Servus beinand!
Ignatz Pinselmayer, der allseits bekannte Dorfdepp mit der obergärigen Freibierlätschn, den man in ganz Bayern kennt (oder auch nicht), saß mit seiner oiden Brunzkachl Zenzi gemeinsam vor der Holzhüttn ihres Gartens und schlürfte nebenbei genüsslich a Maß kühles Wiesn-Bier.
Beide stricken sie an zwei Wadenwärmer für den oiden Tattergreis Alois Zipfelklatscher, der heute seinen 88zigsten Geburtstag in der Wirtschaft „Zum Blauen Bock“ feiern möchte. Die beiden waren davon überzeugt, dass die Wadenwärmer das ultimative Geschenk für ihren Nachbarn Alois seien, der ansonsten im Dorf als Ruach bekannt war.
Plötzlich kam der kurzbeinige Bürgermeister Schorsch Poppenpups des Weges, schob seinen schräg sitzenden Schützenhut noch ein Stück tiefer in seine Läedschn und rief mit plärrender Stimme: „Heute gibt’s Freibier für alle, ihr langweiligen Suppenhühner, weil unser allseits bekannter Obergrantler Alois Zipfelklatscher Geburtstag hat! Alle sind eingeladen! Wer kommen will, der soll kommen. Wir treffen uns in der Dorfwirtschaft „Zum Blauen Bock“, wo es nicht nur Freibier, sondern auch gscheite Weißwürschte mit Brezen und Leberkas für alle gibt. Auf geht’s! Ozapft is!“
Ignatz äugelte den Bürgermeister wie ein Ruaskoda an und antwortete trocken: „Grias di Schorsch! Wir müssen vorher noch schnell die Wadenwärmer für diesen Kniabiesler Alois fertig stricken. Dauert nicht mehr lange. Aber wir kommen auf jeden Fall. Pfiat di!“
„Ist schon klar, du Bazi “, rief der Bürgermeister lachend und verschwand schnurstracks in Richtung Wirtshäusl „Zum Blauen Bock“, das nicht weit weg gleich hinter der nächsten Ecke lag.
Ignatzs oide Britschn Zenzi schaute ihren Zwiderwurzn auf oamoi fragend an und sagte: „Hast du auch gerade den Xare Rosettenkacker gesehen, der wieder mal bsuffa daher gelaufen kimmt? Ich glaub' der raucht sogar Gras, dieser nixige Hund.“
Ihr Ignatz zuckte nur gelangweilt mit den Schultern: „Wieso nicht? Der hat eh kein Hirn im Schädel, dieser ausgschamte Schlawack.“
Zenzi lachte plötzlich los und bebte dabei am ganzen Körper. Doch dann entwich ihr plötzlich ein lauter Furz, den sie schon lange loswerden wollte, aber bisher zurück gehalten hatte, weil ihre Darmgase stets furchtbar stinken.
„Ahaaa! Das tat jetzt richtig gut! Der hat nämlich seine Miete nicht bezahlt“, frohlockte sie und strickte stoisch weiter an dem fast fertigen Wadenwärmer, während ihr Bröselkopp Ignatz nur den Kopf über seine Trampe schütteln konnte und sich demonstrativ die Nüster zuhielt.
Unten rumpelte in diesem Augenblick ein Bulldog names Lanz tuckernd über den Dorfplatz, gesteuert vom Bauern Wastl Ruamschädel. Er übersah dabei den umgefallenen Drahtesel des Dorfpfarrers Fonsi Oaschgrezn, dem smarten Altweiberstecher und Kuttenträger, der schon seit einer Stunde seelenruhig im Sonnenstudie lag und versuchte, seine blasse Haut braun werden zu lassen. Der Pröser muss jetzt wohl leider zu Fuß zurück in seinen Gebetstempel strawanzen. Tut mir echt leid für diesen Kuttenbrunser.
Hubertus Krautwurm stand ganz in der Nähe und grinste hämisch wie ein Springginkerl. Dann schrie er dem Wastl hinterher: „Das gibt Tabula rasa, Haumdaucha! Ich werd's dem Pfaffenkopp schon sagen, dass du mit deiner schawuligen Bulldogge über sein Velo gefahren bist, du Barahba!“
Dem Grischbal Sigi Roßdeischer, der ebenfalls zufällig zugegen war, gefiel diese brutale Szene ganz und gar nicht. Er wollte ebenfalls „Zum Blauen Block“ gehen, weil er wusste, dass er dort kostenlos Bier, Schnaps und was zu essen bekommen würde, dieser hinterfotzige Strizzi.
Dann rief er: „Zefix nochmal! Das wird für diesen Wastl Ruamschädel noch mächtig Ärger geben. Der ist ja ne' richtige Wuidsau, einfach über das Radl vom Dorfpfarrer Fonsi Oaschgrezn zu fahren. So deppert muass ma erst amoi sei.“
Die gwamperte Metzgerin Rosi Wedahex, die gegenüber von Ignatz Pinselmayer ihr Häusl hatte, interessierte das ganze Geschehen überhaupt nicht. Sie schnappte sich vielmehr eine gackernde Henna und hackte dem armen Federviech mit einem scharfen Hackebeil kurzum den Kopf ab. Das Blut spritzte dabei gegen ihr Spekuliereisen, was die Bruinschlanga zeitweise blind machte und die Henna ganz ohne Kopf wiud davon lief.
„Hier geht’s zua, mei oh mei! Pfiat eich God!“, murmelte ich amüsiert als Zugereister leise vor mich hin, während ich das bayerische Dorftreiben weiterhin genüsslich betrachtete, das irgendwo zwischen Wahnsinn und liebenswerter Absurdität hin und her taumelte.
Da kann ich nur sagen: „Scheißt euch nix, dann feid euch nix!“
Am Ende wurde alles wieder gut, naja, irgendwie jedenfalls.
Ignatz und seine oide Bixn Zenzi vollendeten schon bald die Wadenwärmer für Alois Zipfelklatscher und übergaben später ihr Geschenk im Wirtshaus „Zum Blauen Bock“ an das strahlende Geburtstagskind, das jetzt sein 88zigstes Lebensjahr in geselliger Runde vollenden konnte.
Glückwunsch, du alter Hundskrüppel!
Alle Gäste lachten und feierten bis tief in die Nacht hinein, was in Bayern stets ausgiebig zelebriert wird, was auch wohl jeder weiß oder wissen sollte. Da kann man nur sagen: „So san's eben, die Bajuwaren.“
Und wer nicht dabei war? Naja, der hat auch nichts verpasst, egal ob Bayer oder Saupreis.
ENDE
(c)Heiwahoe

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.08.2026.
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