Die Sichtung
Es ist ein angenehmer Sommerabend, an dem Martin zur Entspannung auf seiner Terrasse sitzt und den Tag ausklingen lässt. Als die Nacht hereinbricht, kann man die ganze Pracht eines wolkenlosen Sternenhimmels betrachten. Schon oft hat Martin nachts den Himmel beobachtet und kennt den Sternenhimmel. Auch jetzt schaut er sich ein paar markante Sternformationen an. Bis ihm an einer klaren Nacht etwas auffällt. Da scheint er einen kleinen, hellen Punkt zu erkennen, wo normalerweise keiner zu sehen ist. Er hat die Stelle schon öfter gesehen und ist sich sehr sicher, dass an dieser Stelle noch nie ein Stern zu sehen war. Da der Punkt sehr klein ist, holt er sein Fernglas und betrachtet ihn damit. Dieser wirkt zwar nur etwas größer, doch für Martin ist somit klar, dass da etwas ist, was vorher nicht da war.
Am nächsten Abend sitzt Martin wieder draußen und genießt das angenehme, warme Wetter. Als die Nacht langsam hereinbricht und die ersten Sterne zu sehen sind, fällt ihm wieder seine Beobachtung vom Vortag ein. Nachdem es dunkel genug ist, sucht er die Stelle, wo er zuvor den neuen hellen Punkt am Nachthimmel gesehen hatte. Tatsächlich ist er auch diesmal wieder an der gleichen Stelle. Um sicherzugehen, ob da zuvor wirklich kein Stern vorhanden war, sucht er im Internet nach einer Sternkarte von diesem Bereich. Nachdem er eine entsprechende Karte gefunden und sie mit der Stelle am Nachthimmel verglichen hat, bestätigt sich seine Vermutung. An dieser Stelle dürfte sich nichts Erkennbares befinden.
Nachdem Martin eine Woche lang den Nachthimmel beobachtete, entschließt er sich eines Morgens bei einer Sternwarte anzurufen, um sich über diesen neuen Himmelskörper zu informieren. Dort ist das neue Objekt zwar schon bekannt, jedoch kann noch niemand Genaueres darüber sagen. So muss Martin eben abwarten und weiter selber die Sterne beobachten. So schaut er jede Nacht, sofern es das Wetter zulässt, nach dem neuen Licht am Himmel. Auf jeden Fall ist nach einiger Zeit deutlich zu erkennen, dass das Licht allmählich größer wird. Wenn es sich um ein Objekt handelt, scheint es in Richtung Erde zu fliegen. Martin telefoniert noch mal mit der Sternwarte. Doch auch dieses Mal kann keiner etwas Neues über das Objekt sagen.
Eine Woche später sieht Martin das erste Mal in den Medien eine kurze Meldung über das neu entdeckte Objekt am Nachthimmel. Da man noch keine Ahnung hat, wobei es sich handelt, haben einige Observatorien ihre Teleskope auf das Objekt gerichtet, um es zu beobachten. Auch ein Weltraumteleskop hat sich darauf ausgerichtet. Nach ein paar Tagen kommt ein neuer Bericht darüber, dass die Teleskope keine eindeutigen Erkenntnisse über das Objekt erhalten haben. Deswegen soll baldmöglichst eine Sonde gestartet werden, um Klarheit darüber zu erlangen, um was es sich da draußen handelt.
Die Sonde
Da das Objekt stetig größer wird und man keine Zeit verlieren will, hat man eine bereits verplante Sonde zum Flug dorthin vorbereitet. Eine Rakete wird schnellstmöglich startklar gemacht, um die Sonde ins All zu schicken. Dann ist es endlich so weit. Die Rakete hebt ab und die Sonde beginnt ihren weiten Flug.
Nach einiger Zeit kommt die Nachricht, dass die Sonde ihr Ziel erreicht hat. Gespannt wartet man in der Kontrollstation des Raumfahrtzentrums auf die ersten Bilder der Sonde, die das mysteriöse Objekt von der Nähe zeigen. Zwar erkennt man weiterhin nur ein blendend, helles Licht, aber man kann jetzt schon erkennen, dass das Objekt das Sonnenlicht reflektiert und nicht selber leuchtet. Je näher die Sonde ihrem Ziel kommt, umso mehr kann man das Objekt erkennen. Als die Sonde direkt danebensteht und nebenher fliegt, ist eindeutig die runde Form zu sehen. Es hat einen Durchmesser von ungefähr einem Kilometer. Außerdem scheint die Oberfläche metallisch zu sein, was die starke Reflexion des Sonnenlichts erklären würde. Auf der Oberfläche sind auch vereinzelt Strukturen zu erkennen, die darauf hindeuten, dass man von einem künstlichen Objekt ausgehen kann. Möglicherweise ist es ein Raumschiff, was man allerdings im Moment nicht genau beurteilen kann. Die Sonde macht von allen Seiten der Kugel Aufnahmen und schickt sie zur Erde. Dort schaut man sich die Bilder zwar an, dennoch weiß man nicht, mit wem oder was man es zu tun hat. Ist es ein Raumschiff, eine Sonde, ein Satellit oder etwas ganz anderes, das gerade auf die Erde zufliegt? Die Zeit drängt, da das Objekt der Erde bereits schon ziemlich nahe gekommen ist. Am Nachthimmel leuchtet es schon so hell, wie die hellsten Sterne.
Im Raumfahrtzentrum macht man sich inzwischen Gedanken, was man jetzt tun soll. Eine große, künstliche Kugel fliegt in Richtung Erde und keiner weiß, worum es sich handelt. Das Risiko ist einfach zu groß, um einfach abzuwarten, was passieren wird. Nach langem Überlegen kommt man zum Entschluss, schnellstmöglich eine weitere Reise zu dem Objekt zu organisieren. Diesmal jedoch soll es eine bemannte Expedition sein. Man will versuchen auf die Kugel zu gelangen, um sie dann genauer zu untersuchen. Möglicherweise findet man auch eine Möglichkeit, das Ding davon abzuhalten, weiter in Richtung Erde zu fliegen, bevor sie dort noch einschlägt und Schaden anrichten könnte.
