Jürgen Schnaible

Planet der zwei Sonnen

Expedition

Tano und seine Kollegen befinden sich gerade im Raumhafen und bereiten sich auf ihre Mission vor. Es geht um einen Planeten, den sie sich genauer ansehen sollen. Sie sind schon seit einiger Zeit mit den Vorbereitungen für diese Mission beschäftigt und sind froh, dass es bald losgeht. Plötzlich kommt die Nachricht, dass die Vorbereitungen abgeschlossen sind. Alle Besatzungsmitglieder begeben sich ins Raumschiff, um den Start vorzubereiten. Dann ist es endlich so weit. Als die Freigabe für den Start erteilt wird, hebt das große Raumschiff ab und steuert automatisch sein neues Ziel an. Es ist ein erdähnlicher Planet, der allerdings von zwei Sonnen umkreist wird. Der Planet liegt genau so zwischen diesen Sonnen, dass es nie richtig dunkel wird. Wenn die eine Sonne aufgeht, geht die andere gerade unter.

Sie sind nun schon einige Zeit unterwegs, kommen aber ihrem Ziel dennoch stetig näher. Es ist ein weiter Weg dorthin, trotz der hohen Geschwindigkeit mit der das Raumschiff durch das Weltall fliegt. Doch eines Tages haben sie es endlich geschafft und erreichen das Sonnensystem, in dem sich der Planet befindet, den sie erreichen wollen. Sie steuern den Planeten an und suchen eine geeignete Landestelle. Nachdem sie eine höher gelegene Ebene mit guter Rundumsicht gefunden haben, setzen sie zur Landung an. Nachdem das Raumschiff sicher aufgesetzt hat, wertet die Besatzung zuerst die Werte der Außensensoren aus. Man will zuerst wissen, wie die Bedingungen auf dem Planeten sind. Ist es möglich, ohne größere Vorsichtsmaßnahmen das Raumschiff zu verlassen? Nach eingehender Prüfung der Messdaten ist man zu dem Entschluss gekommen, dass ein Ausstieg unternommen werden kann. In der Zwischenzeit hat man gleichzeitig die Umgebung des Raumschiffes beobachtet, ohne allerdings etwas Bedrohliches bemerkt zu haben. Da man sich hier auf einem fremden und ungekannten Planeten befindet, muss man mit allem rechnen. 

Man hat sich dazu entschlossen, dass eine erste Person das Raumschiff verlassen kann. Tano hat sich gleich freiwillig dafür gemeldet. Er macht sich für den Ausstieg bereit und geht in die Schleuse, die ihn jetzt noch von der Außenwelt trennt. Als diese sich nach außen öffnet, lässt Tano erst mal alles auf sich wirken. Die Luft ist gut zu atmen und die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sind erträglich. Er bewegt sich vorsichtig vom Raumschiff weg und schaut sich nach einigen Metern noch mal um. Da steht nun das Raumschiff, dass für die nächste Zeit weiterhin sein Zuhause sein wird. Denn das große Schiff dient gleichzeitig als Basisstation auf fremden Planeten. Es ist deshalb so gebaut, dass man keine feste Basisstation extra errichten muss. Somit kann man seine Station jederzeit einfach verlegen, indem man zu einem anderen Platz fliegt. Auch bei drohenden Naturgewalten fliegt man der Gefahr einfach davon, ohne eine ganze Basis zu verlieren. Dann widmet sich Tano wieder der Umgebung. Es ist eine öde und leblose Landschaft. Kaum vorstellbar, dass der Planet bewohnt ist. Auch wenn die Umgebung unbewohnbar aussieht, könnte er sich vorstellen, dass es vielleicht nicht immer so war. 

Als Tano nach einigen Minuten meldet, dass bei ihm alles in Ordnung ist, verlässt die nächste Gruppe mit drei Leuten das Schiff. Zunächst erkunden alle die nähere Umgebung um die Landestelle. Erst danach beginnen sie mit genaueren Untersuchungen des trostlos erscheinenden Planeten. Sie entnehmen zuerst verschiedene Bodenproben und bringen sie zur Untersuchung ins Labor im Raumschiff. Vielleicht bringen die Proben Aufschluss darüber, warum der Planet so unwirklich und leblos erscheint. Nachdem man die Proben analysiert hat, kommt man zu dem Ergebnis, dass der Boden mit einer unbekannten Substanz durchsetzt ist, die möglicherweise das Entstehen von Leben irgendeiner Art verhindert hat. Wenn der ganze Planet davon betroffen ist, wäre er, obwohl es eine Atmosphäre und auch Wasser gibt, als Lebensraum wahrscheinlich ungeeignet.

