Einsam und fast geräuschlos glitt die ASTRALIS durch das dunkle Meer von Sternen, ein riesiges Raumschiff auf der Suche nach einer neuen Heimat. Die Leere des Alls war unermesslich, doch in ihrem Inneren schlief die Hoffnung für hunderte mutiger Kolonisten, die auf eine neue, lebenfreundliche Welt in den unendlichen Weiten des Universums warteten.
Ich erwachte aus meinem Tiefschlaf. Es war noch Dunkel im Kapselraum, die Luft kühl und ruhig. Mutter, unser zentraler Quanten-Computer, hatte mich schon geweckt, still aber bestimmt.
Langsam öffnete sich die gläserne Schlafkapsel. Ich richtete mich auf und spürte ein leichtes Vibrieren unter meinen Füßen. Die Kernfusionsreaktoren der ASTRALIS liefen wie gewohnt, zuverlässig wie ein Herzschlag.
Noch ganz benommen blickte ich umher, meine Augen suchten Ordnung in der Stille des riesigen Schlafraumes. Einige Zeit später verließ ich die Tiefschlafkapsel.
Nach einer erfrischenden Dusche und dem Anlegen meines Uniformanzugs ging ich zum Kontrollpult der Steuerzentrale. Die erlernte Routine war mein Anker: Gesundheitsdaten der Crew checken, Systeme prüfen. Alles war tadellos. Die lange Reise hatte das gigantische Raumschiff nichts anhaben können. Es war ein faszinierendes Wunderwerk unserer fortschrittlichen Raumfahrttechnik.
Dann fragte ich Mutter nach unserem Ziel. „Der Planet liegt direkt vor uns“, antwortete sie mit ihrer warmen, ruhigen Stimme. „Aus Sicherheitsgründen befinden wir uns vorläufig noch in einer Umlaufbahn.“ Dann verstummte Mutter und wartete auf weitere Befehle von mir. Ich ließ schließlich den Hauptbildschirm durch sie aktivieren.
Mein Atem stockte. Dort war er, ein Juwel im Dunkel des Alls. Ein lebensfreundlicher Planet, eingehüllt in weiße Wolken, wunderbar blaue Ozeane, grüne Wälder, karge Wüsten, schneebedeckte Polkappen. Ein echtes Spiegelbild unserer alten Heimat, doch für uns noch unerforscht und geheimnisvoll.
Mutter übermittelte Messwerte: Ähnliche Atmosphäre wie auf CRILLION, hoher Sauerstoffanteil, stabile Umweltbedingungen, aber keine Zeichen intelligenter Lebensformen.
„Zeit aufzuwachen“, sagte ich laut zu Mutter und ließ die Tiefschlafkapseln der Crew aktivieren. Einer nach dem anderen tauchten sie im weitläufigen Kommandoraum auf, erstaunt und voller Erwartung was entdeckt worden ist. Dann brach Jubel aus, denn wir hatten es endlioch geschafft und eine neue Welt für uns gefunden.
Gemeinsam mit drei meiner besten Männer bestieg ich das Shuttle im untersten Deck. Wir waren bereit für die Erkundung des Planeten.
Wir landeten am Rand eines riesigen Waldgebietes. Die Hitze drückte schwer auf uns, als wir ausstiegen, vorläufig geschützt durch unsere Raumanzüge. Über uns zogen vogelähnliche Kreaturen ihre Bahn, die jedoch schon bald davon flogen, verscheucht durch unser Auftauchen.
Je tiefer wir in das Dickicht vordrangen, desto mehr hatten wir den seltsamen Eindruck, dass es hier offenbar mal eine alte Zivilisation gegeben haben muss. Meine Männer und ich kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Verfallene Bauwerke, von dichtem Grün überwuchert, zeugten von einer längst vergangenen Kultur, die aber schon längst untergegangen war.
In der Mitte des Dschungels entdeckten wir schließlich eine gigantische Kuppel aus Panzerglas, kaum sichtbar unter einem wuchernden Mantel aus Moos, dichtem Gestrüpp und Wurzeln aller Art mit großen Blättern.
Mit unseren Lasergewehren öffneten wir den Eingang. Im Inneren fanden wir die Überreste von irgendwelchen Maschinen und Computern, ähnlich denen auf unserer Heimatwelt CRILLION. Wir bargen versiegelte Datenträger, die noch völlig intakt waren und fassten einen Plan zur Untersuchung.
Zurück auf der ASTRALIS analysierte der Quantencomputer 'Mutter' die Daten. Was wir herausfanden, das ließ uns echt erschauern, aber zugleich auch hoffen.
Die Bewohner des Planeten ERDE, die sich Menschen nannten, haben einmal vor langer, langer Zeit hier gelebt.
Sie bereisten bereits schon ihr eigenes Sonnensystem, waren aber innerlich sehr zerstritten und führten immer wieder schreckliche Kriege untereinander.
Ihre Gier nach Macht und Überlegenheit brachte sie schließliche an einen Punkt, der in eine selbstverschuldete Katastrophe endete.
Dann kam es zu einer tödlichen Katastrophe.
Ein äußerst gefährliches, sehr tödliches Virus entkam aus einem geheimen Labor und breitete sich rasend schnell unter der gesamten Bevölkerung weltweit aus. Schon bald zerbrach die gesamte Zivilisation und der Planet versank im Chaos des Todes.
Trotz verzweifelter Versuche, das Virus zu stoppen, starb ihre Hochkultur nach und nach siechend dahin. Wir fanden schnell heraus dass das Virus für uns keine Gefahr darstellte, da unsere Spezies dagegen völlig immun war. Mutter bestätigte uns, dass wir diesen Planeten, dank unserer überlegenen Hochtechnologie, ohne das geringste Risiko besiedeln konnten.
Nach Abschluss unserer Untersuchungen werde ich einen detailierten Bericht per Hypercom an das Zentralkommando von CRILLION senden. Die Zeilen sind getragen von einer tiefen Hoffnung auf einen fruchtbaren Neubeginn unserer friedlichen Rasse in diesem Teil des Universums.
***
Der Bericht
An das Zentralkommando der vereinigten Raumflotte von CRILLION.
Die einstige ERDE des Menschen, wir nenen sie nun 'CRILLION II', haben wir als besonders gut geeigneten Ort für unsere Zukunft entdeckt. Die Überreste der sogenannten Menschheit zeugen von überaus schlimmen Fehlern, die wir nicht wiederholen dürfen, denn dieser Planet bietet uns alles, was wir für einen Neubeginn unserer eigenen Zivilisation fern von Zuhause brauchen.
Wir werden jetzt umgehend die ersten Siedlungen errichten und weitere Schiffe mit Kolonisten anfordern. Eine neue Ära beginnt für uns alle.
Ende der übermittelten Nachricht von dem interstellaren Großraumschiff ASTRALIS.
Genehmigt und unterzeichnet vom ranghöchsten
Flottenadmiral Kasskom Yales von Maquis
Etwas später.
Als die Nachricht bereits unterwegs war, blickte ich hinunter auf den neu entdeckten Planeten, der aussah wie eine blaue Kugel. Er wird jetzt unser zukünfiges Zuhause sein, das uns durch eine wunderbare Fügung des Schicksal gegeben wurde.
Wir werden aus den Fehlern der untergegangenen Menschheit lernen, denn unsere Spezies ist von völlig anderer Natur als sie, weil wir nicht nur überaus fortschrittlich, sondern mental sehr stark, friedlich und von Natur aus sehr weise sind.
ENDE
(c)Heiwahoe
Vorheriger TitelNächster TitelDie Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.08.2026.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
gmx.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Heinz-Walter Hoetter als Lieblingsautor markieren

Rebel Crusade 1, Zerstörer der Erde
von Werner Gschwandtner
„Stellen sie sich vor, in einer fernen Zukunft befindet sich die Erde und eigentlich das gesamte bekannte Universum unter der Faust einer fremden und äußerst bösartigen Spezies namens Tenebridd. Das Leben, so wie wir es im Augenblick kennen existiert seit zwei Jahren nicht mehr. Die Erde ist dem Erdboden gleich gemacht, kein Standard, keine Sicherheiten mehr und nur noch das Gesetz der Eroberer. Und dennoch, eine Handvoll Menschen, angetrieben von dem Wunsch der Freiheit, kämpfen unermüdlich um das Überleben des Planetens und der restlichen Menschheit.“
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: