Christian Scheffel

Airfighter: Extreme Maßnahmen

Vorwort:

Diese Geschichte erzählt unmittelbar die Ereignisse aus „Clarity“ weiter:

Airfighter-Team und CIA sehen sich gemeinsam einem noch unbekannten Feind gegenüber, dessen Ziel offenbar die Entwendung von Airfighter-Technologie ist. Im Verborgenen bereitet dieser gnadenlose Feind seinen nächsten Anschlag vor. Chris, der noch den Tod seines Vaters verarbeitet, weiß, dass er sich nur zusammen mit seinem Team dem brutalen Gegner stellen kann...

 

 

Extreme Maßnahmen

 

- 1 -

Ein betonierter Parkplatz im Schatten unter einer hohen Straßenbrücke: einzelne Rauchschwaden steigen noch auf und verwehen Essensdüfte der letzten Nacht aus der umliegenden City. Etwa 10 Meter höher verläuft eine Straßenbrücke und bietet den Blick auf einen Abzweig des Highways, der einmal quer über Green-Stone-Town-City hinweg führt: die Silhouette der Stadt flimmert im Hintergrund über dem Asphalt und in den aufsteigenden Nebelschwaden in der schon so früh am Morgen langsam aufkommenden Sommerwärme. Aus der Gegenrichtung rasen plötzlich zwei nebeneinander fahrende Autos heran, von denen das eine im Begriff ist, das andere zu überholen, brutal in voller Fahrt nach links und rechts zur Seite zu rammen und sich mehrfach überschlägt, indem ein schwer gepanzertes Fahrzeug mit wahnwitziger Geschwindigkeit über den Highway donnert!

Von oben wirft sich ein riesiger Schatten auf die Fahrbahn, und die Airfighter-Basis senkt sich aus den vereinzelten Nebelschwaden vom blauen Himmel herab, aus deren Außenschleuse Chris mit Jetpack abspringt und hinter dem Panzerfahrzeug her dicht über den Highway rast.

Über Headset hört Chris Bills Stimme:

Die Highway Patrol ist bereits informiert und auf dem Weg zur Unfallstelle.“

Chris: „Bestätige, ich sehe sie bereits. Bin in wenigen Sekunden auf Höhe des Zielfahrzeuges.“

Während im Hintergrund das Blaulicht der im Einsatz befindlichen Patrol über den Highway schimmert, holt Chris bei rasender Geschwindigkeit immer weiter zu dem Panzerfahrzeug auf, indem er mit seinem Jetpack nur wenige Meter über der Fahrbahn fliegt.

Jetzt ist der Fahrer zu sehen: er zeigt einen versteinerten Blick und stiert unentwegt geradeaus; eine Narbe zieht sich von links oben dicht an seinem Auge vorbei über sein ganzes Gesicht nach rechts unten bis zum Mundwinkel, außerdem trägt er eine Tarnuniform. Er aktiviert das Funkgerät im Armaturenbrett, und auf einem digitalen Display ist kurz die Bestätigung zu lesen, dass die Funkfrequenz codiert ist:

Ich habe jetzt eindeutig ihre Aufmerksamkeit, gehe über zur letzten Phase.“

Die Miene des Fahrers bleibt emotionslos und starr.

Mit einem starken Düsenschub seines Jetpacks wird Chris nun brutal über das Fahrzeug bis auf dessen Motorhaube katapultiert, wo sich Chris sofort zum Fahrer zurück dreht und diesen ins Visier nimmt; jedoch lenkt der Fahrer reaktionsschnell gegen und wechselt auf die andere Fahrspur, wo er erneut ein Auto aus dem Weg rammt, das, Funken schlagend, auf der Seite liegen bleibt. Chris wird wieder von der Motorhaube herunter geschleudert und fängt sich im Gegenschub seines Jetpacks auf. Dann aktiviert der Fahrer am Armaturenbrett eine rote Taste, und plötzlich strömt im gesamten Fahrzeuginnenraum eine Flüssigkeit aus mehreren Sprinkleranlagen und durchnässt alles, inklusive dem Fahrer – stechender Benzingeruch durchflutet den Innenraum! Gerade holt Chris im Düsenschub seines Jetpacks wieder auf und rast genau neben dem Fahrzeug entlang: Chris hat seine Waffe auf den Fahrer gerichtet, da betätigt dieser ein weiteres Mal die rote Taste – für einen Sekundenbruchteil blicken beide einander fest in die Augen. Dann faucht eine Stichflamme aus dem Armaturenbrett genau auf den Fahrer zu ins Fahrzeuginnere, und sofort geht alles inklusive dem kurz aufschreienden Fahrer in Flammen auf, und das gesamte Fahrzeug explodiert im Überdruck der plötzlichen Hitzeentwicklung und der Überflutung durch Benzindämpfe! Chris reißt seine Augen auf, indem sich sein Helmvisier automatisch schließt, und wird von der gigantischen Druckwelle gut hundert Meter hoch in die Luft geschleudert, überschlägt sich dabei einmal rückwärts hoch über der Silhouette Green-Stone-Town-Citys und stürzt dann, sich im Gegenschub seines Jetpacks rettend auffangend, wieder zu Boden, wo er einen halben Kilometer von der Highway-Brücke entfernt am Rande der City in einer etwas erhöht gelegenen, ruhigen Siedlung mitten auf der gerade nicht befahrenen Straße unsanft aufkommt. Sofort eilen mehrere der Anwohner aus ihren Häusern und kommen von ihren idyllischen und begrünten Grundstücken auf die verkehrsberuhigte Straße gelaufen: unten in der tiefer gelegenen City steigen die Rauchschwaden vom völlig ausgebrannten Wrack auf der Autobahnbrücke auf.

Über den hier in der Siedlung vereinzelten Baumwipfeln taucht Airfighter in der flimmernden Luft vor dem Hintergrund der Silhouette der City auf und senkt sich in die beruhigte Seitenstraße herab. Indem Bill aus dem sich öffnenden Cockpit aussteigt, teilt ihm Chris bereits über das Headset mit: „Es war ein Selbstmordkommando, der Fahrer hat sich und das gesamte Fahrzeug in die Luft gesprengt!“

Bill kommt auf Chris zu, indem sich seine Stimme über Headset und sein über die Luft übertragenes Echo zunehmend synchronisieren: „Ich fürchte, dann war das Ganze ein Ablenkungsmanöver!“

Bill klopft Chris noch über den Rücken, der immer noch raucht: „Bist du denn noch ganz?“

Chris schlägt mit Bill ein:

Ja, danke dir – eine Explosion mit Salto rückwärts in dieser Höhe hatte ich auch noch nicht.“

Bill grinst: „Nun ja, es darf ja nicht langweilig werden, Partner!“

Chris lacht, noch etwas wackelig auf den Beinen.

Bill winkt den Zivilisten lächelnd zu:

Alles gut, haben Sie vielen Dank – alles ganz normaler Alltag bei uns!“

Chris grinst, indem er sich die angesenkte Uniform abstreift.

Indem die beiden zu Airfighter eilen, funkt Chris über Headset die Airfighter-Basis an:

Wie ist der Status, Juan?“

Chris, soeben ist tatsächlich ein Annäherungsalarm von der Airfighter-Ingenieurszentrale aktiviert und direkt an uns gesendet worden!“

Chris und Bill legen sofort noch einen Schritt zu: „Verstanden, Juan, wir starten sofort dorthin!“

Beide springen ins Airfighter-Cockit und starten sofort wieder beinahe senkrecht nach oben.

 

- 2 -

Was kurz zuvor geschah:

In der Computerzentrale fällt Bill auf: „Ein Polizeialarm vom G.S.-Highway!“

Sofort liest Jessica die Daten: „Ein gepanzertes Fahrzeug hat die Ausfahrt G.S.T.-City genommen und bewegt sich mit extrem überhöhter Geschwindigkeit auf dem City-Gate!“

 

Zeitgleich behalten Juan und Manuel mit Headsets in der neuen Computerzentrale im Obergeschoss alle eingehenden Anzeigen von der Airfighter-Ingenieurszentrale in der Erfassung.

Juan: „Bisher regt sich noch nichts – allem Anschein nach.“

Manuel: „Lassen wir uns nicht in Sicherheit wiegen!“

 

In der Computerzentrale ist Chris bereits dabei, sich ein Jetpack umzuschnallen: „Dann gehen wir mit der gesamten Basis runter nach G.S.T., damit wir Airfighter noch in petto halten!“

Jessica, ironisch: „Willst du die Basis auf dem City-Gate landen?“

Chris: „Nicht so ganz…“

Bills Augen zeigen einen wissenden Blick.

