf der Erde besprechen. 

Ando und Elina bekommen eine Unterkunft für die Zeit auf dem Mars zur Verfügung gestellt. Sie werden so lange auf der Station bleiben, bis das nächste Raumschiff sie mit auf die Erde nimmt. Währenddessen schauen sich die beiden in der neuen Umgebung etwas um und überlegen, ob sie das Richtige getan haben. Schließlich kommen sie so einfach nicht mehr auf ihren neuen Planeten zurück. Nochmals dorthin fliegen wollte keiner von beiden, da der Zeitaufwand für sie einfach zu groß wäre. Hätten sie vielleicht doch einfach dortbleiben sollen? 

Es ist soweit. Das Raumschiff, das sie mit zur Erde nimmt, steht bereit. Alle ihre Sachen sind bereits eingeladen. Auch die Sachen, die sie noch neben dem Podest abgelegt hatten, wurden inzwischen abgeholt und verstaut. So verabschieden sich die beiden noch kurz bei Lukas und den anderen für ihre Rettung und Gastfreundschaft, bevor sie das Raumschiff betreten. 

Ando und Elina setzen sich ans Fenster und beobachten, wie das Raumschiff startet und sich danach der Erde langsam nähert. Niemals hätten die beiden nach ihrem Start damals geglaubt, jemals wieder die Erde zu sehen. Doch nun ist es soweit. Das Raumschiff landet direkt auf dem Raumhafen der Weltraumbehörde, wo man ebenfalls schon auf sie wartet. 

Die beiden verlassen das Raumschiff und werden sofort von einer Gruppe von Leuten begrüßt. Allen voran geht Daniel auf die beiden zu. Vermutlich kann er selber noch nicht glauben, dass Ando und Elina wieder hier sind. So begleitet er sie in einen vorbereiteten Raum, wo sie sich mit dem Rest der Gruppe zusammensetzen. Auch hier ist der Tisch reichlich für die Rückkehrer gedeckt. Natürlich sind auch hier alle Anwesenden neugierig, was die beiden erlebt haben. Also beginnen Ando und Elina zuerst einmal das Wichtigste zu erzählen. Über Einzelheiten kann man sich später dann immer noch unterhalten. 

Nachdem die beiden in groben Zügen das Wichtigste erzählt haben, kommen auch schon die ersten Fragen von den anwesenden Zuhörern. Ando und Elina versuchen so viel wie möglich zu beantworten. Da die beiden jedoch die eigentliche Geschichte um diese Expedition selbst nicht ganz verstanden haben, können sie nur Fakten nennen. Bei dieser Befragung fällt den beiden dabei so manche Merkwürdigkeit auf. Den Tod der restlichen Besatzungsmitglieder wird irgendwie einfach so hingenommen, ohne weiter nach dessen möglicher Ursache zu hinterfragen. Und auf manche angesprochenen Dinge wirken die Anwesenden nicht wirklich überrascht. Die beiden haben den Eindruck, als ob die anwesenden Personen schon mehr Dinge wissen, als sie preisgeben. Manchmal sieht es auch so aus, als ob sie etwas Bestimmtes nur bestätigt haben wollen. Die ganze Befragung wirkt dadurch teilweise etwas merkwürdig. 

