Die Ankunft
Lukas kommt gerade von der Arbeit nach Hause und freut sich auf das bevorstehende Wochenende. Da im Moment herrliches Wetter herrscht, kann man die langen Sommertage ausführlich genießen. So setzt er sich nach draußen und genießt die Abendsonne. Er fragt noch ein paar Bekannte aus der Nachbarschaft, ob sie ihm noch ein wenig Gesellschaft leisten wollen. Gleich darauf sitzt eine kleine Gruppe bei Lukas und lässt den Tag in fröhlicher Runde ausklingen. Als alle Gäste wieder gegangen sind, bleibt Lukas noch ein wenig sitzen und blickt in den wolkenlosen Sternenhimmel. Immer wieder ist er von den vielen, hell leuchtenden Sternen fasziniert. Dabei stellt er sich die Frage, was es da draußen wohl noch so alles geben wird. Doch irgendwann ist auch für Lukas die Zeit gekommen, um ins Bett zu gehen.
Es ist kurz nach Mitternacht, als er auf einmal draußen laute Stimmen hört. Da klingelt auch schon jemand an der Tür. Lukas denkt sofort, dass irgendetwas passiert ist, und steht auf. Er geht zur Tür, um nachzuschauen, was dort draußen los ist. Da sieht er auch schon einige Leute auf der Straße stehen, die zum Himmel schauen. Einer von ihnen zeigt dabei in eine bestimmte Richtung. Lukas versucht daraufhin, selbst zu erkennen, auf was die ganzen Blicke gerichtet sind. Da erkennt er am Horizont ein kleines Licht, das sich gerade zu entfernen scheint. Es ist ein weißes Licht, mit bläulichem Schimmer.
Als es nicht mehr zu sehen ist, fragt Lukas einen Nachbarn, ob er wüsste, was das war und was so besonders daran sei. Dieser erklärt Lukas, dass es sich um irgendein unbekanntes, fremdartiges Flugobjekt handeln müsste, das gerade über sie hinweg geflogen sei. Jede halbe Stunde würde es irgendwo am Himmel wieder auftauchen. Lukas weiß nicht, was er von dieser Aussage halten soll, und beschließt, mit den anderen Leuten auf der Straße zu warten. Wenn die Information stimmt, müsste das Objekt ja bald wieder vorbeikommen. Das will er natürlich nicht verpassen.
Unterdessen unterhält sich Lukas mit den anderen Leuten, bis die halbe Stunde um ist. Intensiver wird jetzt wieder der Himmel beobachtet und Ausschau nach diesem Objekt gehalten. Kurze Zeit später ruft auch schon jemand, dass er es entdeckt hat. Alle schauen daraufhin in die angezeigte Richtung. Diesmal fliegt es allerdings in einiger Entfernung am Horizont entlang. Lukas kann es dennoch einigermaßen gut erkennen und beobachtet dieses ungewöhnliche Flugobjekt mit fragenden Augen. Auch er hat so etwas noch nie zuvor gesehen. Rasch macht er noch ein paar Fotos von diesem Flugobjekt, bevor es auch schon wieder aus den Augen verschwindet.
Wieder stehen die Leute aufgeregt auf den Straßen und reden miteinander. Es werden immer mehr Menschen, die sich im Freien versammeln. Sie werden von anderen Leuten darüber informiert und begeben sich daraufhin nach draußen. Vereinzelt hört Lukas auch, dass die Medien vereinzelt angefangen haben, über das Ereignis zu berichten. Bald wird es das Gesprächsthema Nummer eins sein.
Während sich die Leute weiterhin auf der Straße über das fremde Objekt unterhalten, wartet Lukas auf den nächsten Vorbeiflug. Noch immer ist er etwas irritiert von diesem Ereignis. Er hofft, bald mehr darüber zu erfahren. Da hört er plötzlich wieder jemanden rufen und in eine bestimmte Richtung zeigen. Alle Augen richten sich daraufhin auf einen kleinen, hellen Punkt am Horizont. Schnell erkennt Lukas, dass der Punkt immer größer wird und genau auf ihn zuzukommen scheint. Gespannt wartet er auf das immer näher kommende Objekt. Je näher es kommt, je deutlicher ist dieses außergewöhnliche Flugobjekt zu erkennen. Es ist wirklich riesig. Nach einer Weile fliegt es dann tatsächlich direkt über Lukas hinweg. Fasziniert von diesem Flugobjekt macht er noch einige Fotos. Die anderen Anwesenden sind ebenfalls überwältigt von diesem ungewöhnlichen Ereignis und halten das Ganze in Bildern fest. Doch kurze Zeit später ist das Objekt auch schon wieder am Horizont verschwunden.
Lukas beschließt für einen Moment nach drinnen zu gehen, um zu erfahren, was die Medien inzwischen darüber berichten. Vielleicht weiß man inzwischen mehr über das Objekt und es gibt eine plausible Erklärung. Doch in den Medien wird zwar vereinzelt von der Sichtung berichtet, allerdings ohne irgendwelche Erkenntnisse darüber zu haben, worum es sich dabei handeln könnte. Da Lukas bereits völlig übermüdet ist, beschließt er, wieder ins Bett zu gehen. Er ist gespannt, was bei der Geschichte herauskommt.
Als Lukas aufwacht, fällt ihm sofort wieder dieses fremdartige Flugobjekt ein. Zuerst begibt er sich erneut nach draußen auf die Straße, wo sich weiterhin Menschen befinden. Lukas bekommt gesagt, dass das Objekt noch immer unterwegs ist und demnächst wieder vorbeikommen müsste. Und tatsächlich dauert es auch nicht lange, bis es in einiger Entfernung vorbeifliegt. Bei Tag kann man das Objekt natürlich besser sehen und Details sind genauer zu erkennen. Wieder sind alle fasziniert davon und rätseln immer noch, um was es sich hier handeln könnte.
Lukas macht sich Frühstück und verfolgt dabei die neuesten Nachrichten. Von überall auf der Welt gibt es bereits Meldungen von diesem Flugobjekt. Doch noch immer gibt es keine schlüssige Erklärung darüber. So hat sich Lukas das Wochenende wirklich nicht vorgestellt. Doch im Moment ist dieses fremde Objekt nun einmal das vorherrschende Thema. Und auch er brennt darauf, zu erfahren, um was es sich dabei handelt.
Bis zum Mittag beobachtet Lukas regelmäßig den Vorbeiflug, unterhält sich mit anderen Leuten auf der Straße und informiert sich in den Medien. Doch als ein weiterer Vorbeiflug ansteht und alle Ausschau nach dem Objekt halten, passiert nichts. Vielleicht kann man es diesmal einfach nicht sehen. Doch selbst eine Stunde später ist noch immer nichts zu sehen. Die Leute fragen sich, ob dieses Ding vielleicht einfach genau so schnell wieder verschwunden sei, wie es aufgetaucht war.
Lukas erfährt aus den Nachrichten, dass dieses Objekt seit geraumer Zeit regungslos über einer weiten, abgelegenen Hochebene steht. Die ersten Reporter sind gerade dort eingetroffen und berichten davon. Auch Lukas ist gespannt, was jetzt passieren wird. Einige Zeit später beginnt das Objekt sich langsam abwärts zu bewegen. Es nähert sich stetig immer weiter der Oberfläche, als ob es landen wollte. Je tiefer es kommt, je deutlicher ist auch dessen ungeheure Größe zu erkennen. Und tatsächlich setzt es auch schon kurze Zeit später auf. Das unbekannte Objekt ist gelandet und jeder der das Geschehen verfolgt, ist gespannt darauf, was nun passieren wird. Doch vorerst passiert nichts.
Lukas sitzt daheim und verfolgt aufmerksam die Bilder von der Landestelle. Immer mehr Reporter und wichtige Persönlichkeiten treffen dort ein. Aber auch Militär ist bereits anwesend und umstellt das riesige Flugobjekt. Noch ist zwar alles ruhig, doch eine gewisse Spannung liegt schon in der Luft. Ein geheimes Flugobjekt kann es wohl kaum sein, wenn es hier so seelenruhig in der Öffentlichkeit landet. Ist es vielleicht doch von einer anderen Welt?
Endlich tut sich etwas. Auf einer Seite des Objektes öffnet sich ein Tor und eine Rampe wird zum Boden herunter gelassen. Alle Kameras werden sofort auf diese Stelle gerichtet. Gespannt wartet Lukas, wie alle anderen die das Ereignis verfolgen, wer oder was dort gleich erscheinen mag. Und dann ist es auch schon soweit. Es erscheint ein Wesen, das zwar menschenähnliches Aussehen hat, dennoch mit Sicherheit nicht von dieser Welt sein kann. Es bleibt kurz an der Rampe stehen und geht diese dann hinab. Als es unten angekommen ist, bleibt es stehen. Vorsichtig nähert sich eine bestimmte Person diesem Wesen, um es zu begrüßen. Die Person bleibt vor dem Fremden stehen und reicht diesem die Hand. Dieser weiß zwar bestimmt nicht, was das bedeutet, antwortet jedoch erstaunlicherweise mit der gleichen Geste. Daraufhin ist eine gewisse Erleichterung und Entspannung zu spüren. Sogleich erscheinen noch ein paar weitere dieser Wesen und verlassen das Raumschiff. Sie machen dabei einen ruhigen und entspannten Eindruck. Wer immer diese Fremden sind und woher sie auch kommen mögen, sie scheinen friedliche Absichten zu haben.