Chris tritt Richtung Luftschleuse.

 

- 3 -

Zurück im Hier und Jetzt:

Indem die Airfighter-Basis vom Berggipfel abhebt und ihren Kurs über den Green-Stone-Forest hinweg einschlägt, überfliegen Bill und Chris Northern-Green-Stone-Town und senken sich unweit hinter Bill Smiths Grundstück am Waldrand bis dicht über den Boden hinab. Bill Smith, der zunächst noch in seiner Garten-Sitzecke gesessen hat, aktiviert wieder seinen Physio-Anzug und sprintet plötzlich wie ein junger Athlet los, durch sein Gartentor auf den angrenzenden Wald zu und kommt mit einem Sprung ins Airfighter-Cockpit hinauf, wo ihm Bill Brown die Hand reicht und ihn ins Innere zieht. Chris dreht sich kurz vorn im Cockit um und schlägt lachend mit Bill Smith ein, indem Bill Brown ihm auf den Rücken klopft. Sofort zieht Airfighter wieder hoch und schießt über den Wald hinweg in Richtung der Ingenieurszentrale.

In der Computerzentrale sehen Jessica, Manuel und Juan auf dem Hauptschirm das flackernde Hologramm, das die große Ingenieurszentrale eigentlich tarnen soll: immer wieder tauchen die großen Fabrikationshallen flackernd aus der Tarnung auf. Da durchfliegt Airfighter die Ansicht, indem sich die Beigondel im Fluge automatisch abkoppelt, und landet direkt vor dem flackernden Tarnschirm am Eingang des Tales.

Chris, über Funk: „Wir gehen rein und sichern die Zentrale auf Eindringlinge hin ab.“

Bill: „Ich schicke euch die Beigondel hoch.“

Draußen dockt die Beigondel automatisch an der Luftschleuse der Airfighter-Basis an.

Jessica: „Alles klar, wir stoßen von der anderen Seite aus zu euch.“

Juan, von den Überwachungskontrollen aufsehend:

Bisher keinerlei Eindringlinge oder sonstige Aktivität dort unten zu registrieren.“

Manuel blickt skeptisch aus der luftigen Perspektive auf die Hallen hinunter.

 

Bill Smith weist Airfighter an, wo sie am besten landen können, und führt Chris und Bill zu einem weiteren Eingang der Ingenieurszentrale: durch Eingabe eines mehrstelligen Codes und Retina-Scan gelingt es Bill, dass der Tarnschirm komplett deaktiviert wird und sich die dicke Metalltür öffnet. Im Innern flackert das Licht, und Bill und Chris ziehen ihre Waffen, um sich vorsichtig voran zu tasten; Bill Smith bleibt im Hintergrund, um die beiden einzuweisen.

Juan und Manuel sind mit dem Lift aus der Computerzentrale zur Andockschleuse gefahren und mit der Beigondel gerade auf der anderen Seite der Fabrikationshallen gelandet: über Funk berichten sie, dass hier eine aufgesprengte Tür vorzufinden ist. Bill Smith weist auch sie über Funk durch die Gänge, damit sie sich orientieren können. Juan und Manuel pirschen sich, ebenfalls bewaffnet, in das Innere der Ingenieurszentrale vor.
Als Juan und Manuel schließlich jemand durch eine sich öffnende Sicherheitstür entgegenkommt, zielen sie reaktionsschnell und halten sich schussbereit: jemand tritt durch die schwere Tür – und schon stehen Bill und Chris vor ihnen!

Bill: „Nicht schießen.“

Juan und Manuel entspannen sich wieder.

Bill Smith: „Es gibt tatsächlich keinerlei Anzeichen mehr darauf, dass sich noch jemand weiteres in der Ingenieurszentrale befindet!“

Chris, mit skeptischem Blick:

Etwas sagt mir, dass das alles hier nach einem Plan verläuft – nur nicht nach unserem...“


Indem Manuel und Juan Bill Smith den Rücken freihalten und ihre Umgebung mit bereitgehaltenen Waffen genau im Auge behalten, sehen sich Chris und Bill weiter in der Ingenieurszentrale um und durchkämmen vorsichtig und ebenfalls allezeit schussbereit weitere Abteilungen.
Währenddessen geht Bill Smith an einem der Sicherheitsterminals die Aufzeichnungen über den Alarm durch.

Über Headset ist er zu Chris und Bill geschaltet: „Ich finde hier das korrekte Protokoll des ausgelösten Eindringlingsalarms – allerdings scheint mir etwas mit der Codierung nicht zu stimmen.“

Chris: „Ein Fehlalarm? Oder eine Manipulation? Was meinst du, Bill?“

Bill Smith: „Ich lese gerade den Programmiercode aus…“

Bill und Chris reagieren sofort, als hinter ihnen ein Geräusch auftritt: jedoch ist im leichten Windstoß nur eine Metalltür weiter aufgeschwungen und gegen die Wand geschlagen.

Bill Smith: „Offenbar hat es eine Manipulation am Timecode gegeben, wie mir das Programmierprotokoll anzeigt.“

Chris und Bill blicken einander sofort an, ebenso Manuel und Juan.

Bill Smith, der mit großen Augen den Code ausliest: „Demnach hat der Einbruch schon letzte Nacht stattgefunden, das Signal ist aber erst heute Morgen gesendet worden!“

Bill Brown: „Das klingt danach, dass jemand genau wusste, was er tut!“

Bill Smith blickt mit Ungutes verheißendem Gesichtsausdruck auf: „Absolut, jemand wusste genau, wie er den Timecode des Alarmsignals ändern kann – dazu muss er sich mit den Sicherheitsprotokollen und deren Programmierung auskennen.“

Juan erwidert Bills Gesichtsausdruck: „Ein Spion innerhalb der Airfighter-Ingenieurszentrale?!“

Alle überkommt eine ungute Vorahnung...

 

- 4 -

Die Skyline von London mit der Themse in ihrer Mitte und den Klängen des Big Ben atmosphärisch im Hintergrund:

In 10 Downing Street befindet sich zurzeit MI6 Chief Andrew Young-Smith bei Premierminister Edward Farrell.

Young-Smith führt gerade aus: „Die jüngsten Beobachtungen unserer Agenten sind höchst beunruhigend, was unsere Beziehungen zu den USA angeht, Mister Prime Minister.“
Farrell: „Dem stimme ich zu – vor allem da sich doch in den Staaten die politische Situation endlich wieder stabilisiert und entspannt hat.“
Young-Smith: „Der MI6 ist gerade dabei, einer weiteren Spur nachzugehen und noch weitere lose Enden der Undercover-Recherchen zu verknüpfen.“
Farrell: „Richtig – und daher sollten wir auf keinen Fall voreilige Schlüssel ziehen. Ich will das Vertrauen in die USA und vor allem in President Cavanaugh noch nicht aufgeben! Aktuell warten wir ab, zu welchem Ergebnis der Agententrupp ihrer Abteilung kommt, der gerade operiert.“
Young-Smith: „Und dem einer ihrer qualifiziertesten Mitarbeiter in einem Sonderauftrag mitangehört, wie Sie wissen.“
Farrell nickt bestätigend: „Und dem ich mein ganzes Vertrauen entgegenbringe und weiß, dass er die geforderten Fähigkeiten besitzt.“

 

Am Themseufer führt ein Abflussschacht in die Londoner Unterwelt, wo ein mit Taschenlampen und Waffen versehener Agententrupp, angeführt von Collin Bancroft, durch einen alten mittelalterlichen Gang vorpirscht.

Auf den fragenden Blick des Agenten neben sich schaut Bancroft auf einen Scanner, den er in der Hand hält: „Tatsächlich kommt ein Peilsignal auf 8 Uhr, noch circa 500 Meter entfernt.“

Der Agent sieht sich das Peilsignal ebenfalls genau an.

Collin ergänzt: „Ich erkenne diesen Transpondercode: es spricht leider sehr für unsere Befürchtungen...“
 

- 5 -

Der Blick auf den blinkenden Transpondercode auf dem Handscanner entspricht 1:1 dem Anblick auf den Code, der auf einem Wandschirm im CIA Hauptquartier, G.S.T. angezeigt wird.