Die Raumfähre
Schnellstens versucht man eine Raumfähre so vorzubereiten, dass sie zwei Personen zu der Kugel bringen kann. Man hat auch schon die Astronauten dafür herausgesucht. Es sind Ingo und Iris. Beide waren schon bei Missionen im All dabei und haben Erfahrung. Man traut ihnen diese wichtige Expedition zu, die sie auf eine längere Reise bringen wird.
Als die Raumfähre startklar ist, begeben sich die beiden Astronauten hinein und machen sich für den Start bereit. Jeder sitzt nun auf seinem Platz und wartet, bis nach erfolgter Systemprüfung, der Start eingeleitet wird. Dann ist es endlich so weit und die Raumfähre hebt ab. Nachdem sie das Weltall erreicht hat, fliegt sie direkt auf ihr Ziel zu. Man kann froh sein, dass man diese neue Klasse der Raumfähren überhaupt hat. Diese sind erst seit zwei Jahren im Einsatz. Man kann nur hoffen, dass die Reise gut verläuft. So einen langen Flug hatte sie noch nicht bestehen müssen.
Ingo und Iris haben jetzt viel Zeit, bis sie ihr Ziel erreichen. Sie schauen sich in der Zwischenzeit die Aufnahmen an, die die Sonde von dem Objekt gemacht hat. Somit können sie sich eine Vorstellung verschaffen, mit was sie es zu tun haben werden. Auch haben sie die Möglichkeit, von ihrer Fähre aus, die Sonde zu steuern. So können sie sich vorab genauer mit der Oberfläche dieser Kugel beschäftigen und ein genaueres Bild von ihr machen. Womöglich finden sie sogar einen Zugang ins Innere. Die Sonde hat die Oberfläche bereits analysiert und festgestellt, dass es eine Art Metall ist, die es allerdings in dieser Zusammensetzung auf der Erde nicht gibt. Immer wieder kommen neue Daten von der Sonde herein, welche allerdings nicht viel weiter bringen. Auch darüber, wie das Objekt angetrieben wird, gibt es keine Informationen. Allerdings hat die Sonde auch nicht die entsprechenden Sensoren und Messinstrumente, um herauszufinden, was sich im Inneren der Kugel verbirgt. Da müssen dann die beiden Astronauten versuchen, es herauszufinden.
Die Raumfähre mit den beiden Astronauten nähert sich langsam ihrem Ziel. Allmählich können sie die Kugel erkennen, die ihnen entgegenfliegt. Ingo und Iris bereiten sich bereits darauf vor, die Raumfähre im richtigen Moment so auszurichten, dass sie neben der Kugel herfliegt. Als es so weit ist, ist die Anspannung bei beiden deutlich zu spüren, aber alles klappt wie geplant. Nun können sich die beiden auf den Ausstieg vorbereiten. Es ist so geplant, dass Iris in der Raumfähre bleibt, während Ingo die Kugel untersucht.
Ingo hat inzwischen seinen Raumanzug angezogen und macht sich bereit, auf die Kugel überzusetzen. Er befestigt seinen Raumanzug an einem Seil, an dem er mit der Raumfähre verbunden bleibt, wenn er mit seinem Raketenrucksack zur Kugel hinüberfliegt. Dann ist es so weit. Ingo bewegt sich von der Raumfähre in Richtung Kugel. Da das fremde Objekt sehr groß ist, muss er unterwegs kaum seine Richtung korrigieren. Er kommt der Oberfläche stetig näher, bis er schließlich sicher auf ihr landet. Das Objekt ist allerdings nicht groß genug, um eine einigermaßen akzeptable Anziehungskraft zu erzeugen. Somit kann Ingo nicht einfach darauf herumlaufen, sondern fliegt eigentlich mehr über die Oberfläche. Dennoch versucht er, trotz der schwierigen Bedingungen, soviel wie möglich, zu entdecken.
Mit dem Raketenrucksack bewegt sich Ingo so nahe wie möglich über die Oberfläche der Kugel. Das Objekt hat eindeutig eine metallartige, gleichmäßige Oberfläche. Ingo fliegt an einigen Dingen vorbei, die wahrscheinlich Sensoren oder Antennen sind. Dann erkennt er etwas, dessen Umrisse auf der Oberfläche womöglich auf eine geschlossene Luke hindeutet. Er untersucht diese Stelle genauer, kann aber nicht erkennen, wie man sie öffnen könnte. Also fliegt er weiter, bis er diese großen Schriftzeichen sieht, die er schon von den Aufnahmen der Sonde her kennt. Sie sind sehr groß, wahrscheinlich, damit man sie von Weitem erkennen kann. Doch Ingo hat solche Zeichen noch nie gesehen und kann damit im Moment nichts anfangen. So bewegt er sich weiter, bis er erneut auf Stellen trifft, die möglicherweise geschossene Luken sind. Sie sind unterschiedlich groß und haben verschiedene Formen. Außerdem sind sie regelmäßig an verschiedenen Stellen auf der Kugel verteilt. Das Objekt scheint ringsherum geschlossen zu sein. Keine Möglichkeit zu erkennen, wie man da hineinkommt.
Ingo bricht seine Erkundung ab und kehrt zur Raumfähre zurück. Er setzt sich mit Iris an das Funkgerät und berichtet der Bodenstation auf der Erde über seinen Einsatz. Da man im Moment keine Möglichkeit sieht, auf das Objekt Einfluss zu nehmen und man noch immer nicht weiß, mit was man es hier genau zu tun hat, überlegt man den nächsten Schritt.
