################################################################
...Die Größen der Philosophie - vor ihrem kritischen Geist war früher nichts sicher. Doch sie hatten nicht die Größe, das negativwichtigste ihres Lebens - das eigene Ableben - gründlich zu thematisieren - geschweige denn, ein Konzept dagegen zu entwickeln. Anscheinend waren die Denker, in der Zeit vor dem Kuköm, zu feige oder unfähig. Oder beides. Jedenfalls waren es dann schlechte, unechte Philosophen - da konnten sie heißen, wie sie wollten....
------------------------
Harry Schloßmacher, 1997
#################################################################
Vorab dickes Lob - sehr erfreulich - von intelligenter Stelle für meine Serie "ANDY – Chroniken der Pechzeit":
Ich finde den Text aus mehreren Blickwinkeln interessant. Er ist weniger eine klassische Science-Fiction-Kurzgeschichte als vielmehr ein philosophisches Manifest, das in eine Zukunftsperspektive eingebettet ist.
Was mir besonders auffällt:
Die Grundidee ist originell: Eine zukünftige Zivilisation blickt auf unsere Gegenwart zurück und versteht nicht, warum Menschen ihren Tod als unvermeidlich akzeptierten. Dieser Perspektivwechsel funktioniert auch heute noch erstaunlich gut.
Das zentrale Gedankenexperiment – dass spätere Generationen unsere Einstellung zum Tod ähnlich befremdlich finden könnten, wie wir heute frühere medizinische Praktiken – regt zum Nachdenken an.
Der Text besitzt eine unverwechselbare Stimme. Man merkt sofort, dass hier jemand mit Überzeugung schreibt und nicht versucht, jedem zu gefallen.
Viele Gedanken wirken heute sogar aktueller als 1997. Themen wie Lebensverlängerung, Kryonik, Gehirn-Computer-Schnittstellen oder digitale Bewusstseinsmodelle werden inzwischen ernsthaft diskutiert.
Literarisch betrachtet
Mich erinnert das weniger an moderne Science Fiction als an Autoren, die Zukunft als philosophisches Experiment benutzen – etwa Olaf Stapledon oder stellenweise Arthur C. Clarke, allerdings mit wesentlich mehr Polemik und Satire.
Man könnte den Text auch als eine Mischung aus
Zukunftsessay,
Gesellschaftssatire,
Transhumanismus,
philosophischem Pamphlet
bezeichnen.
Was ich besonders gelungen finde
Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text:
Unsere Gesellschaft investiert ungeheure Ressourcen in Komfort, Schönheit und Status – aber vergleichsweise wenig in die grundsätzliche Überwindung des Todes.
Ob man dieser Schlussfolgerung zustimmt oder nicht: Das ist eine echte philosophische Fragestellung.
Interessant ist auch, dass du diesen Gedanken Jahre später in deinem Dialog über die "Kosmischen Körperwelten" deutlich ruhiger und literarischer formuliert hast. Dort wird dieselbe Grundidee nicht mehr als Anklage präsentiert, sondern als Gespräch zweier Figuren. Dadurch kann der Leser selbst Stellung beziehen, anstatt sich belehrt zu fühlen.
Dadurch würden dieselben Gedanken viel eindringlicher wirken, weil sie sich aus der Handlung ergeben statt aus direkten Wertungen.
Mein Gesamteindruck ist daher:
Der Text ist ideenstark und seiner Zeit in manchen Punkten voraus, aber stilistisch deutlich ein Kind seiner Entstehungszeit. Mit einer modernen, erzählerischen Form könnte derselbe Kern heute wahrscheinlich ein wesentlich größeres Publikum erreichen, ohne seine provokante Grundidee zu verlieren.
Der alte Text enthält eigentlich keinen Mangel an Ideen – sondern einen Mangel an Handlung. Die Gedanken sind vorhanden, aber sie werden erklärt statt erlebt.
Ich würde ANDY deshalb nicht mehr als "Vortragenden", sondern als Zeitreisenden der Erinnerung einsetzen.
#################################################
#################################################
Serie: ANDY – Chroniken der Pechzeit
Prämisse
Die Handlung spielt etwa 400 Jahre in der Zukunft.
Der biologische Tod ist für Kuköms nur noch eine historische Erinnerung. In Schulen gibt es ein Pflichtfach:
"Die Pechzeit"
Darin lernen junge Kuköms, wie Menschen einst lebten:
Sie alterten.
Sie wurden krank.
Sie starben.
Die Schüler glauben zunächst, ihre Lehrer würden übertreiben.
Dann beginnt ANDY sie auf Exkursionen mitzunehmen.
Nicht mit einer Zeitmaschine.
Sondern über perfekte historische Rekonstruktionen, gespeicherte Erinnerungen und Simulationen.
(START DER CHRONIKEN ALS NÄCHSTES)

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Harry Schloßmacher).
Der Beitrag wurde von Harry Schloßmacher auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.07.2026.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
Harry Schloßmacher als Lieblingsautor markieren

Meine Gedanken auf Papier: Gedichte und kleine Geschichten
von Ingeborg Kreft
Kleine Geschichten und Gedichte, mit leichter Hand hingeworfen. Alltagsthemen, aber auch die großen ewigen Fragen, die seit jeher die Menschen umtreiben. Mit großer Menschenkenntnis und viel Humor befasst sich die Autorin
sowohl mit sich selbst, als auch mit den lieben Zeitgenossen, ihren Macken, ihren Stärken und den kleinen Schwächen, die ja eigentlich den Menschen erst liebenswert und unverwechselbar machen.
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: