Der Papst entdeckt das neue Weltgewitter
Papst Leo XIV. warnt vor künstlicher Intelligenz. Ausgerechnet. Die älteste noch laufende Autorität der Welt erklärt jetzt, was „Entmenschlichung“ sei – eine Institution, die über Jahrhunderte hinweg sehr erfolgreich demonstriert hat, wie man Weltbilder, „Wahrheiten“ und Seelenformate zentral verwaltet.
„Die KI muss entwaffnet werden“, sagt Rom. Das klingt entschlossen. Fast militärisch. Man fragt sich kurz, ob das ausgerechnet jene Organisation ist, die ihre eigene Geschichte bevorzugt als Friedensabonnement liest.
Natürlich ist der Papst gegen Machtkonzentration im Silicon Valley. Wer wäre das nicht. Nur wirkt die Warnung ein wenig wie ein Rundfunkbeitrag aus dem Hochmittelalter: technisch verspätet, moralisch großflächig, institutionell routiniert.
Die KI also als neue Gefahr für den Menschen. Interessant. Die Kirche hat den Menschen immerhin lange genug erfolgreich davon überzeugt, dass er ohne göttliche Verwaltung nicht einmal korrekt atmen kann. Jetzt plötzlich Sorge um Autonomie.
Leo XIV., Mathematiker und erster US-Papst mit Cloud-Kompetenz, will die Technik „dem Gemeinwohl“ unterstellen. Ein schöner Gedanke. Historisch betrachtet eine sehr flexible Kategorie.
Schon Leo XIII. versuchte mit „Rerum Novarum“, die industrielle Revolution moralisch nachzuverhandeln – ungefähr zu dem Zeitpunkt, als sie bereits durch war. Heute geht es schneller: Die KI schreibt längst bessere Zusammenfassungen über sich selbst, als jede Enzyklika je leisten könnte.
Der Vatikan nennt das „anthropologische Revolution“. Ein großes Wort für die alte Angst, dass der Mensch seine Deutungshoheit verliert – gerade bei einer Institution, die ihren Gläubigen seit Jahrhunderten sehr erfolgreich erklärt, wie Denken zu funktionieren hat. Eine Angst, die in Rom traditionell gut aufgehoben ist.
Denn die Kirche war immer schon ein Hochleistungsmodell für Sinnverwaltung: Allwissen ohne Körper, Regeln ohne Transparenz, Antworten ohne Quellcode. Vertrauen als Systemanforderung.
Dass man sich nun vor „undurchsichtigen Algorithmen“ sorgt, hat eine gewisse Ironie. Als hätte das Mittelalter plötzlich Datenschutz entdeckt.
Am Ende steht die klassische Pointe der Moderne: Die KI ist gefährlich, weil sie uns spiegelt. Und vielleicht ist das der eigentliche Grund der Nervosität. Nicht weil sie zu viel ist. Sondern weil sie zu vertraut wirkt.
Nur ein Unterschied bleibt bemerkenswert stabil:
Die KI verlangt keinen Glauben.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.05.2026.
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Sie folgten dem Weihnachtsstern: Geschichten zu meinen Krippenfiguren
von Christa Astl
Weihnachten, Advent, die Zeit der Stille, der frühen Dunkelheit, wo Menschen gerne beisammen sitzen und sich auch heute noch Zeit nehmen können, sich zu besinnen, zu erinnern. Tirol ist ein Land, in dem die Krippentradition noch hoch gehalten wird. Ich habe meine Krippe selber gebaut und auch die Figuren selber gefertigt. So habe ich mir auch die Geschichten, wie jede wohl zur Krippe gefunden hat, dazu erdacht.
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