Es wird langsam dunkler und der erste Sonnenwechsel steht bevor. Sonnenwechsel deswegen, weil die eine der beiden Sonnen dieses Planeten untergeht, während die andere aufgeht. Der Planet befindet sich so genau zwischen den beiden Sonnen, sodass es nie richtig Nacht wird. Die dunkelste Zeit ist die, wenn die eine Sonne untergeht, während die andere aufgeht. Sie müssen dabei gleichzeitige auf der gleichen Höhe ihres jeweiligen Horizontes stehen. Somit beginnt gleich nach jedem Sonnenuntergang ein neuer Tag. Dieses Schauspiel will sich die Besatzung natürlich nicht entgehen lassen. Sie schauen sich das Ganze allerdings erst mal aus dem Raumschiff heraus an. Allmählich wird es dunkler und die erste Sonne versinkt langsam am Horizont. Gleichzeitig erhebt sich auf der gegenüberliegenden Seite die zweite Sonne. Auch Tano beobachtet das Ganze und bemerkt, wie die ganze Landschaft in dem Moment, wenn beide Sonnen gleich hoch stehen, in einem sonderbaren, unwirklich wirkenden Licht eingehüllt ist. Nach einer Weile wird es jedoch auch schon wieder heller und ein neuer Tag beginnt. 


Erkundungen

Zu Beginn des neuen Tages werden drei Expeditionsfahrzeuge für eine erste Erkundungsfahrt vorbereitet. Jeweils zwei Leute pro Wagen sollen die Umgebung näher erkunden. Auch Tano wird mit einem Kollegen dabei sein. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, begeben sich die drei Gruppen auf den Weg. Tano fährt mit seinem Kollegen Fero durch eine unwirklich wirkende Landschaft. Nach einer Weile kommen sie in eine Gegend, die überwiegend aus unregelmäßigen Gesteinsformationen besteht. So fahren beide zwischen den Steinstrukturen hindurch, die zwar unheimlich und doch wiederum gleichzeitig faszinierend wirken.

Als sie nach einiger Zeit die Gegend verlassen, beginnt die Bewölkung rasch zuzunehmen und es beginnt zu regnen. Die beiden fahren auf eine nahe gelegene Anhöhe, um dort zu warten, bis der Regen vorbei ist. Während sie im geschützten Wagen sitzen, können sie sich in aller Ruhe die Umgebung ansehen. Plötzlich erkennt Tano in der Ferne etwas, dass wie Wasser aussieht. Es könnte ein See oder ein Fluss sein. Sie beschließen gleich nach dem Regen, in diese Richtung zu fahren.

Als der Regen aufhört, setzen die beiden ihre Fahrt fort. Sie durchqueren dabei eine weite Ebene und kommen dabei ihrem Ziel immer näher. Da erkennen sie in einiger Entfernung das von ihnen gesuchte Wasser. Als sie näher kommen, erkennen sie, dass es sich dabei um einen großen See handelt. Beide steigen aus und schauen ihn sich genauer an. Die Flüssigkeit in dem See sieht zwar aus wie Wasser, wie man es von der Erde her kennt, jedoch kann das nur eine nähere Untersuchung bestätigen. Sie nehmen eine Probe von der Flüssigkeit und wollen sie im Labor untersuchen lassen. Danach steigen beide wieder in ihr Fahrzeug und fahren zurück zur Basis. Sie wollen vor dem Sonnenwechsel zurück sein. 

Nach einer langen Fahrt sind sie wieder zur Basis zurückgekehrt. Zuerst bringt Tano die Flüssigkeitsprobe ins Labor, während Fero sich um das Fahrzeug kümmert. Als etwas später die Auswertung der Probe vorliegt, sind Tano und Fero auf das Ergebnis gespannt. Es handelt sich zwar um Wasser, allerdings ist es mit der gleichen unbekannten Substanz vermischt, der auch schon im Boden nachgewiesen wurde. Also ist es besser nicht davon zu trinken, bevor man herausgefunden hat, um was es sich dabei handelt. Bei den restlichen Proben, die sie mitgebracht haben, ist diese Substanz auch vorhanden. Auch die anderen beiden Gruppen haben verschiedene Proben mitgebracht, mit dem gleichen Ergebnis. Wenn man nur wüsste, um was es sich dabei handelt. 


Entdeckungen

Ein weiterer Sonnenwechsel steht bevor und Tano will ihn auf keinen Fall verpassen. Er hat sich dieses mal vorgenommen, das Schauspiel von draußen zu beobachten. Um eine bessere Sicht zu haben, begibt er sich auf eine nahe gelegene Anhöhe. Dort wartet er auf das Ereignis. Nach einer Weile ist es dann so weit und die untergehende Sonne erreicht den Horizont. Auf der gegenüberliegenden Seite erkennt man bereits die aufgehende Sonne. Als beide Sonnen wieder auf gleicher Höhe stehen, wird die ganze Landschaft wieder in dieses fahle, sonderbare Licht getaucht. Taro schaut sich die Umgebung während dieses Farbenspiels interessiert an. Doch plötzlich bleibt sein Blick an einer bestimmten Stelle stehen. Er scheint etwas zu erkennen, was er vorher nicht gesehen hat. Hatte er es zuvor nicht wahrgenommen? Es könnte die Form einer Pyramide haben. Da das Objekt jedoch sehr weit weg ist, kann Tano keine Einzelheiten erkennen. Angestrengt beobachtet er das Objekt und versucht sich die Position zu merken. Doch plötzlich scheint es langsam zu verschwinden, bis man es nicht mehr erkennen kann. Es ist einfach nicht mehr da. 

Tano kehrt zur Basis zurück und berichtet seinen Kollegen von seiner Entdeckung. Um sicherzugehen, hat er sich vorgenommen, die gleiche Stelle während des nächsten Sonnenwechsels genau zu beobachten. Wenn das Objekt am selben Platz wieder auftaucht, will er diese Stelle aufsuchen. Somit trifft er sich zur nächsten Sonnenwende mit einigen Kollegen auf der Anhöhe, um seine Entdeckung zu bestätigen. Als es dann so weit ist und beide Sonnen sich gleichauf gegenüberstehen, erscheint tatsächlich wie aus dem Nichts wieder dieses Objekt. Tano betrachtet das Objekt durch sein Fernglas, dass er extra deswegen mitgebracht hat. Es könnte sich wirklich um eine Pyramide oder etwas Ähnlichem handeln. Als er es genauer betrachten will, beginnt das Objekt auch schon wieder zu verschwinden. Man kann also dieses mysteriöse Ding nur für eine kurze Zeit sehen. Tano beginnt sofort einzuschätzen, wie weit die Stelle weg ist und wie lange es dauern könnte, bis man sie erreicht hat. Er muss dorthin und sich das vor Ort genauer anschauen.

Zurück in der Basis bespricht er sein Vorhaben mit seinen Kollegen. Dabei fragt er Fero, ob er ihn begleiten würde. Dieser willigt sofort ein, weil auch ihn dieses Phänomen interessiert. Danach bereiten Tano und Fero den Wagen für die Fahrt vor. Sie wollen versuchen, noch vor dem nächsten Sonnenwechsel den Zielort zu erreichen. Nachdem sie mit den Vorbereitungen fertig sind, machen sich die beiden auch gleich auf den Weg. Sie haben sich anhand der Landschaft eine Route geplant, der sie folgen wollen. Auf der Anhöhe, von wo sie das mysteriöse Objekt beobachteten, sind Kollegen anwesend, die die Fahrt die ganze Zeit über beobachten. Von dort aus können diese Tano und Fero über Funk Richtungskorrekturen weitergeben. 

Nach einer langen und beschwerlichen Fahrt kommen die beiden doch noch vor dem nächsten Sonnenwechsel an ihr Ziel. Sie bekommen auch eine Bestätigung von den Kollegen auf der Anhöhe, dass sie die Stelle erreicht haben. Beide steigen aus dem Wagen und laufen über die Stelle, wo sie diese Pyramide gesehen hatten. Hier ist allerdings nichts, was auf dieses Objekt hindeutet. Jetzt bleibt den beiden nur noch auf den nächsten Sonnenwechsel zu warten. 

Gleich ist es soweit. Während die aktuelle Sonne sich dem Horizont nähert, kommt die andere langsam zum Vorschein. Gespannt warten Tano und Fero darauf, was passieren wird. Als sich beide Sonnen in gleicher Höhe gegenüberstehen, staunen die beiden nicht schlecht, als vor ihnen tatsächlich eine Pyramide auftaucht. Sie hat eine Höhe von ungefähr zwanzig Metern und eine quadratische Grundfläche von zehn Meter pro Seite. Die Seitenflächen haben jeweils an der Unterseite eine große Öffnung, die ungefähr fünf Meter breit und in der Mitte fünf Meter hoch ist. Tano weiß, dass die Pyramide nur kurz da sein wird und läuft auf sie zu. Er blickt ins Innere und sieht allerdings nur einen großen, leeren Raum. Dann geht er hinein und schaut sich noch einmal genauer um. Er kann jedoch immer noch nichts Besonderes entdecken. Tano neigt seinen Kopf nach hinten und schaut nach oben in Richtung Pyramidenspitze, in der Hoffnung, doch noch rechtzeitig etwas Besonderes zu erkennen. Für einen Moment hat er ein sonderbares Gefühl, als er hinaufblickt. Instinktiv schaut er auch gleich wieder nach unten. Irgendwas ist anders. 


Die andere Seite

Tano hört eine Menge verschiedener Geräusche von außerhalb der Pyramide. Neugierig und verwirrt geht er auf eine der Öffnungen zu und schaut dabei nach draußen. Was er da sieht, kann er nicht glauben. Eine ganz andere Welt ist da draußen. Er sieht eine idyllische Landschaft mit einer kleinen Siedlung direkt vor dem Platz. Neugierig bestaunt er alles. Vor allem die Bewohner dieser Welt, dessen Spezies er noch nie gesehen hat. Tano überlegt kurz, was er jetzt tun soll. Am besten er kehrt vorerst so schnell wie möglich zurück. Doch wie kam er hierher? Vermutlich, als er ins Innere der Pyramidenspitze aufblickte. Doch in dem Moment, als er wieder nach oben blickt, schaut er direkt in den Himmel. Die Pyramide ist gerade wieder verschwunden.

Tano steht nun auf einem leeren Platz, welcher von Absperrungen umgeben ist. Wahrscheinlich um die Stelle zu sichern, in dem die Pyramide regelmäßig auftaucht. Es dauert auch nicht lange, bis er von einigen Bewohnern der Siedlung entdeckt wird. Diese starren ihn verwundert an. Tano ist die Situation nicht geheuer und versucht den Platz, so schnell wie möglich zu verlassen. Er läuft los und beginnt sich von der Siedlung zu entfernen. Als er bemerkt, dass ihm einige der Bewohner folgen, versucht er schneller zu werden. Da erkennt er einen nahe gelegenen Wald. Wenn er ihn rechtzeitig erreicht, kann er sich vielleicht vorerst darin verstecken. Als er dort angekommen ist, sucht er sich sofort eine Stelle, wo er nicht so schnell gesehen wird. Dann wartet er auf seine Verfolger. Jedoch scheint ihm keiner in den Wald gefolgt zu sein. Er ist sich dennoch sicher, dass er jetzt überall gesucht wird. Wie soll er hier nur wieder wegkommen? 

Nach einer Zeit des Wartens entschließt sich Tano, sein Versteck vorsichtig zu verlassen. Er geht so unauffällig wie möglich an den Waldrand in Richtung Siedlung. Da dort im Moment niemand zu sehen ist, verwundert ihn zwar, ist allerdings auch erleichtert darüber. So kann er von dort aus die Siedlung mit ihren Bewohnern beobachten. Es scheinen sich alle ganz normal zu verhalten, als ob nichts passiert wäre. Das wäre für ihn natürlich ein großer Vorteil. Dann schaut er sich die Umgebung noch etwas genauer an. Plötzlich erkennt er im Hintergrund die Anhöhe, von wo er die Pyramide das erste mal entdeckt hatte. Auch der Landeplatz ihres Raumschiffes kann man erahnen. Ist das immer noch der gleiche Planet? 

Tano geht zurück in den Wald. Wenn das so ist, braucht er nur den nächsten Sonnenwechsel abzuwarten, bis die Pyramide wieder erscheint. Bis dahin will er im Wald versteckt bleiben. Es ist noch viel Zeit bis zum Sonnenwechsel und deshalb beschließt er ein wenig weiter in den Wald hineinzugehen, jedoch ohne die Orientierungen zu verlieren. Nach einer Weile kommt er an einen Bach mit Wasser. Er stellt fest, dass er es trinken kann, was ihm natürlich hilft, den Tag zu überstehen. Kurze Zeit später kommt er auf der anderen Seite des Waldes heraus. Er schaut sich noch kurz die Landschaft an und erkennt in einiger Entfernung den See, den er mit Fero entdeckt hatte. Es scheint tatsächlich derselbe Planet zu sein, trotzdem stimmt etwas nicht. Ist er hier in einer anderen Zeit oder in einer Parallelwelt? Wie auch immer, er muss, um den Sonnenwechsel nicht zu verpassen, umkehren. Wieder einige Zeit später ist er wieder auf der anderen Seite des Waldes nahe der Siedlung. Noch einmal beobachtet er die Siedlung und die Umgebung ganz genau. Alles scheint ganz normal zu sein. Für Tano ist der Platz, auf dem regelmäßig die Pyramide erscheint, am wichtigsten. Er will auf jeden Fall beim nächsten Sonnenwechsel versuchen den Platz rechtzeitig zu erreichen, um beim Erscheinen der Pyramide dort zu sein. 

Die Sonne nähert sich dem Horizont und Tano macht sich bereit. Je dunkler es wird, desto mehr will er sich, ohne gesehen zu werden, der Siedlung nähern. Er will bei Erscheinen der Pyramide keine Zeit verlieren. Jetzt ist er nicht mehr weit von dem Platz entfernt. Normalerweise müsste ihm die Zeit langen, um ihn rechtzeitig zu erreichen, wenn die Pyramide erscheint. So wartet Taro versteckt auf seine Gelegenheit. Es kann nicht mehr lange dauern. Das Erscheinen der zweiten Sonne kann man bereits am Horizont erkennen. 

Sie ist da. Tano schaut sich noch einmal kurz um und läuft dann so schnell er kann auf die Pyramide zu. Er hofft, dass er sie noch rechtzeitig erreicht, bevor ihn jemand bemerkt und aufhalten will. Stetig kommt er dem Platz näher und hat ihn auch gleich erreicht. Doch plötzlich tauchen von der Seite mehrere Leute auf, die ihm den Weg zur Pyramide abschneiden. Sie haben vermutet, dass er zurückkommen wird. Daraufhin haben sie auf ihn gewartet. Tano kann nicht glauben, dass er so kurz vor dem Ziel scheitern muss. Er versucht ihnen auszuweichen und läuft dabei direkt in die Siedlung hinein. Es gibt für ihn momentan keinen anderen Ausweg, ohne den Fremden in die Arme zu laufen. Schnell läuft er in einen Weg hinein und an den Häusern entlang. Als er in einen kleinen Seitenweg abbiegt, sieht er eine Person winkend an einer Eingangstür stehen. Während Tano weiterläuft, versucht er die Situation zu verstehen. Da er aber in arger Bedrängnis ist, denkt er nicht lange nach und läuft durch die offene Tür ins Haus. Er hatte keine Zeit zum Nachdenken und musste handeln. Selbst wenn das jetzt hier eine Falle wäre, die Verfolger hätten ihn sowieso bald erwischt. Die fremde Person schließt die Haustür und man kann kurz danach die vorbeilaufenden Verfolger hören. Will ihm tatsächlich jemand helfen? Tano sieht sich die Person, die gerade vor ihm steht, genauer an. Es handelt sich um eine einheimische Frau.