Das Raumschiff steht noch immer inmitten dieser abgelegenen Hochebene. Es scheinen sich noch mehr dieser Fremden im Inneren dieses riesigen Raumschiffes zu befinden, da immer wieder welche das Raumschiff verlassen und sich draußen umschauen. Man ist in ständigem Kontakt mit ihnen und versucht sich zu verständigen. Schließlich hat man so viele Fragen, die man beantwortet möchte. Nicht nur wer sie sind und woher sie kommen, sondern vor allem, warum sie ausgerechnet hier auf der Erde gelandet sind. Wollen sie uns nur kennenlernen oder hat es einen ganz anderen Grund?
Man hat dort bereits einige provisorische Unterkünfte errichtet, wo sich spezielle Fachleute mit der gegenseitigen Verständigung befassen sollen. Auch die Fremden wirken dabei effektiv mit. Sie haben dafür auch ein spezielles Übersetzungsgerät, das nur noch mit der hiesigen Sprache abgestimmt werden muss. So kann sich dann jeder Mensch mit den Fremden in Echtzeit verständigen. Dann wird sicherlich vieles geklärt werden.
Man hat es geschafft. Das Übersetzungsgerät hat die ersten Tests abgelegt und ist für den ersten Einsatz bereit. Das Gerät muss zwar weiterhin aktualisiert werden, was es aber durch ein bestimmtes Programm selber macht. So wird es mit der Zeit immer weiter perfektioniert. Und schon können die ersten Fragen gestellt und beantwortet werden. Damit jeder bei diesem historischen Ereignis dabei sein kann, will man dieses erste Gespräch zwischen einem der Fremden und einem Menschen, über die verschiedenen Medien direkt übertragen. Auch Lukas will sich das Ereignis nicht entgehen lassen und schaut sich das Ganze von Daheim an.
Das Gespräch, bei dem vermutlich fast die ganze Welt zusieht, beginnt zunächst etwas holprig. Doch mit der Zeit wird die Kommunikation immer besser und flüssiger. So stellt man sich zuerst gegenseitig die wichtigsten Fragen und versucht, diese zu beantworten. Die Zuschauer daheim verfolgen indessen aufmerksam und neugierig das Geschehen. Und auch Lukas ist überrascht von dem, was er da zu hören bekommt.
Nun hat man endlich einige wichtige Informationen von den Fremden. So weiß man jetzt auch, wo sich ihre Heimatwelt befindet. Sie mussten ihren Planeten verlassen, weil er durch eine Katastrophe unbewohnbar wurde. Seitdem sind sie unterwegs, um eine neue Heimat zu suchen. Als sie die Erde entdeckten, erkannten sie Gemeinsamkeiten mit ihrem Heimatplaneten, den sie Kara nennen. Somit nennen sie sich selber Karaner. Deswegen entschlossen sie sich die Erde genauer zu untersuchen und letztendlich zu landen. Auch sie waren froh darüber, dass sie so freundlich empfangen wurden. Sie wären natürlich froh darüber, wenn sie zumindest eine Zeit lang hierbleiben könnten. Dabei könnten sie sich von dem langen Flug etwas erholen und die Vorräte könnten aufgefüllt werden. Mit dem Wasser auf der Erde dürfte es keine Probleme geben. Und die einheimischen Pflanzen, die sie dabei haben, könnten sie hier anbauen und später ernten. Das einzige Problem wäre allerdings die Zusammensetzung der hiesigen Luft. Doch dafür gäbe es eine Lösung. Die Karaner könnten eine Art Gewächshaus bauen und die Luft darin so anreichern, dass sie die gleiche Zusammensetzung hat, wie auf Kara. So könnten die Pflanzen sich optimal entwickeln. Eine entsprechende Maschine dafür haben die Karaner in ihrem Raumschiff eingebaut. Sie selber haben zwar auch mit der hiesigen Luft Probleme beim Atmen, haben dafür allerdings auch eine vorübergehende Lösung gefunden. Mithilfe eines kleinen Gerätes geben sich die Karaner regelmäßig eine kleine Injektion eines bestimmten Stoffes, wenn sie sich außerhalb des Raumschiffes aufhalten. So kommen sie eine Zeit lang mit der hiesigen Luft zurecht.
Lukas ist erstaunt, wie schnell die Karaner alles durchdacht haben, obwohl sie noch nicht lange hier sind. Da sie jedoch sehr fortschrittlich sind, können sie sicherlich auch Probleme schnell erkennen und beheben. So planen sie wahrscheinlich auch schon weit im Voraus. Für Lukas hat das alles einen Sinn und dadurch findet er die Karaner auch alles andere als eine Bedrohung.
Die Siedlung
Die Karaner sind bereits einen Monat auf der Erde. Man ist damit einverstanden, dass die Karaner, zumindest vorläufig, hier bleiben können. So hat man auch schon damit begonnen, die geplanten Gewächshäuser zu errichten. Dabei arbeiten Menschen und Karaner zusammen an diesem Projekt. Die Arbeiten gehen dank der guten Zusammenarbeit zügig voran. Nach einiger Zeit hat man sich schon so aneinander gewöhnt, dass es keinen Unterschied mehr macht, woher man kommt. Hand in Hand wird das Projekt schließlich verwirklicht. Die moderne Technik der Karaner hat die Fertigstellung dabei definitiv beschleunigt.
Nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen sind, beginnen die Karaner damit, einige Pflanzen aus dem Raumschiff zu holen, und sie in den Gewächshäusern neu anzupflanzen. Die extra dafür installierte und angereicherte Luftzufuhr funktioniert bestens. Schon ein paar Tage später erkennt man, wie gut die Pflanzen sich entwickeln. Der nährstoffreiche Boden tut den Pflanzen sichtlich gut. Die Karaner freuen sich über den Erfolg und bedanken sich bei den Helfern über die Unterstützung.
Beide Seiten haben daraufhin festgestellt, dass sie friedlich und hilfsbereit miteinander klar kommen. So ist man gewillt, die Beziehungen auszubauen. Schließlich kann jeder von dem Wissen des anderen profitieren. Vor allem für die Menschen wäre es eine Bereicherung, da sie nicht so fortschrittlich sind wie die Karaner. Das neue Wissen würde den Fortschritt der Menschheit schneller voranbringen. Und letztendlich würde jeder auf der Erde davon profitieren.
Nach weiteren Beratungen ist man zu der Überzeugung gekommen, dass die Karaner für die Entwicklung auf der Erde von so großem Vorteil sind, dass man beschlossen hat, sie hier anzusiedeln. Man will ihnen dafür die Hochebene zur Verfügung stellen. Die Karaner werden über den Vorschlag informiert und sind damit einverstanden. Sie sind sogar froh darüber, vorübergehend zumindest, eine neue Heimat gefunden zu haben. Doch wäre es natürlich immer noch möglich, dass sie eines Tages weiterziehen, um vielleicht doch noch eine andere Welt für sich zu finden. Vorerst jedoch können sie hier auf der Erde bleiben.
Auf der Hochebene wird die Infrastruktur für die neue Siedlung vorbereitet. Diese Siedlung wird riesig werden, nachdem man herausgefunden hat, wie viel Karaner sich auf dem Raumschiff befinden. Dann ist noch das Problem mit der Luft. Da die Karaner eigentlich eine etwas andere Zusammensetzung ihrer Luft benötigen, will man das Problem auch gleich lösen. Man will versuchen, einzelne Siedlungen unter einer großen Kuppel zu errichten, in der dann eine eigene Atmosphäre herrschen soll. Diese Kuppeln werden dann miteinander durch einen Durchgang verbunden. Wenn sie nach draußen wollen, müssen sie durch eine spezielle Schleuse gehen, damit sich die Luft nicht vermischt. Alle sind sich klar darüber, dass dieses Vorhaben eine sehr große logistische und finanzielle Herausforderung sein wird und nur mit internationaler Zusammenarbeit zu bewältigen ist. Doch mithilfe der Karaner und ihrer fortschrittlichen Technik kommt man besser voran als gedacht. Auch hier ist dieser überlegene Fortschritt der Karaner nicht zu übersehen. Dieses Wissen ist für die Menschen Gold wert.
Es ist einige Zeit vergangen und die erste Siedlung ist fertiggestellt. Wie geplant steht diese innerhalb einer riesigen Kuppel. Die ersten Karaner können somit in ihr neues Zuhause einziehen. Und tatsächlich scheinen sich die ersten Bewohner sichtlich wohlzufühlen. Sie haben zwar nicht die Freiheit wie auf ihrem Heimatplaneten, dennoch allemal besser wie sich ständig im Raumschiff aufhalten zu müssen. Sie hatten ja schließlich während ihres Fluges ihre ganze Zeit ausschließlich darin verbracht.
Es gibt auch eine Einweihungsfeier, die auf der ganzen Welt übertragen wird. Es ist die erste Siedlung einer fremden Spezies auf der Erde. Auch Lukas schaut sich das Spektakel von Daheim aus an. Viel lieber wäre er jedoch dort gewesen und hätte es sich direkt angeschaut. Auch würde er gerne einmal einen Karaner treffen. Es würde ihn wirklich interessieren, wie diese so sind. Außerdem hätte er selber noch einige spezielle Fragen, die er ihnen gerne stellen würde. Doch sind dort an diesem Tag nur eine begrenzte Anzahl spezieller Gäste vor Ort. Soweit er jedoch erfahren hat, soll jeder irgendwann einmal die Möglichkeit haben, die Siedlung zu besuchen. Allerdings in begrenzter Anzahl und in einiger Entfernung zu der Siedlung. Man möchte nicht, dass sich die Karaner wie ein Ausstellungsstück fühlen, dass ständig beobachtet wird.
Nach der Fertigstellung der ersten Siedlung werden die Bauarbeiten für die nächsten beiden Siedlungen fortgesetzt. Zum Schluss wird alles zu einer einzigen Siedlung verbunden. Währenddessen wird beobachtet, ob die erste Siedlung den Anforderungen der Karaner gerecht wird, oder Änderungen vorgenommen werden müssen. Diese würde man dann bei den neuen Siedlungen gleich mit berücksichtigen.
Währenddessen ist man in ständigem Kontakt mit den Karaner, um mit deren Wissen den Fortschritt auf der Erde voranzutreiben. Dabei geht es unter anderem darum, ausreichend günstige und umweltbewusste Energie zur Verfügung stellen zu können. Man könnte mit deren Technik dann auch eigene Raumschiffe bauen. Aber auch medizinisches Wissen wäre eine große Bereicherung. Es gibt sicherlich kaum etwas, das nicht von dem Wissen der Karaner, in naher Zukunft unbeeinflusst bleiben wird.
Lukas hat sich inzwischen für einen Besuch der Siedlung angemeldet. Er muss sich dafür registrieren lassen und bekommt dann einen Termin vorgeschlagen. Wenn er diesen bestätigt, ist sein Besuch gebucht. Das Ganze kostet natürlich auch etwas. Lukas ist es das aber Wert. Er hat schließlich die Möglichkeit, leibhaftig eine fremde Spezies zu Gesicht zu bekommen. Allerdings ist sein Termin jedoch, aufgrund der hohen Nachfrage, erst in einem Jahr. Bis dahin wird der Bau der kompletten Siedlung womöglich schon ziemlich abgeschlossen sein. Umso mehr bekommt Lukas dann allerdings auch dort zu sehen.
Einige Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker und Karaner treffen sich, um die Industrie neu auszurichten. Durch das Wissen und die neuen Techniken der Karaner kann vieles anders und besser gemacht werden. Das wollen sich die Vertreter der Erde aneignen, um das Leben auf der Erde angenehmer zu gestalten. Die Karaner unterstützen das Ganze und haben keinerlei Bedenken ihr Wissen preiszugeben. Es hat sogar den Anschein, dass sie sich darüber freuen, den Menschen damit helfen zu können. Und mit welchem Einsatz sie sich dafür einsetzen, ist wirklich bemerkenswert.
Die Begegnung
Endlich ist es soweit. Am nächsten Morgen beginnt für Lukas die Reise zur großen Siedlung der Karaner. Er packt gerade seine Sachen und bereitet sich auf die bevorstehende Abreise vor. Zum Schluss kontrolliert er noch einmal, ob er auch wirklich nichts vergessen hat. Dann lässt er den Abend ausklingen. Er will heute früh ins Bett gehen, da er am nächsten Tag früh aufstehen muss.
Es ist noch sehr früh, als Lukas seine Wohnung verlässt. Er fährt direkt mit dem Bus zum Flughafen und wartet dort auf seinen Flug. Nachdem er im Flugzeug sitzt, versucht er sich noch etwas zu entspannen. Einige Zeit später kommt die Maschine am Zielflughafen an. Lukas verlässt den Flughafen und hält Ausschau nach einem bestimmten Bus. Dieser unternimmt nämlich die Fahrten zwischen dem Flughafen und dem Hotel, welches er gebucht hat. In diesem Hotel übernachten normalerweise alle Besucher der Siedlung, da es sich in unmittelbarer Nähe dieser befindet. Als der den richtigen Bus gefunden hat, steigt er auch sofort ein und fährt mit ihm zum Hotel. Als der Bus dort ankommt, traut Lukas seinen Augen nicht. Vom Hotel aus hat man einen direkten Blick auf die Siedlung. Sie ist zwar noch ein gutes Stück entfernt, dennoch hat man von hier aus einen sehr guten Überblick über das ganze Gelände. Auch das riesige Raumschiff der Karaner, dass gleich neben der Siedlung steht, ist gut zu erkennen. Lukas ist einfach nur begeistert.
Lukas begibt sich auf sein Zimmer und schaut sogleich zum Fenster hinaus. Auch von hier hat er einen direkten Blick auf die gesamte Siedlung. Nachdem er seine Sachen ausgepackt hat, nimmt er sein mitgebrachtes Fernglas und schaut hinüber zur Siedlung. Er versucht, dabei so viel wie möglich zu erkennen. Danach geht es zum Abendessen, wo er sich noch eine Weile mit weiteren Besuchern unterhält. Als er wieder auf seinem Zimmer ist, schaut er erneut in Richtung Siedlung. Da es bereits dunkel ist, sieht man die gesamte hell erleuchtete Siedlung. Für Lukas natürlich ein unvergessliches Bild.
Am nächsten Morgen ist es dann soweit. Lukas steht auf und begibt sich zum Frühstückstisch. Danach steht auch schon die Fahrt zur Siedlung an. Nachdem alle Besucher in ihre Busse gestiegen sind, kann es losgehen. Kurze Zeit später sind sie auch schon an ihrem Ziel angekommen. Es ist ein großer Platz, nicht weit von den Kuppeln entfernt. Das Ganze ist als eine große Aussichtsplattform ausgelegt, von der man bequem die Siedlung betrachten kann. Auch Lukas nimmt auf einem der Sitze Platz und schaut interessiert zu den Kuppeln hinüber. Um mehr zu erkennen, hat er sein Fernglas mitgenommen, das er auch gleich aus seiner Tasche holt. Neugierig schaut er damit auf die riesigen Kuppeln. Da diese wegen des Sonnenlichts durchsichtig sind, kann man auch ins Innere blicken. Dort ist die Siedlung in ein leicht grünliches Licht getaucht. Dennoch kann man teilweise die Karaner in ihrem neuen Zuhause beobachten. Man kann zwar von dem Aussichtspunkt nicht alles überblicken, doch man bekommt einen kleinen Einblick über das Geschehen in der Siedlung. Außerdem ist das riesige Raumschiff sehr gut zu sehen, dass sich direkt daneben befindet. Neugierig schaut sich Lukas das Ganze mit dem Fernglas genauer an, denn diese Gelegenheit muss er natürlich nutzen.
Lukas geht zu dem Gebäude am Rande des Platzes, wo er sich etwas zu trinken holt. Dann setzt er sich wieder gemütlich hin und beobachtet die Umgebung. Plötzlich fällt ihm etwas auf, das er sich genauer ansehen will. Er nimmt erneut sein Fernglas in die Hand und schaut damit auf eine bestimmte Stelle. Nachdem er sich eine Weile die Stelle angeschaut hat, kommt er zu dem Schluss, dass dort jemand liegen könnte. Was soll er jetzt tun? Soll er jemanden verständigen? Er ist sich aber auch nicht ganz sicher, ob sich da wirklich jemand befindet. Lukas schaut sich kurz um und nimmt seine Tasche. Man soll zwar das Besucherareal nicht verlassen, doch Lukas beschließt, selber nachzusehen. Er beeilt sich, zu der beobachteten Stelle zu kommen. Als er dort ankommt, sieht er tatsächlich jemanden regungslos am Boden liegen. Lukas hat gleich erkannt, dass es sich bei der Person um einen Karaner handeln müsste. Vorsichtig dreht er ihn um und erkennt, dass er noch am leben ist. Es scheint ihm jedoch überhaupt nicht gut zu gehen, sodass er kaum Luft zu bekommen scheint. Da es bis zur Siedlung nur noch ein kurzes Stück ist, beschließt Lukas, den Karaner dorthin zu bringen. Er probiert, ob und wie er ihn tragen kann, und geht dann los. Lukas versucht natürlich die Siedlung so rasch wie möglich zu erreichen, bevor es zu spät ist.
Endlich hat er es geschafft. Lukas hat die Siedlung erreicht und wird sogleich vom Sicherheitsdienst entdeckt. Die Siedlung wird nämlich gut bewacht, um Anschläge zu verhindern. Es gibt leider auch Menschen, welche die Karaner nicht gerne auf der Erde sehen. Es wäre ihnen lieber, wenn diese nicht da wären. So kommen ein paar dieser Mitarbeiter auf Lukas zu, um zu sehen, was los ist. Während Lukas einem Mitarbeiter die ganze Geschichte erzählt, tragen zwei anderen den Karaner direkt zu einem Eingang, der in die Kuppel führt. Dort wird dieser durch eine Schleuse ins Innere gebracht, wo er auch gleich abgeholt wird. Der Mitarbeiter bedankt sich bei Lukas, da er den Karaner vermutlich gerettet hat. Normalerweise dürfte Lukas das Gebiet zwar unangemeldet nicht betreten, doch in dem Fall ist das natürlich in Ordnung. So notiert der Mitarbeiter noch kurz die Personalien von Lukas, bevor er ihn bittet, wieder zu den anderen Besuchern zurückzukehren. Also macht sich Lukas wieder auf den Weg zurück. Zwischendurch macht er heimlich noch ein paar Bilder, denn so nahe wird er wahrscheinlich nie mehr an die Siedlung herankommen.