Nach einer Weile wird die Befragung beendet. Es gibt bereits genug Informationen für die Anwesenden, um sich vorerst damit zu befassen. Natürlich wollen die Leute hier so viel wie möglich erfahren, doch man möchte Ando und Elina auch nicht gleich am ersten Tag ihrer Rückkehr zur Erde überfordern. Nachdem alle den Raum verlassen haben, bringt Daniel die beiden Rückkehrer in eine extra für sie eingerichtete Unterkunft. Dort werden sie mit allem versorgt, was sie benötigen. Und wenn sie zusätzliche Wünsche haben, wird sich jemand speziell für sie darum kümmern. 
Elina und Ando sitzen zusammen auf dem Balkon ihrer Unterkunft. Dabei denken sie noch einmal über das letzte Treffen nach. Irgendwie ist die ganze Geschichte so sonderbar, dass es Zeit wird, die Wahrheit zu erfahren. Also rufen sie Daniel und wollen ihn endlich zur Rede stellen. Als Daniel eintrifft, bitten die beiden ihn sich zu ihnen zu setzen, da sie etwas zu bereden hätten. Neugierig nimmt Daniel Platz und fragt gleich nach, worum es geht. Ando denkt kurz nach und überlegt, womit er anfangen soll. Dann fragt er Daniel ganz direkt nach dem eigentlichen Grund dieser Expedition. Ihnen sei natürlich aufgefallen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Außerdem hätten sie das Gefühl, dass er und die anderen Personen, die beim letzten Treffen anwesend waren, mehr wüssten, als sie ihnen verraten. Dabei schauen ihn die beiden mit ernstem Gesicht an, sodass er genau überlegt, was er darauf antworten soll. Er hat sowieso schon damit gerechnet, dass sie das Ganze hinterfragen würden, nach allem, was passiert ist. So beschließt er, ihnen doch noch Einiges darüber zu erzählen. 

Zuerst berichtet er von einem Fund in einer abgelegenen Höhle. Dort wurden sehr alte Aufzeichnungen gefunden. Da diese jedoch in einer sehr alten, unbekannten Sprache geschrieben sind, mussten sie erst entschlüsselt werden, was nach einiger Zeit auch gelang. Dann setzte man sich hin und versuchte, das dort Geschriebene zu verstehen. Manches davon war nicht leicht zu deuten, sodass man durch hineininterpretieren versucht hat, das Ganze zu verstehen. Dadurch ist man auf eine sehr interessante Geschichte gestoßen. Die Geschichte handelt von der Zeit, als die ersten Menschen hier her kamen. Das heißt, dass sie nicht von der Erde stammen, auch nicht von diesem Sonnensystem, sondern von irgendwo ganz anders. Es wird sogar in den Aufzeichnungen von diesem Ort berichtet. Er wird dabei als wunderschön bezeichnet, wo man ein angenehmes Leben genießen kann. Doch viele haben ihn aus irgendeinem, nicht näher erkennbaren Grund verlassen und sind nie mehr zurückgekehrt. 

Daniel schweigt und Ando und Elina denken über das gerade Erzählte nach. Je mehr sie darüber nachdenken, je mehr scheinen sie zu begreifen, um was es hier geht. Ando fragt Daniel daraufhin, ob sie deswegen zu dem Planeten geschickt wurden und wie der Planet überhaupt gefunden wurde. Daniel antwortet darauf, dass dies nur mithilfe der Aufzeichnungen geschah. Erst durch die Ergebnisse der Sonden, die man dorthin schickte, konnte man die Übereinstimmungen mit den Aufzeichnungen erkennen. Ob es sich um den Ort handelt, der dort beschrieben wird, könnte jedoch möglicherweise nur eine Expedition vor Ort klären. Elina resultiert daraus, dass diese Reise nur dazu diente, herauszufinden, ob das die ursprüngliche Heimat der Menschen gewesen sein könnte. Daniel gibt zu, nicht sicher zu sein, ob der Planet der gesuchte Ort sei, auch wenn einiges dafür sprechen würde. Man müsste die ganzen Teile, die man kennt, versuchen zusammenzufügen, um auf eine plausible Antwort zu kommen. 

So versuchen Daniel, Ando und Elina, aufgrund der Aufzeichnungen und den Erkenntnissen der Expedition auf ein Ergebnis zu kommen. Sie wollen versuchen nachzuvollziehen, was sich vielleicht damals zugetragen haben könnte. Dabei kommen sie nach einer Weile tatsächlich auf eine interessant klingende Geschichte. 