Einer der Agenten spricht Luke Rimes an: „Das ist das einzige Ortungssignal im Luftraum, Sir.“
Luke steht gerade über Headset in Funkverbindung mit der Airfighter-Basis:

Tatsächlich ist das zu Airfighters Transpondercode gehörige Sensorenecho das einzige, das wir aktuell im Luftraum Green-Stone-Town orten.“
Jessica, in der Computerzentrale: „Dann hat der Einbruch in der Tat schon in der letzten Nacht stattgefunden, und wir sind in die Irre geführt worden.“

Chris ergänzt über Funk aus dem Airfighter-Cockpit: „Wir kommen zurück zur Basis.“
Luke: „Ich werde ebenfalls zu Ihnen stoßen. Okay?“
Chris: „In Ordnung, Agent Rimes.“


Luke verlässt zusammen mit einem Analysten das CIA-Hauptquartier, indem sie mit einem Senkrechtstarter nach oben in den blauen Morgenhimmel schießen. Über dem Green-Stone-Forest dockt dieser kurz darauf an der Airfighter-Basis an. Via Lift betreten Luke Rimes und der CIA-Analyst die Computerzentrale. Die Überwachungskontrolle zeigt eine schematische Darstellung des kompletten Luftraumes in diesem Sektor, der aktuell von den Sensoren der Airfighter-Basis abgetastet wird. Gleichzeitig wird Bill Smith, der in der Airfighter-Ingenieurszentrale geblieben ist, als holographische Projektion in der Zentrale dazu geschaltet: das dreidimensionale Bild baut sich aus dem Holo-Projektor auf, der in der Mitte der Computerzentrale aus dem Boden empor gefahren ist, und zeigt auch einen Ausschnitt der Umgebung Bills. Bill durchschreitet einen Laborkomplex der Airfighter-Ingenieurszentrale, wo sich inzwischen weiteres Personal eingefunden hat.

Bill, im Hologramm: „Es wird noch einige Zeit brauchen, bis wir in einer Bestandsaufnahme erkennen können, was oder ob etwas entwendet worden ist – bisher gibt es aber keine Anzeichen auf Zerstörung.“

In der holographischen Projektion ist Bill Smith gerade in einem Nebenlabor zu Doctor Dritan Jaku getreten.

Jaku, ebenfalls im Hologramm:

Die gute Nachricht ist allerdings, dass wir unsere Technologie tracken können.“

Alle in der Computerzentrale merken auf.

Jaku: „Unsere Bauteile enthalten so lange, wie sie in der Ingenieurszentrale gelagert oder bearbeitete werden, eine kleine Menge eines radioaktiven Isotops, allerdings strahlungsdicht abgekapselt. Wenn aber das Kontrollsignal aus unserem Laborkomplex länger als 12 Minuten fehlt, wird dieses Isotop freigesetzt und gibt in kleinen Dosen radioaktive Strahlung ab.“

Luke: „Das heißt, bei einem ersten Scan würden potentielle Diebe nichts registrieren...“

Chris: „… und können nach 12 Minuten trotzdem getrackt werden.“

Juan: „Bis zu einem eventuellen zweiten Sicherheitsscan.“

Bill: „Das gibt uns ein kurzes Zeitfenster.“

Chris: „Können Sie uns die radioaktive Signatur durchgeben, Doctor Jaku?“

Bill Smith nickt Dritan zu: „Schon dabei, Commander.“

Chris: „Wir haben ein kleines Zeitfenster, um den Luftraum nach dieser Signatur abzusuchen!“

 

- 6 -

In dem versteckten und überwucherten Bunker im zugewachsenen Talkessel des Green-Stone-Forests steht der Einbruch-Trupp der letzten Nacht zum Rapport vor Sergeant Fletcher, der mit verschränkten Armen auf den untersten Stufen der gewendelten Metalltreppe in der Mitte der Felsenhalle steht.

Wir haben unsere Kampfdrohnen bereits mit Airfighter-Geschützen ausgestattet, Sergeant, und den Rest untersuchen unsere Techniker, um das Funktionsprinzip bald reproduzieren zu können.“

Dominic Fletchers Blick zeigt seine Zufriedenheit:

Sehr gut, Lieutenant – dann können wir Phase_3 vorbereiten.“

Fletcher tritt die letzten Stufen der Wendeltreppe hinunter und durchschreitet zusammen mit dem Lieutenant die Halle zu ihrer hinteren Felswand hin, wo eine dicke Panzertür in Sicht kommt: nach Fletchers Daumenabdruck- und Retina-Scan öffnet sich die doppelte Panzerschutztür automatisch und bietet den Anblick eines mit Metall ausgekleideten und im Kontrast zur Felsenhalle modern ausgestattet wirkenden Traktes.

Dominic Fletcher, der mit dem Lieutenant den Trakt durchschreitet:

Und unsere finale Operation zur Liquidierung der Quelle an Airighter-Technologie wird nun durch die Technologie selbst erst ermöglicht…“

Sie bleiben am Ende des Traktes stehen, wo sich wie in einem gepanzerten Felsendom ein riesiger Reaktor inmitten eines tiefen, mit Kühlwasser gefüllten Beckens befindet und die Umgebung scharlachrot erleuchtet.

Flechter: „… – das Zünden eines Nuklearsprengsatzes!“

Allein diese Worte stehen dem drohenden Unheil, das sie beschreiben, in nichts nach...

 

- 7 -

In der Airfighter-Computerzentrale wird in dieser Sekunde ein Sensorenkontakt durch ein akustisches Signal bestätigt.

Jessica: „Leute, der Scan hat das Isotop der Airfighter-Technologie detektiert!“

Bill: „Ausgezeichnet.“

Der CIA-Analyst wertet mit einem Blick die Daten aus, die ihm auf dem Bildschirm in der Computerwand angezeigt werden, vor der er sitzt:

Ich vergrößere die Quelle der radioaktiven Emissionen.“

Luke: „Danke, Agent Costello.“

Bill: „Computer, zeige die Quelle auf dem Hauptschirm!“

Auf die Panzerglasscheibe, durch die sich der luftige Anblick auf den bis zum Horizont an den strahlend blauen Himmel reichenden Green-Stone-Forest bietet, wird schematisch die lokalisierte Quelle der radioaktiven Emissionen projiziert.

Juan: „Kannst du es im Echtbild vergrößern, Computer?“

Computer: „Selbstverständlich.“

Der verwilderte und zugewucherte Talkessel im grünen Forest wird nicht unterscheidbar aus dem Echtbild der Luftperspektive als Foto innerhalb von einer Sekunde ins Vollbild heran gezoomt.

Chris spricht in sein Headset, das er immer noch von der Außenmission trägt:

Ned, wir haben unser Ziel lokalisiert.“

Ned Burton, über Funk: „Verstanden, Chris – mein Geschwader ist unterwegs.“

Chris: „Computer, spiele Commander Burtons Airforce-Geschwader die Koordinaten durch!“

Aye, Commander.“

Manuel wendet sich Chris zu, auf den gerade ebenfalls die Blicke aller Anwesenden gerichtet sind.

Chris blickt einmal alle an: „Dann holen wir uns jetzt Bill Smiths Technologie zurück, Leute!“

Manuel und Juan grinsen gleichzeitig und in einer ungewollt synchronen Art und Weise, wie es nur Brüder können.

 

Der Starthangar öffnet sich, und Airfighter verlässt in imponierender Vollansicht seiner Bordgeschütze die Basis, um sich noch im Anfluge auf den Green-Stone-Forest hinab in Haupteinheit und Beigondel zu trennen.

 

- 8 -

Im zugewachsenen Bunker stemmt Dominic Fletcher gerade Hanteln in seinem erhöhten Quartier. Da tritt der Lieutenant von vorhin zu ihm:

Sergeant Fletcher Sir, unsere Sensoren empfangen gerade erhöhte Aktivität im Luftraum Green-Stone-Town – ein Kampfgeschwader der Airforce, offenbar mit Kurs auf unsere Koordinaten.“

Fletcher blickt mit einem eisigen und tödlich funkelnden Blick dem Lieutenant entgegen.

Der Lieutenant ergänzt eingeschüchtert und schuldbewusst:

Es scheint so, dass sie die Airfighter-Technologie irgendwie doch orten können.“

Fletcher wirft dem Lieutenant mit vollem Schwung eine der Hanteln gegen den Kopf: ein dumpfer, brutaler Schlag, Blut spritzt, und der Lieutenant fällt regungslos über das Geländer der gewendelten Metalltreppe stumm nach unten auf den Felsenboden, wo er unter erneuten Blutspritzen hart aufschlägt.

