Es begann mit einem Geräusch, das kein Mensch hören sollte.
Nicht laut.
Nicht schrill.
Sondern tief.
Ein Vibrieren, das durch den Sand kroch, durch die Bäume, durch die Luft — und schließlich durch die Knochen der Welt.
Der Himmelsschlund hatte gefressen.
Doch er war nicht satt.
Der Strand war leer, seit die Insel die Verlierer verschlungen hatte.
Doch in der Nacht nach dem Epilog…
bewegte sich der Sand.
Er hob sich.
Er senkte sich.
Er pulsierte.
Dann brach er auf.
I. Die Rückkehr der Blackriders – Schatten ohne Ursprung
Zuerst kam ein Arm hervor.
Schwarz.
Dünn.
Verzerrt wie ein verbrannter Ast.
Dann ein zweiter.
Dann ein Körper — kopflos, aber nicht tot.
Nie tot.
Captain Mordrain erhob sich aus dem Sand wie ein Albtraum, der sich selbst ausgräbt.
Seine Fleischhakenhand war länger geworden, schärfer, als hätte die Insel sie nachgeschliffen.
Sein Rumpf pulsierte im Rhythmus des Schlunds.
Er stand still.
Dann drehte er sich — ohne Kopf, aber mit einer Präzision, die nicht menschlich war.
Hinter ihm erhoben sich weitere Blackriders.
Nicht mehr Reiter.
Nicht mehr Menschen.
Schatten, die Knochen trugen.
Körper, die sich bewegten, als wären sie aus Rauch und Fleisch zugleich.
Sie hatten keine Pferde mehr.
Sie brauchten keine.
Der Boden selbst trug sie.
II. Die Rückkehr der Red‑Zombies – Feuer ohne Körper
Der Sand begann zu glühen.
Rot.
Heiß.
Lebendig.
Ein Riss öffnete sich, und aus ihm stieg Rauch — nicht wie aus Feuer, sondern wie aus einem brennenden Grab.
Bella Zomba erschien als Erste.
Ihr Körper war nicht mehr verwest.
Er war verflüssigt.
Ihre Haut glühte wie geschmolzenes Metall, ihr Umhang brannte ohne Flamme, ihre Augen waren zwei rotglühende Löcher, die direkt in den Himmelsschlund führten.
Sie lächelte.
Doch ihr Lächeln war nicht mehr menschlich.
Es war ein Spalt.
Ein Riss.
Ein Hunger.
Hinter ihr krochen die anderen Red‑Zombies aus dem Boden.
Ihre Körper tropften, als wären sie aus heißem Wachs.
Ihre Stimmen waren nur noch Zischen, als würden sie die Luft selbst verbrennen.
Sie hatten keine Pferde mehr.
Sie waren Pferde.
Ihre Beine verlängerten sich, verzerrten sich, wurden zu brennenden Gliedmaßen, die den Sand zum Schmelzen brachten.
III. Die Rückkehr der Schönlingsreiter – Schönheit ohne Seele
Der Wind wurde kalt.
Eisig.
Schneidend.
Ein weißer Nebel kroch über den Strand, und aus ihm trat Seraphin Vale.
Doch er war nicht mehr schön.
Nicht mehr menschlich.
Nicht mehr ganz.
Sein Gesicht war makellos — zu makellos.
Keine Poren.
Keine Falten.
Keine Menschlichkeit.
Seine Augen waren weiß.
Reinweiß.
Leerweiß.
Wie zwei Löcher, durch die man in eine andere Welt sah.
Seine Rüstung war nicht mehr aus Metall.
Sie war aus Licht.
Hartes, kaltes Licht, das schnitt wie Glas.
Hinter ihm erschienen die anderen Schönlingsreiter.
Ihre Körper waren perfekt.
Zu perfekt.
Als hätte die Insel sie aus Knochen und Licht neu geformt.
Sie hatten keine Pferde mehr.
Sie schwebten.
IV. Die Insel spricht
Die drei Fraktionen standen einander gegenüber.
Schwarz.
Rot.
Weiß.
Doch sie kämpften nicht.
Nicht diesmal.
Denn die Insel sprach.
Nicht in Worten.
In einem Atemzug.
Ein Atemzug, der den Strand erzittern ließ.
Ein Atemzug, der die Reiter gleichzeitig zu Boden zwang.
Ein Atemzug, der ihnen etwas gab, das sie nie hätten besitzen dürfen:
Ein gemeinsames Ziel.
Der Tornado erschien über ihnen.
Nicht als Sturm.
Nicht als Wesen.
Als Krone.
Er schwebte über den Reitern, pulsierend, wach, hungrig.
Und die Reiter knieten.
Blackriders.
Red‑Zombies.
Schönlingsreiter.
Alle drei Fraktionen, die einst gegeneinander kämpften, beugten sich nun vor dem Sturm.
Denn sie waren nicht mehr Reiter.
Nicht mehr Gegner.
Nicht mehr Opfer.
Sie waren Diener.
Diener des Schlunds.
Diener der Insel.
Diener des Tornados.
Und gemeinsam sprachen sie — mit einer Stimme, die aus drei Kehlen kam und doch aus keiner:
„Wir sind zurück.“
Der Tornado antwortete mit einem einzigen, gewaltigen Puls.
Und die Welt begann zu beben

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.06.2026.
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