Claudia Adena

Traum oder Wirklichkeit? Teil 1


„Fahr nicht, Sybilla!“ hatte Sven ihr geraten und allmählich überkam Sybilla das Gefühl, er könnte recht haben. Sven hatte ein feines Gespür und erahnte viele Dinge im Voraus. Eine Eigenschaft, die ihn auf seine Mitmenschen merkwürdig und geheimnisvoll wirken ließ. Für Sybilla hingegen war er ihr bester Freund und Manager.

Es war eine düstere und ungemütlich wirkende Gegend, in der der Taxifahrer anhielt.
„Sind Sie sicher, dass wir hier richtig sind?“ wollte Sybilla verwirrt von ihm wissen. „Das kann doch gar nicht sein.“
Der Taxifahrer antwortete nicht, stieß die Türe auf. „Raus!“
Sybilla begann aufs Heftigste zu protestieren. Er stieg aus und kam zur Beifahrertüre. Grob zerrte er sie aus dem Auto und schlug die Türe zu. Gerade noch schaffte es Sybilla ihre Reisetasche aus dem Taxi zu ziehen. Ohne eines weiteren Wortes fuhr der Taxifahrer davon und das, obwohl sie nicht mal gezahlt hatte.
Die Gegend wirkte unwirklich und Sybilla kam sich wie in einem Traum vor. Nirgends war ein Mensch zu sehen, man hörte keine Geräusche. Es gab nur Totenstille und sonst gar nichts. Hinter den Fenstern der Häuser brannten keine Lichter. Alles schien wie ausgestorben. Nebel zog auf und Sybilla war mitten darin. Sie konnte die Hand nicht mehr vor den Augen sehen und bekam es mit der Angst zu tun. Sie griff nach ihrem Handy in ihrer Jackentasche. Es funktionierte nicht.
„So ein Mist!“ fluchte sie und hätte am liebsten vor Verzweiflung laut losgeheult. Plötzlich überkam sie ein eigenartiges Gefühl. Etwas, das sie noch nie erlebt hatte. Was geschieht nur mit mir? Sterbe oder träume ich? Wie war sie überhaupt hierher gekommen?

Es fiel ihr wieder ein. Ein Mann, der sich selbst als Regisseur bezeichnete, hatte sie angerufen. Er wollte ihren ersten Roman, der über Nacht ein Bestseller wurde, verfilmen. Sven war skeptisch. Er hatte Erkundigungen über den angeblichen Regisseur einzogen. Es gab nicht viele Informationen über ihn und seine Arbeit. Er bot Sybilla jedoch eine Menge Geld für die Filmrechte an ihrem Roman. Aber nicht das gab den Ausschlag für ihre Fahrt nach München. Der Mann hatte ihr versprochen, sie könnte aktiv bei allen Dreharbeiten mit dabei sein und auch bei der Auswahl der Darsteller mit entscheiden. Trotz Sven‘ Skepsis setzte sie sich in den Zug nach München. Der Regisseur holte sie nicht selbst ab. Ein Taxi stand bereit und sollte sie in ihr Hotel bringen. Und nun befand sie sich aus irgendeinem sonderbaren Grund hier in diesem Nebel.
Sie wusste nicht, wie lange sie herumirrte. Auf einmal war alles wieder ganz klar und auch die Gegend veränderte sich. Sybilla befand sich inmitten mehrerer Hochhäuser, anscheinend alles Bürokomplexe. Verwirrt sah sie sich um. Vor ihr lag ein großer Parkplatz. Nur noch ein roter Porsche parkte dort.
Das gibt es doch gar nicht, fuhr es Sybilla durch den Kopf. Bevor sie weiter über diese Situation nachdenken konnte, ging ein Mann schnellen Schrittes an ihr und vorbei, ohne sie zu beachten. Dafür sah Sybilla ihn sich genauer an. Kurzes dunkelblondes Haar, ein Gesicht, für einen Mann fast zu schön. Zielstrebig ging er auf den Parkplatz zu. Sybilla sah die junge Frau, die eben das riesige Bürogebäude verließ und zu ihrem Wagen ging. Der Mann trat zu ihr und packte sie grob am Arm. Sybilla konnte nicht verstehen, was sie sprachen, aber sie ahnte es.
Das ist unmöglich, dachte sie und fuhr sich über die Augen, als wollte sie sichergehen, dass sie nicht träumte. Sie befand sich inmitten einer Szene ihres Romans.

Ich habe diese Geschichte schon eine Weile im Kopf, habe aber noch nicht mehr geschrieben. Ich freue mich über jeden Kommentar zu diesem Anfang. Hm, ich glaube, ich habe das zu früh reingestellt. Ich bin noch gerade am Überarbeiten.

Eine wichtige Sache habe ich in der Geschichte vergessen: Ich schreibe das jetzt hier, da ich ja im Text nichts ändern kann. Warum Sven Sybilla nicht nach München begleitet? Er bricht sich kurz vor Abreise das Bein.
Claudia Adena, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.06.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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