Beide stehen sich gegenüber und schauen sich neugierig an. Noch immer ist Tano ziemlich angespannt, da er immer noch mit allem rechnen muss. Doch je länger nichts passiert, je ruhiger scheint er zu werden. Die Frau gibt ihm ein Zeichen, dass er sich an den Tisch setzen soll. Tano befolgt ihre Aufforderung und setzt sich auf einen Stuhl neben dem Tisch. Sie verlässt kurz den Raum und bringt eine Schale mit frischen Früchten mit. Diese stellt sie vor ihn auf den Tisch und gibt ihm zu verstehen, dass er sie essen kann. Etwas zögerlich nimmt sich Tano etwas davon und probiert vorsichtig. Sie sind ungewöhnlich, aber schmackhaft. Außerdem scheinen sie ihm nichts auszumachen. Währenddessen hat die Frau noch Wasser gebracht, damit er etwas zu trinken hat. Tano versucht sich, bei ihr mit verschiedenen Gesten zu bedanken. Ob sie es jedoch versteht, weiß er nicht. Sie setzt sich zu ihm an den Tisch und schaute ihn nur an. Tano versucht herauszufinden, wie sie heißt, was sich allerdings als sehr schwierig herausstellt. Nach einer Weile scheint sie verstanden zu haben, was er meint. Durch ihr fremde Genetik und Sprache kann er sie nur schwer verstehen. Dennoch hört er so etwas wie Selia. So will er sie auch nennen.

Nach einer Weile hört man draußen laute Stimmen. Selia reagiert sofort und fordert Tano auf ihr zu folgen. Sie führt ihn in einen Raum, wo er bleiben soll. Dann geht sie zurück und öffnet die Eingangstür, um nachzusehen, was dort draußen los ist. Einige Leute laufen eilig umher. Selia ist natürlich klar, dass sie auf der Suche nach Tano sind. Dieser hört von seinem Versteck aus, dass sich jemand mit Selia unterhält. Auch für ihn ist klar, dass man ihn sucht und Selia deswegen befragt. Dann wird es draußen wieder still und Selia kommt zurück. Sie nimmt Tano mit in einen anderen Raum. Er bemerkt eine Liege auf der Seite stehen und Selia gibt ihm zu verstehen, dass er sich darauf ausruhen kann. Tano ist sich nicht sicher, ob er sich einfach hinlegen soll. Er weiß nicht was passiert, wenn er einschlafen würde. Da er allerdings schon lange nicht mehr geschlafen hat und müde ist, entschließt er sich Selia zu vertrauen und sich hinzulegen. Es dauert auch nicht lange und er ist eingeschlafen. 

Tano bemerkt, dass ihn jemand berührt. Erschrocken macht er die Augen auf und schaut sich um. Es ist jedoch nur Selia, die ihn geweckt hat. Erleichtert, allerdings noch etwas müde, steht er auf. Wieder gibt sie ihm zu verstehen, dass er ihr folgen soll. Beide gehen in einen Raum, wo die untergehende Sonne hereinscheint. Tano erkennt sofort, was Selia ihm zeigen will. Vorsichtig und ohne von draußen gesehen zu werden, schaut er durch das Fenster, um zu erkennen, wo sich die Sonne genau befindet. Jetzt erkennt er, warum sie ihn geweckt hat. Da sich die Sonne rasch dem Horizont nähert, ist es für ihn wieder Zeit, sich auf einen weiteren Versuch zur Rückkehr vorzubereiten. Aber wie soll er das anstellen? Man wird bestimmt wieder bei der Pyramide auf ihn warten. 

Es ist so weit. Die Sonne hat den Horizont fast erreicht und die zweite Sonne kommt langsam auf der anderen Seite hervor. Tano bedankt sich bei Selia und verabschiedet sich von ihr. Er möchte die Dämmerung nutzen und sich zu dem Platz so weit wie möglich vorarbeiten, auf dem die Pyramide bald wieder erscheinen wird. Selia geht zur Eingangstür und schaut nach, ob sich draußen jemand befindet. Als sie sich unbeobachtet fühlt, gibt sie Tano ein Zeichen, der so schnell und unauffällig wie möglich das Haus verlässt. Vorsichtig bewegt er sich von einer Stelle zur anderen und kommt dabei seinem Ziel langsam näher. Als er am Rande der Siedlung angekommen ist, hat er freie Sicht auf den Platz. Er kann jedoch niemand in unmittelbarer Nähe des Platzes erkennen. Das war allerdings beim letzten Versuch auch der Fall, bis einige Leute plötzlich auftauchten. Liegen diese vielleicht auch wieder irgendwo auf der Lauer und warten auf ihn? Wie kann er das herausfinden? Er kann im Moment nur in Deckung bleiben, die Umgebung beobachten und abwarten.

