Es ist ein grauer Morgen, als die ersten Gefangenen mit gesenkten Köpfen ins Freie treten. Ihr Kinn und die Wangen waren mit Bartstoppeln bedeckt, die Haare zerzaust und der Blick müde. Calian stand neben Häuptling Akecheta musterte sie mit finsteren Blick. Auch Akecheta schaute mit einem bösen und mürrischen Gesichtsausdruck auf die Mördergruppe, dann erhob er seine Stimme. „ Ich war noch ein Kind, als mein Vater mir, von unseren Ahnen erzählte, was er es von seinem Vater erzählt bekommen hat. Damals kamen die ersten weißen Männer, nicht als Eroberer, sondern als Händler und Partner. Man begegnete sich, mit den roten Herren des Landes noch auf Augenhöhe und der Bison zog in großen Herden über die schier endlose Weite dahin. Die Jahre vergingen und unsere Welt verändert sich ständig. Nur das Böse ist immer überall. Wir können keine Ehrlichkeit von Menschen erwarten, die sich selbst belügen. Der Ehrliche wird verletzt, dem Verräter wird applaudiert, der Lügner wird gehört und wer es wagt, die Wahrheit zu sagen wird abgewiesen. Das passiert, wenn mental retardierte Menschen an die Macht kommen. Eigentlich sollte jeder gegen Krieg sein, aber es gibt immer welche, die dafür sind. Besonders die, die nicht hineingehen. Was haben wir nicht alles erdulden müssen. Aber von Idioten gehasst zu werden, ist der Preis den man dafür zahlt, nicht zu den Ihren zu gehören. Ihr konntet entscheiden welchen Weg ihr geht. Aber ihr habt euch für die falsche Richtung entschieden. Ihr behandelt uns wie Tiere und wenn es einem von euch erwischt, jammert ihr herum wie Angsthasen. Ihr seit eine kriminelle, bewaffnete Räuberbande, Diebe, die außerhalb des Gesetzes leben. Ihr könnt nur rauben, erpressen, stehlen und morden und als Gruppe, Unschuldigen Gewalt antun. Wir werden über euch eine entsprechende Entscheidung treffen. Also geniest diesen Moment bis dahin.“ Jetzt konnte man deutliche laute ungezügelte Gefühlsausdrücke hören. Häuptling Akecheta hob die Hände und trat zurück, machte Platz für Calian, der nun stolz, in seiner vollen Größe aufgerichtet, in die Mitte trat. Er musterte jeden einzelnen der gefangenen Männer noch einmal. Sein Blick blieb dann an einem Gesicht hängen. Es fiel auf, dem Mann war es sehr unbehaglich geworden und wischte sich mit einem Ärmel oft über die Stirn. Er schwitzte, obwohl es noch kühl und alle Gefangene im Schatten des Zeltes standen. „ Freut mich dich wiederzusehen. So schnell sieht man sich wieder... .Terry! Noch nicht genügend Geld und Vermögen erbeutet? Hast gedacht, du bist davon gekommen oder? Das die Zeit deine Lügen unter den Teppich gekehrt hat. Aber Zeit ist kein Heiler. Zeit ist ein Buchhalter und sie vergisst keine einzige Position auf deiner Rechnung. Irgendwann wenn du dich sicher fühlst, wenn du glaubst die Welt hätte deinen Verrat vergessen. Dann klopft die Realität an deine Tür. Man kann vor der Wahrheit weglaufen, aber man kann sich nicht vor den Konsequenzen verstecken, Zahltag kommt immer. Dabei wird keiner gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen. Der Weg ist nun festgelegt, bis die Gerechtigkeit wieder frei atmet. Damit ist nun alles geklärt.“
Die entscheidende Beratung über das Schicksal der Gefangenen wurde auf der Festwiese abgehalten und das ganze Dorf nahm daran teil, das Volk hat das Recht, selbst zu entscheiden, die eine angemessene Wiedergutmachung verlangten. Jeder einzelne Mann der Bande wurde in die Mitte des Platzes geführt, um über jeden ein gerechtes Urteil zu fällen. Es wurde heftig diskutiert und gestritten, bis eine Lösung der Bestrafung gefunden war. In dieser Zeit, lies die Wachsamkeit der Krieger nie nach und hielten ihre Waffen bereit. Sollte einer versuchen von hier zu fliehen, bekommt er mehrere Peitschenhiebe.
Nachdem die Strafen festgelegt, trat der Medizinmann an die ausgesuchten Gefangenen heran. Er wusste ganz genau welche Kräuter allein oder mit anderen vermischt wirkten. Doch diesmal legte er jeden der Männer, einen in Scheiben geschnitten, kleinen stachellosen Peyote Kaktus in die Hand und forderte sie auf, diesen zu essen. Er wusste genau Bescheid, das im Fruchtfleisch unterschiedliche Alkaloide enthalten sind und das Meskalin der wichtigste Stoff war. Er hat eine stark bewusstseinsverändernde Wirkung und löst im Gehirn einen Rausch aus. Im getrockneten Zustand, wird er oft mit den kulturellen, zutiefst religiösen Ritualen verwendet. Schon nach kurzer Zeit setzte die Wirkung ein. Man führte die ersten Gefangenen in eine Senke, dort standen im Halbkreis, tief in den Boden gerammt, Holzpfähle. Einzeln wurde jeder an einem Pfahl gefesselt, sie sollten dem Kriegsgott geopfert werden. Unter der Bestrafung von Stockschlägen, Ohrfeigen und anderen Misshandlungen, mussten sie ihre Standhaftigkeit, Schmerzendurance, Stärke, Mut und Taferkeit beweisen. Diese Einschüchterungen und Schläge sollte den Schmerz über ihre gefallenen Angehörigen rächen. Je mehr sie litten, um so mehr neue Foltermethoden kamen hinzu, bis deren Kräfte allmählich wichen. Zur Mittagszeit, lies man sie in der glühenden Sonne stehen. Kein Wasser, kein Essen. Dies bringt sie langsam an den Rand des Wahnsinns und immer häufiger verlieren sie ihre Beherrschung und Kontrolle über sich. Erst am späten Abend näherten sich einige Krieger, prüften, ob noch Leben vorhanden war. Jedes Wort, ihre Wut und deren Wert wurde abgewogen. Mancher konnte hoffen als Arbeitskraft eingesetzt zu werden. Oder neben Fellen und Schmuck, als Tauschobjekt für europäische Güter oder Geld ausgelöst zu werden. Auch gab es die Möglichkeit bei Verhandlungen zwischen den Stämmen als Gabe dargebracht, um als Zeichen des guten Willens, für Frieden zwischen den Stämmen zu fungieren. Dann wurden ihre Fesseln gelöst und sie ins Zelt zurück gebracht, wo sich der kleine verbliebene Rest aufhielt und sich um die Verletzten kümmern mussten. Aus einem Wasserschlauch wurden die Wunden mit etwas Wasser gesäubert und mit Stoffbinden umwickelt. Dann bekamen sie eine Schale Wasser zu trinken, denn ihre Kehlen waren vor Durst rau, ihre Blicke müde und hungrig. Zu Essen gab es etwas Maisbrei, Trockenfleisch und Suppen. Man wollte das die Gefangenen physisch stark genug bleiben, um eine weitere Zermonie zu ertragen. Sie werden trotzdem kaum Schlaf haben.
aum Schlaf haben.
Vorheriger TitelNächster TitelDie Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Elke Müller).
Der Beitrag wurde von Elke Müller auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.08.2026.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
googlemail.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Elke Müller als Lieblingsautorin markieren

Perlen der Seele
von Anita Namer
Alles was uns ausmacht ist das, was wir in unser Leben mitgebracht haben und was wir in ihm erleben. Die Autorin schreibt über Gefühle, die uns im Leben so begegnen: Liebe, Freude, Trauer, Leid, lachen, weinen, hüpfen, springen, fühlen und lebendig sein. Sie möchte Impulse setzen, die die Seele berühren und zum Nachdenken anregen.
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: