Wilhelm, der Eroberer, hatte sich in den Kopf gesetzt, eine Grafentochter aus Flandern zur Frau zu nehmen. Gesandte überbrachten den Heiratsantrag. Dieser wurde überraschenderweise von der jungen Frau abgelehnt. Wilhelm war nicht der Mann, der so etwas einfach hinnahm.
Er ritt nach Flandern, riss die Auserwählte kurzerhand vom Pferd und warf sie zu Boden.
Einer anderen Version zufolge verprügelte er sie, nachdem er in ihre Kemenate eingedrungen war.
Mathilde war nun keineswegs geschockt oder traumatisiert, wie wir das erwarten würden. Nein, sie entbrannte in heißer Liebe zu diesem Mann, der so entschlossen und zupackend war. Und Wilhelm hatte sich erfolgreich genommen, was er wollte.
Als ich das hörte, wurde ich nachdenklich: Hätte nicht auch ich in jungen Jahren offensiver und handgreiflicher sein sollen?
(In einer Terra-X-Sendung erfuhr ich etwa gleichzeitig, dass bei Menschen, die sich verliebt haben, ein wichtiger Teil des Gehirns ausgeschaltet ist. Kann ein solcher seelischer Ausnahmezustand die Grundlage sein für eine dauerhafte Paarbeziehung?)
Das war jedenfalls die Lieblingsgeschichte der Reiseführerin, die wir aus Augsburg mitgebracht haben.
Alan, unser bretonischer Reisebegleiter, hatte sehr viel Mitleid mit der bretonischen Herzogin Anne, die nacheinander zwei französische Könige heiraten musste.
Da habe ich mich gefragt, ob diese Herrscher so unmöglich oder so hässlich waren. Eine gute Partie waren die doch allemal. Die Bretonen mussten vom Zeitpunkt der Hochzeit an keine Steuern mehr zahlen. Das hatte sich die Braut ausbedungen. Die Heirat hatte sich für ihre Landsleute in jedem Fall ausgezahlt.
Wir nehmen gerade an einer Busreise teil, die uns durch die Normandie in die Bretagne geführt hat.
Beeindruckt haben mich auch noch andere Geschichten, die sich als Filmvorlage eignen würden.
Eine erzählt von einem geschickten und waghalsigen Seeräuber aus Saint Malo, der es schon in sehr jungen Jahren zu großem Reichtum gebracht hat.
In den alten bretonischen Legenden kommen Personen vor, denen der Kopf abgeschlagen wurde, die aber mit dem Kopf in der Hand noch eine Weile herumlaufen konnten, bis sie ermüdet zu Boden sanken.
Faszinierender als alle Geschichten ist hier aber die Umgebung, die wir vorfinden:
eine sehr schöne, abwechslungsreiche und noch relativ unberührte Natur in einer dünn besiedelten Gegend; das Meer, der Geschmack und Geruch des Meeres, die Felsformationen, die durch die Brandung geschaffen wurden; der Blick in die Ferne, die spezielle Küche, riesige gotische Kathedralen, die durch ihre Architektur bestechen und durch den Geist, den sie atmen;….
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.06.2026.
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Wolken klingen rosa
von Katrin Meyer
Alex lebt nach dem Motto „all you can feel”. Nach einem Zusammenbruch erholt sie sich in den Berchtesgadener Alpen und erfährt in einem Workshop zum Thema Hochsensibilität, dass es noch andere Menschen gibt, die nach dieser Devise leben. Erleichtert über diese Erkenntnis beginnt sie, ihre Vergangenheit völlig neu zu bewerten und beabsichtigt, in Zukunft ihre eigenen Regeln aufzustellen. Aber Veränderungen sind für Hochsensible gar nicht so leicht umzusetzen. Erst recht nicht, wenn wenigstens die Beziehung ein sicherer Hafen zu sein scheint. Doch dann begegnet Alex dem Fotografen Quirin und plötzlich ist gar nichts mehr sicher.
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