Heinz-Walter Hoetter

Das Festival der Arschlöcher

 



Im unendlichen Kosmos, zwischen glitzernden Sternennebeln, tanzenden Meteoriten, fernen Sonnen und Planeten, existieren außer Menschen noch zahllose andere Geschöpfe, die wir zwar vermuten, aber noch nie zu Gesicht bekommen haben.

 

Da gibt es bestimmt kluge, dumme, schöne, hässliche, riesige, winzige, große oder auch kleine Alien, für deren Vielfalt es sicherlich keine Grenzen gibt.

 

Doch keines von diesen Kreaturen ist so bekannt, so legendär und unvergleichlich, wie das älteste lebende Arschloch im gesamten Universum namens Analus Flatulensus.

Sein scheußlich stinkendes Reich befand sich versteckt irgendwo da draußen in den grenzlenlosen, unbekannten Weiten des Alls auf einem vergessenen, einsam dahin vagabundierenden Planeten, der aussah wie ein gigantisches Klo.

 

Dieser Planet bestand aus nichts anderem, als aus einem riesigen Haufen getrockneter Kacke, vergilbten WC-Papier und uralten Scheißhaussprüchen, geschrieben von irgendwelchen Kackstelzengängern aller Art, die mal irgendwo im All in einer Latrine ihren biologischen Abfall entsorgt haben.

 

Ganz weit oben, auf dem bröseligem Klopapier, das mittlerweile Schicht für Schicht zu einer hohen, penetrant stinkenden Scheißhausmauer angewachsen war, thronte das älteste Arschloch im ganzen Universums namens Analus Flatulensus.

Analus Flatulensus wusste alles über das geheime Leben von Arschlöchern und auch viel über ihr oft perverses Verhalten, wenn sie auf dem stillen Örtchen ihr Unwesen trieben. Sein Wissen über die Kackscheißer im Universum war einfach einzigartig, unschlagbar und legendär.

 

Doch Analus Flatulensus verhielt sich meistens überaus arrogant gegenüber diesen darmlastigen Kreaturen, besaß aber selbst mehr schlechte als gute Manieren. Trotz allem hatte er eine seltsam anmutende Art von Charme, die man bei solch einem großen Arschloch einfach nicht vermuten würde.

Nun, dieser Analus Flatulensus war nicht allein.

Da gab es noch ein junges ADHS-Arschloch masculiner Ausprägung, das sich Homo von Rosettenritz nannte. Sein Verhalten war meist hektisch und überaus naiv, aber dennoch voller Energie.

 

Homo von Rosettenritz wollte die hohe Kunst des Arschloch-Daseins auf seine eigene, skurrile Art und Weise ausleben, doch oft brachte dies nur Chaos und Unordung in die Scheißhäuser des Universums, die es überall auf jeden fernen Planeten im Kosmos gab.

 

Während Analus Flatulensus mit einer einzigen brutalen Dünnschiss-Attacke ganze Welten ins Verderben stürzen konnte, stolperte Homo von Rosettenritz oft über seine eigenen Fäkalien und sorgte deshalb beim ältesten Arschloch meist für hinterhältige Lacher und natürlich auch weniger Respekt.

Eines Tages hatte Homo von Rosettenritz eine Idee.

„Analus Flatulensus,“ begann das junge Arschloch aufgeregt, „wir sollten mal gemeinsam etwas richtig Großes anstellen! Etwas, das uns beide unvergesslich macht!“

Das alte Arschloch hob seine Analhaare hoch und lachte krächzend. „Ich bin das älteste Arschloch im Universum und das schon seit langer Zeit. Was denkst du eigentlich, was ich bisher alles so angestellt habe? Da können selbst deine besten Ideen nicht mithalten, wenn ich mich an meinen Mist aus vergangenen Zeiten erinnere.“

Aber Homo von Rosettenritz ließ nicht locker. „Egal, wie auch immer. Gemeinsam könnten wir uns bestimmt gegenseitig ergänzen! Zusammen wären wir unschlagbar!“

Nach kurzem Überlegen, vielleicht auch deshalb, weil das alte Arschloch mittlerweile unter einer permaneten Langeweile litt, stimmte es schließlich zu. „Na gut, du kleine Arsch-Rosetten-Zecke. Lass uns sehen, was wir zusammen so machen können.“

Noch am gleichen Tag verkündeten sie ihre einzigartige Idee: Sie wollten gemeinsam das allergrößte intergalaktische Arschloch-Festival veranstalten, das es jemals in ihrem Quadranten gegeben hat. Es sollte mitten im Herzen der galaktischen Millionenstadt City of Hülle Gülle stattfinden und eine unvergessliche Open Air Veranstaltung für alle Arschlöcher werden, die entweder eins hatten oder vielleicht sogar selbst eins waren.

Sie bereiteten alles vor, angefangen von stinkenden Nebelwolken über explosive Kack-Kanonen, bis hin zu Klopapier-Konfetti-Bomben und Sackhaaren-Läuse-Rennen.

 

Ihre Einladungen waren absichtlich frech, provokativ und dreist gehalten. Schon bald strömten Arschlöcher aus allen Ecken und Ende des Universum neugierig herbei, um dieses einmalige Open Air Spektakel für Arschlöcher aller Art mitzuerleben. Es kamen besonders viele vom Planeten Erde, die keiner von ihnen in so großer Zahl vermutet hätte.
 

Am Tag des Festivals herrschte Ausnahmezustand. Die Luft war erfüllt von einer eigenartigen Mischung aus analem Duft, aus Anus-Humor, After-Chaos und einem Hauch von sonstigen exkrementalen Ausdünstungen, die jedoch niemanden wirklich störte, weil es ja allesamt echte Arschlöcher waren, die sich in solcher Umgebung wohl fühlten.

 

Analus Flatulensus und sein Köttelkammer-Kollege Homo von Rosettenritz schauten sich zufrieden an, lächelten immer wieder darmübergreifend und beglückwünschenten sich gegenseitig für ihren großartigen Erfolg. Deshalb beschlossen sie, das Festival der Arschlöcher nächstes Jahr auf der Erde des Menschen zu veranstalten, weil nämlich dort die meisten Arschlöcher im Universum herum liefen.

Das Festival wurde schon bald zu einer großen Legende im Universum. Es enstanden darüber hinaus viele neue (b)anale Freundschaften, nicht nur unter den Menschen, sondern auch unter den verschiedensten Alien.

 

Denn obwohl Analus Flatulensus und Homo von Rosettenritz selbst Arschlöcher waren, lieferten sie den Beweis dafür, dass man mit einer großen Portion irrationalem Wahnsinn, sogar über die tiefsten WC-Abgründe hinweg, alle Arschloch tragenden Kackstelzengänger im All miteinander unter einem gemeinsames Dach vereinen kann.

 

Deshalb hieß auch ihr gewähltes Motto für die nächste Veranstaltung: Alle Arschlöcher der Welt, vereinigt euch!

 

(c)Heiwhoe

 

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