Man schreibt das Jahr 2225.
Es waren Sommerferien. Das Mädchen Marianne war allein zu Hause und saß gelangweilt im Wohnzimmer. Ihre Eltern waren kurz vor Mittag mit ihrem schnittigen Düsengleiter in die Stadt geflogen, um einige wichtige Dinge zu erledigen, wie sie sagten, würden aber bald zurücksein.
Plötzlich klingelte es. Marianne ging zur Tür und warf einen kurzen Blick durch den Spion, weil sie wissen wollte, wer da draußen stand.
Aber sie konnte niemanden erkennen. Deshalb rief sie: „Ähm..., wer ist da?“
„Ich bin der Postbote. Ich habe ein Paket für Marianne Schubert. Bitte machen Sie doch auf! Ich habe heute noch viel zu tun und muss so schnell wie möglich weiter.“
Marianne öffnete die Tür und erblickte einen gelben Roboter, der etwa so groß war wie sie. Er schob eine schwebende Plattform vor sich her, auf der ein großer Karton lag. Als er das junge Mädchen sah, grüßte er sofort freundlich und sagte: „Ich habe ein Paket für diese Adresse. Sie gehören doch zur Familie Schubert – oder?“
Das Mädchen nickte bejahend. Dann hielt ihr der Roboter einen elektronischen Bildschirm direkt vors Gesicht und tippte bestimmend mit dem rechten Zeigefinger auf das matt leuchtende Display.
„Bitte hier unterschreiben! Es reicht auch ein Kürzel.“
Marianne unterschrieb mit MS. Der Roboter nickte zufrieden mit dem Kopf, schob den Karton vorsichtig in den Gang hinein, bedankte sich höflich bei dem Mädchen und rollte vom Grundstück runter, die schwebende Transport-Plattform vor sich herschiebend.
Gerade wollte Marianne die Tür wieder schließen, als ihre Eltern mit dem Düsen angetriebenen Schwebegleiter langsam auf der Landefläche direkt neben ihrem Haus landete.
Als beide aus dem Gleiter ausgestiegen waren und ein paar Minuten später im Flur standen, bemerkten sie sofort den großen Karton, der darauf wartete, dass man ihn öffnete.
„Ah, die Post war da“, sagte der Vater und fuhr fort: „Das ging aber fix. Die Leute von der Androiden-Corporation haben schnell und promt geliefert. Nun, wir haben für dich einen lebensechten Androiden-Hund bestellt, mit dem du jetzt den ganzen Tag herum tollen kannst. Mama und Papa haben dir diesen Wunsch erfüllt, damit du dich nicht mehr langweilen musst, Marianne.“
Das Mädchen war sprachlos, staunte ungläubig und sprang vor Freude in die Luft. Dann öffnete sie mit ihrer Mutter zusammen behutsam den Karton und schon bald stand ein künstlicher, aber fast lebensecht aussehender Hund vor ihnen im Flur, der sofort das Bellen anfing und freudig mit dem Schwanz wedelte.
Marianne nahm den süßen Hundeandroiden sofort auf den Arm, der von einem echten Tier einfach nicht zu unterscheiden war, nannte ihn schließlich Struppi und lief mit ihm nach draußen auf die weite Gartenwiese, wo sie mit ihm ausgelassen herum spielte.
Ihre Eltern standen noch eine Weile zufrieden vor der Tür und freuten sich darüber, dass sie ihrer Tochter endlich das richtige Geschenk gemacht hatten, denn die unterschiedlichsten Androiden-Kreationen waren zur Zeit der absolute Renner unter den Kindern, Jugendlichen und sogar Erwachsenen.
Man konnte sich auf Wunsch bei der Androiden-Corporation sogar ausgestorbene Tiere anfertigen lassen, die es früher mal auf der Erde gegeben hat, vorausgesetzt natürlich, man besaß das nötige Kleingeld.
(c)Heiwahoe

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.06.2026.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
gmx.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Heinz-Walter Hoetter als Lieblingsautor markieren

Fallender Schatten
von Heiger Ostertag
Eine attraktive Lehrerin einer Stuttgarter Waldorfschule wird zum Mordopfer, aus dem Kollegium könnte es jeder gewesen sein! Jeder? Nun, die Dinge liegen vielleicht doch etwas schwieriger. Denn die Ermittlung der Polizei laufen ins Leere, weitere Morde ereignen sich. Erst zum Ende entwirrt eine Eurythmistin das undurchdringliche Dickicht aus Lügen und Gerüchten.
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: