An meine früheste Kindheit habe ich keine Erinnerung mehr genau wie an
so viele andere Dinge aus Kindheit und Jugend. Und das ist auch gut so. Deshalb
wollte ich auch nie eine Hypnosetherapie oder Tiefenpsychologische Behandlung
machen .Die Erinnerungen die noch da sind quälen mich genug. Auch heute
noch mit 56 Jahren und nach 20 Jahren Therapie.
Und weil ich immer noch unter all dem leide schreibe ich es nun auf.
Eine Art Selbsttherapie. Ich habe die Zeit dazu weil ich mittlerweile so
krank bin dass ich eine Erwerbsminderungsrente beantragt habe und auf die
Gewährung warte.
Wie alles begann:
Nach Aussage
meiner Mutter wurde ich das erste Mal im Bauch meiner Mutter von Ihm geschlagen.
Ihm das ist mein Vater
Mein Vater: ein cholerischer Alkoholiker,
der psychisch angeschlagen war verarbeitete seine Traumata an uns.
Ich weiss gar nicht mehr wie oft ich mich dazwischen stellte ,wenn er im
Alkoholrausch meine Mutter schlug.
Wie oft er mich schlug, Geschirr
mit einem Wisch vom Tisch fegte und uns anbrüllte weiß ich nicht
mehr.
Aber dass wir die Messer versteckten und uns gemeinsam in
einem Zimmer einsperrten, damit er weder den Hund noch uns angreifen konnte hat
sich tief in meine Erinnerung eingebrannt.
Trotzdem ist die
körperliche Gewalt nicht mein schlimmstes Trauma.
Irgendwann
kam die sexuelle und verbale Gewalt dazu.
Und das hat tiefe Spuren
hinterlassen die mein ganzes Leben beeinflussten.
Die sexuelle
Gewalt begann mit 8 Jahren.
Es kam nie zu einer Vergewaltigung.
Viele werden jetzt denken, naja dann war es ja nicht so schlimm. Es
gibt viel Schlimmeres.
Ja, leider gibt es Kinder die viel
Schlimmeres erleiden mussten und ich will mir gar nicht vorstellen was das
bedeutet, aber für mich war die Erfahrung durch meinen Vater insofern
prägend als dass ich immer dachte Männer dürfen das wohl , es
wird dir keiner helfen wenn du angegrapscht wirst man dir an die Brüste
fasst , anzügliche Bemerkungen macht.
Denn
so war es.
Im Gegenteil. Mein Vater lachte mit, wenn irgendwelche
Männer aus der Nachbarschaft sich vorstellten es mit mir vor dem Kamin zu
treiben oder mir nach einem Saufgelage die Zunge in den Hals schoben.
Zu der Zeit war ich gerade in der Vorpubertät und es machte mir zwar ein
ungutes Gefühl aber es war ja wohl normal wenn keiner was sagte.
Wie bereits gesagt, los ging das Ganze mit 8 Jahren:
Die erste
sexuelle Erfahrung mit meinem Vater machte ich in einer Unwetternacht.
Es hatte gewittert und ich schlief bei meiner Mutter im Bett, als er
betrunken ins Bett kam und sofort anfing meine Beine auseinander zu drücken
und mit seinen Fingern in meine Scheide eindrang.
Ich war wie
erstarrt und traute mich nicht mich zu bewegen, doch irgendwann presste ich
meine Beine so fest zusammen wie ich nur konnte und versuchte mich umzudrehen.
Dann stieß er mich fluchend weg und schlief ein. Nach dieser
Gewitternacht war ich verstört und hilflos, ein Gefühl dass mich lange
begleitete.
Als dann die Albträume begannen redete ich mir ein
er habe mich bloß mit meiner Mutter verwechselt.
Erst viele
Jahre später als ich mit meinem Sohn in der Mutter Kind Kur war sagte eine
Psychologin zu mir:
Hören Sie auf Ihren Vater zu verteidigen,
Sie sind das Opfer.
Er ist der Täter. Auch ein betrunkener
Mann erkennt ob er den Körper eines Kindes oder einer erwachsenen Frau
berührt.
Die nächsten Jahre waren
geprägt von Alkoholexzessen, Schlägen und Demütigungen.
Ich versuchte immer möglichst unauffällig zu sein um seinen
Wutausbrüchen zu entgehen aber das gelang selten.
Als ich mich
immer mehr zur Frau entwickelte kamen unangenehme Berührungen meiner
Brüste und meines Po dazu.
Ich musste mit in die hauseigene
Sauna gehen und mich begutachten lassen.
Und mir anzügliche
Bemerkungen anhören.
Ich kaufte mir heimlich
Süßigkeiten und Knabbereien, die ich in der Garage versteckte und in
mich hineinstopfte sobald ich allein war.
Das gab mir für eine
kurze Zeit ein gutes Gefühl hatte aber auch die Auswirkung dass ich zunahm.
Nun kamen zu den Übergriffen noch die verbalen Attacken dazu.
Denn ein dickes Kind fand er weder sexy noch wollte er so ein Kind
haben.
Wer sich jetzt zu Recht denkt: Wo war denn die Mutter, dem
sei gesagt.
Sie war körperlich da, arbeitete im gemeinsamen
Betrieb bis zu 12 Std. Und im Garten oder joggte.
Sie war sehr auf
ihren schlanken Körper bedacht und konnte mit meiner Gewichtszunahme
überhaupt nicht umgehen.
Durch die Gewalt meines Vaters war
sie depressiv, nahm dagegen zwar Medikamente, die aber nicht viel halfen. Sie
hatte Bulemie und ich sehe sie heute noch über der Kloschüssel
hängen. Sie machte mir immer wieder klar, ich sei ihr von Gott gesendeter
Engel und nur wenn ich für sie da wäre könne sie weiterleben.
Parentifizierung nennt man das erklärte mir später ein
Psychologe in der Reha.
Es gab also keinen Schutz für mich.
Im Gegenteil:
Aufgrund meiner Gewichtszunahme lehnte auch
sie mich immer mehr ab.
Darin waren sich meine Eltern einig dass
sie so ein Kind nicht hatten haben wollen.
Bei jeder Gelegenheit
machten sie mir das deutlich.
Friss nicht soviel du bist fett
genug. Schau dich mal an wie soll man sowas gern haben und
Du
warst mein blond gelockter Engel , jetzt bist du häßlich bis zu ich
hab doch kein Kind in die Welt gesetzt um Probleme zu haben.
Um die
Probleme loszuwerden wurde ich ab dem 12 ten Lebensjahr von einer Diät in
die nächste gejagt.
Atkins Mayo Brigitte diät Modifast
Friss die Hälfte etc.
Dazu Sport: Nachdem ich schon im
Schwimmen im Leistungsbereich unterwegs war, kam noch das von meiner Mutter
geliebte Joggen dazu.
Dabei wurde ich auch schon mal von meinem
Vater in den Rücken getreten wenn ich nicht laufen wollte.
Der
Alkoholkonsum wurde immer mehr ,manchmal schöpfte ich Hoffnung wenn meine
Mutter mit mir zu einer Großtante flüchtete, doch sie kehrte immer
wieder zurück auch aus finanziellen Gründen, wie sie mir mal
erklärte.
Auch im Dorf gab es niemanden an den ich mich
hätte wenden können, war mein Vater doch ein sogenanntes angesehenes
Mitglied der Dorfgemeinschaft.
Die Gewalt wurde
irgendwann so extrem, dass ich eines Tages mit der Gaspistole meiner Mutter, die
sie zum Schutz beim Joggen dabei hatte, auf meinen Vater schiessen wollte , doch
zu meinem Glück war die Waffe gesperrt und so konnte sich kein Schuss
lösen.
Es gäbe noch viele solcher
Vorkommnisse zu schildern aber ich denke es reicht um sich die Umstände
meiner Kindheit vorstellen zu können.
Geprägt durch diese
Erfahrungen war ich mit 14 Jahren ein perfektes Opfer.
Kein Selbstwertgefühl , im Bewusstsein dass Männer zuschlagen
wenn man widerspricht und sich mit Gewalt nehmen was sie wollen, stolperte ich
in die Pubertät.
Da meine Eltern zu der
Zeit wohlhabend waren konnte ich eine Sprachreise nach England in eine
wunderbare Gastfamilie machen. 3 Wochen in Harmonie und mit einer liebevollen
Familie völlig entspannt.
Dann durfte ich in ein Sprachcamp
nach Österreich.
Ich war noch sehr kindlich, eher
zurückgezogen und fühlte mich dort nicht so wohl.
Irgendwann gab es eine Kinderdisco und ich war mit 3 anderen Mädchen dort.
Als ich in der Nacht wach wurde sah ich verschwommen eine
große Gestalt auf mir liegen, die sagte: Ich bekomme immer was ich will
In meinem Bett waren Blutspuren, mein Hals tat weh, ich schlief wieder
ein und hatte am Morgen hohes Fieber.
Man erklärte mir ich
habe wohl zum ersten Mal meine Tage bekommen und dazu noch einen Infekt.
Das klang für mich zunächst logisch auch wenn ich tief in mir
spürte dass etwas nicht stimmte.
Meine Erinnerung an den Mann
nahm man nicht ernst.
Man wollte wohl kein Aufsehen haben.
Zurück aus dem Sprachcamp erzählte ich meiner Mutter davon,
aber sie meinte ich wolle mich wohl nur wichtig machen.
Daraufhin
verdrängte ich das Ganze und glaubte an die Menstruationsgeschichte.
1 Jahr später bekam ich dann meine angeblich 2te Monatsblutung.
In den nächsten Jahren , ich lebte mittlerweile in
einem Internat, erzählte ich die wildesten Geschichten von meinem Freund in
meinem Heimatort mit dem ich natürlich Sex hätte, nur um nicht zu
zeigen wieviel Angst ich vor Sexualität hatte.
Die
Internatszeit verstärkte meine Ängste nur noch mehr.
Gleich zu Beginn wurde ich als die Dicke von meinen Mitbewohnerinnen
gehänselt und verspottet.
Eine Mutprobe sollte meinen Status
aufwerten.
Also rannte ich durch einen Eisenbahntunnel,
stürzte als der Zug kam, konnte mich dann aber in eine Seitentür
retten und überlebte das Ganze als Held und man lies mich danach erstmal in
Ruhe.
Als alle anderen dann ihre ersten sexuellen Erfahrungen
machten, erfand ich meinen angeblichen Freund und war somit vorübergehend
sicher.
Meinemwirklichen ersten Freund ,ein sehr lieber Junge, tat
ich sehr weh, weil ich mit ihm Schluss machte aus lauter Angst ihn küssen
zu müssen.
So wurde ich 18 Jahre ohne je einen Mann
geküsst zu haben und kehrte nach zuhause zurück.
Ich
begann eine Ausbildung zur Erzieherin und fand eine liebe Freundin mit der ich
viel Zeit verbrachte.
Das Ende der Gewalt durch meinen Vater begann
mit einer erneuten Attacke auf mich.
Als er mich mit Schaum vor dem
Mund schlagen wollte sagte ich :
Ja bitte schlag mich tot, dann ist
es endlich vorbei.
Er stockte und hörte auf und schlug mich
nie wieder.
Mit 21 fuhr ich mit meiner Freundin nach Ungarn in
Urlaub.
Wir bändelten mit 2 Wachposten des Hotels an und ich
dachte an diesem Abend , an dem viel Alkohol floss, entweder jetzt oder nie
heute ,hast du Sex.
So war es dann auch. Auch wenn ich nicht viel
davon mitbekam der Knoten war geplatzt.
Dachte ich zumindest.
Mit fast 23 Jahren hatte ich meine Ausbildung beendet
und zog nach München.
Ich hatte vor dem Umzug einen Freund der
meinem Vater ähnlich war und mein Überlebenswille hatte mir geholfen
alles hinter mir zu lassen und weg zu gehen.
Die Spuren meiner
Vergangenheit holten mich aber auch hier wieder ein.
Und so zogen sich Übergriffe durch meine ersten Jahre in
München.
Mittlerweile war ich so abgestumpft, dass ich dachte:
Lass sie, die Männer, einfach machen dann hast du nichts zu
befürchten.
Nach einer oralen Vergewaltigung, ja das gibt es
wirklich , bei der ich mit dem Kopf nach unten gedrückt, schmerzvoll an den
Haaren gerissen und mit dem Tod bedroht wurde, schluckte ich sein Sperma und
dachte, so ist es halt.
Aber die Todesangst die
ich kurz gespürt hatte brachte plötzlich eine alte Erinnerung hervor.
Ich kannte diese Todesangst.
Ich hatte sie schon
einmal gespürt.
Vor vielen Jahren.
Da hatte ich
meine erste Panikattacke.
Ich erzählte
meiner Freundin von der Geschichte damals im Sprachcamp.
Sie
hinterfragte nicht, sie lachte mich nicht aus , sie glaubte mir .
Ich war erschüttert. Konnte das sein. War das wirklich damals passiert,
Warum redete sie mir das nicht aus.
Ich war hin und
hergerissen. Ich glaubte mir doch selber nicht.
Und doch
spürte ich, dass ich nicht länger verdrängen konnte.
Es kam nicht sofort aber nach und nach kamen Erinnerungsfetzen und ich
spürte Unterleibsschmerzen und hatte Atemnot.
Erst viele Jahre
später erinnerte ich mich klar daran, dass mein Vergewaltiger mich in der
Nacht gewürgt hatte.
Zu diesem Zeitpunkt aber war mir klar,
ich wollte zwar irgendwann ein Kind aber keinen Mann.
Und dafür würde ich noch einmal mit einem Mann schlafen.
Ich genoß das Leben zusammen mit meiner Freundin, die auch nach
München gezogen war, wir feierten mit Freunden , flogen zusammen in die
Karibik,
Lernten auch mal Jemanden kennen, aber nie was Ernstes.
Dann kam der Abend auf dem Viktualienmarkt.
Wir lernten 2
Pakistaner kennen und meine Freundin Marie verliebte sich.
Auch ich
traf mich mit dem anderen Mann und es endete wie immer.
Nach dem
Sex bedankte er sich bei mir für den Orgasmus den er mal haben durfte und
schickte mich dann weg.
Er war verheiratet.
Danach war
ich endgültig bedient und da für mich Sex sowieso nur ein notwendiges
Übel war, kam mir kein Mann mehr ins Haus.
Ich würde
einfach alleine bleiben, denn tief in mir drin war ich sowieso einsam, das
würde auch kein Mann ändern.
13 Monate vergingen, ich hatte Freundinnen, die auch Single waren, und meine
langjährige Freundin war auch noch an meiner Seite.
Denn ihr
Freund war auch verheiratet und hatte deshalb wenig Zeit für Sie.
Für mich war das Thema Männer durch, doch ich sehnte mich nach
Liebe.
Und dann kam mein Mann:
Er war der Cousin von Maries Freund, Asylbewerber und wollte
weiter nach Frankreich.
So lernten wir uns kennen.
Ich
wollte keine Beziehung und nahm ihn kaum wahr.
Er aber wollte nun
in München bleiben um mich kennenzulernen.
Als ich das nächste Mal meine Freundin besuchte war er
angeblich zufällig da.
Ich aber wollte das Ganze nicht, zog
mich zurück und fuhr nach Hause.
Das spornte ihn noch mehr an,
dass er nicht locker lies und ich mich schließlich mit ihm in einer
Pizzeria traf.
Er kam an diesem Abend mit zu
mir in meine Wohnung und ich schlief mit Ihm, weil das ist ja das was man
Männern zu geben hat.
So war ich es ja gewohnt, besser
freiwillig geben als wieder Gewalt erleben oder sterben.
Aber
irgendwas war anders als sonst.
Er war zärtlich fast schon
zurückhaltend.
Wir unterhielten uns auf englisch und mit
Händen und Füßen.
Was er in Deutschland machte
fragte ich Ihn, denn nachdem sein Cousin behauptet hatte Ahmed sei Student, war
ich erstaunt über seine schlechten Englischkenntnisse.
Er sei
Asylbewerber, und auf dem Weg nach Frankreich gewesen, weil er dort Verwandte
habe, dann habe er mich kennengelernt und er würde gerne bei mir in
Deutschland bleiben.
Dafür müsste ich Ihn aber heiraten.
Das war zuviel für mich, ich bat ihn zu gehen und hatte
gleich wieder Angst was nun passieren würde.
Und dann
passierte das Unglaubliche:
Ahmed zeigte
Verständnis dafür und packte seine Sachen um zu gehen.
An
der Tür sagte er noch er hätte mich wirklich gern aber ohne Heirat
hätte er keine Zukunft in Deutschland.
In diesem Moment sagte
eine innere Stimme zu mir.
Er hat dir die
Wahrheit gesagt, er wurde nicht wütend, er ist zärtlich und du hast
doch auch Gefühle für ihn...
Und ich
hörte mich sagen:
Bleib hier ich heirate dich.
In
diesem Moment konnte ich noch nicht ahnen, dass dies die beste Entscheidung
meines Lebens sein sollte.
Die nächsten 2 Jahre waren sehr
schön aber auch sehr aufwühlend.
Mein Mann war ja zu der
Zeit Asylbewerber und hatte seinen Aufenthaltsort in Lindau am Bodensee.
Das hieß für uns , dass er immer wieder zurück musste und
dann eine Erlaubnis brauchte um nach München kommen zu dürfen.
Deshalb beschlossen wir zusammenzuziehen.
Was für uns
ganz einfach schien, stellte sich als sehr schwierig heraus.
Das
deutsche Asylgesetz sah nicht vor, dass ein Asylbewerber von einem Bundesland in
ein anderes ziehen darf sondern es gab eine Residenzpflicht.
Also
brauchten wir die behördliche Genehmigung für den Umzug und für
das Asylverfahren einen Rechtsanwalt.
Der machte uns keine Hoffnung
auf den Umzug, da München keine Asylbewerber mehr aufnehmen würde.
Die unglaublich liebe Sachbearbeiterin der Ausländerbehörde
sah das zum Glück anders und nachdem ich für meinen Mann gebürgt
hatte und die Erlaubnis meines Vermieters vorlegen konnte, erteilte sie uns die
Erlaubnis für den Umzug.
Bald darauf hatten wir die
nötigen Unterlagen und Ahmad kam zu mir.
Es war sehr
schön nicht mehr allein zu sein und ich genoß seine
Zärtlichkeiten.
Und eines Abends geschah etwas was meine
Sexualität und mein Leben gleichermaßen veränderte.
Mein Mann fragte mich :” Warum schläfst du mit mir wenn du keine Lust
dazu hast ?”
Ich wusste überhaupt
nicht wie mir geschah.
Das hatte mich noch nie jemand gefragt.
War ich doch bisher immer davon ausgegangen, wenn Männer das
wollen hat man es zu geben und Nein sagen bedeutet geschlagen zu werden.
Ich konnte nichts sagen, worauf mein Mann sagte: “ Sag einfach wenn
du nicht willst. Kein Problem”
Da ich mich auch weiterhin
nicht wirklich traute was zu sagen und ihn auch nicht enttäuschen wollte
fragte er mich immer wenn wir uns näher kamen ob ich denn auch wirklich
Lust hätte.
So war es nicht verwunderlich dass ich zum Ersten
Mal wirklich Spaß am Sex hatte.
Und so sensibel war er in
allen Bereichen. Kein böses Wort, kein Schreien, keine Befehle.
Immer liebevoll und trotz der vielen Steine die uns noch in den Weg geworfen
wurden nie aggressiv oder gewaltätig.
Dass
ich kurze Zeit später schwanger wurde war eine Überraschung aber auch
da reagierte er cool und wir freuten uns auf das Baby.
Allerdings
stellte sich das Thema heiraten als noch schwieriger heraus, als der Umzug.
Das Standesamt verlangte Unterlagen, die die
pakistanischen Behörden nicht kannten oder nicht ausstellen wollten, man
behandelte uns sehr schlecht.
Ein Standesbeamter fragte mich ob ich
den Ausländer heiraten wolle, weil ich keinen Deutschen bekommen
würde.
Na klar die Dicke will ja keiner.
Der
Kampf um die nötigen Heiratspapiere dauerte im Endeffekt 2 Jahre.
Die psychische Belastung war so hoch dass ich eine Schwangerschaftsvergiftung
bekam und unser Sohn zu früh auf die Welt kam.
Er war dann
noch im Brutkasten und hatte eine Streptokokkeninfektion und ich wäre fast
durch die Vergiftung gestorben.
Mein Mann war auch hier immer an
meiner Seite und löste meine Ängste durch seine positive Art.
Nach 1,5 Jahren dann der Schock.
Ahmad sollte abgeschoben
werden.
In der Situation zeigte mein Vater, dass er auch positive
Seiten hatte.
Er ging gemeinsam mit Ahmad zum Landgericht und
konnte aufgrund der familiären Situation und weil unser Sohn ja schon auf
der Welt war, einen Aufschub der Abschiebung von 6 Monaten erreichen.
Und wir schafften es knapp aber rechtzeitig und heirateten.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Sabine Qureshi).
Der Beitrag wurde von Sabine Qureshi auf e-Stories.de eingesendet.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.06.2026.
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