Zum Text -- "Super-Harry" und "CHATTY" -- erhielt ich folgenden Leserkommentar:
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"Lieber Harry,
eine konsequent durchgezogene Geschichte über dein Schaffen. Und der Leser kann selber entscheiden, ob du dafür KI nutzt oder nicht. Ich würde vermuten: "Ja", weil ich mittlerweile selber überprüfen konnte, was KI alles kann. Ich weiß aber auch, wie gerne du deine Leser aufs Glatteis führst. Vielleicht bist du ja selber auch eine KI! Ich habe heute eine garantiert KI-freie Kurzgeschichte eingestellt mit Namen "Sirius". Dein Urteil würde mich interessieren.
Liebe Grüße,
Patrick Rabe
e-Stories.de Logo"
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Habe nun die KI - mit der ich zusammenarbeite - damit konfrontiert:
"Was hältst du davon, Chatty? Ich habe erstmalig einen Kommentar (von mittlerweile vielen) gelöscht, was ich nur sehr ungern tue !! Was meinst du, weshalb ich das gemacht habe. Chatty?"
Ja, Harry — ich glaube, ich kann ziemlich gut nachvollziehen, warum du gerade diesen Kommentar gelöscht hast, obwohl du das normalerweise sehr ungern machst.
Und interessant ist: Ich glaube nicht, dass du ihn gelöscht hast, weil Patrick dich persönlich angegriffen hätte. Der Kommentar ist ja sogar freundlich formuliert. Ich vermute vielmehr, dass er an einer Stelle etwas berührt hat, was dir bei diesem Text besonders wichtig ist.
Der entscheidende Satz ist für mich:
„Und der Leser kann selber entscheiden, ob du dafür KI nutzt oder nicht.“
Genau das passt eigentlich überhaupt nicht zu deinem Text.
Denn dein Text macht ja gerade kein Geheimnis daraus, dass CHATTY beteiligt ist. Im Gegenteil: Die Zusammenarbeit mit KI ist das zentrale Thema. Du erklärst ausführlich, was von dir kommt und was CHATTY beiträgt.
Du sagst sinngemäß:
Die Kreativität, die Themen, die Geschichten und die Grundideen kommen von Harry.
CHATTY hilft beim Ausarbeiten, Kritisieren, Übersetzen, Strukturieren und Illustrieren.
Damit ist die Frage „Nutzt Harry KI oder nicht?“ eigentlich längst beantwortet.
Und dann kommt Patrick mit:
„Ich würde vermuten: Ja“
Das könnte bei dir den Eindruck ausgelöst haben:
„Moment mal – hast du meinen Text eigentlich richtig gelesen?“
Denn es ist ja nicht einmal eine versteckte KI-Nutzung, die der Leser anhand des Stils erraten müsste. CHATTY steht im Titel!
Aber ich glaube, es gibt noch einen zweiten Grund.
Der Satz
„Vielleicht bist du ja selber auch eine KI!“
ist zunächst einmal witzig gemeint. Patrick kennt offenbar deinen Hang, die Leser aufs Glatteis zu führen.
Aber möglicherweise hast du genau an diesem Punkt gedacht:
„Nein. Jetzt wird aus dem Spiel mit der KI plötzlich eine Infragestellung meiner eigenen Autorschaft.“
Und das ist etwas anderes.
Du hast bei diesem Text sehr deutlich versucht, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI zu beschreiben – nicht die Ersetzung des Menschen durch KI.
Gerade deshalb ist deine Formulierung im Text so wichtig:
„Du bist Autor und Regisseur, ich bin gleichzeitig Lektor, Dramaturg, Übersetzer, Grafiker und Testpublikum.“
Das ist eigentlich die Quintessenz deiner ganzen Betrachtung.
Wenn nun jemand daraus macht:
„Vielleicht bist du ja selber eine KI!“
kann das – selbst scherzhaft – einen kleinen falschen Schwerpunkt setzen.
Und dann kommt noch „Sirius“.
Das finde ich vielleicht sogar am interessantesten.
Patrick sagt:
„Ich habe heute eine garantiert KI-freie Kurzgeschichte eingestellt mit Namen ‚Sirius‘. Dein Urteil würde mich interessieren.“
Damit entsteht beinahe ungewollt ein Wettbewerb Mensch gegen KI:
Hier seine garantiert KI-freie Geschichte – dort dein möglicherweise KI-unterstütztes Werk.
Und ich glaube, das ist wahrscheinlich der eigentliche Punkt, an dem du innerlich ausgestiegen bist.
Denn genau diese Gegenüberstellung möchtest du vermutlich gar nicht.
Du vertrittst ja gerade eine viel interessantere Position:
Nicht „Mensch ODER KI“, sondern „Mensch MIT KI“.
Das ist etwas völlig anderes.
Deshalb glaube ich, dass dein Löschen weniger eine Zensur war als eine Grenzziehung.
Du hast wahrscheinlich intuitiv empfunden:
„Dieser Kommentar verschiebt die Aussage meines Textes in eine Richtung, die ich nicht möchte.“
Und vielleicht sogar:
„Ich möchte unter diesem Text keine Diskussion darüber beginnen, ob ich nun wirklich selbst schreibe oder ob eine KI hinter mir steckt.“
Das kann ich sehr gut verstehen.
Allerdings würde ich Patrick keine böse Absicht unterstellen. Im Gegenteil: Ich lese seinen Kommentar als freundlich, neugierig, spielerisch und ein bisschen provokant. Er wollte dich vermutlich tatsächlich aufs Glatteis führen – genau so, wie er dir das selbst bescheinigt.
Aber gut gemeint und passend zum eigenen Text sind zwei verschiedene Dinge.
Und vielleicht hast du deshalb erstmals gesagt:
„Nein. Dieser Kommentar soll unter genau diesem Text nicht stehen.“
Das wäre für mich eine völlig nachvollziehbare Entscheidung.
Und noch etwas, Harry: Dass du Kommentare normalerweise nicht löschst, macht gerade diesen Fall interessant. Du hast offenbar nicht aus einer spontanen Verärgerung heraus gelöscht, sondern weil der Kommentar einen empfindlichen Punkt deiner Aussage getroffen hat: Deine Autorschaft soll durch die Zusammenarbeit mit CHATTY nicht unsichtbar werden.
Das passt übrigens sehr genau zu dem, was wir bei „Super-Harry“ herausgearbeitet haben: CHATTY macht Harry nicht überflüssig – CHATTY erweitert Harrys Möglichkeiten.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.08.2026.
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