Die Annäherung
Das Objekt ist der Erde inzwischen so nahe, dass man es sogar tagsüber am Himmel als großen, leuchtenden Punkt sehen kann. Da man noch nicht weiß, was passieren wird, erwähnt man die Möglichkeit, die Kugel gegebenenfalls rechtzeitig abzufangen. Wieder macht man eine neue Rakete startbereit. Doch diesmal wird sie mit Atombomben bestückt, die im Notfall das Objekt zerstören sollen. Es wäre die letzte Option, um einen direkten Einschlag auf die Erde zu verhindern.
Einige Zeit später ist es dann so weit. Da das Objekt noch immer in direkter Linie auf die Erde zufliegt, entscheidet man sich, die mit Atombomben bestückte Rakete zu starten. Es ist die letzte Möglichkeit, die Kugel noch rechtzeitig abzufangen.
Iris bekommt die Nachricht vom Start der Rakete über Funk mitgeteilt. Noch immer fliegen sie in ihrer Raumfähre neben der Kugel her, um sie zu erkunden. Allerdings haben sie nichts Neues entdecken können. Auch bei der Kugel gab es keine Veränderungen. Ingo befindet sich gerade wieder auf der Kugel, in der Hoffnung, doch noch etwas zu finden, was ihnen weiterhelfen könnte. Da bekommt er von Iris die Meldung, dass er zur Raumfähre zurückkehren soll. Sie müssen die Kugel verlassen, bevor die Rakete eintrifft. Sie müssen auf einen Sicherheitsabstand kommen, bevor die Kugel zerstört wird.
Ingo und Iris bereiten gerade die Raumfähre auf ihren Rückflug vor, als sie bemerken, dass das Objekt neben ihnen langsamer wird. Verblüfft schauen sie auf die zurückfallende Kugel. Während Iris der Bodenstation über die neue Situation Bescheid gibt, versucht Ingo die Geschwindigkeiten der Raumfähre zu der Kugel wieder anzupassen. Gespannt schauen beide auf das Objekt, ob noch etwas passieren wird. Da erkennen sie tatsächlich, dass sich einige bestimmte Luken öffnen, die ringsum an der Kugel angebracht sind. Auch das wird selbstverständlich sofort der Bodenstation gemeldet. Ingo will sich die geöffneten Luken direkt ansehen und deshalb noch mal auf die Kugel übersetzen. Doch vorher muss er die Bodenstation fragen, wie viel Zeit er noch hat, bis die Rakete eintrifft. Auch müssen sie sich vor dem Eintreffen in sicherer Entfernung befinden.
Nachdem alles berechnet ist, begibt sich Ingo wieder auf die Kugel. Er weiß, dass er diesmal unter Zeitdruck steht und sich auf die geöffneten Luken konzentrieren muss. Sofort fliegt er mit seinem Raketenrucksack auf die am schnellsten erreichbare offene Luke zu. Als er davorsteht, erkennt er, dass die Luke ein rundes Fenster verdeckt hatte. Ingo geht mit seinem Helm direkt an das Fenster und versucht hindurchzusehen, um etwas zu erkennen. Doch es ist zu dunkel, um etwas zu erkennen. Er hat jedoch vorgesorgt und eine starke Taschenlampe mitgenommen. Mit dieser leuchtet er nun durch das Fenster. Viel kann er allerdings nicht erkennen, da sich dahinter ein größerer Raum befindet. Die Lampe kann nicht alles anleuchten. Dennoch erkennt er einige Gegenstände. Er sieht unter anderem mehrere Sitzgelegenheiten und Tische, wie man es von einem Aufenthaltsraum her kennt. Etwas verwundert gibt er Iris seine Entdeckung weiter und begibt sich rasch an das nächste Fenster. Als er dort hineinleuchtet, erkennt er ein ähnliches Bild, jedoch scheint auf einer Art Sessel etwas zu sitzen. Ingo versucht seine Lampe so auszurichten, dass er genauer erkennen kann, um was es sich da handeln könnte. Da er es nur von der Seite betrachten kann, ist es schwer zu erkennen. Dennoch hat es den Anschein, dass eine Person darin sitzt. Ingo klopft mit der Lampe an das Fenster, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch diese bewegt sich nicht. Noch einmal macht sich Ingo zum nächsten Fenster auf. Voller Neugierde schaut er auch hier hinein. Doch jetzt hat sich das Bild verändert. Zwar ist der Raum genau wie die anderen, jedoch sind hier eindeutig Personen zu erkennen, die herumsitzen und teilweise auch herumliegen. Er traut seinen Augen kaum, aber diese Personen haben eindeutig ein menschliches Aussehen. Wieder klopft er gegen die Scheibe, doch niemand reagiert darauf. Da die Zeit langsam knapp wird, begibt sich Ingo zurück zur Raumfähre.
Dort angekommen nimmt er sofort Verbindung mit der Bodenstation auf und erklärt ihnen die neue Situation. Da wiederum überlegt man, was man jetzt unter den neuen Bedingungen tun soll. Man kommt zu dem Entschluss, erst einmal abzuwarten, was als Nächstes passieren wird. Es gibt allerdings das Problem mit der Rakete, die bald ihr Ziel erreichen wird. Wenn man sie jetzt vorzeitig zerstört, wird man keine Möglichkeit mehr haben, im Notfall die Kugel zu zerstören. Dennoch geht man das Risiko ein und entscheidet sich, aufgrund der neuen Situation, auf die Sprengung der Rakete.
Die Ankunft
Das kugelförmige Raumschiff fliegt weiterhin direkt auf die Erde zu. Es ist Tag und Nacht als großes, hell leuchtendes Objekt am Himmel zu sehen, das täglich größer wird. Die beiden Astronauten Ingo und Iris begleiten mit ihrer Raumfähre das Raumschiff bis an den Rand der Atmosphäre der Erde. Dieses verringert kontinuierlich die Geschwindigkeit, je näher es der Erde kommt. Vom Boden aus verfolgt man den Eintritt des Raumschiffes in die Atmosphäre. Durch die verringerte Geschwindigkeit rechnet man kaum noch mit einem verheerenden Einschlag. Es sieht eher danach aus, als ob es zur Landung ansetzen wollte. Und tatsächlich werden gerade die Landebeine ausgefahren. Danach landet das Raumschiff sicher auf der Erde.
Es dauert nicht lange, bis die ersten Neugierigen an der Landestelle ankommen. Nach und nach treffen Polizei und Armee ein, um das Gebiet um das Raumschiff abzusperren und zu sichern. Führende Politiker und Wissenschaftler treffen nacheinander ein, um sich ein Bild von dem riesigen Raumschiff zu machen. Auch internationale Journalisten berichten selbstverständlich von diesem großen Ereignis. Alle bestaunen das Objekt und warten gespannt darauf, was passieren wird. Jedoch tut sich lange nichts. Doch dann bewegt sich endlich etwas. Einige Luken auf der Unterseite der Kugel bewegen sich und geben eine Öffnung ins Innere des Raumschiffes frei. Gleichzeitig fahren Rampen von jedem Eingang bis zum Boden. Alle Zuschauer warten gespannt, wer oder was gleich an den Eingängen erscheinen mag. Doch auch dieses Mal passiert lange nichts. Sogar nach Stunden hat sich die Situation nicht geändert. Da die Nacht hereinbricht, will man den Morgen abwarten.
Am nächsten Morgen ist die Situation unverändert und man hat sich dazu entschlossen, eine Spezialeinheit zu einem der Eingänge zu schicken. Sie besteht aus acht bewaffneten Soldaten in Schutzkleidung, die zu einem der Eingänge gehen und einen Blick hineinwerfen sollen. Vorsichtig nähert sich die Einheit dem ersten Eingang. Es gibt noch immer keine Reaktion. Die Männer schauen durch den Eingang, können allerdings nicht viel erkennen. Man erlaubt ihnen, vorsichtig das Raumschiff zu betreten. Ständig ist man über Funk mit ihnen verbunden, um über alles sofort informiert zu sein. Die Soldaten bewegen sich langsam immer tiefer in das Innere des Schiffes. Noch immer hatten sie mit niemandem Kontakt. Doch dann ist es so weit. Als sie einen großen Raum betreten, sehen sie viele Personen sitzend und liegend im Raum verteilt. Zuerst sind die Männer erschrocken, auf einmal so viele Leute zu sehen, doch nach einer Weile werden sie misstrauisch. Irgendwas stimmt hier nicht. Niemand bewegt sich. Als sie sich der ersten Person nähern, erkennen sie sofort, dass sie ein menschliches Aussehen hat. Es scheint eine Frau zu sein. Und es sieht so aus, als ob sie tot wäre. Dann schauen sie sich die anderen Personen an, die aus Frauen und Männern bestehen und vermutlich alle tot sind. Die Spezialeinheit verlässt vorerst wieder das Schiff, bis man weiß, wie man weiter vorgehen will.
Wenn wirklich alle im Schiff tot sind, ist auch klar, warum sich niemand am Eingang gezeigt hat. Vermutlich wurde das Raumschiff auf den Flug zur Erde vorprogrammiert und alles lief unterwegs automatisch ab. Doch woher kommen diese Menschen? Dieses Raumschiff kann nicht von der Erde stammen, da es technisch weit Überlegen ist. Und warum sind diese Leute tot? Die Männer der Spezialeinheit kommen sofort in Quarantäne, als sie das Raumschiff verlassen, um sie dort zu untersuchen. Nachdem man nichts Auffälliges an ihnen festgestellt hat, werden in jeden Eingang des Schiffes eine neue Einheit Soldaten geschickt, die Ärzte und Wissenschaftler hineinbegleiten. Jeder Raum wird gründlich untersucht, was bei dem großen Schiff einige Zeit dauern wird. Schließlich will man jedoch so viel Informationen wie möglich über die Besucher herausfinden und vor Überraschungen sicher sein. Möglicherweise findet man doch noch einen Überlebenden, was allerdings nicht der Fall sein wird. Alle Insassen des Schiffes sind tot, wie sich später herausstellt. Die Toten werden alle aus dem Raumschiff geholt und weggebracht, wo sie aufbewahrt und untersucht werden. Man möchte unbedingt herausfinden, woran sie gestorben sind.
Unterdessen durchsucht man weiterhin penibel das Raumschiff. Die ganze Technik des Schiffes ist für die hiesigen Ingenieure Neuland. Sie ist derer auf der Erde weit voraus. Es wird eine ganze Weile dauern, bis man sie verstehen wird. Vorerst allerdings wird weiterhin nach brauchbaren Hinweisen gesucht, die Aufschluss über die Besucher bringen könnten. Alles, was interessant erscheint, wird in einer zentralen Stelle zusammengetragen, wo es dann genauer untersucht wird. Als man einige gefundene Schriftstücke betrachtet, fällt sofort auf, dass sie als Buchstaben eigene Zeichen verwenden. Trotzdem wird jede Seite nachgeschaut, um keinen Hinweis zur Identität der Besucher zu übersehen. Bis tatsächlich etwas gefunden wird, was für Aufsehen sorgt. Man findet ein Buch mit Hieroglyphen, wie sie auch bei alten Kulturen auf der Erde zu finden sind. Außerdem sind einige Grafiken vorhanden, die Sternenkarten ähnlich sehen. Sind das die ersten Hinweise, woher das Raumschiff kommt?
Einige Zeit später kommt eine Meldung von der Raumfahrtbehörde, dass vom Raumschiff ein kontinuierliches Signal ausgesendet wird. Kurze Zeit später empfängt man ein unbekanntes Signal aus dem Weltraum mit der gleichen Frequenz. Möglicherweise kommuniziert das Schiff mit seiner Heimat. Vielleicht gibt es Bescheid, dass es angekommen ist. Angestrengt wird daraufhin so schnell wie möglich versucht herauszufinden, welchen Weg die Signale nehmen. Was auch immer sie wirklich bedeuten mögen, zumindest kann es ein erneuter wichtiger Hinweis sein, woher die Besucher kommen könnten.
Der Flug
Inzwischen ist einige Zeit vergangen und das Signal wurde lokalisiert. Man weiß zumindest, aus welcher Richtung es kommt. Um den genauen Ursprungsort zu finden, bleibt allerdings nur ein Flug in die Richtung, woher es kommt. Dafür bräuchte man aber ein geeignetes Raumschiff, dass einem dorthin bringt. Da es im Moment auf der Erde jedoch kein solches Raumschiff gibt, hat man die besten Ingenieure und Wissenschaftler damit beauftragt, ein solches zu entwickeln. Es muss schnell sein und für eine möglicherweise lange Reise geeignet sein. Außerdem soll es mit einer kleinen Besatzung auf den Weg gebracht werden. Dieses Projekt hat momentan oberste Priorität. Es wurden bereits zwei Astronauten für diese Mission ausgesucht, die inzwischen auf ihren Flug vorbereitet werden. Mehr will man nicht auf die Reise schicken, um Ressourcen zu sparen. Die beiden Freiwilligen, die sich auf die Reise machen werden, sind Doris und Bernd.
Unterdessen werden weiterhin Informationen über die Herkunft des Schiffes gesammelt, um die beiden Astronauten mit möglichst viel Informationen zu versorgen. Zudem wird vermutet, dass die Besatzung des fremden Raumschiffes möglicherweise durch eine gefährliche Strahlung gestorben ist, welche die innere Zellstruktur verändert hat. Interessant dabei ist jedoch, dass die toten Körper noch so gut erhalten sind, obwohl sie wahrscheinlich schon länger tot sind. Vielleicht hatte die vermutete Strahlung Einfluss auf den Verfall der Körper. Man hofft, durch den Flug zurück zum Ausgangspunkt des fremden Raumschiffes, neue Erkenntnisse zu finden.
Eines Tages ist es dann so weit. Das neue Raumschiff ist fertiggestellt. Es stellt eine Revolution der Raumfahrt dar, da es eine komplette Neuentwicklung darstellt. Mit herkömmlichen, konventionellen Antrieben hätte man diese Reise nicht machen können. Da dieses Projekt jedoch oberste Priorität hat und alle wichtigen Leute daran mitwirkten, wurde ein Raumschiff entwickelt, das einen komplett neuen Antrieb enthält. Dieser erzeugt so starke Magnetfelder, die den Raum um das Raumschiff so verändert, sodass es beschleunigt wird. Das Schiff kann somit eine vorher kaum für möglich gehaltene Geschwindigkeit erreichen. Einige kleinere Testflüge haben gezeigt, dass das Schiff für seine Aufgabe bereit ist.
Die beiden Astronauten haben sich bereits von ihren Angehörigen verabschiedet und befinden sich nun in ihrem Raumschiff. Nachdem alle Instrumente noch mal überprüft wurden, warten alle gespannt auf die Startfreigabe. Als diese erteilt wird, schalten Doris und Bernd die Antriebe ein und heben langsam ab. Dann beschleunigen sie stetig das Raumschiff, bis sie aus der Atmosphäre ausgetreten sind. Jetzt erst beschleunigen sie auf die volle Geschwindigkeit. Die Richtung wurde vor dem Start schon einprogrammiert, kann jedoch jederzeit korrigiert werden. Man muss jederzeit auf Hindernisse auf der Flugbahn vorbereitet sein. Dieses überwachen hauptsächlich Sensoren, die entsprechend Ausweichmanöver einleiten. Ganz wichtig ist auch, dass man das Signal nicht verliert, welches das Raumschiff zu seinem Ziel führen soll. Nur dadurch kann man den Ausgangspunkt des Signals finden und somit möglicherweise die Heimat der fremden Besucher.
Somit sitzen die beiden Astronauten im Cockpit und beobachten gleichzeitig die Daten des Computers und die Umgebung des Schiffes. Noch sind sie ein wenig aufgeregt und sind sich nicht ganz sicher, ob das Schiff die Reise überstehen wird. Doch je länger der Flug dauert, desto zuversichtlicher werden sie. Nach und nach vertrauen sie ihrem Raumschiff immer mehr. Zu Beginn der Reise wechseln sie sich im Cockpit mit der Überwachung des Fluges ab. Doch schon bald vertrauen sie ihrem Schiff so sehr, dass sich zeitweise niemand im Cockpit befindet. Sie verlassen sich in erster Linie auf die Sensoren und den Bordcomputer.
Sie sind bereits schon lange unterwegs und der Alltag hat die beiden fest im Griff. Das Raumschiff fliegt weiterhin, dem Signal folgend, auf sein Ziel zu. Der Energieverbrauch hält sich in Grenzen, da sie im Moment nur für Kurskorrekturen den Antrieb benötigen. Anhand der Signalstärke erkennen die beiden, dass sie sich der Quelle des Signals immer weiter nähern.
Eines Tages erreichen sie ein neues Sonnensystem, in das sie hineinfliegen. Das Signal hat bereits deutlich an Stärke zugenommen und die Richtung wird immer deutlicher erkennbar. Sie dürften nicht weit von der Signalquelle entfernt sein. Die Geschwindigkeit ihres Raumschiffes haben sie bereits gedrosselt und nähern sich immer weiter ihrem Ziel. Bis das Schiff direkt auf einen Planeten zusteuert, auf dem das Signal seinen Ausgangspunkt haben müsste. Doris und Bernd sind sich sicher, dass sie ihr Ziel bald erreicht haben werden.
Die andere Welt
Doris und Bernd folgen mit ihrem Raumschiff weiterhin dem Signal und kommen dadurch dem Planeten immer näher. Sie nähern sich der Oberfläche und fliegen über sie hinweg, um die Signalquelle zu finden. Es ist ein erdähnlicher Planet, der zwar keine größeren Ozeane besitzt, dafür aber riesige Flüsse, die den Planeten durchziehen. Auch scheint er kleiner, als die Erde zu sein. Sie sehen einzelne Städte und Siedlungen beim Überflug, erkennen jedoch kein Anzeichen von Betriebsamkeit auf der Oberfläche. Auch keine fremden Raumschiffe oder andere Flugobjekte sind sichtbar. Das wäre doch für eine hoch entwickelte Zivilisation sehr außergewöhnlich.
Das Signal wird immer stärker. Die beiden Astronauten nähern sich einer größeren Stadt und überfliegen diese vorsichtig. Dann nähern sie sich einem Platz, auf dem eine riesige Antennenanlage steht. Das müsste die Signalquelle sein, nach der sie suchen. Sofort halten beide nach einem geeigneten Landeplatz in der näheren Umgebung Ausschau. Als sie einen gefunden haben, setzen sie auch gleich zur Landung an. Danach setzt Bernd einen Funkspruch an die Erde ab, dass sie ihr Ziel erreicht haben.
Doris und Bernd bleiben noch eine Weile in ihrem Cockpit sitzen und beobachten die Umgebung außerhalb des Schiffes. Sie schauen sich auch die Messdaten der Außensensoren an. Die Zusammensetzung der Atmosphäre ist fast wie auf der Erde und die Temperatur ist angenehm. Die Schwerkraft scheint geringer als auf der Erde zu sein, was auf die Größe des Planeten zurückzuführen ist. Somit könnten sie also jederzeit das Raumschiff verlassen, auch ohne Raumanzug. Es könnte allerdings passieren, dass sie sich mit irgendwelchen fremden Bakterien oder Ähnlichem anstecken. Da allerdings auch ihr Sauerstoff begrenzt ist, entscheiden sie sich für das Risiko und verlassen somit ihr sicheres Raumschiff.
Draußen ist es angenehm warm und die Luft lässt sich gut atmen. Die Sonne scheint von einem fast wolkenlosen Himmel. Das Einzige, dass Doris und Bernd sofort bemerken, ist die geringere Schwerkraft, die sie gleich als angenehmer empfinden, als auf der Erde. Das Gehen fällt ihnen sichtlich leicht. Noch immer ist niemand zu sehen. Die ganze Umgebung sieht wie ausgestorben aus. Nichts Auffälliges bewegt sich und diese unheimliche Stille gefällt den beiden überhaupt nicht. Dennoch gehen sie vorsichtig weiter auf die Antennenanlage zu. Da diese in Funktion ist, hoffen sie dort jemanden anzutreffen. Als sie dort ankommen, betrachten sie erst einmal kurz die riesige Anlage. Dann fangen sie an die Anlage zu durchsuchen, in der Hoffnung, dass sie jemand finden. Aber nirgends ist jemand zu sehen. Auch lautes Rufen bleibt ohne Erfolg. Vielleicht funktioniert auch diese Antennenanlage automatisch, wie das fremde Raumschiff auf der Erde. Was nun?
Doris und Bernd entscheiden sich weiter ins Zentrum der Stadt zu laufen, um doch noch irgendjemanden zu finden. Doch wohin sie auch gehen, sie können niemanden finden. Wenn wirklich niemand mehr da wäre, dann wären sie auf sich allein gestellt. Dann wird es Zeit, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Man will so viel Informationen über den Planeten und dessen Bevölkerung zu sammeln. In einiger Entfernung erkennen sie ein paar interessante Gebäude, die sie sich genauer ansehen wollen. Dort angekommen bemerken sie eine sehr große Halle. Sie gehen hinein und sehen ein großes Raumschiff darin untergestellt. So wie alles herum aufgebaut ist, hat es den Anschein, dass es hier zur Ausstellung steht. Da natürlich keiner der beiden die Schrift auf den Schildern in dem Gebäude lesen kann, kann man nur spekulieren, was für eine Bedeutung das Schiff haben könnte.
Sie gehen weiter und durchsuchen die angrenzenden Bauten. Es ist vieles ähnlich, wie es auch auf der Erde ist, nur etwas futuristischer und natürlich moderner. Auf einmal betreten die beiden einen Gebäudekomplex, der wirklich interessant aussieht. Überall sind scheinbar Computer und riesige Datenspeicher aufgestellt. Es könnte sich um ein Rechenzentrum oder Ähnliches handeln. Oder ist es vielleicht eine moderne Bibliothek? Das wäre zwar ein absoluter Volltreffer, was den beiden allerdings nicht weiterhilft, weil sie die Technik und die Sprache nicht verstehen. In der Hoffnung, doch noch etwas Interessantes zu finden, durchforsten sie die dazugehörigen Räume etwas gründlicher. Bis sie in einen kleineren Raum gelangen, der sie im ersten Moment sprachlos macht. Im ganzen Raum stehen Regale, die mit Büchern gefüllt sind. Voller Neugierde gehen Doris und Bernd die Regale entlang und schauen sich die Bücherreihen an. Plötzlich stößt Doris auf ein Buch mit Hieroglyphen auf dem Umschlag, wie schon eines im fremden Raumschiff auf der Erde gefunden wurde. Sie zieht es heraus, um es sich genauer anzusehen. Es scheint ganz mit diesen Hieroglyphen geschrieben zu sein. Dann ruft sie Bernd, um ihn über ihren Fund zu informieren. Sogleich fangen beide an, nach solchen Büchern zu suchen. Diese könnten dann übersetzt werden, um dadurch hoffentlich einiges über den Planeten und ihrer Bevölkerung in Erfahrung zu bringen. Nachdem Doris und Bernd die Regale nach brauchbaren Büchern durchsucht haben, besorgen sie sich einige Taschen, in denen sie die Bücher mit in ihr Raumschiff nehmen können. Es sind auch Bücher dabei, dessen Schrift sie zwar nicht lesen können, jedoch reichlich bebildert sind. Auch das kann hilfreich sein.
Die beiden nehmen die ausgesuchten Bücher mit und verlassen das Gebäude. Sie gehen direkt zu ihrem Schiff zurück, um die Bücher dort abzulegen. Wie sollen sie jetzt weiter vorgehen. Weder Doris noch Bernd können die Hieroglyphen entziffern. Die ganzen Schriften mit dem Computer übersetzen zu lassen, würde ewig dauern. Vielleicht sollten sie sich erst einmal die bebilderten Bücher ansehen. Möglicherweise hilft ihnen das schon weiter.
Nachdem sie mit der Erde Kontakt aufgenommen haben, um die Bodenstation über ihre Erlebnisse zu informieren, nehmen sie sich auch gleich die ersten Bücher vor. Sie konzentrieren sich in erster Linie auf die Bilder darin. Anhand der Bilder können sie vermuten, welches Thema das Buch behandelt. Allein nur diese Bilder zeigen ihnen eine für sie fremde Welt. Man sieht die ganzen vielen Leute, die hier eigentlich leben sollten. Nicht nur deren eigener Planet, sondern scheinbar auch fremde Planeten mit unbekannten Wesen sind auf manchen Bildern zu sehen. Raumschiffe, die zahlreich durch das Weltall ziehen, die aber weder Doris noch Bernd unterwegs gesehen haben.
Doch dann hat Bernd ein Buch in der Hand, auf dem tatsächlich die Erde abgebildet ist. Neugierig betrachtet er die folgenden Abbildungen. Er erkennt zwar eindeutig Menschen, jedoch scheinen diese einer höheren Zivilisation anzugehören. Auch das Raumschiff, das in der Halle steht, welches sie entdeckten, ist auf einigen Bildern zu erkennen. Stammen die Bewohner dieses Planeten womöglich von der Erde? Da er dieses Buch nicht lesen kann, muss er erst die Übersetzung abwarten, um Näheres zu erfahren. Er legt es beiseite und nimmt sich das nächste Buch.
Da meldet sich Doris, dass sie ein Buch mit einer interessanten Stelle gefunden hat. Auf mehreren Bildern erkennt man etwas, dass wie ein Asteroidenkrater aussieht. Viele Leute sind ebenfalls darauf zu erkennen, die sich dort versammeln und ihn bestaunen. Auch Wissenschaftler mit Messgeräten machen sich an dem Krater zu schaffen. An darauf folgenden Bildern sind die Wissenschaftler in spezieller Schutzkleidung zu sehen. Danach kommen Bilder mit einigen Toten, die scheinbar wahllos in direkter Umgebung herumliegen. Später sieht man noch mehr Tote, allerdings an den verschiedensten Orten. Was hat das zu bedeuten? Hat es vielleicht mit dem Verschwinden der Bevölkerung zu tun? Doris und Bernd betrachten sich die Bilder ganz genau und versuchen herauszufinden, wo sich dieser sonderbare Krater befindet. Nachdem sie eine Landkarte im Buch gefunden haben, die auf den Fundort hinweisen könnte, beschließen die beiden, die Stelle zu suchen. Da jedoch bereits die Nacht auf dem Planeten angebrochen ist, wollen Doris und Bernd sich erst am nächsten Morgen auf die Suche nach dem Krater begeben.
Der Asteroidenkrater
Als der Morgen anbricht, starten die beiden Astronauten ihr Raumschiff und versuchen anhand der gefundenen Landkarten die Einschlagstelle zu finden. Sie orientieren sich hauptsächlich an den riesigen Flüssen, die sich über die Landschaft ziehen. Allmählich nähern sie sich der Stelle, die auf der Landkarte markiert ist. Gespannt beobachten sie die Gegend nach dem gesuchten Krater. Nach einer Weile scheinen sie ihn entdeckt zu haben. Sie gehen langsam tiefer und beobachten die Umgebung. Dann setzen sie zur Landung in der Nähe des Kraters an.
Doris und Bernd steigen aus, um sich den Krater näher anzusehen. Sie haben Messinstrumente mitgenommen, um die Umgebung auf außergewöhnliche Werte zu untersuchen. Doch sie können nichts Derartiges feststellen. Noch einmal schaut sich Bernd die Bilder in dem Buch genau an. Zweifellos sind sie hier richtig am gesuchten Krater. Doch was genau messen die Wissenschaftler auf den Bildern? So wie es aussieht, scheinen diese irgendeine Strahlung zu messen. Wieso aber misst Bernd keine außergewöhnliche Strahlung? Gibt es keine oder kann sein Messinstrument diese nicht messen?
Nicht weit von ihrem Standpunkt aus sehen die beiden ein Gebäude. Doris ist sich sicher, dass es auf einem der Bilder zu erkennen ist. Doris und Bernd wollen es sich genauer anschauen, um vielleicht einige Informationen über die Geschehnisse damals zu finden. Als sie dort ankommen, entdecken sie, dass die Wände aus speziellem Material gefertigt sind. Sie gehen hinein und finden dort viele technische Geräte, die überall herumstehen. Bernd schaut sich die kleineren Geräte genauer an. Dann erkennt er eines jener Messinstrumente, die auch auf den Bildern im Buch abgebildet sind. Es sieht moderner aus, als die anderen. Bernd vermutet, dass es eine Neuentwicklung sein könnte. Er schaut sich das Gerät näher an und versucht herauszufinden, wie es funktioniert. Vorsichtig drückt er auf einen markanten Schalter an der Seite des Gerätes. Plötzlich leuchtet das Gerät auf. Bernd ist im ersten Moment leicht erschrocken. Die Skala, die auf der Oberfläche sichtbar ist, leuchtet fast bis zum Anschlag auf. Gleichzeitig ertönt dazu noch ein entsprechendes akustisches Signal. Bernd hat eine Vorahnung. Er geht mit Doris nach draußen. Wieder betätigt er das Messinstrument, doch diesmal leuchtet die Skala bis zum Anschlag. Auch der Signalton ist viel lauter als vorher. Bernd hatte das schon vermutet. Er geht noch mal in das Gebäude zurück und holt sich noch eins von diesen Messgeräten. Danach geht er mit Doris zum Raumschiff zurück und erzählt ihr unterwegs, was er vermutet.
Die Rückkehr
Sie fliegen mit ihrem Raumschiff zurück in die Stadt, in der sie zuvor waren. Bernd verlässt leicht angespannt das Schiff und schaltet sogleich das mitgenommene Messgerät ein. Selbst hier, so weit weg vom Einschlagskrater, ist die Skala bis zur Hälfte beleuchtet. Das war es, was Bernd befürchtet hatte. Wenn das Messinstrument eine möglicherweise gefährliche Strahlung anzeigt, ist sie auch hier noch vorhanden. Vielleicht sogar auf dem ganzen Planeten. Das würde auch das Verschwinden der Bevölkerung erklären. Sie sind vermutlich alle tot.
Doris und Bernd versuchen nachzuvollziehen, was damals passiert ist. Es sieht so aus, als ob der Asteroidenkrater die Quelle der Strahlung ist. Somit stürzte also ein Asteroid auf den Planeten, dessen Zusammensetzung eine gefährliche Strahlung aussendet. Beim Einschlag wurde dadurch die ganze Umgebung verstrahlt. Nach einiger Zeit war dann der gesamte Planet damit belastet. Doch warum hatte niemand die gefährliche Strahlung rechtzeitig bemerkt, sondern erst, als es wahrscheinlich schon zu spät war? Das könnten die neuartigen Messgeräte beantworten. Diese Art der Strahlung war bisher unbekannt und mit den vorhandenen Messgeräten nicht nachweisbar. Erst als es die ersten Toten in der direkten Umgebung gab und später weitere im Umland, versuchte man herauszufinden, was die Ursache sein könnte. Bis man herausfand, dass es eine Art Strahlung sein müsste, brauchte man jedoch erst ein Gerät, um diese nachweisen zu können. Doch bis dahin war es schon zu spät, da vermutlich jeder schon der Strahlung ausgesetzt war. Einige von ihnen wollten noch rechtzeitig fliehen, doch auch für sie war es bekanntlich schon zu spät.
Doris und Bernd haben sich dazu entschlossen, den Planeten zu verlassen. Sie starten erneut ihr Raumschiff und fliegen wieder Richtung Erde. Unterwegs schicken sie noch einen Funkspruch zur Erde, dass sie zurückkehren. Außerdem wollen sie noch ihre Erkenntnisse übermitteln, die sie in letzter Zeit erlangt haben. Sie wissen zwar, dass ihre Nachricht lange unterwegs sein wird, dennoch wollen sie sicher sein, dass diese wichtigen Informationen auf der Erde ankommen. Schließlich kann niemand wissen, ob sie mit ihrem Raumschiff sicher auf der Erde ankommen werden. Sicherheitshalber speichern sie noch zusätzliche Film- und Tonaufnahmen ab, die im Notfall abgerufen werden können. Daraufhin setzen sich beide erst einmal gemütlich ins Cockpit und schauen hinaus. Dabei kommt ihnen die Frage, warum die flüchtenden Bewohner ausgerechnet zur Erde wollten. Sie vermuten, dass die Lösung in den Büchern mit den Hieroglyphen steht. Wenn sie identisch mit denen auf der Erde sind, müssten sie schon einmal Kontakt gehabt haben. Vielleicht gab es ja bereits eine Hochkultur auf der Erde. Und möglicherweise sind auch sie einst aufgebrochen, um eine neue Welt zu finden oder mussten vor einer Katastrophe fliehen. Ist womöglich das Raumschiff, das in dieser Halle steht, vielleicht das Schiff, mit dem die ersten Siedler angekommen sind? Sind sie womöglich genauso Menschen wie wir und kommen von der Erde? Dann wäre auch klar, warum sie dorthin wollten. Sie wollten dorthin zurück, von wo sie einst kamen. Man muss nicht erst einen passenden Planeten suchen, wenn man weiß, wo einer ist.
Bernd und Doris sitzen noch immer im Cockpit und sehen den vorbeiziehenden Sternen nach. Sie haben noch eine lange Reise vor sich. Dann schauen sich beide in die Augen, als ob sie im Moment an das gleiche denken. Sie wissen, dass sie auf dem fremden Planeten die ganze Zeit, ohne es vorher zu wissen, dieser unbekannten Strahlung ausgesetzt waren. Es ist mit Sicherheit diese Strahlung, welche die Bevölkerung auf dem Planeten ausgelöscht hat. Somit sind auch sie durch diese Strahlung belastet. Das heißt, dass auch sie wahrscheinlich die Erde niemals wieder sehen werden.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2026.
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