Günter Weschke

Diabolo


Zugfahrt von Paris nach Barcelona, Speisewagen der ersten Klasse.
Olivia de Monteriga, nippt an ihrem Champagnerglas, sie ist die Tochter der Familie Monteriga, die ein sehr großes Weingut besitzt, Ihre Weine sind stets Spitzenweine und
werden auch zu Spitzenpreisen gehandelt.

Plötzlich steht ein junger Mann an ihrem Tisch, er verbeugt sich galant und fragt, indem er sie anschaut, ob er an ihrem Tisch Platz nehmen darf?

Etwas verunsichert sagt sie: “ Ja, natürlich”!

Er verbeugt sich noch einmal und sagt: “Gestatten, mein Name ist Diabolo”!

Etwas überrascht schaut sie ihn an: ”Wie bitte, ich habe ihren Namen nicht verstanden?”

“Diabolo!”

Irritiert schaut sie noch immer in sein Gesicht.

“Sagen sie, woher kommt dieser Name?”

“Äh, meine Eltern meinten, ein besonderer,  äh Mensch, sollte auch einen besonderen Namen besitzen.!”

“Ach, und sie sind solch ein besonderer Mensch?”

“Ja, also wenn es nach meinen Eltern geht”!

Ein livrierter Kellner bring die Speisekarte, abwartend bleibt er am Tisch stehen.

Olivia bestellt für sich ein zartes Rinderfilet auf einem Gemüsebett mit etwas geschäumter Butter.

Diabolo Tat es ihr nach.

“Darf ich fragen, woher sie stammen?”

“Ja, natürlich!”

Erwartungsvoll sah sie ihn an.

Nach einer langen Pause sagt sie: “Also ich stamme aus Spanien, einem Land voller Sommerhitze, Wein und heißen Gitarrenklängen”!

“Also, woher stammen sie?”

“Das habe ich vergessen, aber ich kann mich Erinnern, dass es dort auch sehr heiß war.
Meine Eltern schickten mich auf ein Internat in die Schweiz, danach ging ich nach Oxford.
Ich bin also Doktor der Wissenschaft!”

“Oh, nein, sie haben ja ihr Essen bereits aufgegessen, das war doch noch sehr heiß”!

Oh, das bin ich gewohnt”!

Olivia bestellt sich noch ein Glas Champagner….”Darf ich ihnen einen Glas mitbestellen?”

“Nein, nein, bitte nicht, das bekommt mir nicht”!

“Ich bitte sie, das ein Produkt aus unserem Hause, der Beste”!

Sie gibt dem Ober einen Wink und der bringt ein zweites Glas an den Tisch.

Olivia sagt: “Verzeihung, ich hatte mich ihnen noch nicht vorgesellt, mein Name ist Olivia de Monteriga””!

Sie hebt ihr Glas …..“?Na und sie?”

Der junge Mann schaut verzweifelt zum Ober, der nickt ihm aufmunternd zu…”Ja also dann… zu Wohl”!

“Teufel noch mal, ist der gut”!

“Was sagten sie?” Sie schaut ihn an….“aber, aber was ist mit ihnen”!
“Ihre Augen scheinen zu Glühen”!

“Ja, das passiert mir jedes Mal, wenn ich Alkohol saufe”!

“Aber das war doch nur ein kleines Schlückchen”!

“Selbst das ist bereits zuviel, ich vertrage keinen Alkohol, danach werde ich immer hemmungslos”!

“Los geben sie die Flasche her“, der junge Mann entreißt dem Ober die Champagnerflasche und schlürft hörbar, den edlen Tropfen in seinen Mund.

Olivia sieht es mit Entsetzen, empört sagt sie:
“Das hätten sie niemals tun dürfen, sie sind ja völlig wahnsinnig geworden”!

“Ja, wahnsinnig ist das richtige Wort”!

Er stürmt aus den Waggon.

Olivia schaut den Ober fassungslos an, der zuckt mit den Schultern und meint: “ Der Kerl ist mir schon auf dem Bahnhof in Barcelona aufgefallen, dort hatte er einer Passagierin in ihr Decolletè gegriffen, danach war er nicht mehr auffindbar”!

Jetzt erschien auch der Zugschaffner, Nachdem er erfahren hatte, was geschehen war, sagte er:
“Er ist also aus diesen Ausgang gelaufen, dann kann er nicht sehr weit gekommen sein, der Speisewaggon wurde in Barcelona umgesetzt, er läuft heute als vorletzter Waggon.
Der letzte Waggon ist der Gepäckwaggon”! Sie liefen bis zum Ende, öffneten dort die letzte Tür und standen am Ende des Zuges, von dem jungen Mann keine Spur.
Verdutzt sahen sie sich an.
Wo war er geblieben?

Der Zugschaffner verständigte die Gendarmerie, kurz vor Paris wurde ein nicht angekündigter Halt eingelegt, hier stiegen Beamte in Zivil in den Zug.
Gewissenhaft wurden alle Passagiere überprüft, aber der junge Mann blieb verschwunden.










































 

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