Als Lukas wieder zurück auf dem Platz ist, wird er von mehreren Besuchern angesprochen. Diese beobachteten das ganze Geschehen von der Ferne und wollten gerne wissen, was genau passiert ist. Lukas setzt sich erst einmal hin und erzählt dann kurz und bündig sein Erlebnis. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis es wieder zurück zum Hotel geht. Nach dem Abendessen setzt sich Lukas noch ein wenig nach draußen, bevor er auf sein Zimmer geht. Von dort beobachtet er bis in die Nacht hinein die Siedlung. Doch dann muss auch er ins Bett, da am nächsten Morgen die Heimreise ansteht.
Lukas ist inzwischen wieder daheim angekommen. Er kann jetzt sagen, die Siedlung der Karaner mit eigenen Augen gesehen zu haben. Durch sein kleines Abenteuer hatte er sogar direkten Kontakt mit einem. Doch nun beginnt wieder der Alltag. Doch immer wenn er Bilder von der Siedlung in den Medien sieht, kann er sagen, einmal selber dort gewesen zu sein. Er hätte gerne noch mehr Kontakt zu den Karanern, doch das ist allerdings im Moment nur bestimmten Menschen möglich. Wenn jeder Kontakt zu den Karanern suchen würde, wäre das für die relativ wenigen Karaner eine zu große Belastung. Karaner können zwar die Siedlung verlassen, jedoch kann man nicht die Siedlung mit Menschenmassen überfluten. Deswegen wird der Kontakt zwischen Menschen und Karanern in Grenzen gehalten.
Die Welt ist im Umbruch. Immer mehr Techniken der Karaner haben Einfluss auf das Leben auf der Erde genommen. Sehr viele Arbeiten werden effizienter ausgeführt als früher. Es steht nun viel mehr Energie zur Verfügung, die außerdem noch umweltfreundlich ist. Vor allem technisch, aber auch medizinisch werden enorme Fortschritte gemacht. Das Leben auf der Erde wird dadurch erleichtert und die Armut geht langsam zurück. Alle sind den Karanern dankbar, dass sie die Menschen mit ihrem Wissen so unterstützen. Dies hat der Menschheit einen rasanten Fortschritt gebracht.
Das Treffen
Lukas ist gerade beim Einkaufen. Jedes Mal wenn er in der Stadt unterwegs ist, fällt es ihm erneut auf, wie viel sich bereits verändert hat. Es hat sich bereits so viel in relativ kurzer Zeit geändert, dass selbst Lukas über diese vielen technischen Errungenschaften staunt. Manchmal fühlt er sich sogar wie in einer anderen Welt.
Als Lukas nach Hause kommt, sieht er, dass er eine Nachricht bekommen hat. Als er den Absender erkennt, fragt er sich, was die von ihm wollen. Die Nachricht ist von der Behörde, die für die Belange der Karaner zuständig ist. Neugierig schaut sich Lukas die Nachricht an. Es wird ihm darin im Namen der Karaner dafür gedankt, dass er sich um einen ihrer Leute gekümmert hat. Vermutlich hat er ihm sogar das Leben gerettet. Als Dank dafür wird er in die Siedlung eingeladen, wo ihm Xela persönlich noch für seinen Einsatz danken möchte. Lukas kann es zuerst nicht glauben, erneut die Siedlung besuchen zu dürfen. So wie es aussieht, darf er sogar in die Siedlung hinein. Das wäre natürlich ein Erlebnis, das nur wenigen Menschen vorbehalten ist. Da würde er bestimmt einige Karaner treffen, mit denen er sich ein wenig unterhalten könnte. Doch wer ist Xela?
Es ist wieder soweit. Lukas macht sich erneut auf den Weg zur Siedlung. Seine Unterkunft befindet sich im selben Hotel wie letztes Mal. Die Reservierung wurde für ihn übernommen, sodass er in kurzer Zeit ein Zimmer bekam. Nachdem Lukas dort angekommen ist und sein Gepäck auf sein Zimmer gebracht hat, setzt er sich noch ein wenig nach draußen. Nach dem Abendessen und ein paar netten Gesprächen geht Lukas auf sein Zimmer und schaut zur hell erleuchteten Siedlung hinüber. Morgen wird er dort drüben zu Gast sein.
Am nächsten Morgen steht Lukas auf und geht zum Frühstück. Danach begibt er sich nach draußen und wartet darauf, abgeholt zu werden. Pünktlich zur ausgemachten Uhrzeit kommt ein Wagen angefahren und hält vor dem Hotel. Lukas spricht den Fahrer an und steigt daraufhin in den Wagen. So wird Lukas direkt zur Siedlung gefahren, wo bereits jemand auf ihn wartet. Lukas steigt aus und geht auf die Person zu. Er begrüßt Lukas und stellt sich als Ralf vor. Dann bittet er Lukas, ihm zu folgen. Beide begeben sich zu einem Eingang, der in die Kuppel führt. Lukas folgt Ralf in die Schleuse. Dort muss sich Lukas eine Injektion geben lassen, um eine Zeit lang mit der Luft im Innern der Kuppel klar zu kommen. Dort warten die beiden noch einen Moment, bis der Luftaustausch beendet ist und sie gemeinsam die Kuppel betreten können. Lukas merkt gleich nach den ersten Atemzügen, dass hier drinnen eine andere Luft vorhanden ist. Das Atmen fühlt sich irgendwie anders an. Aber er scheint damit zurechtzukommen.
Im Inneren der Kuppel werden Lukas und Ralf bereits von ein zwei Karanern erwartet. Lukas wird von ihnen in Empfang genommen und weiter hinein in die Siedlung begleitet. Neugierig schaut sich Lukas um und betrachtet diese eigene, von der Außenwelt abgetrennte Welt. Egal wohin er auch schaut, die Kuppel ist jeweils die äußere Grenze der Siedlung. Die Sonne scheint dabei so intensiv durch die gläserne Kuppel, was bei Lukas einen etwas unnatürlichen Eindruck hinterlässt. Vor allem, dass hier alles in dieses leicht grünliche Licht getaucht ist, wirkt auf ihn fremdartig. Er fühlt sich wie in einem großen Gewächshaus, nur das sich darin eine ganze Siedlung befindet. So unnatürlich das Ganze auch in erster Linie wirken mag, können die Karaner jedoch das Klima innerhalb der Kuppel selber bestimmen, was natürlich seine Vorteile hat.
Kurze Zeit später sind Lukas und seine beiden Begleiter an einem gemütlich wirkenden Platz angekommen, an dem ein großer, reichlich gedeckter Tisch, bereit steht. Die Karaner bitten Lukas Platz zu nehmen und von ihren Speisen zu probieren. Als alle am Tisch sitzen, kommt noch eine weitere Person hinzu. Plötzlich erkennt Lukas darin den Karaner, den er damals gefunden und zur Siedlung brachte. Er geht direkt auf Lukas zu, um ihn zu begrüßen, und stellt sich ihm als Xela vor. Jetzt weiß Lukas auch wer Xela ist.
Nachdem auch Xela am Tisch Platz genommen hat, bedankt er sich noch einmal bei Lukas für seinen Einsatz. Er hatte damals Probleme beim Atmen, da die Wirkung der Injektion nachgelassen hatte. Das hätte ganz schlimm ausgehen können. Deswegen möchte er sich bei Lukas mit dieser Einladung bedanken. Dann schlägt Xela Lukas vor, von den Speisen auf dem Tisch zu probieren. Es sind Spezialitäten der Karaner, die jedoch für die Menschen unbedenklich sind. Lukas sieht sich die verschiedenen Sachen an und sucht sich etwas aus. Vorsichtig, aber auch neugierig probiert er eins nach dem anderen. Es ist zwar nicht immer ganz nach seinem Geschmack, dennoch ist alles davon genießbar. Manche Sachen davon findet er sogar sehr gut. So sitzen die vier also beim Essen und unterhalten sich dabei. Das ist eigentlich, was sich Lukas immer schon gewünscht hat, seit die Karaner auf der Erde sind. Heute geht dieser Wunsch unvorhergesehen in Erfüllung.
Nach dem Essen zeigt Xela Lukas noch ein wenig von der Siedlung. Plötzlich bemerkt Lukas, dass er leichte Probleme beim Atmen bekommt. Als er Xela darauf anspricht, verabreicht dieser ihm eine weitere Injektion. Wahrscheinlich hat die Wirkung der ersten Injektion nachgelassen. Danach fragt Xela Lukas, ob er vielleicht noch einen besonderen Wunsch hätte, wenn er schon einmal hier wäre. Lukas ist darüber so überrascht und noch von allem so überwältigt, dass ihm im ersten Augenblick nichts einfällt. Doch dann hat er eine Idee. Er weiß zwar nicht, ob das zu viel verlangt ist, will aber dennoch ganz dezent nachfragen. So spricht er Xela an, ob eigentlich schon einmal ein Mensch das Raumschiff von innen gesehen hätte. Xela gibt daraufhin Lukas zu verstehen, dass bis jetzt noch kein Mensch im Raumschiff gewesen wäre, da es der einzige Platz sei, wo die Karaner noch ungestört sein könnten. Und das wollte man zumindest vorerst so beibehalten. Allerdings hätte Xela nichts dagegen, einmal zum Raumschiff zu gehen und es Lukas von außen zu zeigen. Lukas ist sofort damit einverstanden.
