Leonhard Ried

Was mir Freude macht!

 

 

Zweimal haben sich unsere Wege heute gekreuzt. Sie lief von Eresing nach St. Ottilien, um der dortigen Klosterkirche einen Besuch abzustatten. Das macht sie täglich, bei jedem Wetter. 

 

Ich legte den entgegengesetzten Weg zurück, von St. Ottilien nach Eresing. Das Ziel meiner “Wallfahrt” ist die Bäckerei in Eresing. Dort trinke ich schon vor sieben Uhr eine Tasse Kaffee. Meistens ergibt sich auch ein Gespräch mit der Verkäuferin oder mit anderen Kunden.

 

Das Gesicht der alten Frau weist rote Flecken auf. Seit vielen Jahren leidet sie an aktinischen Keratosen, die ihre Spuren hinterlassen haben.

Deshalb meidet sie die starke Sonnenstrahlung. 

 

Als ich sie frage, ob sie den Tod ihres Mannes schon verkraftet hat, kommen ihr die Tränen. Sie hat drei Kinder und acht Enkel.

 

Herauszufinden, was einen anderen Menschen in der Tiefe seiner Seele bewegt:  Das scheint mir ein erstrebenswertes Ziel zu sein.

 

Mein Forschungsgebiet sind die Menschen, die mir begegnen:

 

Jeder Mensch ist anders, 

jeder hat ganz viele Facetten,

jeder kann uns täglich neu überraschen.

 

Die Weisheit eines Menschen ist nicht abhängig von seinem Bildungsgrad. 

 

Jeder Mensch hat sein eigenes Schicksal

und jeder hat dir was zu sagen.

 

Dreimal habe ich jetzt die Bäckerei in Eresing aufgesucht. Jedes Mal stand eine andere Frau hinter der Theke. Ich habe sie alle geschätzt. Jede hat eine andere Energie und Ausstrahlung.

 

Die heutige Verkäuferin hat einen eher derben und dennoch liebenswerten Humor. Sie hat keine eigenen Kinder. Das kommentiert sie mit dem Satz: “Wie es sich halt ergibt!” Sie macht kein Drama draus und nimmt das Leben so, wie es ist.

 

 

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Epilepsie – was ist das eigentlich? Gute Frage... denn wie ich immer wieder mit Entsetzen feststellen musste, wussten selbst ein Großteil der von mir und anderen Betroffenen konsultierten Neurologen keine vernünftige Antwort darauf, geschweige denn Allgemeinmediziner jedweder Art und erst recht nicht Otto – Normalverbraucher. Völlig außer Frage steht, dass Epilepsien oft mit geistigen Behinderungen einhergehen, was aber nicht heißt, dass das eine mit dem anderen gleichzusetzen ist. Dieses Buch soll deshalb auch nicht als medizinisches Handbuch dienen, sondern lediglich als ein Beweismittel, dass es auch anders geht, wenn man nur will oder allenfalls eine Art Gebrauchsanleitung für den Umgang mit solchen und ähnlichen Problemen. Es sind, wenn man so will, Geschichten aus dem wahren Leben, die ich hier beschreibe und Konfliktsituationen, für deren Bewältigung sich mal eine mehr, mal eine weniger elegante Lösung findet.

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