Und er stand da. Rund drei Minuten stand er da. Er traute sich nicht.
Die
Angst und der Wille es zu tun, fochten einen wilden Kampf aus.
Doch
schließlich rang der Wille die Angst nieder und hielt sie für den
entscheiden Moment unten und er trat zu ihr und fragte sie:
„Hey,
sorry falls ich störe, aber können wir mal reden.“ „Klar
gerne“, antwortet sie und dreht sich wieder um.
Er war verwirrt.
Konnte sie jetzt mit ihm reden. Er wusste nicht, ob er nochmal fragen soll oder
ob das zu viel war.
Er wandte sich ab. Die Zweifel zerfraßen sein eh
schon vom Pfeil der Liebe durchbohrtes Herz.
Er überlegte wie er es
sagen könnte, doch sein Gehirn war von Staub gefüllt und nichts war
von den guten Formulierungen übrig, die er sich zurechtgelegt hatte. Er
drehte sich nochmal um und fragte nochmal: „Könne wir jetzt reden?
“
„Klar, einen Moment.“, antwortete sie abermals und
drehte sich ihrer Freundin hin und sprach weiter.
Er war ratlos. Was soll
er tun?
Er stand nun schon seit zehn Minuten auf der Tanzfläche neben
ihr wie so ein verliebtes Mondkalb und fühlte sich wie ein Idiot
. Er
atmete tief ein und dann wieder aus. „Hey, können wir jetzt endlich
mal reden?“, fragte er mit zitternder Stimme.
„Klar, was gibt
es?“, drehte sie sich nun endlich um. „Schön, dass es endlich
auch mal klappt. Wie geht es dir?“, wagte er sich auf das brüchige
Eis der Kommunikation eines liebenden Jungen. „So ganz gut, und dir?
“, antwortete sie mit einer Standardformel.
Er probierte es nun mit
der Offenheit, die, so hoffte er gut ankommen würde:
„Ich hatte
Angst vor dem Gespräch. Ich habe mir lange überlegt, wie ich was sagen
soll, habe aber nie etwas klang gut
und nun ist mein Kopf leer und mein
schön zurechtgelegter Plan für das Gespräch ist dahin.“
Bei diesen Worten brach seine Stimme schon wieder und sein Atem stockte. Wie
soll er jetzt noch das sagen, was er fragen wollte.
Wie soll er es jetzt
noch gescheit rüber bringen?
Er hatte den wichtigsten Moment in einem
wichtigen Gespräch verkackt, dass realisierte er jetzt.
„ Mir
ging es genauso. Seit du mich um dieses Gespräch gebeten hast, habe ich mir
überlegt, was ich sagen soll.“
Er horchte auf. Was hatte er
gehört? Ihr ging es genauso?
Die Zweifel wurden wieder weg
gedrängt mit diesen Worten und er schöpfte neue Hoffnung.
Vielleicht kämpfte er doch nicht auf einem verlorenen Posten. Er nahm allen
Mut auf und fragte die Frage, die ihn so lange gequält hatte.
Die ihn
nachts nicht hatte schlafen lassen, die sich angefühlt hatte wie ein Messer
in seinem Bauch, dass er nicht raus ziehen kann.
Und er stellte sie:
„Was ist das zwischen uns? Manchmal ignorierst mich, manchmal telefonieren
wir nächtelang?
Mal behandelst du mich als wäre ich dein Freund,
manchmal als wäre ich ein Fremder. Was ist das zwischen uns?“
Sie war raus. Der Löwe war freigelassen und konnte nicht mehr eingefangen
werden.
Würde er nun sich gegen seinen Befreier wenden und ihm sein
Herz zerfleischen
oder würde er ein Symbol der Hoffnung werden und
sich vom Löwen in die Taube der Liebe verwandeln. Gebannt wartete er auf
die Antwort.
Seine Knie begannen zu zittern und um das zu
unterdrücken, begann er mit einem Plektrum, das er um sein Hals
gehängt hat, herumzuspielen
und registrierte auch bei ihr ein Zittern
in der Hand.
Und nach einem Seufzer antwortete sie: „Ich dachte das
war klar, seit du mir gesagt hast das du mich liebst.
Ich empfinde keine
Liebe für dich." Doch schnell schob sie hinterher:"Tut mir leid
das klang gemeiner als es gemeint war.“
„Alles gut.
Theoretisch war es auch klar, nur habe ist es so, dass ich es als verliebte
Person verdrängt hatte und auch nicht Glauben wollte.
Stets war da
die Hoffnung, dass es du dich doch noch in mich verliebst.
Ich wusste es
rational bestimmt irgendwann, doch habe ich es verdrängt und nicht glauben
wollen.“
„Es ist nicht so als würde ich dich nicht
mögen und ich finde du bist eine tolle Person, nur empfinde ich keine Liebe
für dich.
Ich würde echt sehr gerne eine Freundschaft mit dir
aufbauen nur deine Freundin kann ich nicht sein.
Es würde uns nicht
gerecht werden und wir wären beide nicht glücklich.“ „Wie
soll es eine normale Freundschaft sein?
Es wird immer wierd bleiben, denn
du weißt von mir das ich mehr Gefühle als nur Freundschaft habe
und ich weiß von dir das du nicht mehr Gefühle als Freundschaft
willst.“
„Es tut mir echt leid, denn jetzt bin ich wieder die
Böse, die dich nicht liebt.“ „Du kannst ja nichts dafür.
Du kannst die Gefühle nicht steuern, die du empfindest oder eben
nicht.
Mir tut es leid, denn ich habe dich in die Situation gebracht, dass
du es mir nun nochmal sagen musst und ich es nicht beim ersten Mal verstanden
habe.
Das tut mir leid. Und du könntest die schlimmste Person der
Welt sein und du wärst für mich nie die Böse.“
„Ich wusste auch lange Zeit nicht, wie ich mich verhalten soll. Meine
Freundin hat mir geraten einfach nicht mehr zurückzuschreiben
und
dich einfach zu ignorieren, aber das wäre hart und gemein.
Und in
letzter Zeit habe ich auch versucht, die Ratschläge von ihr zu beherzigen,
indem ich seltener zurückgeschrieben habe und länger für
meine Antworten brauchte.
Sie hat mir sogar geraten einfach von ChatGPT
mir eine Antwort schreiben zu lassen
und dir zu schicken als du nach einem
Gespräch gefragt hast, was ich jedoch auch nicht wollte. Es tut mir echt
leid.“
„Nein mir tut es leid, dass ich so aufdringlich nach
einem Gespräch gefragt habe
und es nicht schon das erste mal
verstanden habe, dass du nichts von mir willst.
Und es tut mir leid dich
in diese Situation gebracht zu haben.“
Stille. Niemand sagt etwas.
Ihm scheint es als würde die Tanzparty ebenfalls stiller werden.
„Okay, also ich habe dann nichts mehr.“, meinte sie zum Gehen
gewandt.
„Auch ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte.“,
antwortete er mit einem dumpfen Schmerz in der Brust.
„Ich
wünsche dir noch alles alles Gute, und bleib wie du bist. Du bist ein
toller Mensch“, waren ihre Antwort zu Abschied.
Perplex drehte er
sich nochmal um: „Ich kann das alles nur zurückgeben. Mach dir keine
Schuldgefühle, dass du mich verletzt hättest oder so. Nichts womit ich
nicht klarkommen würde.“
Und damit ging er.
Auf der
dunklen, verregneten Straße angekommen, brach er weinend zusammen
und es fühlte sich so an als würde man mit einem rostigen Messer sein
vor Schmerz und Liebe blutendes Herz herausschneiden.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Sebastian Tuczek).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.08.2026.
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