Nachdem Xela und Lukas die Kuppel verlassen haben, bemerkt Lukas auch gleich die veränderte Luft. Nun atmet er wieder ganz gewöhnliche Außenluft. Nach kurzer Umgewöhnung gehen sie zusammen zum Raumschiff, dass sich nicht weit von der Siedlung befindet. Erst jetzt erkennt Lukas die wahre Größe dieser hochmodernen Maschine. Staunend steht er davor und schaut sich dieses Wunderwerk der Technik an. Dann geht Xela mit Lukas die Maschine entlang, damit er sie sich in Ruhe anschauen kann. Auch Fragen von Lukas versucht Xela weitgehend zu beantworten. Fasziniert betrachtet Lukas das Raumschiff und versucht so viel, wie möglich daran zu entdecken. Doch an einer bestimmten Stelle bemerkt Lukas plötzlich eine Veränderung. Das Atmen fühlt sich wieder etwas anders an als zuvor. Lukas fragt sich, woher das kommt und bleibt kurz stehen. Da erkennt er am Raumschiff ganz unauffällig montiert ein Stück Rohr und spürt davor einen Luftzug. Rasch schaut er zu Xela hinüber, der allerdings schon ein Stück weitergegangen ist und nicht bemerkt hat, was Lukas hinter ihm macht. Als dieser sich umdreht, geht Lukas einfach weiter, als ob nichts passiert wäre. Eigentlich wollte er Xela fragen, für was dieses Rohr sei und was da herauskommt, doch irgendwie hat er dabei ein komisches Gefühl und lässt die Sache einfach auf sich beruhen. Einige Schritte weiter stellt sich die Atmung wieder um. Er atmet wieder die normale Außenluft. So gehen die beiden weiter, bis sie das Raumschiff einmal umrundet haben. Dann ist es aber auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Lukas bedankt sich bei Xela für die Einladung und schlägt ihm vor, ihn auch einmal zu besuchen. Da kommt auch schon der Wagen angefahren, der Lukas wieder ins Hotel zurückbringt. Lukas steigt ein, winkt Xela noch kurz hinterher und verlässt die Siedlung.
Im Hotel angekommen geht Lukas auch gleich zum Abendessen. Danach lässt er den interessanten Tag mit einigen weiteren Gästen ausklingen. Auf seinem Zimmer wirft er noch ein paar Blicke zur Siedlung hinüber, die er nun nach seinem speziellen Besuch, mit anderen Augen sieht. Dann wird es Zeit, ins Bett zu gehen, denn am nächsten Morgen geht es auch schon wieder zurück nach Hause.
Lukas ist bereits zurück und der Alltag bestimmt wieder sein Leben. Gerne denkt er zurück an den letzten Besuch der Siedlung und das Treffen mit Xela. Aber auch wenn er sich mit Bekannten trifft, kann er mit Stolz davon erzählen, was nur wenige Menschen erleben werden. Es würde ihn jedoch interessierten, ob Xela ihn wirklich eines Tages besuchen würde?
Veränderungen
Die Welt hat sich verändert. Wenn Lukas zurückdenkt, wie die Welt früher war, kann er es immer noch nicht richtig glauben. Manchmal hat er das Gefühl, dass es so ähnlich auch auf Kara aussehen könnte. Zumindest hat man sich schon so an die Karaner gewöhnt, dass diese immer öfter bei besonderen Veranstaltungen oder sonstigen Treffen, anwesend sind. So verschwindet auch das Misstrauen ihnen gegenüber immer mehr, da sie den menschlichen Fortschritt so unterstützt haben. Es ist ihnen scheinbar ein wirkliches Anliegen, dabei zu helfen, die Welt mit zu verbessern.
Es ist Wochenende und Lukas hat sich an diesem schönen Tag vorgenommen, an einen sich in der Nähe befindenden See zu fahren. Er war schon eine Weile nicht mehr da und möchte einfach mal wieder dort hinfahren. So macht er sich auf den Weg, der durch eine fast unberührte Natur führt. Gerade zu dieser Jahreszeit ist normalerweise diese Gegend in sattes Grün getaucht. Doch seit einiger Zeit ergibt sich ein anderes Bild. Die Pflanzen erscheinen nicht mehr in so kräftigen Farben wie früher. Vielleicht hat sich das Klima ein wenig geändert und die Pflanzen haben damit zu kämpfen. Aber auch immer mehr Menschen klagen über leichte Atemprobleme, das darauf zurückführen könnte.
Am See angekommen schaut sich Lukas erst einmal in Ruhe um. So hat er ihn nicht mehr in Erinnerung. Der See sieht zwar immer noch genauso aus wie früher, doch die Landschaft ist nicht mehr die gleiche. Hier kann man die landschaftliche Veränderung deutlich erkennen. Die Atmosphäre taucht außerdem die Gegend wie ein leichter Schleier in ein etwas fremdartig, leicht grünliches Licht. Lukas ist das vorher noch nie so deutlich aufgefallen, wie hier draußen auf dem Land. Etwas verwundert sucht sich Lukas dann einen Platz, wo er sich entspannen kann. Dabei trifft er sogar alte Bekannte von früher, die es heute zufällig auch hierher verschlagen hat. Früher war hier mehr los, doch die Natur hat nicht mehr diese einladende Wirkung wie früher. So unterhält sich Lukas bei einem gemütlichen Treffen mit seinen Bekannten über alle möglichen Themen. Selbstverständlich erzählt er auch von seinem Besuch der Siedlung und dem Treffen mit einigen Karanern, wo natürlich jeder sehr aufmerksam zuhört. Aber auch auf das Thema Klima und die Veränderungen die in der Natur zu sehen sind, kommen sie zu sprechen. Und jedem ist die eine oder andere Veränderung auch schon aufgefallen.
Selbst in den Medien wurde das Thema schon öfters angesprochen und über die vermutliche Ursache diskutiert. Doch ist noch niemand zu einem plausiblen Ergebnis gekommen. Als sich die Gruppe etwas später auflöst, beschließt Lukas, auch nicht länger zu bleiben, und tritt wieder den Heimweg an.
Nachdem Lukas wieder daheim ist, fällt ihm plötzlich Xela ein. Er könnte ihn ja einmal darauf ansprechen, ob er etwas über diese Veränderungen weiß. Bei seinem Treffen mit Xela bekam Lukas damals nämlich dessen Kontaktdaten und er erlaubte ihm, dass er sich jederzeit bei ihm melden kann. So beschließt Lukas kurzerhand, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Als er tatsächlich Xela erreicht, unterhalten die beiden sich noch kurz über alles Mögliche, bevor Lukas sein Anliegen vorbringt. Xela scheint auch sofort zu wissen, auf was Lukas anspricht. Doch leider könnte er ihm im Moment auch nicht mehr darüber sagen, was sowieso bereits in den Medien berichtet würde. Aber selbstverständlich werde man die Menschen dabei unterstützen, die Ursache dafür zu finden. Etwas enttäuscht, aber dennoch irgendwie zufrieden beendet Lukas kurze Zeit später das Gespräch. Zumindest hat er Kontakt zu einem Karanern, was wahrlich kaum einer von sich behaupten kann.
Einige Zeit später bekommt Lukas eine Nachricht von Xela. Dieser würde ihn gerne auch einmal besuchen, wenn Lukas nichts dagegen hätte. Natürlich hat Lukas nichts dagegen. So antwortet er Xela sofort, dass er sich sogar auf einen Besuch freuen würde. Als die beiden einen Termin festgelegt haben, überlegt Lukas auch sofort, was er Xela bei seinem Besuch bieten könnte. Gleich am nächsten Tag beginnt er auch schon mit den Vorbereitungen. Er kann es kaum erwarten, einen Karaner bei sich zu Besuch zu haben.
Der Tag des Besuchs ist gekommen. Lukas hat sich natürlich extra dafür freigenommen und holt am Nachmittag Xela vom Flughafen ab. Nach einer kurzen Begrüßung geht es auch gleich wieder zurück. Als sie zu Hause bei Lukas angekommen sind, zeigt er ihm auch gleich seine Wohnung. Danach setzen sie sich auf den Balkon, von wo aus sich Xela die Umgebung ansehen kann. Da es bereits spät ist und Xela sicherlich nach der langen Reise auch nichts Großes mehr unternehmen möchte, hat Lukas auch nichts Besonderes mehr geplant. Nur ein paar gute Bekannte und Nachbarn hat Lukas eingeladen. Er dachte sich, dass Xela wenigstens am Abend noch ein wenig Unterhaltung hat und nicht mit ihm alleine herumsitzen muss. Als es an der Tür klingelt, sind auch schon alle Gäste da. Lukas hofft nur, dass dieser ganze Trubel Xela nicht zu viel wird.
Während Xela und die anderen Gäste vom Balkon her die Umgebung beobachten und sich unterhalten, hat sich Lukas vorgenommen, für alle Anwesenden zu kochen. Dabei hat er sich zuvor extra informiert, welche Dinge, die es hier auf der Erde gibt, auch Karaner essen können. Bei manchen Speisen ist allerdings auf eine bestimmte Zubereitungsart zu achten. So begibt er sich in die Küche und bereitet alles vor. Eine gute Bekannte hat sich bereit erklärt, ihn dabei zu unterstützen, sodass alles schneller vorangeht.
Es ist bereits dunkel, als das Essen fertig ist. So setzen sich alle an einen Tisch und lassen es sich schmecken. Auch Xela scheint das Essen zu genießen. Lukas hat sich scheinbar gut darüber informiert, was die Karaner gerne essen. Nach dem Essen sitzen alle noch ein wenig beisammen und unterhalten sich. Xela scheint sich dabei nicht zu langweilen, wie es aussieht. Nachdem die übrigen Gäste gegangen sind, wird es auch für Lukas und Xela Zeit sich auszuruhen. Beide sind merklich müde und Lukas möchte Xela am nächsten Tag noch einiges zeigen. Lukas hat extra für seinen Besuch ein Zimmer eingerichtet, in das sich Xela jederzeit zurückziehen kann. Doch vorher gibt sich Xela noch eine Injektion, damit er über Nacht keine Probleme beim Atmen bekommt.
Am nächsten Morgen treffen sich beide zum Frühstück. Xela gibt sich gleich danach erneut eine Injektion, bevor er mit Lukas in die Stadt fährt. Dieser will ihm etwas über sein Leben zeigen. So fahren sie unter anderem zu seiner Arbeitsstelle. Danach dorthin, wo er gewöhnlich einkauft und teilweise seine Freizeit verbringt. Er zeigt ihm ein paar Sehenswürdigkeiten und fährt mit ihm auch noch kurz hinaus in die Natur. Als sie zurück sind, fahren die beiden gleich weiter zum Mittagessen. Lukas hat vorab einen Tisch bestellt, um sicherzugehen, dass noch etwas frei ist. Hier gibt es nämlich auch karanische Spezialitäten, was nur wenige anbieten. Während Xela sich davon etwas bestellt, bleibt Lukas doch bei einem ihm vertrauten Menü. Während des Essens spricht Lukas noch einmal das Thema Klima an. Vor allem das Problem mit dem Atmen, das bereits fast alle Menschen betrifft. Auch Lukas selbst hat schon leichte Probleme dabei. Doch auch dieses Mal bleibt Xela sehr zurückhaltend und scheint keine richtige Antwort darauf zu haben. Lukas hat sogar ein wenig das Gefühl, dass Xela darüber nicht gerne spricht und dem Thema am liebsten aus dem Weg geht. So fragt Lukas auch nicht länger nach und wechselt das Thema.
Nach dem Essen fahren die beiden wieder zurück, um sich in der Wohnung von Lukas noch ein letztes Mal mit Freunden und Bekannten von Lukas zu treffen. Dort wollen sie den Abend gemütlich ausklingen lassen. Als die Gäste wieder nach Hause gehen, ist es bereits spät und für Xela Zeit für eine erneute Injektion. Da die beiden bereits müde sind, beschließen sie, sich zurückzuziehen, um sich auszuruhen. Am nächsten Morgen müssen beide nämlich früh los, da sie rechtzeitig am Flughafen sein müssen.
Nachdem Lukas und Xela zusammen gefrühstückt haben, packt Xela seine Sachen zusammen. Nach einer weiteren Injektion fahren die beiden zum Flughafen, wo sie sich voneinander verabschieden. Xela bedankt sich bei Lukas für die Gastfreundschaft und dafür, dass der Besuch eine interessante Erfahrung für ihn gewesen sei. Vor allem, dass Lukas ihm vieles gezeigt und erklärt hätte, um einen Einblick in dessen Alltag zu bekommen. Lukas ist natürlich froh zu hören, das Xela nicht gelangweilt war und einige Erfahrungen mit zurücknehmen kann. So verabschieden sich beide noch ein letztes Mal, bevor Xela sich zu seinem Flugzeug begibt und Lukas zurück nach Hause fährt.
Wieder daheim denkt Lukas noch einmal in Ruhe über alles nach. Was für Schlüsse kann er von dem Besuch ziehen. Eigentlich war ja alles in Ordnung und alle haben sich gut miteinander verstanden. Dennoch ist da das Thema der Umweltveränderung, auf welches Xela nicht gerne eingeht. Lukas ist auch aufgefallen, dass Xela mit einer Injektion über den ganzen Tag kommt und nur noch eine weitere für die Nacht. Er fragt sich, ob das Injektionsmittel verbessert wurde oder die Karaner sich allmählich an die hiesige Luft gewöhnen. Doch dann kommt er zu einem ganz anderen Schluss, der das ganze Bild entscheidend verändern würde. Wenn es wirklich so wäre, dass die Menschen immer häufiger Probleme beim Atmen hätten und gleichzeitig die Karaner immer besser mit dieser Luft zurechtkommen würden, dann steckt da vielleicht doch mehr dahinter, als man denkt.
Eines Tages fällt ihm auf, dass sich das Atmen bereits ähnlich anfühlt, wie damals in der Kuppel, als er die Siedlung besuchte. Auch das grünliche Licht, das bereits überall immer deutlicher zu erkennen ist, ähnelt dem innerhalb der Kuppel. Da wird ihm einiges klar. Lukas fasst den Entschluss, die Behörden über seine Feststellung zu informieren. Als er jedoch die dafür zuständige Stelle erreicht, bekommt er gesagt, dass sie bereits solche Informationen hätten. Mehr könne man ihm nicht sagen. Nur so viel, dass die Sache sehr ernst sei.
Das Blatt wendet sich
Nachdem erneut einige Zeit vergangen ist, hat sich die Welt doch schon deutlich verändert. Alles hat sich irgendwie verändert. Lukas sitzt draußen und schaut sich den Sonnenuntergang an. Dieser ist nicht mehr der gleiche wie früher. Die ganze Atmosphäre ist in ein fahles, grünes Licht getaucht. Dadurch fehlt auch der Sonne das typische Abendrot. Der leicht grünliche Schimmer lässt die Sonne etwas befremdend erscheinen. Lukas kommt es bei dem Anblick manchmal so vor, als ob er sich in einer fremden Welt befinden würde.
Lukas geht in seine Wohnung und verabreicht sich eine Injektion, sodass er über Nacht keine Atemprobleme bekommt. Dieses Injektionsmittel ist dasselbe, dass er damals bekommen hatte, als er in die Kuppel ging. Es ist bereits überall zu bekommen, weil es ein Teil des täglichen Lebens geworden ist. Gleichzeitig kommen die Karaner schon gut auch außerhalb der Kuppel mit der Atmosphäre zurecht. Es hat sich irgendwie alles verdreht.
Bevor Lukas jedoch ins Bett geht, informiert er sich noch kurz über die aktuellen Nachrichten. Dort wird immer wieder beteuert, dass alles versucht werde, diese tragische Situation in den Griff zu bekommen und wieder rückgängig zu machen. Man tausche sich dabei stetig mit den Karanern aus, die bereits unter Hochdruck an der Lösung des Problems arbeiten würden. Allerdings sei immer noch nicht genau geklärt, wie es zu dieser tragischen Situation kommen konnte. Vermutlich könnte ein Leck dafür verantwortlich sein, dass die Außenluft aus Versehen mit angereichert wurde. Doch für Lukas ist die Sache bereits geklärt. Er erinnert sich dabei immer an die Situation, als er sich mit Xela das Raumschiff von außen angesehen hatte.
Am nächsten Tag wird in den Medien darüber berichtet, dass die Karaner, mit Absprache der entsprechenden Verantwortlichen von der Erde, ein weiteres Raumschiff der Karaner kontaktiert hätten. Diese seien selber gerade auf der Suche nach einer neuen Heimat gewesen und hätte sich im Moment nicht allzu weit von der Erde befunden. Diese könnten dabei helfen, die hiesige Luft wieder in ihren Urzustand zu bringen. Laut Aussage der ansässigen Karaner hätten sie bereits selber damit begonnen die Atmosphäre so anzureichern, dass sie mit der Zeit wieder ihren alten Zustand erreichen würde. Mit dem zweiten Raumschiff könnte man das Ganze dann beschleunigen. Lukas ist sich bei der ganzen Sache allerdings nicht so ganz sicher, was wirklich dabei rauskommen wird.
Einige Zeit später erscheint tatsächlich ein zweites Raumschiff am Himmel. Dieses landet in unmittelbarer Nähe der Siedlung, wo es sogleich freudig empfangen wird. Auch dieses Ereignis wird direkt in den verschiedensten Medien übertragen. Lukas lässt sich das Ereignis natürlich nicht entgehen und verfolgt es von Daheim aus. Früher war so ein Ereignis aufregend und interessant, doch dieses Mal hat Lukas kein gutes Gefühl bei der Sache. Während sich die Karaner über die Ankunft freuen, macht dies Lukas eher Angst. Als die ersten Neuankömmlinge ihr Raumschiff verlassen, bricht bei den Wartenden großer Jubel aus. Selbstverständlich ist es schön, wenn man eigene Leute nach langer Zeit wieder trifft. Lukas sieht bei diesen Bildern jedoch nicht nur die Freude des Wiedersehens. Für ihn entsteht eher der Eindruck, als ob man eine gelungene Mission feiern würde. Er kommt mit der ganzen Sache einfach nicht so richtig klar.