Es ist wieder so weit. Die Pyramide erscheint und Tano muss nun handeln. Schnell läuft er los und konzentriert sich dabei auf sein Ziel. Doch auch diesmal tauchen plötzlich wieder die gleichen Leute auf und schneiden ihm den Weg ab. Tano dreht um und läuft wieder zurück. Plötzlich kommt von der Seite eine Person auf ihn zu. Tano ist im ersten Moment erschrocken, doch dann erkennt er Selia. Sie greift nach seiner Hand und zieht ihn hinter eine Mauer. Dann geht sie wieder zurück auf den Weg, auf dem ihr kurze Zeit später die Verfolger entgegenkommen. Sie unterhält sich kurz mit ihnen, bevor diese dann schnell weiterlaufen. Nachdem die Verfolger weg sind, geht sie zurück zu Tano. Sie gibt ihm zu verstehen, dass er hervor kann, um zur Pyramide zu laufen. Tano schaut ihr noch kurz in die Augen und läuft los. So schnell er kann, läuft er wieder direkt auf die Pyramide zu. Er hofft nur, dass er diesmal bis zu ihr durchdringen kann, ohne noch einmal aufgehalten zu werden. Er hat es gleich geschafft. Als er sich kurz umsieht, bemerkt er, dass ihn einige Bewohner entdeckt haben. Doch dieses mal muss es reichen. Tatsächlich gelingt es Tano, unbehelligt in die Pyramide zu gelangen. Völlig erschöpft und außer Atem, doch sichtlich erleichtert, will er keine Zeit verlieren und schaut nach oben. 


Die Rückkehr 

Auch dieses mal hat Tano wieder dieses sonderbare Gefühl und blick danach gleich nach unten. Es ist still um ihn herum. Er schaut nach draußen und erkennt die unwirkliche Landschaft, in die er wieder zurückgekehrt ist. Dann verlässt er die Pyramide, die auch gleich hinter ihm ein weiteres mal verschwindet. Er sieht sich noch mal um. Momentan scheint er hier draußen ganz allein zu sein. Tano will gerade sein Funkgerät benutzen, um sich zu melden, als er in einiger Entfernung ein Fahrzeug auf sich zukommen sieht. Als es angekommen ist, erkennt er Fero und zwei weitere Kollegen von der Basis. Die freuen sich natürlich, ihn wiederzusehen. Sie hatten ja keine Ahnung, was mit ihm passiert ist. Selbstverständlich wollen sie wissen, wo er die ganze Zeit war. Tano will jedoch nicht sofort darüber reden. Erst wenn sie zur Basis zurückgekehrt sind. Fero erklärt Tano, dass sie nach ihm suchen wollten, aber wegen einer Panne die Pyramide leider verpasst hatten. Tano ist natürlich froh darüber, dass sie nicht in die Pyramide gegangen sind. Aber das wird er ihnen später erklären. 

Als sie sich auf den Rückweg zur Basis machen, denkt Tano noch einmal über das zuletzt Erlebte nach. Viele Gedanken und Fragen um die geheimnisvolle Pyramide und die Welt auf der anderen Seite gehen ihm durch den Kopf. Aber am meisten muss er an Selia denken, ohne deren Hilfe er womöglich nicht zurückgekehrt wäre. Warum hat sie ihm geholfen? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Tano schaut sich noch einmal um, wo in einiger Entfernung noch der leere Platz zu sehen ist. Vielleicht wird die Frage doch noch irgendwann beantwortet. 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Jürgen Schnaible).
Der Beitrag wurde von Jürgen Schnaible auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Jürgen Schnaible als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Frei heraus - Meine Gedanken, Erlebnisse und Beobachtungen von Cornelia Hödtke



Die von der Autorin einfühlsam vorgetragenen Gedichte, die in Reimform verfasst sind, kommen von Herzen und gehen auch zu Herzen. Lassen Sie sich von ihnen berühren !

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Science-Fiction" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Jürgen Schnaible

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Der lange Weg von Jürgen Schnaible (Science-Fiction)
Ganymed 1 von Paul Rudolf Uhl (Science-Fiction)
HEUTE MACHEN WIR ES UNS SCHÖN von Christine Wolny (Autobiografisches)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen