Carl-von-Weinberg Schule, Klasse 7Gb

Als ich zum Star der Schule wurde... (Sabrina M.)

1. Kapitel

Die Abschlussfeier unserer Schule stand an und so hatte Kathi, ein Mitglied der Schulband mal wieder einen ihrer großen Auftritte. Doch es schien der letzte Auftritt zu sein den Kathi und die anderen Schulband Mitglieder hatten. Denn auch sie verließen nach diesem Schuljahr die Schule.
Alle, so dachte ich es mir, würden feiern, lachen, abtanzen und sich einfach nur freuen endlich nicht mehr auf dieser Schule zu sein. Ich würde wohl die Einzige sein, die sich nicht freuen konnte. Soweit ich denken konnte, wollte ich immer den Platz von Kathi in der Schulband einnehmen und mich feiern lassen. Es war immer mein größter Traum gewesen, dass alle mir zujubelten und ich fühlen konnte, dass ich gut war. Doch ich hatte es nie geschafft besser zu sein als Kathi. Es kränkte mich jedes Mal wenn wieder eine Feier war und Kathi der Hit war.
Alle mochten Kathi. Ich muss zugeben sie war wirklich nett und nicht zu sehr eingebildet wie man es eigentlich von dem Höhepunkt aller Feiern der Schule zu erwarten hätte. Doch ich konnte sie einfach nicht ausstehen weil sie besser als ich war. Ich weiß, dass es dumm war, sie nur deswegen nicht zu mögen. Aber ich konnte meine Eifersucht und Wut einfach nicht abstellen. Ich hätte womöglich alles dafür getan nur um besser zu sein als sie und um ihren Platz einzunehmen.
Ich hatte wohl nie wirklich mein Bestes gegeben. Denn sonst hätte ich nun auf der Bühne gestanden und alle hätten geklatscht.
Lange hielt ich es nicht aus, bei Kathi und den jubelnden Leuten. Also verzog ich mich erst einmal für eine Viertelstunde im Klo und schminkte meine Augen nach.
Als ich in den Spiegel sah seufzte ich laut und dachte: „So ein Star wie Kathi werde ich wohl nie und so gut aussehen wie sie erst Recht nicht.“
Plötzlich ging die Tür auf: „Hey Mädels, habt ihr schon gehört? Ich habe eben mit Tommy getanzt! Dem süßen Schnuckel aus der 12ten. Habe auch seine Nummer, ich glaub zwischen uns das wird bald was.“ Verträumt schaute Denise, dass Girl, das mit Tommy getanzt hatte zur Decke.
Ich ging schnell aus dem Bad und zurück auf die Tanzfläche.
Da geschah das unglaubliche: Ich tanzte wild herum, ließ mich von dem Fluss der Technomusik gleiten und sang einfach aus meinem Bauch heraus. Ich merkte nicht, dass sich ein Kreis um mich gebildet hatte und alle im Takt klatschten. Doch plötzlich war mir alles um mich herum egal. Die Scham war einfach wie weggeweht und Kathi stand einsam und verlassen an ihrem Mikrofon und wartete darauf, dass die Leute sich wieder ganz ihr widmeten. Dies geschah aber den restlichen Abend über nicht und alle hörten nur mir zu.

2. Kapitel

Am nächsten Morgen wachte ich mit dröhnendem Kopf auf und verspürte starke Kopfschmerzen. Als ich versuchte aus meinem Bett aufzustehen, fiel ich sofort wieder zurück auf meine Decke und sah alles um mich herum nur verschwommen als ein Gemisch aus Farben.
Ich griff an die Schublade meines Nachttisches, machte diese auf, holte eine Aspirintablette heraus und steckte sie mir in den Mund. Ich hasste diesen Geschmack, aber ich wusste, dass es das einzige Mittel war, um diese fürchterlichen Kopfschmerzen loszubekommen.
„Schatz du musst aufstehen es ist schon spät. Du kommst noch zu spät zur Schule!“ rief mir meine Mutter aus der Küche zu. „Ja, ja Mama ich komme ja schon.“ Brüllte ich zu ihr hoch, damit sie es auch hören konnte. Ich gab mir die größte Mühe aufzustehen und zu meiner Verblüffung schaffte ich es auch. Torkelnd stieg ich langsam die Treppenstufen hoch.
Als ich nach einer guten halben Stunde endlich fertig war, machte ich mich auf den Weg zur Schule.
Dort angekommen schauten mich alle sehr respektvoll an. Ich fragte mich was wohl los sei aber machte mir darüber nicht weiter einen Kopf und sah nach ob ich auch alle Hausaufgaben für den heutigen Tag hatte.
Sicher war ich keine Streberin aber ich wollte auch nicht das auf einmal ein Brief an meine Mutter geschickt wurde und wollte somit den unnötigen Stress daheim vermeiden.
Da kam auf einmal wie aus dem nichts Jenny, meine beste Freundin angerannt: „Mensch Sabi, das was du da gestern gebracht hast war echt eine Spitzenleistung. Du bist der neue Superstar der Schule. Kathi war gestern, heute bist du die Nummer 1!“
Verblüfft starrte ich Jenny an. Ich wusste nicht Recht was sie damit meinte was sie gerade gesagt hatte. Doch da flogen mir plötzlich wie von einem zerrissenen Film Bruchteile von dem was gestern passiert war vor dem Gesicht herum.
Ich erinnerte mich wieder daran wie ich gestern mit dem Strom der Musik geschwommen war und wie ich einfach drauf los gesungen hatte.
Alle Mitglieder der Schulband außer Kathi kamen auf mich zu und schüttelten meine Hand. Sie sagten, dass ich gestern mit so viel Energie und mit so viel Gefühl gesungen hätte wie noch nie jemand vor mir auf dieser Schule und sie hätten mich gerne als neue Sängerin der Schulband. Ich wusste nicht Recht was ich dazu sagen sollte und fragte: „Was ist mit Kathi?“ „Wir haben uns gestern sehr zerstritten und sie sagte das sie keine Lust mehr habe in der Schulband zu sein. Und dann kamst du und wir wussten wen wir jetzt haben wollten! Also, was sagst du?“ sagte einer der Schulbandmitglieder.
Ich nahm den „Vertrag“ an und noch am selben Tag brachten wir einen neuen Song der sich in den nächsten Wochen darauf über 5.000 Mal an unserer Schule als CD verkaufte!



Von: Sabrina M.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Carl-von-Weinberg Schule, Klasse 7Gb).
Der Beitrag wurde von Carl-von-Weinberg Schule, Klasse 7Gb auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.03.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Taron der Bettler. Held wider Willen von Saskia Burmeister



Spannende Arenakämpfe, Wesen von anderen Planeten, ein „zweites Ich“, eine hübsche Prinzessin und andere Schicksalsschläge…

„Alles begann damit, dass Taron der Bettler, dem das Unglück wie eine Klette anhaftete, in seiner Not in die Küche des Palastes des Sonnen-auf-und-Untergangs eindrang und dabei natürlich von den Wachen der strahlenden Prinzessin erwischt wurde. Daraufhin sprach man über ihn die Verbannung aus. Heimat- und hoffnungslos ergab er sich seinem Schicksal.
Und damit begann seine Tortur durch die ferne Galaxie „Aragora“.“

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Kalendergeschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Carl-von-Weinberg Schule, Klasse 7Gb

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Bolzen und Schießpulver (Stefan L.) von Carl-von-Weinberg Schule Klasse 7Gb (Kalendergeschichten)
Und was ist eigentlich aus vergewaltigten Töchtern geworden? von Carrie Winter (Trauriges / Verzweiflung)