Der Himmel über Mystic Island war schwarz wie verbrannte Seide.
Kein Stern.
Kein Mond.
Nur ein pulsierender Riss, der sich wie eine offene Wunde über den Horizont zog.
Unter ihm standen die Reiter.
Nicht die Reiter, die einst über den Strand donnerten.
Nicht die Reiter, die gegeneinander kämpften.
Nicht die Reiter, die starben.
Sondern die Reiter, die zurückgekehrt waren.
Blackriders.
Red‑Zombies.
Schönlingsreiter.
Drei Fraktionen, die einst Feinde waren, nun vereint durch etwas, das größer war als Hass —
Hunger.
Der TeufelsTornado schwebte über ihnen wie eine Krone aus lebendigem Sturm.
Er pulsierte im Rhythmus des Himmelsschlunds.
Er war ihr Herr.
Ihr Gott.
Ihr Befehl.
Und er sprach.
Nicht in Worten.
In einem Druck, der die Luft verzerrte.
In einem Beben, das die Knochen der Welt erschütterte.
In einem Impuls, der die Reiter gleichzeitig niederknien ließ.
„Geht.“
Der Erste Feldzug begann.
I. Die Blackriders – Schattenmarsch
Captain Mordrain erhob sich als Erster.
Sein kopfloser Körper knirschte, als die Insel seine Knochen neu ordnete.
Seine Fleischhakenhand verlängerte sich, wurde zu einer Sense aus schwarzem Metall, die im Licht des Risses glitzerte.
Er setzte sich in Bewegung.
Nicht laufend.
Nicht reitend.
Sondern gleitend, als würde der Boden selbst ihn tragen.
Hinter ihm folgten die Blackriders —
eine Armee aus Schatten, die keine Schritte machten, keine Geräusche, keine Spuren.
Sie bewegten sich wie Rauch.
Wie Dunkelheit.
Wie der Tod, der beschlossen hat, schneller zu werden.
Ihr Ziel war klar:
Die Wälder.
Die ersten Opfer sollten die alten Bäume sein, die noch Erinnerungen trugen.
Die Insel wollte keine Zeugen.
II. Die Red‑Zombies – Feuersturm
Bella Zomba erhob sich als Nächste.
Ihr Körper tropfte glühende Schlacke, die den Sand zum Schmelzen brachte.
Ihre Augen brannten wie zwei Tore in die Hölle.
Sie hob die Arme — und der Strand entzündete sich.
Nicht mit Feuer.
Mit Hitze, die die Luft verzerrte, die Steine zum Glühen brachte, die den Himmel selbst zum Beben brachte.
Ihre Armee folgte ihr.
Red‑Zombies, deren Körper wie flüssiges Metall tropften, deren Schritte Krater hinterließen, deren Stimmen wie brennende Kohlen zischten.
Sie marschierten Richtung Küste.
Nicht um zu erobern.
Um zu verwandeln.
Die Insel wollte neue Formen.
Neue Kreaturen.
Neue Diener.
Und Feuer war der erste Pinselstrich.
III. Die Schönlingsreiter – Der kalte Glanz
Seraphin Vale erhob sich zuletzt.
Sein Körper war makellos, doch seine Augen waren leer wie zwei Löcher im Nichts.
Er schwebte über dem Boden, sein Licht war kalt, schneidend, unnatürlich.
Hinter ihm formierten sich die Schönlingsreiter.
Sie glitten wie Engel ohne Seele.
Ihre Rüstungen aus Licht schnitten die Dunkelheit wie Messer.
Sie erhoben sich in die Luft.
Langsam.
Gleichmäßig.
Wie eine Prozession aus gefrorenem Licht.
Ihr Ziel war der Himmel.
Nicht um zu fliegen.
Um zu brechen.
Die Insel wollte den Himmel nicht mehr über sich.
Sie wollte ihn unterwerfen.
IV. Der Sturm befiehlt
Der Tornado pulsierte.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Jeder Puls war ein Befehl.
Die Blackriders beschleunigten.
Die Red‑Zombies entflammten.
Die Schönlingsreiter stiegen höher.
Der Himmelsschlund öffnete sich weiter.
Ein rotes Leuchten drang heraus, das die Welt verzerrte.
Der Boden bebte, als würde er sich strecken.
Und dann —
ein Atemzug.
Ein Atemzug, der die Wolken zerriss.
Ein Atemzug, der die Luft schwärzte.
Ein Atemzug, der die Welt erzittern ließ.
Der Tornado sprach erneut.
„Beginnt.“
Und die Reiter stürmten los.
Nicht als Armee.
Nicht als Krieger.
Nicht als Menschen.
Sondern als die erste Welle einer neuen Welt.
E N D E

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.06.2026.
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Meine Gedanken bewegen sich frei
von Andreas Arbesleitner
Andreas ist seit seiner frühesten Kindheit mit einer schweren unheilbaren Krankheit konfrontiert und musste den größten Teil seines Lebens in Betreuungseinrichtungen verbringen..Das Aufschreiben seiner Geschichte ist für Andreas ein Weg etwas Sichtbares zu hinterlassen. Für alle, die im Sozialbereich tätig sind, ist es eine authentische und aufschlussreiche Beschreibung aus der Sicht eines Betroffenen.
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