Als die neu eingetroffen Karaner den Boden betreten, werden sie auch gleich von einigen verantwortlichen Vertretern der Erde begrüßt. Diese heißen sie herzlich willkommen und hoffen natürlich, dass sie ihnen helfen können. Gleich darauf begrüßen sich dann die anwesenden Karaner untereinander. Gemeinsam gehen sie daraufhin in die Siedlung, wo sie erst einmal in Ruhe zusammensitzen und miteinander reden können. Natürlich hoffen die Zuschauer, die das Geschehen gerade in den Medien verfolgen, dass sich die Karaner auch über das weitere Vorgehen beraten werden, denn die Zeit drängt.
Als Lukas am darauffolgenden Abend sich die neuesten Nachrichten ansieht, stößt er dabei zufällig auf einen Artikel. Ein bekannter Wissenschaftler hat diesen verfasst und veröffentlicht. Der Artikel erscheint jedoch nur als Randerscheinung neben den Nachrichten, sodass Lukas ihn mehr oder weniger zufällig entdeckt hat. Darin schreibt der Experte, dass sich die Atmosphäre auf der Erde auch weiterhin verändern würde. Die Zusammensetzung der Luft würde sich leider immer weiter verändern, bis sie einen bestimmten Zustand erreicht hätte. Die Luft wäre nämlich so angereichert, dass ein Prozess in Gang gesetzt wurde, der sich immer weiter von alleine fortsetzen würde. Man könnte es nur aufhalten, wenn man im großen Maßstab etwas dagegen tun könnte. Doch dies sei leider nicht möglich, denn die gereinigte Luft würde nämlich durch die bereits veränderte Luft, sofort wieder infiziert und somit verändert werden. Selbst wenn die Karaner an dieser Misere schuld wären, wäre es im Moment nicht möglich, das Geschehen aufzuhalten. Man bräuchte dafür entsprechendes Wissen, um etwas zu entwickeln, dass zwar genauso wirkt, nur sozusagen in die andere Richtung. Aber wer, außer den Karanern, hätte so ein Wissen? Nur sie könnten dabei helfen, wenn sie überhaupt wollten.
Lukas ist entsetzt, nachdem er das gelesen hat. Hat er jedoch etwas in der Richtung schon leise vermutet. Doch ist dieser Experte überhaupt glaubwürdig, oder sind das alles nur Vermutungen? Lukas befürchtet, dass in dem Artikel etwas angesprochen wird, das noch weitreichende Folgen für alle haben könnte.
Die Zeit vergeht und der Zustand der Atmosphäre verschlechtert sich dramatisch. Viele Pflanzen, die früher prächtig gewachsen sind, sind bereits eingegangen, da sie die veränderte Luft nicht vertragen. Nur noch wenige Pflanzen kommen damit einigermaßen zurecht, was allerdings für die Ernährung nicht ausreichend ist. Immer mehr von den Pflanzen, welche die Karaner mitgebracht haben, werden zwangsläufig angebaut, da sie mit der aktuellen Luft inzwischen gut zurechtkommen. Aber auch die Tierwelt leidet unter dieser Veränderung, sodass inzwischen sogar einige Arten bereits ausgestorben sind. Viele Nutztiere kann man nur mit Injektionen am Leben erhalten, was natürlich auch nicht ewig so funktionieren kann. Aber auch spezielle Maschinen müssen auf die neue Zusammensetzung der Luft angepasst werden. Es ist eben alles im Umbruch, ohne ein Ende abzusehen.
Die neu eingetroffenen Karaner sind froh, endlich wieder festen Boden unter ihren Füßen zu haben. Doch noch immer ist das Raumschiff ihr Zuhause. So möchte man ihnen helfen, ihre jetzige Situation zumindest etwas zu verbessern. Da das Problem mit der Luft wahrscheinlich nicht von heute auf morgen erledigt sein wird, wäre den Neuankömmlingen sicherlich lieber, wenn sie das Raumschiff für eine Weile verlassen könnten. In der Siedlung gibt es zwar nicht genug Platz für alle, was im Moment auch nicht notwendig ist. Da sie mit der derzeitigen Luft im Freien klarkommen, könnten sie auch in normalen Wohnungen untergebracht werden, bis sich die Luft wieder zurückentwickelt hat.
Die Karaner sind damit einverstanden. Man möchte jedoch nicht noch weitere Wohnungen für die neuen Karaner bauen, da diese wahrscheinlich sowieso nur vorübergehend hier sein werden. So hat man sich dazu entschlossen, die Leute in einer nahe gelegenen Stadt unterzubringen. Dort werden sie in leer stehenden Wohnungen untergebracht und darauf geachtet, dass sie nicht allzu weit voneinander weg wohnen. So können sie sich gegenseitig besuchen und unterstützen. Zusätzlich bekommen die Karaner noch eine regelmäßige Busverbindung von der Stadt zur Siedlung.
Wieder ist einige Zeit vergangen und die neu eingetroffen Karaner haben sich bereits gut eingelebt. Doch der Zustand der Atmosphäre hat sich nicht verbessert. Ganz im Gegenteil sogar, die Luft hat sich weiter verändert. Lukas muss sich jetzt bereits vier Injektionen über den Tag verabreichen. Vor Kurzem haben noch zwei gereicht, doch damit kommt er nicht mehr klar. Er hat bereits aufgegeben zu glauben, dass die Karaner das Problem beheben können oder wollen. In den Nachrichten wird bereits darüber berichtet, dass die Anreicherung der Luft nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt hätte. Man würde es einfach nicht fertig bringen, die Luft in ihren Ursprungszustand zu bringen. Die Reaktion, welche die Luft verändert, könnte man nicht so einfach aufhalten. Dies würde große Anstrengungen benötigen, und eine längere Zeit dauern, dies wieder rückgängig zu machen. Dennoch würde man niemals aufgeben, bis alles wieder beim Alten sei. Doch jedes Mal, wenn Lukas Karaner in den Medien sieht, hat er das Gefühl, dass sie irgendwie glücklich zu sein scheinen.
Die Lage verschlechtert sich zusehends. Kaum jemand glaubt eigentlich noch daran, dass die Karaner wirklich daran interessiert sind, den alten Zustand wieder herzustellen. Viele wünschen sich sogar, dass sie wieder verschwinden sollen. Trotz der guten Dinge die sie den Menschen beschert haben, tragen sie doch offensichtlich Mitschuld, dass die Erde für die Menschen bald unbewohnbar werden könnte. Trotz der ganzen Aufregung traut sich dennoch keiner gegen die Karaner etwas zu unternehmen. Schließlich sind sie im Moment die Einzigen, welche die Fähigkeit haben, so eine Aufgabe zu bewältigen. Doch wollen sie den alten Zustand zurück, wenn es ihnen doch so besser geht als je zuvor? Während sie sich jetzt draußen frei bewegen können, müssen sich die Menschen regelmäßig eine Injektion geben, um zu überleben. Vor Kurzem hat man sogar herausgefunden, dass diese Injektionen für den Körper auf die Dauer schädlich sind. Es sind bereits viele Leute daran gestorben, die sich schon längere Zeit diese Injektionen verabreichen. Irgendwann verträgt sie der Körper nicht mehr und erkrankt. Doch ohne Injektionen kann man diese veränderte Luft nicht lange atmen. So oder so wird man früher oder später an dieser unabdingbaren Situation sterben. Und je mehr Menschen daran erkranken und sterben, je mehr wird die Welt ins Chaos versinken.
Eines Tages bekommt Lukas eine Nachricht von Xela. Lukas selber wollte eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihm aufnehmen, da er das Vertrauen zu den Karanern zwischenzeitlich verloren hat. Trotzdem sieht er sich die Nachricht an, um zumindest zu wissen, um was es dabei geht. Xela lädt ihn darin erneut in die Siedlung ein. Dabei sollte er nach Möglichkeit alles mitnehmen, was für ihn wichtig sei. Lukas überlegt, was das wohl zu bedeuten hat. Warum soll er zur Siedlung kommen und seine Sachen mitnehmen? Lukas versucht, mit einer Antwort nachzufragen, was er damit gemeint hätte. Doch eine Rückantwort von Xela bleibt aus.
Nach langen Überlegungen beschließt Lukas, doch noch der Einladung zu folgen. Er legt sich einen Koffer und eine Tragetasche zurecht, um die wichtigsten Dinge einzupacken. Am darauffolgenden Morgen kontrolliert er noch einmal, ob er auch alles eingepackt hat, bevor es losgeht. Als er die Wohnung verlässt, überlegt er noch kurz, was er da überhaupt tut. Doch dann will er die Sache einfach auf sich zukommen lassen und macht sich auf den Weg. Als er sich etwas später im Flugzeug befindet und hinunter auf die Stadt sieht, hat er plötzlich ein ungewöhnliches Gefühl. Wird er sie je Wiedersehen?
Lukas ist gerade gelandet und verlässt gleich darauf das Flughafengebäude, wo Xela mit einem Wagen bereits auf ihn wartet. Es gibt dieses Mal jedoch nur eine schlichte Begrüßung, wo sich beide einfach nur kurz die Hand geben. Die Stimmung bei Lukas ist im Moment nicht besonders gut, und das weiß Xela auch. Er versteht, dass Lukas von den Karanern enttäuscht sein muss. Dennoch bittet er ihn einzusteigen, um zusammen zur Siedlung zu fahren.
Nachdem sie die Siedlung erreicht haben, stellt Xela den Wagen ab und bittet Lukas, ihm zu folgen. Gemeinsam gehen sie auf eine der Kuppeln zu, bis sie vor einem Eingang stehen. Sie gehen in die Schleuse und warten, bis der Luftaustausch beendet ist. Dann geht es weiter zur Siedlung. Lukas merkt beim Atmen, dass sich hier drinnen eine andere Luft befinden muss. Sogleich spricht er Xela darauf an. Der bestätigt ihm die Veränderung und dass es sich dabei um die gleiche Luft handeln würde, die es früher auf der Erde gegeben wäre. Das würde für Lukas bedeuten, dass er sich, solange er sich in der Kuppel befinden würde, keine Injektion verabreichen müsste. Nur wenn er die Kuppel verlassen würde, bräuchte er wieder eine. Lukas fragt sogleich nach, wie sie es geschafft hätten, diese Luft wieder herzustellen. Xela erklärt daraufhin, dass sie zuerst die komplette alte Luft aus der Kuppel gepumpt hätten und dann die neue eingefüllt. Zuvor hätten sie in speziellen Behältern die veränderte Luft so angereichert, um sie wieder in die alte Luft umzuwandeln. Lukas hat verstanden. Die Vorzeichen haben sich geändert. Niemals hätte er damit gerechnet, dass es jemals so weit kommen würde.
Xela beginnt nun endlich Lukas darüber aufzuklären, warum er ihn eigentlich hierher eingeladen hat. Da Lukas ihn damals gerettet hätte, wäre er ihm noch etwas schuldig und könnte es jetzt wieder gutmachen. So hätte er sich dafür eingesetzt, dass Lukas einen Platz in der Siedlung bekommen würde. Einigen Menschen würde man einen Platz anbieten, um unabhängig von der Umwelt, außerhalb der Kuppel hier leben zu können. Von diesen relativ wenigen Menschen wäre er dann einer davon.
Lukas ist im ersten Moment sprachlos und ein wenig geschockt. Also ist die ganze Sache eigentlich schon gelaufen. Die Karaner übernehmen die Erde und ein paar wenige, auserwählt Menschen, verbringen ihr Leben in der Siedlung. Lukas fragt nach, was für Menschen das sein werden, die hier dann leben würden. Xela antwortet, dass es sich dabei hauptsächlich um Wissenschaftler und spezielle Experten handeln würde. Diese könnten sich hier ein neues Zuhause aufzubauen und weiter nach Lösungen forschen. Lukas ist in dem Moment klar, dass diese Menschen spezielles Wissen haben werden, welches die Karaner noch brauchen werden, um sich in dieser Welt besser zurechtzufinden. Dass diese Leute die Welt wieder in Ordnung bringen sollen, glaubt Lukas sowieso nicht. Das hätten die Karaner schon selbst erledigen können. Doch irgendwann wird man auch diese Leute nicht mehr brauchen. Höchstens zum Vorzeigen, so wie die Karaner damals von der Aussichtsplattform aus beobachtet wurden.
Xela begleitet Lukas zu einem Gebäude und zeigt ihm dort eine einfach eingerichtete Wohnung. Wenn er wollte, könnte er gleich hierbleiben. Aber das müsste er natürlich selber entscheiden, ob er das möchte. Es gäbe hier alles, was man zum Leben benötigen würde. Lukas könnte auch erst einmal hierbleiben und sich das Ganze noch einmal in Ruhe überlegen. Xela erklärt Lukas noch ein paar Dinge, bevor er beschließt, Lukas für eine Weile allein zu lassen, damit er in Ruhe nachdenken kann. Xela macht Lukas noch darauf aufmerksam, dass man natürlich auch noch einige Sachen aus seiner Wohnung holen könnte, wenn er noch etwas brauchen würde. Vielleicht würde es ihm dann auch leichter fallen, hierzubleiben.
Lukas ist allein in der für ihn fremden Wohnung. Xela ist gegangen, will aber demnächst wieder vorbeischauen. Lukas sieht durch ein Fenster nach draußen auf die Siedlung. Dahinter markiert die Kuppelwand die Grenze zur Außenwelt. Die Sonne scheint herein und erleuchtet den ganzen Innenbereich. Es ist nicht mehr das grünliche Licht wie damals, als die Karaner hier wohnten. Es ist dieses Licht, das normalerweise außerhalb der Kuppel zu sehen sein sollte. Dann sieht er auf einmal, wie vereinzelt fremde Menschen, teilweise mit Familie und Gepäck, in die Siedlung kommen. Das sind bestimmt die Personen, von denen Xela erzählt hat. So wird sich die Siedlung mit der Zeit füllen, bis alle Plätze belegt sind. Somit muss sich Lukas entscheiden, ob er hierbleiben möchte, um den Rest seines Lebens, mit den für ihn noch fremden Menschen, in dieser Siedlung zu verbringen. Oder die Siedlung wieder verlassen, obwohl er weiß, dass es da draußen für ihn keine Zukunft geben wird.
Nach einer Weile kommt Xela zurück, um nach Lukas zu sehen. Dieser sieht ihn mit nachdenklichen Augen an und sagt ihm, dass er vorerst über Nacht hierbleiben würde, um noch einmal in Ruhe zu überlegen. So hätte er auch einen ersten Eindruck, wie das Leben hier so wäre. Xela versteht das und fragt Lukas, ob er ihm noch irgendwie helfen könnte. Doch Lukas hat alles, was er braucht, sodass ihn Xela vorerst wieder verlässt. Am nächsten Morgen würde er wieder vorbeischauen.
Die halbe Nacht ist Lukas wach. Er kann einfach nicht richtig schlafen. Er schaut öfters hinaus in die Siedlung, wie der Eindruck nachts so ist. Aber auch wie die Welt außerhalb der Kuppel von hier drinnen aus so wirkt. Es ist doch irgendwie anders und nicht die Welt, die Lukas so kennt. Er kommt sich eher vor wie ein Gefangener in einer abgeschiedenen, für ihn fremden Welt.
Am nächsten Morgen steht Lukas etwas übermüdet auf. Er will sich gerade sein Frühstück richten, als er eine gewisse Unruhe bemerkt. Neugierig geht er zum Fenster und schaut hinaus. Da erkennt er mehrere Leute, die in Richtung Kuppelwand gehen, um von dort aus direkt raus zu schauen. Auch Lukas erkennt, dass sich dort draußen etwas Besonderes abspielen muss. Um es besser zu erkennen, macht auch er sich auf den Weg dorthin.
Lukas steht zwischen den anderen Leuten am Rand der Kuppel und blickt neugierig nach draußen. Unglaublich, was er da sieht. Drei weitere Raumschiffe der Karaner sind in einiger Entfernung zur Siedlung gelandet. Ein ehrfürchtiges Bild, angesichts der Größe dieser Raumschiffe. Lukas ist sich sicher, dass noch weitere Raumschiffe in absehbarer Zeit kommen werden. Schon kurze Zeit später verlassen die ersten Karaner ihre Raumschiffe und nähern sich der Siedlung. Neugierig schauen sie beim Vorbeigehen in die Kuppel und betrachten die Menschen, die sich darin befinden. Lukas kommt sich vor wie in einem Zoo, nur dass er nicht der Besucher, sondern der Bewohner ist.
Einige Zeit später geht Lukas zurück in seine neue Wohnung. Für ihn wird langsam alles klar. Die Karaner haben den Menschen nur geholfen, damit diese für sie die Erde so umgestalten und umstrukturieren, dass es ihrer alten Welt so nahe wie möglich kommt. Die Menschen haben somit unwissentlich den Karanern geholfen, ihnen eine neue Heimat vorzubereiten und aufzubauen. Keiner hat damit gerechnet, dass dies alles von Anfang an so geplant war. Die Karaner sind also gekommen, um das Ende der Menschheit einzuläuten. Selbst wenn man sie bekämpfen, vernichten oder vertreiben würde, könnte man die Zeit nicht zurückdrehen. Es ist zu spät.
Lukas sitzt vor seiner Wohnung und grübelt nach. Er fragt sich, warum er überhaupt hier ist. Will er wirklich den Rest seines Lebens wie ein Tier im Käfig verbringen? Das macht doch alles keinen Sinn mehr. So fasst Lukas einen entscheidenden Entschluss und geht in Richtung Ausgang. Er verlässt die Kuppel, ohne sich zuvor eine Injektion zu verabreichen. Draußen schlägt er dann eine bestimmte Richtung ein und entfernt sich immer weiter vom Gelände. Xela hat allerdings bemerkt, dass Lukas die Siedlung verlassen hat. Er schaut ihm heimlich hinterher, ohne ihn jedoch aufhalten zu wollen. Was immer Lukas wirklich vor hat, Xela versteht ihn. Nach einer Weile hat Lukas sein Ziel erreicht. Hier hatte er das erste Mal Kontakt mit einem Karaner. Lukas legt sich an die Stelle, an der er damals Xela fand und hofft, dass ihn diesmal niemand findet.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Jürgen Schnaible).
Der Beitrag wurde von Jürgen Schnaible auf e-Stories.de eingesendet.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2026.
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