Dominic Fletcher ruft von seinem erhöhten Quartier aus in die Felsenhalle:

Sofort die Abwehrdrohnen starten!“

Aye, Sir!“

Fletcher winkt den Wachposten mit dem Kopf zu, und diese ziehen den regungslosen Körper des Lieutenants über den Felsenboden weg, wobei eine breite Blutspur auf dem Boden zurückbleibt.

 

- 9 -

Vor dem Hintergrund des blauen Himmels, der in der sommerlichen Hitze über den Baumwipfeln des Green-Stone-Forests flimmert, donnern Airfighter-Haupteinheit und -Beigondel in die Vollansicht, gefolgt von einem ganzen Geschwader an Kampfmaschinen der Airforce.

Aus ebenfalls überwucherten und dadurch perfekt getarnten Abschussrampen, die sich gerade öffnen, schießen mehrere Kampfdrohnen aus dem Talkessel und rasen dem Fluggeschwader entgegen.

Airfighter: „Annäherungsalarm – ein Zerstörer-Drohnengeschwader!“

Chris, über Bordfunk auch an die gesamte Airforce-Staffel gerichtet:

Ausweich- und Verteidigungsmanöver initiieren!“

Aye, Commander!“

Augenblicklich werden ringförmig die leuchtenden Flares abgefeuert, indem die Airforce-Maschinen scharf ausweichen. Die ersten Drohnen werden abgelenkt und schlagen explodierend in de Flares ein. An die vorderste Drohne ist der reglose Körper des von Dominic Fletcher erschlagenen Lieutenants festgebunden im Vorbeifluge zu erkennen, bevor die Drohne explodierend in einen der Täuschkörper einschlägt.

Juan hat der Drohne nachgeschaut und blickt gerade ungläubig zurück: „Jetzt wirklich?“

Chris´ Blick zeigt durch versteinerte Emotionslosigkeit, dass er durch dieses Manöver ihren Gegner als absolut tödlich und skrupellos einschätzen kann:

Ok, Ned, wir gehen frontal rein – keine Sondierung zuvor!“

 

In Ned Burtons Helmvisier wird der Frontalkurs auf den Forest widergespiegelt:

Aye, Chris, keine Kompromisse – unser Gegner macht auch keine!“

 

Bill meldet sich aus der Beigondel: „Halten uns bereit für den zweiten Vorstoß, Airfighter!“

Hinter Bill hat Jessica die Scannerauswertungen gelesen:

Abschussstelle der Drohnen lokalisiert – Geschwader, ich übermittle euch die Koordinaten!“

 

Ned, um dessen Cockpitscheibe herum ein beginnender Sturzflug erkennbar ist:

Bestätigen, Jessie, die Firma dankt!“

 

Juan sieht im Airfighter-Cockpit von der Radarabtastung auf, die die Beschaffenheit des Talkessels anzeigt: „Schätze, die haben uns nicht gerade eine Landebahn zur Einladung ausgerollt, Chris!“

Chris blickt gebannt auf den immer näher kommenden Talkessel, der sich in seinen Augen widerspiegelt, und denkt konzentriert nach, um innerhalb von Sekundenbruchteilen eine taktische Entscheidung zu treffen.

Manuel: „Halfpipe?“

Chris: „Hab den gleichen Gedanken.“

Chris ändert inmitten des Sturzfluges in den Talkessel Airfighters Kurs so ab, dass sie immer mehr gegen die Felswand driften.

Juan: „Felswand kommt!“

Sie schlagen im Senkrechtflug nach unten leicht gegen die Felsen, wobei Funken schlagen.

Airfighter: „Sturzflug parallel zur Felswand.“

Airfighter rutscht die steile Felswand in vollem Schub regelrecht hinunter.

Manuel: „Der Boden kommt näher!“

Der Sturzflug wird in die Waagerechte umgelenkt, indem ein Düsentriebwerk zündet.

Airfighter: „Aufprall umgelenkt.“

Airfighter donnert in voller Geschwindigkeit jetzt von der Felswand weg dicht über den Talboden hinweg.

Juan: „Die Thermo-Scnanner zeigen einen getarnten Eingang an.“

Airfighter schießt unmittelbar auf die gegenüberliegende Felswand der Talsenke zu.

Chris: „Kurs auf den Eingang korrigieren!“

Ein weiteres Mal zündet eines der Triebwerke kurz.

Manuel: „Kurs exakt auf Eingang!“

Airfighter donnert auf die überwucherten Bunkerschutztüren zu.

Chris: „Auf Einschlag vorbereiten!“

Und dann schlägt Airfighter in vollem Tempo wie eine Bombe in die Panzertüren des Bunkers ein und donnert in die Felsenhalle dahinter. In dem Moment, in dem die Schutztüren des Bunkers auseinander geschmettert werden, sind im Hintergrund oben am Rande des Talkessels die Airforce-Maschinen im Kampf gegen die Flugdrohen zu sehen, wo zahlreiche Explosionsbälle den blauen Himmel ausfüllen, sowie im Vordergrund die Airfighter-Beigondel, die gerade ebenfalls zum Landeanflug im Talkessel ansetzt – dann versperren Rauchschwaden und die frontal in die Ansicht geschmetterten Schutztüren die Sicht. Im Vordergrund öffnet die mit voller Geschwindigkeit durch die Felsenhalle schmetternde Haupteinheit die Cockpitscheibe, und Chris, Juan und Manuel lösen ihre Pilotengurte manuell gegen den kurz überbrückten Sicherheitsalarm – als die Haupteinheit dann in einem donnernden Einschlag gegen eine der Felswände kracht, werden die drei Insassen durch den Trägheitsschub brutal aus ihren Sitzen geschleudert, fliegen im hohe Bogen durch die Luft, prallen auf den Boden auf, rollen sich ab, springen zurück in die Hocke und erwidern aus ihren Waffen das Automatikfeuer auf die sie ins Kreuzfeuer nehmenden Soldaten Fletchers.

 

Draußen im Talkessel landet die kleinere Beigondel senkrecht, und Jessica und Bill stürmen ebenfalls in den aufgesprengten Bunker; Luke Rimes übernimmt die Nachhut und gibt ihnen Rückendeckung, während Agent Costello einen Intensiv-Scan des getarnten Bunkers vornimmt, um einen kompletten Überblick zu erstellen.

 

Indem das Airfighter-Team in alle Richtungen in der Felsenhalle das Feuer erwidert, kämpft sich Chris unter Dauerbeschuss bis zur metallenen Wendeltruppe durch und diese Stück für Stück hinauf. Oben auf dem Metallsteg nimmt Chris sofort das Wohnquartier ins Visier und betritt dieses, als ihm um die Ecke hinter dem Spind hervor eine Hand mit voller Wucht eine Hantel gegen den Kopf schlägt. Sogleich schnellt Dominic Fletcher hinter dem Spind hervor und verpasst Chris einen zweiten Schlag mit der Hantel gegen die Brust. Chris sinkt mehr quietschend als atmend zusammen, doch als Fletcher hinter ihn tritt und sich über ihn beugt, um ihn in den tödlichen Würgegriff zu nehmen, schnellt Chris wieder hoch, schlägt Dominic seinen Hinterkopf mitten ins Gesicht und wirft Dominic über sich nach vorn auf den Boden. Dominic springt in den Stand zurück und schleudert den Stuhl, der an dem einfachen Schreibtisch steht, mit voller Wucht gegen Chris – doch Chris setzt zu einem Roundhouse Kick an und schmettert damit den Stuhl zurück gegen Dominic und diesen mitsamt dem Stuhl durch die mit einem lauten Krach zerbrechende Glasscheibe auf den Metallsteg. Als Chris, sich mit einer Hand auf dem Schreibtisch abstützend, durch die zerborstene Scheibe hinterher springt, springt Dominic Chris auf dem Steg überraschend entgegen und prügelt mehrfach mit der hier gelandeten Hantel auf Chris ein, bis Chris infolge mehrerer schnell hintereinander ausgeführter brutaler Treffer rückwärts die komplette Metalltreppe Stufe für Stufe hinunter stürzt.

Manuel blickt entsetzt auf, als er Chris´ Sturz bemerkt und mitverfolgt.

Chris schlägt nach seinem Sturz hart am unteren Ende der Metalltreppe auf und bleibt regungslos liegen.

Inmitten des Schussgefechtes ruft Manuel: „Chris ist am Boden!“

Juan blickt sofort auf sowie die nachgerückten Jessica, Bill und Luke. Manuel rollt sich mitten durch den Kugelhagel ab und rennt zu Chris in die Mitte der Halle, um ihn abzuschirmen; gleichzeitig hält Juan seinem Bruder durch den eigenen Dauerbeschuss den Rücken frei, während wiederum Jessica und Bill Juan Schussdeckung geben sowie den beiden wiederum Luke Rückendeckung gibt.

