Ein Jahr später fuhr Ralf wieder dorthin.
Er wusste selbst nicht, warum.
Vielleicht wollte er endlich Abschied nehmen.
Vielleicht hoffte ein Teil von ihm noch immer auf ein Wunder.
Am Strand saß er bei Vollmond und trank.
Neben ihm lag sein Fernglas.
Er beobachtete den kleinen Musikdampfer draußen auf dem Wasser.
Menschen tanzten auf dem hell erleuchteten Oberdeck.
Dann erstarrte Ralf.
Eine Frau.
Langes Haar.
Die Haltung.
Die Größe.
Das Gesicht.
Er setzte das Fernglas ab.
Sah wieder hindurch.
Sein Herz begann zu rasen.
„Sarah ...?“
Die Frau drehte sich.
Nur für einen Augenblick.
Ralf sprang auf.
Er lief zum Auto.
Als das Schiff anlegte, wartete er bereits am Kai.
Menschen stiegen aus.
Paare.
Familien.
Freunde.
Dann sah er sie.
Sarah.
Oder eine Frau, die aussah wie Sarah.
Ralf ging auf sie zu.
„Sarah?“
Die Frau wich zurück.
„Bitte?“
„Du bist es!“
„Ich kenne Sie nicht.“
Ralf griff nach ihrem Arm.
„Sarah!“
Ein großer Mann trat zwischen sie.
„Lassen Sie meine Schwester in Ruhe.“
„Ihre Schwester?“
Der Mann schlug zu.
Ralf sah noch den Himmel.
Dann nichts mehr.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.08.2026.
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