... jetzt habe ich Dich schon drei Monate lang nicht gesehen. Das ist die schlimmste Folter von allen. Letztens habe ich versucht Dich anzurufen, um wenigstens Deine geliebte Stimme zu hören. Doch SIE haben es bemerkt und allen Ernstes verlangt, dass ich Dich vergesse. Als ob das möglich wäre! Das ist, als würde ich vergessen zu atmen. Selbst als Du versucht hast, unser wunderbares Verhältnis zu beenden, liebte ich Dich. Ich wusste nur zu genau, dass Du mich vor der Gehässigkeit Deiner Frau schützen wolltest.
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Ich habe gelernt, gefügig zu sein und gehe brav zur Gesprächstherapie.
Ich erkläre, dass es mir leidtut, dass ich deine Frau mit dem Hammer geschlagen habe. Dabei habe ich das nur getan, damit sie aufhört zu schreien. Sie hat mich gekratzt, als ich sie an den Küchenstuhl fesseln wollte, damit sie mir in Ruhe zuhört. Ich habe mich also nur verteidigt. Dass ich ihr Auto anschließend mit dem Hammer bearbeitet habe tut mir wirklich leid.
Die Sache mit Deinem Haus ist mir etwas peinlich. Das war eine Kurzschlussreaktion. Aber vielleicht ist es nicht so schlimm, dass das Haus abgebrannt ist. So gibt es nicht so viele Erinnerungen an Deine Frau für Dich.
Geliebter, ich darf mich inzwischen frei im Gebäude bewegen. Wenn ich weiter durchhalte und die Reumütige spiele, darf ich in den Garten. Er ist zwar eingezäunt, doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich werde alle Hindernisse überwinden, für uns, für unsere Liebe.
Für immer Deine
Waltraud
PS: Vielleicht erklärst Du Deiner Tochter noch einmal, dass ich sie nicht erschrecken wollte und sie nur gewürgt habe, weil sie so zappelig war. Sie ist ein bisschen panisch veranlagt. Genau wie ihre Mutter.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.08.2026.
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