Manuel rutscht mit Schwung zu Chris, wo er knien bleibt und Chris aufstützt: „Er ist bewusstlos!“

Juan springt und rutscht mit seinem Schwung ebenfalls zu den beiden in die Mitte der Halle, während überall um sie herum das ununterbrochene Automatikfeuer tobt. Indem Bill, Jessica und Luke weiterhin Feuerdeckung geben, ziehen Juan und Manuel den regungslosen Chris aus dem Bunker nach draußen. Bill erkennt ihre unterlegene Lage: „Rückzug!“


Durch seine Cockpitscheibe sieht Ned im rasenden Angriffsflug auf das Drohnengeschwader, wie einige der Drohnen plötzlich explodieren und dabei etliche Sprengkörper freisetzen, die Jagd auf die Airforce-Maschinen machen.

Ned: „Verdammt: sie haben Zerstörer mit automatischer Zielerfassung freigesetzt!“

Inmitten des Flugkampf-Szenarios steigt nun eine Kaskade von Explosions-Feuerbällen auf. In Neds Helmvisier spiegeln sich die Explosionen wider sowie weitere herbei schießende Zerstörer: „Täuschkörper raus und Rückzug!“

 

Chris bekommt wie Trance mit, wie Juan und Manuel ihn aus dem Bunker nach draußen ziehen und dumpf überall Schüsse einschlagen: er sieht noch soeben, wie die Airfighter-Haupteinheit zurückgelassen werden muss, indem seine Sicht schwarz wird und Chris wieder das Bewusstsein verliert.

 

Auf dem erhöhten Metallsteg steht der ebenfalls sichtlich mitgenommene Fletcher vor seinem demolierten Quartier und blickt auf die Airfighter-Haupteinheit: „Einnehmen – oder zerstören!“

Aye, Sergeant!“

Automatisch aktiviert der Bordcomputer die adaptive Panzerung um die Haupteinheit und riegelt das Cockpit hermetisch ab; auch ein elektrisch geladenes Energie-Störfeld wird aufgebaut.

 

Im Cockpit der Beigondel baut sich auf dem Bildschirm eine schematische Übersicht aus der Scanabtastung des Bunkers auf, und Agent Costello erkennt in diesem Moment das letzte sich manifestierende Ortungsecho als Grafik – er reißt die Augen auf: „Ach du Sch…!“

In diesem Moment schießen Fletchers Offiziere eine Rakete auf Airfighter ab, die mit einem ohrenbetäubenden Donnern in die Haupteinheit einschlägt: ein augenscheinlich alles verschlingender Flammenball und eine schmetternde Druckwelle rasen aus dem Bunker heraus in dem Moment, als Juan, Manuel, Jessica, Bill und Luke mit dem bewusstlosen Chris in die Beigondel springen und mit einem Notfallstart brutal senkrecht nach oben katapultiert werden.
 

Indem Chris die Ohnmacht völlig übermannt, sieht er wieder den Sarg eines Vaters vor sich, der in das tiefe Grab auf dem Friedhof hinabgelassen wird – und ihn überkommt ein weiteres Mal das Gefühl der Endgültigkeit...
 

- 10 -

Eine ungefühlt vergangene und nicht abschätzbar lange Zeit später kommt Chris auf der Couch in der schicken neuen Sitzecke wieder zu sich, wo Jessica, Bill, Juan und Manuel um ihn stehen und sich um ihn gekümmert haben: die Sonne strahlt durch das große Panoramafenster vom blauen Sommerhimmel herein.

Jessica: „Hey, wieder da?“

Juan: „Und vor allem noch ganz?“

Chris richtet sich langsam wieder auf, indem ihn die anderen noch leicht stützen:

Ausbaufähig trifft es am besten, mein Eindruck…“

Manuel: „Du bist eine komplette Treppe runter geworfen worden!“

Chris: „Ach, danke – ich hatte es doch gerade wieder verdrängt.“

Bill: „Dieser Kommandant, mit dem du dich geprügelt hast, hat aber auch ordentlich Blessuren abbekommen, falls es dich beruhigt.“

Chris: „Dann ist meine Ehre so halb wieder hergestellt, würde ich sagen.“

Chris steht auf und blickt allen einmal fest in die Augen: „Danke euch vielmals!“

Manuel antwortet lächelnd für alle: „Aber so was von selbstverständlich, Chris!“

Alle umarmen sich einmal.

Chris fällt plötzlich wieder ein: „Die Airfighter-Haupteinheit?!“

Bill, beruhigend: „Konnten wir bergen und ist schon wieder an Bord. Die Wucht des Raketeneinschlages hat Airfighter als Startimpuls genutzt, um sich wieder aus dem Talkessel hinaus zu katapultieren; und seine Panzerung und das Störfeld haben gehalten.“

Chris atmet erleichtert auf.

In der zweiten Computerzentrale nebenan steht Luke Rimes neben Agent Costello, der am Computer die Daten auswertet.

Luke winkt das Airfighter-Team mit einem Blick zu sich, und die fünf treten durch die geöffnete, reparierte Glasschiebetür in die Computerzentrale.

Luke: „Dank der Aufnahmen aus Ihrem Watchcomm, Commander, konnten wir den Kommandanten dieses Trupps identifizieren.

Agent Costello ergänzt: „Es konnte schnell bei einem Rastersuchlauf durch die Datenbänke des Militärs, die dem CIA zur Verfügung stehen, ein Treffer gefunden werden.“

Auf dem Computerbildschirm erscheint das Gesicht Sergeant Dominic Fletchers in Uniform mit Angabe seines Ranges und Namens daneben. Chris blickt der Fotografie fest in die starren Augen mit dem eisigen Blick eines skrupellosen Killers.

Agent Costello fügt hinzu: „Sergeant Dominic Fletcher kommandierte eine Liquidationseinheit, die im Kriegsgebiet eingesetzt wurde, um verdeckt gezielte Zugriffe durchzuführen.“

Bill, mit bitterer Ironie: „Ohne Zeugen, ohne offizielle Protokollierung, nehme ich an?“

Luke erwidert unbeeindruckt in nonchalantem Tonfall: „Manchmal benötigt die Regierung Soldaten, die in Kriegsgebieten die schmutzige Arbeit erledigen, bevor es völlig eskaliert.“

Bill und Chris tauschen einen kurzen Blick aus.

Agent Costello fährt fort: „Allerdings ist Sergeant Fletcher mitsamt seinem Trupp untergetaucht, als solcherlei Zugriffe im Kriegsgebiet nicht mehr erforderlich waren – seitdem keine Spur mehr von ihnen.“

Chris: „Bis heute!“

Costello nickt.

Luke: „Die CIA ist bereits informiert, und wir haben grünes Licht bekommen, den Sergeant und seinen Liquidationstrupp zu neutralisieren.“

Jessica, ironisch: „Nicht, dass wir genau das nicht gerade erst versucht hätten…“

Luke gibt Costello per Handgeste ein Zeichen.

Costello zoomt jetzt auf dem Bildschirm den hinteren Bereich des Bunkers in der aufgenommenen schematischen Übersicht heran und weist mit seinem Finger auf eine bestimmte Stelle auf dem Bildschirm.

Jessica: „Ist es das, wofür ich es halte?“

Chris, von böser Ahnung erfüllt: „Ein Nuklearsprengsatz!“

Bill: „Das erklärt den Neutralisationsbefehl.“

Juan: „Wieso hat dieser Trupp einen Nuklearsprengsatz im Bunker stehen?“

Luke: „Wir gehen davon aus, dass der Trupp Airfighter-Technologie entwenden und selbst reproduzieren oder weiterverkaufen will.“

Costello: „Um sicherzustellen, dass kein Nachschub mehr produziert werden kann, soll die Ingenieurszentrale nicht nur gesprengt, sondern auch radioaktiv verstrahlt werden.“

Luke: „Oder im Falle eines Versagens der Bunker und somit jede Hinterlassenschaft von Fletchers Trupp selbst.“

Costello: „Das sind die rein faktischen Analyseergebnisse des CIA.“

Luke: „Deshalb müssen wir umgehend handeln und den Neutralisationsbefehl zu Ende ausführen!“

Jessica: „Ned versichert uns, dass ein weiteres Luftgeschwader gegen diese Schwadron aus Zerstörerdrohnen zu einem erheblichen, wenn nicht sogar zum größten Teil dezimiert werden würde.“

Chris hat die schematische Abbildung auf dem Computerbildschirm ein paar Sekunden lang nachdenklich angestarrt.