Demnach hätten auf dem gerade besuchten Planeten früher möglicherweise einmal Menschen gelebt. Sie hatten ein angenehmes und unbeschwertes Leben. Außerdem lebten sie in einer abgeschiedenen Welt, da es dort immer Tag war und dadurch den dunklen Sternenhimmel nie zu Gesicht bekamen. Für sie gab es nur diese eine Welt. Das änderte sich jedoch, als eines Tages ein fremdes Raumschiff auf ihrem Planeten abgestürzt ist. Damit hatten sie nicht gerechnet und hatten auch keine Ahnung, wo dieses Ding herkommen konnte. Neugierig und voller Ehrfurcht betrachteten sie das Ding, das vom Himmel fiel. Doch als aus dem Raumschiff plötzlich fremdaussehende Leute heraussteigen, brach für die Menschen eine Welt zusammen. Sie hätten niemals gedacht, dass es außer ihnen noch jemand anderes geben könnte. Die Fremden und die Menschen hatten vermutlich bald bemerkt, dass von keinem der beiden eine Gefahr ausgeht und kamen gut miteinander zurecht. Die Menschen beobachteten sie dennoch neugierig bei allem was sie taten und waren von ihren fasziniert. Für sie konnten diese Fremden wahre Wunder vollbringen. Es war für sie einfach eine andere Welt. Eine Welt voller Wunder.

Die Fremden wollten zwar wieder zurück nach Hause, waren jedoch seit dem Absturz ihres Raumschiffes auf dem Planeten gefangen. Doch wie sollten sie je wieder nach Hause kommen? Dann kamen sie auf die Idee mit dieser Maschine, die sie geladen hatten und vermutlich irgendwo hinbringen sollten. Diese könnten sie hier irgendwo an einem geschützten Platz aufzustellen und versuchen, sie in Betrieb zu nehmen. So brachten sie diese vielleicht sogar mithilfe einiger Menschen in diese Höhle. Dort war sie von Witterungseinflüssen geschützt und auch nicht so leicht für jedermann zugänglich. Dort baute man sie zusammen und hoffte damit wieder nach Hause zu kommen. Es gelang ihnen tatsächlich nach einiger Zeit, die Maschine in Gang zu setzen. Einige Menschen beobachteten dabei heimlich, wie die Fremden die Maschine bedienten, durch sie dann plötzlich verschwanden. So verließ einer nach dem anderen wieder diese Welt, bis keiner mehr da war. 

Für die Menschen war die zurückgebliebene Maschine etwas Besonderes. Mit Ehrfurcht bestaunten sie dieses Ding. Aber auch die Neugierde, wohin diese Maschine die Fremden gebracht hat, ist allgegenwärtig. Bis eines Tages die ersten Menschen es wagten, auf das Podest zu steigen und versucht hatten, die Säule zu aktivieren. Es hat allerdings zuerst nicht wie bei den Fremden funktioniert. Wahrscheinlich erst, als ein Paar diese Säule gleichzeitig berührt hatte, wurde diese aktiviert und das Hologramm erschien. Der zuletzt angewählt Planet war wahrscheinlich der Mars. Er wurde vielleicht die ganze Zeit nicht verändert. Als es ihnen dann gelang, die Säule für den Sprung zu aktivieren, waren die ersten Menschen auch schon verschwunden. Da die Fremden selbst nicht mehr zurück konnten, um die Maschine zu deaktivieren, da dieses Ziel bei der anderen Maschine nicht programmiert war, mussten sie diese einfach so zurücklassen. Sie hatten sicherlich auch nicht damit gerechnet, dass die Menschen sie benutzen konnten. Doch das gleichzeitige Berühren der Säule durch ein Paar hatte den gleichen Effekt wie bei einem der Fremden. So konnten sie zwar einfach den Fremden folgen, jedoch hatte keiner je wieder von ihnen gehört. Es war somit eine Reise ins Ungewisse. 

Auf dem Mars angekommen waren die Menschen natürlich völlig irritiert von dieser für sie ungewohnten Umgebung. Die fremden Rückkehrer hatten zwar bereits von diesen Menschen erzählt, jedoch waren alle überrascht, als diese unvorbereitet auf dem Mars ankamen. Anfangs wussten die Fremden überhaupt nicht, was man mit den Menschen machen sollte. Zurückschicken konnte man sie ja schließlich nicht. Man einigte sich darauf, dass sie hierbleiben könnten. Sie stellten zwar keine Gefahr für die Fremden dar, dennoch wurde beschlossen, sie auf dem Nachbarplaneten anzusiedeln. Dort hatten sie zwar ihr eigenes Leben, mussten jedoch erstmals ums Überleben kämpfen. Die unbeschwerte Welt gab es für sie plötzlich nicht mehr. Und auch kein Zurück. 

Alle ankommenden Menschen wurden sogleich auf die Erde gebracht. Diese veränderten sich mit der Zeit in ihrer ungewohnten Umgebung, denn sie mussten sich an ihr neues Leben anpassen. Am Anfang hatten sie noch Unterstützung von den Fremden, damit sie sich Einleben können. Doch irgendwann war das auch vorbei, denn die Fremden verließen den Mars. Irgendetwas musste passiert sein. Zumindest war der Mars auf einmal nicht mehr so wie früher. Er wurde plötzlich unbewohnbar. Die Menschen waren daraufhin ganz allein in diesem Sonnensystem und somit auch auf sich allein gestellt. 

Daniel, Ando und Elina sitzen sich nun schweigend gegenüber. Kann es sich wirklich so oder so ähnlich zugetragen haben? Und was würde das für die ganze Entwicklungsgeschichte bedeuten? Ando würde noch gerne wissen, woher man wusste, dass man nur als Paar diese Maschine aktivieren konnte. Daniel muss daraufhin leider gestehen, dass er es selber nicht so genau wusste. Man wusste ja nicht einmal etwas von dieser Maschine. Nur durch die Aufzeichnungen der Überlieferung wurde etwas in dieser Richtung erwähnt. Jedoch war nicht schlüssig, daraus zu erkennen, was wirklich damit gemeint war. Dass es mit der Bedienung einer Maschine zu tun hat, wusste keiner. Aber jetzt weiß man ja Bescheid, um was es sich dabei handelt. Auch das war ein Erfolg der Expedition. Doch warum die Aktivierung überhaupt so funktioniert, ist nicht ganz sicher. Zumindest hat die Maschine Ando und Elina zusammen für einen der Fremden gehalten. Es muss zwischen den Fremden und den Menschen auf irgendeine Weise eine Übereinstimmung geben, damit diese Kombination funktioniert. Vielleicht sind sich beide doch nicht so fremd, wie es scheint. 

Elina will auf jeden Fall noch von Daniel wissen, warum der Rest der Besatzung unterwegs sterben musste. Auch für Daniel ist dies ein schwieriges Kapitel. Doch er versucht zu erklären, dass diese Leute nur dazu da waren, den Flug zu gewährleisten. Je näher man dem Ziel kam, desto mehr konnte man von einem Erfolg der Mission ausgehen. Schwierigkeiten hätte es wahrscheinlich eher am Anfang des Fluges gegeben. Am Ziel sollte sowieso nur ein Paar ankommen. Und das stand schon von vorneherein fest. Man hoffte natürlich auf die Rückkehr der beiden, wie immer das auch funktionieren sollte. Doch dieses Geheimnis wurde ja jetzt gelöst. Man wollte nicht, dass jemand auf dem Planeten zurückbleibt und zu viel Einfluss auf die dort vielleicht noch lebenden Menschen haben könnte. Schließlich wollte man den Ursprung der Menschheit finden und erforschen. Und das mithilfe der Menschen in ihrer ursprünglichen Art. Doch leider scheint es dort keine mehr zu geben, was natürlich sehr bedauerlich sei. 

Elina starrt etwas abwesend vor sich hin. Dann erzählt sie etwas, was sie vorher nie erwähnt hatte. Als die Säule für den Sprung bereits aktiviert war, schaute sie sich noch kurz um. Dabei glaubte sie, eine Person in einiger Entfernung erkannt zu haben. Doch in dem Augenblick gab es für sie schon kein Zurück mehr. Der Sprung wurde aktiviert. Sie hatte zuvor nichts gesagt, weil sie sich nicht ganz sicher war in dieser angespannten Situation. Doch im Nachhinein ist sie sich sicher, dass da jemand war. 

Ando war sehr überrascht über die Aussage von Elina. Daniel jedoch trifft diese Nachricht wie ein Schlag. Wenn sich auf dem Planeten wirklich noch Menschen befinden würden, wäre dies eine einmalige Gelegenheit, die eigene Vergangenheit zu erforschen. Doch man müsste erneut eine Expedition dorthin schicken. Diesmal weiß man jedoch, was einen dort erwartet und kann sich darauf einstellen. Daniel kann es gar nicht erwarten, die Nachricht seinen Kollegen zu überbringen. 

Ando und Elina schauen sich an. Es macht den Eindruck, als ob sie gerade den gleichen Gedanken hätten. Dann wendet sich Ando an Daniel und spricht ihn auf die Maschine auf dem Mars an, mit der er und Elina zurückgekehrt sind. Er schlägt ihm vor zu versuchen, mithilfe dieser Maschine zu den Fremden zu gelangen. Diese würden vielleicht noch die Menschen von Überlieferungen her kennen und wären erstaunt wieder welche zu sehen. Auch die Umweltbedingungen dürften ähnlich wie auf der Erde sein. Trotzdem müsste man beim Sprung auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Vielleicht könnten diese Fremden ihnen dann helfen, mit ihrer fortschrittlichen Technik in kürzerer Zeit zu dem Planeten zu gelangen. 

Daniel denkt sichtlich angestrengt darüber nach, ob man wirklich einen Kontakt mit den Fremden möchte. Doch dann kommt er zu einer ganz anderen Erkenntnis. Er vermutet, dass die Fremden zwischenzeitlich schon heimlich hier gewesen sein könnten, ohne dass es jemand bemerkt hätte, da die Maschine schließlich immer noch funktionsfähig sei. Darauf antworten Ando und Elina, dass es somit Zeit wäre, den Fremden einmal einen Besuch abzustatten. Sie wären auf jeden Fall dabei. 

Nachdem einige Tage vergangen sind, melden sich Ando und Elina bei Daniel, dass sie bereit wären weiterzureisen. Sie befürchten, dass die Verbindung zu dem Planeten irgendwann abreißen könnte, sodass sie ihn auf diese Weise nicht mehr erreichen könnten. Deswegen sollte man nicht zu lange damit warten. Daniel hat zwar einige Bedenken, ist aber auch nicht prinzipiell abgeneigt davon. Wenn sie woanders Unterstützung bekommen würden, wäre das sicherlich hilfreich. So gibt er ihnen Bescheid, dass er sie dabei unterstützt und sie sich bei ihm melden können. 

Ando und Elina befinden sich wieder auf dem Mars und machen sich auf einen erneuten Sprung bereit. Dieser wird allerdings ein Sprung ins Ungewisse, da sie nicht wissen, wo sie herauskommen werden. Einige Wissenschaftler haben die einprogrammierten Sternenkarten in der Säule studiert und Sonnensysteme ausgesucht, die sich relativ nahe am Planeten befinden, den Ando und Elina erreichen wollen. Sie suchen sich einfach einen dieser fremden Planeten aus und hoffen, dass sie gut ankommen, denn sie wissen nicht, welche Bedingungen dort herrschen und wer sie dort erwartet. 

Es ist soweit. Die Ausrüstung wird zusammengestellt und auf das Podest gelegt. Ando und Elina kontrollieren noch einmal kurz, ob sie auch nichts vergessen haben. Dann ziehen sie ihren Raumanzug an und machen sich bereit. Noch ein letzter Blick zu Daniel, dann aktivieren beide die Säule. 

Ando und Elina sind angekommen und schauen sich sogleich um. Sie erkennen, dass sie sich unter einer Kuppel befinden, von der durch ein paar Öffnungen Licht hereindringt. Da sie nicht wissen, was sie hier erwartet, schauen sie zuerst nach, ob ihr gesuchter Planet auf der Säule zu finden ist. Da sie ihn ja bereits besucht haben und wissen, wie er aussieht, können sie ihn tatsächlich finden. Auch das dazugehörige Sonnensystem passt dazu. Erleichtert darüber, dass sie ihr Ziel direkt schon vor Augen haben, wollen die beiden dennoch kurz einen Blick nach draußen werfen. 

Ando und Elina steigen vom Podest und gehen auf eine der Öffnungen zu, um nach draußen zu gelangen. Als sie vor der Kuppel stehen, sehen sie vor sich eine völlig zerstörte Stadt. Das, was von ihr übrig geblieben ist, lässt auf eine hoch entwickelte Zivilisation schließen. Die beiden fragen sich, was wohl passiert sein könnte. Es ist so einfach nicht festzustellen, welches Ereignis dazu geführt hat. Dafür wäre eine spezielle Expedition hierher notwendig. Doch dafür haben die beiden jetzt keine Zeit. Sie müssen weiter. So gehen Ando und Elina zurück in die Kuppel und steigen auf das Podest. Dann wählen sie ihren Planeten an, aktivieren die Säule und machen sich weiter auf die Reise. 

Nachdem Ando und Elina erneut angekommen sind, lässt der erste Blick deutlich die Höhle erkennen, in der das Podest steht. Sie sind sicher, dass sie ihren Planeten erreicht haben. Sorgfältig schauen sie sich um, ob sich hier womöglich doch noch jemand außer ihnen befindet. Als Nächstes ziehen sie ihren Raumanzug aus und räumen die Ausrüstung vom Podest. Elina schreibt noch eine Nachricht in ein elektronisches Notizbuch und legt es danach auf das Podest. Dann aktiviert sie die Maschine und entfernt sich rasch. Die Nachricht wird nun zum Mars geschickt, sodass man dort weiß, dass sie angekommen sind. 

Die beiden machen sich nun daran, die Höhle zu verlassen. Sie nehmen dabei vorerst nur das Nötigste mit. Nachdem sie draußen angekommen sind, machen sie sich auch gleich auf den Weg zu ihrem alten Raumschiff. Sie könnten zwar das Signal vom Raumschiff anpeilen, doch da sie einige Zeit hier verbracht hatten, bringt ihre Orientierung sie auch noch rechtzeitig dorthin, bevor es anfängt, Dunkel zu werden. Sie beschließen daraufhin die Nacht im Raumschiff zu verbringen. 

Am nächsten Morgen schauen die beiden zuerst aus den Fenstern, bevor sie das Raumschiff verlassen. Da entdeckt Elina draußen in einiger Entfernung eine Person. Es lebt also doch noch jemand hier. Vermutlich ist die Person, die sie damals gesehen hat, als Ando und Elina verschwanden, davon ausgegangen, dass sich kein Fremder mehr hier befindet. Für die beiden steht fest, dass sie sich dieser Person unbedingt näher betrachten wollen. Es könnte einer dieser frühen Menschen sein. So verlassen die beiden so unauffällig wie möglich das Raumschiff und nähern sich dieser Person. Als diese die beiden bemerkt, läuft sie erschrocken davon. Ando und Elina folgen ihr so schnell wie möglich, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einer Weile kommen sie in eine Siedlung, wo noch Weitere von ihnen leben. Die beiden bleiben daraufhin in Deckung und beobachten erst einmal das Geschehen dort. Nach einer Weile ziehen sich die beiden zurück. Sie vermuten, dass sie das gefunden haben, was von Anfang an das Ziel war.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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