Sonja Teil II
Nach dem Wiedersehen – eine Woche pures Glück. Körper an Körper, ein wahnsinniges Gefühl. Nackt gefrühstückt, hungrig ins Bett gefallen, hungrig geblieben beim Anblick deiner Silhouette an der Gardine unseres Hotelzimmers. Deine katzenhafte Bewegung in eine neue Pose unseres Liebesspiels bleibt eingebrannt – für immer – in der Erinnerungsschublade meines Denkens, für die Stunden ohne dich.
Eine Woche unglaublicher Vertrautheit – zeitlos – verging. Beide vermieden wir die Frage: Was kommt danach? Es war, als würden wir den Regen brauchen, aber das Gewitter fürchten.
Der letzte Morgen kam viel zu schnell. Wie ein Jet schlug er in unsere Herzen.
Das letzte Frühstück war ohne Hunger. Die Angst vor dem, was kommt, war stärker.
Wir wussten beide, dass wir – zumindest für diese eine Woche unseres Lebens – für wenige Augenblicke unser eigenes Kapitel geschrieben hatten. Ein Kapitel, auf das wir fünfundzwanzig Jahre gewartet hatten.
Das alte „Vielleicht“ war gestorben. Mit ihm die Hoffnung, dass aus diesem Wiedersehen ein gemeinsamer Weg werden könnte.
Geblieben ist die Gewissheit, dass manche Geschichten nicht scheitern, weil sie zu wenig waren – sondern weil sie vielleicht gerade in ihrer Einmaligkeit vollkommen waren.
Wir gingen auseinander – jeder zurück in seine Welt.
Und irgendwo zwischen Abschied und Erinnerung begriffen wir still:
Manche Menschen kommen nicht zurück, um zu bleiben.
Sie kommen zurück, um eine längst offene Tür in uns zu schließen.
©️05-2026 Charles G. Dannecker

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.05.2026.
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