Juan, der dies bemerkt hat, blickt Chris fragend an: „Chris?“

Chris: „Gemäß den Scanergebnissen ist der Sprengsatz bereits scharf gestellt?“

Costello nickt: „Aye.“

Chris: „Dazu muss er gekühlt werden.“

Costello zoomt die Umgebung des Nuklearsprengsatzes heran:

Die Scanabtastung bestätigt ein Kühlwasserbecken um den Nuklearsprengsatz herum.“

Chris: „Und dieses muss gespeist werden.“

Luke: „Oberflächen- oder Quellwasser direkt aus dem Forest?!“

Chris schnippt mit den Fingern.

Juan: „Wir detektieren den Zulauf…“

Manuel: „… und haben einen Hintereingang!“

Bill und Jessica wenden sich zu Chris mit skeptischen und besorgten Blicken.

Costello: „Immerhin aus dem Scan-Echo kann ich den Zulauf einigermaßen rekonstruieren.“

In der schematischen Abbildung auf dem Bildschirm wird der unterirdische Zulauf ergänzt.

Juan: „Sie speisen das Kühlwasser aus diesem Gebirgsbach, der weiter oben in den Felsen zum Teil versickert.“

Jessica: „Der Zulauf sieht verdammt eng aus!“

Manuel: „Aber wenn jemand dadurch in den Bunker gelangen könnte, hätte er eine echte Chance, auch die Drohnenfernsteuerung zu zerstören…“

Juan: „… also den Feind von innen heraus zu sabotieren.“

Luke: „Dann hätte das Airforce-Geschwader eine reelle zweite Chance für den Zuschlag.“

Chris: „Dann machen wir es so!“

Luke: „Ihnen ist klar, dass das ein Himmelfahrtskommando sein kann: wer auch immer da rein geht, muss verdammt schnell in und aus dem Luftraum wieder raus, da er sonst von den Drohnen flambiert wird!“

Chris: „Als Teamleader übernehme ich das.“

Chris wechselt mit allen einen eindringlichen Blick.

Vor seinem geistigen Auge sieht er die Erde, die mit einer Schaufel auf den im Grab versenkten Sarg seines Vaters gegeben wird…

 

- 11 -

Ein großes Felsmassiv erhebt sich aus dem Green-Stone-Forest:

Chris steht mit umgeschnalltem Fallschirm im Aufzug zur unteren Luftschleuse und fährt nach unten in den Boden, den stummen Augenkontakt mit den anderen haltend.

Die untere Luftschleuse der Airfighter-Basis öffnet sich, und Chris sieht sich am Rande des Abgrundes.

Bill dreht sich in der Zentrale zu den Computerkontrollen.

Chris spannt sich am ganzen Körper an.

Jessica hebt ihren Blick.

Chris springt und stürzt in die Tiefe.

Juan zuckt.

Das Gebirgsmassiv wird zunehmend schneller ins Bild gezoomt.

Manuel hält den Atem an.

Chris stürzt im freien Fall in die Tiefe und sieht das Felsmassiv rasend schnell näher kommen.

In der Computerzentrale halten alle den Atem an, indem sie Chris´ Ortungssignal im Sturz verfolgen.

Der Gebirgsbach schießt in Chris´ Ansicht.

Sein Peilsignal schlägt jede Sekunde in die Felsen ein.

Chris macht im freien Fall eine Rolle, um seinen Sturz zu stabilisieren, und öffnet seinen Fallschirm, wodurch sein Kopf augenblicklich ruckartig nach hinten unsanft in den Nacken schlägt.

Luke fixiert das Ortungssignal auf dem Bildschirm in der Computerzentrale mit festem Blick.

Chris wirft den Fallschirm sofort wieder ab und kracht in den Gebirgsbach oben in den Felsen.

Im Bunker geht Dominic Fletcher gerade auf den Nuklearsprengsatz zu.

Chris wird vom Gebirgsbach mit in die Felsspalte gerissen und atmet verkrampft noch einmal tief ein, um dann für eine ungewisse Zeit die Luft anzuhalten.

Bill, Jessica, Juan und Manuel betreten die automatische Luftschleuse in Richtung Airfighters Starthangars.

Chris wird vom unterirdischen Bach durch die Felsen mitgerissen, wobei seine Uniform an mehreren Stellen aufgerissen und teilweise zerfetzt wird.

 

- 12 -

Nachdem er aus dem Kühlwasserbecken aufgetaucht ist, stemmt sich Chris schnell über das Geländer auf die metallene Umrandung: seine Uniform hängt in Fetzen an ihm herunter, und einige blutige Schrammen an seinem Oberkörper sind erkennbar. Nun zieht er an einer Leine, die in das Becken hineinragt: ein rasend schneller, Zeit raffender Schwenk zeigt, dass am anderen Ende draußen im oberirdischen Gebirgsbach eine Vorrichtung dadurch einen Sender aktiviert.

 

Sofort ist Luke Rimes in der Computerzentrale der Airfighter-Basis zu sehen, wo dieses Signal registriert wird.

Er nickt Costello zu: „Und Abschuss!“

Costello betätigt einen Knopf, und draußen wird ein kleiner Flugkörper abgeschossen, der präzise und schnell genau in die Auffangvorrichtung am Gebirgsbach einschlägt.

 

Als Chris den Ruck an der Leine spürt, zieht er erneut, und der metallene Körper wird in den Gebirgsbach befördert und ebenso rasend schnell wie er selbst zu Chris in die unterirdische Anlage ins Kühlbecken geströmt.

Über eine aktivierte Kamera sehen nun Jessica, Bill, Manuel und Juan, auf die Airfighter-Cockpitscheibe projiziert, die Innenansicht des Bunkers, wo Chris gerade aus dem Kühlwasserbecken steigt. Die vier wechseln startklare Blicke miteinander.

Juan: „Es geht los...“

Dominic Fletcher betritt gerade den Trakt mit dem Nuklearsprengkörper und sieht sich um. Als er sich gerade wieder herum dreht, sehen Bill, Jessica, Manuel und Juan über die Kamera, wie Chris sich hinter Fletcher erhebt: Dominic hält inne, da er merkt, dass jemand hinter ihm steht. Als er sich mit böser Ahnung reflexartig schnell umdreht, begrüßt Chris ihn mit den Worten, indem er seinen Schlag abblockt: „Hi, Dom!“ und versetzt ihm eine so schnelle Folge an Faustschlägen, beendet mit einem Roundhouse-Kick, das Dominic Fletcher zurück durch ein paar Scheiben hindurch in sein Quartier geschleudert wird.

Chris zieht aus dem Metallkörper einen Raketenwerfer heraus, wirft sich auf den Rücken und nickt in die Kamera dem Airfighter-Team im Cockpit zu: „Let's go!“

 

Bill zündet die Triebwerke Airfighters erneut, und alle vier Insassen werden abrupt gegen den gewaltigen Trägheitsschub in ihre Pilotensitze gedrückt.

 

Chris feuert mit dem Raketenwerfer, und die Rakete durchschlägt nach oben die Decke, mehrere Meter massives Felsgestein und durchbricht oben im felsigen Gebirge den Boden, so dass nun gewaltsam ein Schacht nach unten direkt in den Bunker entstanden ist.

Im Sturzflug nach unten hat das Airfighter-Team die Explosion und den Felsaufbruch aus der Höhe gesehen.

Manuel kommentiert grinsend, inmitten der heftigen Beschleunigung:

Wenn das kein grünes Licht war, weiß ich auch nicht!“

 

Ned Burtons Airforce-Geschwader kommt über die Berggipfel herbei geschossen.

Ned: „Wir bauen darauf, dass ihr uns die Drohnen schnellstmöglich vom Hals schafft, Airfighter!“

 

Jessica: „Machen wir, Ned!“

 

Chris begibt sich durch den Trakt in Richtung Fletchers Wohnquartier, stets mit der Gegenattacke durch Dominic rechnend.
Dominic springt zurück in den Stand und wirft Chris das Bett, das er hoch gekickt hat, entgegen – doch Chris schleudert es über sich hinweg, sodass es die Metalltreppe hinunter in den Bunker stürzt und direkt einige herbei eilende Soldaten Fletchers mit nach unten reißt.
Dominic aktiviert den Manual Override zum Start des Nuklearsprengsatzes und brüllt:

Jetzt wird er gleich hier hochgehen, Sie alleine haben keine Chance, Commander!“
Chris grinst Dominic herausfordernd an: „Ich bin aber niemals allein, Dominic.“

Chris erinnert sich, wie die Einsatzplanung mit seinem Team tatsächlich zu Ende gegangen ist, zunächst mit seinen Worten: „Als Teamleader übernehme ich das Himmelfahrtskommando.“

Alle wechseln mit Chris einen eindringlichen Blick, der Besorgnis nicht verbergen kann.

Dann ergänzt Chris, aus der Erinnerung an die Beerdigung seines Vaters und buchstäblich aus dem tiefen, dunklen Grab wieder aufgetaucht:

Aber ohne mein Team werde ich nichts ausrichten können!“

Bill, Jessica, Juan und Manuel beginnen sofort, erleichtert und glücklich zu lächeln – und auch Chris, der bis gerade noch sehr ernst und ausdruckslos wirkte, setzt zu einem warmen Lächeln an.

Bill legt Chris die Hand auf die Schulter, Jessica umarmt Chris, und Juan und Manuel schlagen mit ihm ein.

Chris führt Luke gegenüber aus: „Wenn ich durch den Hintereingang in den Bunker gelangt bin, brauche ich mein eingespieltes Team auf seiner Position – allein habe ich keine Chance!“

Bill: „Du wirst da drin niemals allein sein – dein Team ist bei dir!“
Zurück im Hier und Jetzt senkt sich im Hintergrund in imponierendem Anblick der waffenstarrende Airfighter durch den frisch gesprengten Schacht herunter in den Trakt, so dass Bill, Jessica, Juan und Manuel alles ins Visier nehmen können.

Chris, genau vor dem herab gesunkenen Airfighter stehend: „Ich arbeite niemals ohne mein Team!“

Dominic schnaubt laut vor Wut.

Chris: „Allein hätte ich keine Chance, das stimmt!“


Durch gezielten Beschuss zerstören die Airfighter-Bordgeschütze die Drohnen-Kontrolle, so dass Ned Burtons Airforce-Geschwader endlich alle Drohnen abschießen kann: In Highspeed-Manövern schießen die Airforce-Maschinen quer durch die Luft, während Ned genau ins Zentrum des Drohnen-Geschwaders donnert und dann ringförmig eine Salve mit den Bordgeschützen abfeuert. Wie in einem Feuerring explodieren die Drohnen überall um Ned herum, während gleichzeitig die übrigen Airforce-Jäger durch weitere Drohnen-Abschüsse einen Feuerkranz um den Explosionsring bilden, der am blauen Himmel über dem Forest lodert.
Ned: „Kampfgeschwader, bereithalten für das Bombardement des feindlichen Bunkers auf mein Zeichen hin!“

 

Dominic reißt sich jetzt auch das Oberteil seiner Uniform vom Körper und kickt sich eine der Hanteln vom Boden hoch in die Hand: er fängt sie mit Leichtigkeit auf. Wie ein Vollstrecker holt er mit der Hantel aus und stürmt auf Chris zu. Als er mit voller Wucht zuschlägt, blockt Chris den Schlag mit dem linken Arm ab und fängt die Hantel mit seiner Rechten ebenso unbekümmert wie zuvor Dominic auf. Chris zieht einmal kurz die Augenbraue hoch und schmettert Dominic die Hantel dann im Verlaufe eines Kinnhakens frontal gegen den Kopf: Dominic überschlägt sich in einer ringförmig davon spritzenden Blutfontäne aus seinem Mund einmal rückwärts in der Luft und springt aber sofort zu einem Roundhouse-Kick in die Luft. Der Kick wirft Chris wiederum zurück, wodurch sich Chris einmal rückwärts überschlägt. Dominic stürzt sich sofort auf den auf dem Boden Liegenden, aber Chris wirft Dominic, dessen Schwung ausnutzend, einfach über sich nach hinten weg und springt dabei selbst vom Boden hoch wieder in den Stand zurück. Hinter Chris schnellt Dominic schon wieder im Verlaufe einer neuen brutalen Attacke auf ihn zu, doch Chris schlägt Dominic, ohne hinzusehen, einfach seinen Ellenbogen nach hinten mit solcher Wucht genau ins Gesicht, dass Dominic zurück geworfen wird und hart mit dem Hinterkopf gegen die Wand schlägt. Dann springt Dominic hoch und tritt mit beiden Beinen gleichzeitig gegen Chris, wodurch er diesen nach hinten wirft und sich selbst zurück gegen die Metallwand stößt. Dominic hält sich an einer Metallstange über seinem Kopf fest und springt erneut nach vorn, wodurch er diese aus ihrer Halterung reißt: mit mehreren schwungvollen Hieben versucht er, Chris damit brutal zu treffen, doch Chris kann jedes Mal gekonnt ausweichen.

 

An Seilen lassen sich Juan, Jessica, Manuel und Bill in die Talsenke nach unten und nehmen den Eingang des Bunkers unter vollen Beschuss: Bill und Juan laufen, an ihren Seilen hängend, regelrecht an der Felswand entlang und umrunden dabei einmal die Talsenke unter vollem Beschuss, während Jessica und Manuel daraufhin in der Mitte der Senke aufkommen, sich abrollen und sofort zusammen mit den ebenfalls herab gesprungenen Bill und Juan auf den Eingang des Bunkers zu stürmen: von allen Seiten Beschuss, Rauchwolken, Stichflammen und Granaten – ein Inferno!

 

In der Airfighter-Computerzentrale nickt Agent Costello Luke Rimes in diesem Moment bestätigend zu, und Luke öffnet einen Funkkanal an alle Mitglieder des Airfighter-Teams über Watchcomm: „Zündungsphase eingeleitet!“

 

Im Cockpit bestätigt Ned Burton: „Alles klar, ich räume jetzt den Bereich vor dem Bunker frei für euch!“ und setzt mit seinem Airforce-Jäger zu einem steilen Angriffsflug beinahe senkrecht nach unten auf den felsigen Talkessel an.

 

Costello gibt über Funk durch, indem er den Nuklearsprengsatz auf dem großen Bildschirm vor sich sieht: „Die Nuklearexplosion kann noch verhindert werden, wenn der Zünder und das radioaktive Material innerhalb der nächsten zehn Sekunden zerstört beziehungsweise eingedämmt werden – und zwar massiv!“

 

Chris weicht gerade einem weiteren Hieb Dominics mit der Metallstange aus und hebt seinen Arm mit dem Watchcomm halb in Sprechhöhe: „Alles klar, massive Eindämmung – habe verstanden!“

Chris duckt sich ein weiteres Mal, so dass Dominics Hieb mit der Metallstange genau in eine Elektroleitung einschlägt: eine kurze Stichflamme und Stromschlag fegen Dominic mit einem kurzen Aufschrei ein paar Meter zurück.

Chris blickt seinen leicht rauchenden Kontrahenten herausfordernd an

Sorry, Dominic, saved by the bell!“

Dominic zischt Chris mit vor Wut brodelndem Blick an:

Ich reiße Ihnen mit bloßen Händen das Rückgrat raus, Commander!“

Sein Tonfall und seine Statur lassen an der Glaubwürdigkeit von Dominics Worten keinen Zweifel.

Chris legt seinen Kopf kurz zur Seite, in der Geste einer kühnen Herausforderung.

Dominic spannt seine Muskeln am rauchenden Körper erneut an: „Können Sie sich vorstellen, was man einem Menschen alles nehmen kann, das er für immer verliert, Commander? – Stellen Sie sich jetzt drauf ein!“

Chris, nur äußerlich unbekümmert:

Doch, ich glaube, ich habe da gerade eine ganz gute Vorstellung, Sergeant!“

Dominics Mund schäumt, und seine Augen sind leicht rot unterlaufen.

Chris: „Aber, ehrlich gesagt, fokussiere ich mich lieber auf all das, was ein Mensch haben kann, das ihn nicht allein lässt!“

 

Bill, Jessica, Juan und Manuel haben inmitten des Schuss-Infernos den Bunker gestürmt und verteilen im Laufen an strategischen Positionen platzierte Sprengsätze.

 

Draußen zieht Ned seine Airforce-Maschine knapp über dem Talkessel wieder hoch und startet die Triebwerke erneut durch: unten werden die schweren Granatgeschosse von Fletchers Trupp durch den gewaltigen Düsenschub gegen die Felswände geschmettert.

 

Dominic stößt einen Wutschrei aus und tritt auf dem Boden gegen eine Metallklappe, die als scharfe Waffe in seine Hand hoch fliegt: blitzschnell springt er auf Christ zu, dreht sich und schneidet damit Chris ein Stück die Brust auf und verpasst Chris einen festen Ellbogenschlag in die Rippen, der diese eigentlich brechen müsste. Jedoch blockt Chris den sofort folgenden Schlag ab und dreht Dominic den Arm mit einem lauten Knochenbrechen auf den Rücken, sodass die Waffe Dominic selbst in die Schulter fliegt und stecken bleibt. Dominic schreit laut auf und reißt sich in einem erneuten Wutanflug wieder los, indem er Chris seinen Hinterkopf ins Gesicht schlägt. Dominic springt gegen die Wand, federt sich mit seinen Beinen ab und stürzt sich dann, mit dem Blick eines Vollstreckers und das scharfe Metallstück kurzerhand aus seiner Schulter ziehend, auf Chris: indem das messerscharfe Metallstück auf Chris´ Hals zu schnellt und Dominic gleichzeitig dazu ansetzt, Chris die Beine mit einem gezielten Tritt zu brechen, tropft Dominics eigenes Blut von dem Metallstück und aus seinem Hals auf den Boden. Gerade sind Juan und Manuel am oberen Ende der Metalltreppe angekommen. Durch dessen eigenen Schwung wirft Chris Dominic über sich hinweg und bricht ihm dabei im vorübergehenden Würgegriff mit einem Knacken das Genick, wodurch Dominic das Metallstück endgültig fallen lässt. Sich in der Luft überschlagend, fliegt Dominic Fletcher in das bereits kochende Wasser seines Nuklearreaktors: mit einem lauten Aufschreien läuft die Haut in seinem Gesicht feuerrot an und beginnt aufzuplatzen, während sein Kopf langsam innerhalb von Sekunden im Wasser versinkt und nur eine kochende Blutbrühe übrigbleibt.

Juan, Manuel und Chris hören über ihre Watchcomms:

Ned, aus seinem Cockpit: „Haben den Luftraum gesichert. Wie ist der Boden-Status?“

Bill: „Bunker ist eingenommen.“

Jessica: „Sprengsätze sind bereit.“

Juan: „Haben Zugriff auf den Reaktor.“

Ned: „Sergeant Fletchers Status? Weiterhin noch eine Bedrohung für die Operation?“

Chris, außer Atem etwas zusammengesunken: „Negativ – er kocht vor Wut.“

Manuel grinst.

Juan, mit absurdem Grinsen: „Echt jetzt?!“

Chris zuckt mit den Schultern:

Hey, ich bin am Ende meiner Kräfte – da sollte dir mal was Besseres einfallen!“

Manuel: „Du und am Ende deiner Kräfte – ja, ja…“

Chris erwidert das Grinsen.

Da stürmen auch Bill und Jessica die Treppe empor, deren Weg nach oben sie sich im Raketenbeschuss-Inferno frei geschossen haben.

Bill: „Und Rückzug, Leute!“

Jessica: „Ned, ihr habt in fünf Sekunden Schussfreigabe!“

Airfighter überfliegt im Auto-Mode noch einmal den gesprengten Krater und lässt Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel erneut Seile herunter, an denen sich die fünf einhaken und dann abrupt nach oben gezogen werden – kurz bevor das Bombardement von Seiten der Airforce-Jäger in den Bunker einschlägt und die gesamte unterirdische Anlage unter tonnenschweren Felsen verschüttet wird – und mit ihr der Nuklearreaktor, der damit unschädlich gemacht worden ist.

Vor dem Hintergrund des blauen Himmels steigt eine große Rauch- und Staubwolke über dem Green-Stone-Forest auf, indem im Vordergrund Neds Airforce-Geschwader und Airfighter mit den fünf Teammitgliedern an Seilen darunter in die Ansicht geflogen kommen.

 

- 13 -

Am Nachmittag besucht Chris noch einmal den Friedhof und steht vor dem mit frischen Blumen versehenen Grab seines Vaters: die grünen Baumwipfel spenden Schatten gegen die in der Umgebung im parkähnlichen Friedhof alles hell erleuchtende Sonne. Chris steht einige Minuten regungslos da und ist mit seinen Gedanken allein – eine leichte Brise rauscht über die sommerliche, grüne Idylle. Schließlich hebt Chris seinen Blick gegen den Himmel, der blau strahlend immer wieder zwischen den grünen Blättern der leicht hin und her wehenden Ästen zum Vorschein kommt.

Chris beginnt zu lächeln und nickt langsam: „Klarheit.“

Anschließend geht Chris zu Bill, der in einigen Metern Abstand im Schatten einer Baumallee auf dem Friedhofsweg auf Chris gewartet hat.

Bill: „Alles ok?“

Chris lächelt Bill freundschaftlich an: „Ja, alles ok – danke dir.“

Beide umarmen einander und verlassen mit langsamen Schritten den Friedhof.

 

Im Park des großen Krankenhauses in Green-Stone-Town-City fahren Juan und Manuel ihren Vater im Rollstuhl ebenfalls in der herrlichen Sommersonne spazieren: Der Blick im Gesicht ihres Vaters ist erfüllt mit unendlichem Stolz auf seine beiden Söhne, der nur noch übertroffen wird von der niemals endenden Dankbarkeit, die er Juan und Manuel gegenüber empfindet, dass sie ihn nicht fallen gelassen haben, obwohl er es mit nichts in der Welt verdient hat, dass sie sich um ihn kümmern. Juan und Manuel lächeln.
 

- 14 -

Am frühen Abend sitzen Bill, Jessica, Juan, Manuel und Chris im Blue Mountain und essen zusammen zu Abend.

Bill hebt sein Glas: „Auf die Familie!“

Alle stoßen an und wiederholen: „Auf die Familie!“

Juan ergänzt: „Und damit sind nicht zuletzt auch wir zusammen gemeint!“

Bill nickt bestätigend.

Chris lächelt: „Auch auf unsere Familie!“

Jessica: „Die Suchtrupps haben bestätigt, dass von Fletchers Nuklearsprengsatz keine Gefahr mehr ausgeht.“

Chris: „Und ebenso wenig stellt Fletchers gesamte Militäreinheit nun keine Gefahr mehr da.“

Bill: „Hoffen wir nur, dass sie noch keine Zeit hatten, entwendete Airfighter-Technologie weiterzuverkaufen.“

Chris: „Die Auswertung der beim Einbruch gestohlenen Bestandteile läuft noch, wie Dr. Jaku bestätigt hat.“

Juan hebt sein Glas: „Dann lasst uns für heute damit abschließen und uns nur noch entspannen – wir haben es uns verdient!“

Manuel prostet: „Auf unser Team!“

Alle stoßen an: „Auf unser Team!“

Bill beginnt auf einmal, breit zu grinsen.

Chris: „Was hast du dir überlegt?“

Bill: „Wie denkt ihr denn – rein hypothetisch – so über ein Wochenende im Green-Stone-Forest nach?“

Jessica: „So mit Hütte am See?“

Chris: „Und fernab von allem?“

Juan: „Mit Kamin und Lagerfeuer?“

Manuel: „Und Barbecue?“

Bill: „Genau so was meine ich!“

Alle grinsen mit funkelnden Augen.

Chris: „Sehr guter Plan – in der Theorie...“

 

- 15 -

In London erreicht der von Collin Bancroft angeführte Agententrupp in dem Schacht unterhalb des Themseufers einen größeren Hohlraum im Fundament eines Brückenpfeilers.

Collin sieht ungläubig von seinem Handscanner auf: vor ihnen steht mitten im Londoner Untergrund ein großes Antriebsaggregat in absolut gleicher Airfighter-Bauart!

Collin: „Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt!“
 

- 16 -

Unter einem atemberaubenden Abendrot am Sommerhimmel über dem bis an den Horizont reichenden Green-Stone-Forest sitzen Chris, Bill, Jessica, Juan und Manuel vor einer Blockhütte mit großer Veranda um ein Lagerfeuer herum auf einer Lichtung mitten im Wald.

Juan stößt mit den anderen an: „Auf die Momente im Leben, die niemals enden sollten!“

Manuel: „Wie dieser hier!“

Alle stoßen an, und allmählich wird das Grillgut essensbereit…

Hinter der Blockhütte ragen die Baumwipfel in den Nachthimmel, und dahinter bietet sich der Anblick der imponierenden Green-Stone-Mountains nur wenige Kilometer entfernt: eine Sternschnuppe wandert über den Himmel.

Chris nickt lächelnd, indem er den Blick mit den anderen Vieren wechselt, seiner Familie.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.08.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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