Silvana Hoffmann

Die Strumpfhose

„Und du sagst wie immer nichts dazu. Warum frage ich dich immer wieder, eine große Hilfe bist du nicht“.
Sie hasste und liebte ihn zugleich. Schon wie er dasaß und sie ansah.
„Was soll ich denn bloß mit dir machen?“, fragte sie weiter.
„Immer geht alles nach deinen Kopf und nach deinen Willen, so kann das nicht weitergehen. Und sie an, was du gemacht hast. Die Strumpfhose kann ich wegschmeißen. Weißt du wie teuer sie war?“

Als sie das sagte ärgerte sie sich selbst, so viel Geld für eine Strumpfhose ausgegeben zu haben. Der Verkäufer hatte sie regelrecht niedergeschwatzt, aber seine Argumente waren doch so einleuchtend, jedenfalls für den Moment.
„Investieren sie lieber ein wenig mehr Geld in Haltbarkeit und Qualität.“, sagte er. Was ihr einleuchtete und als er erwähnte, dass diese Strumpfhose einige Zeit überstehen wird und auch noch reißfest sei, da konnte sie nicht widerstehen
.
Jetzt hatte sie die Bescherung. Der Termin stand vor der Tür, die Strumpfhose war hin, Ärger mit ihm kam noch dazu. Das alles konnte sie nicht gebrauchen.
Wie soll es bloß weitergehen? Irgendwie ist alles etwas konfus und in graden Bahnen verlief das Leben auch nicht mehr. Da war der Wurm drin.
Liebevoll wurde sie angesehen. Sie sahen sich tief in die Augen und sie wusste, dass er nichts, noch so Schlimmes machen könnte, was ihre Liebe zu ihm, schmälern konnte.

Seit sie sich zum ersten Mal sahen, war es um sie geschehen. Man kann es mit „Liebe auf den ersten Blick“ beschreiben. Ihre Blicke trafen sich und sie nahm ihn gleich, am ersten Tag, mit nach Hause und von dem Tag an, wohnte er bei ihr. Sie teilten alles. Ihre Sorgen, ihr Leid, den Kummer. Er wusste in wenigen Tagen fast alles über sie und sie vertraute ihm.

Stillschweigend sah er sie jetzt an. Natürlich wusste er oder konnte es sich denken, das es nicht in Ordnung war, aber geschehen war geschehen. Immer wenn er in Extase kam konnte nichts und niemanden ihn aufhalten. Erstrecht nicht eine Strumpfhose, sei sie auch noch so teuer gewesen. Das Problem Geld existierte nicht für ihn.
Nun beobachtete er sie, war gespannt wie lange sie noch böse sein wollte. Auch er kannte die Reaktion, die sein Blick immer wieder verursachte.
Doch es kam nichts. Gar nichts.
Dann ging er auf sie zu. Umschmeichelte ihren Körper. Streichelte sanft ihre Beine, so dass sie kicherte.
Dies war der Moment, er hatte gewonnen.

Sie beugte sich zu ihm, umarmte ihn und entschuldigte sich für das Meckern und dass sie wegen der Strumpfhose so sauer war.
„Ich mach es wieder gut.“, sagte sie.
Dann ging sie zum Telefon, sagte den Termin ab und kam lächelnd wieder zu ihm.
„Wir machen uns einen schönen Abend und sehen uns einen wunderbaren Film an. Was hältst du davon? Ich mache rasch etwas zu Essen und dann gibt es einen Kuschelabend.“
Mit flinken Schritten verschwand sie in der Küche. Die Chipstüten raschelten, Dosen wurden geöffnet.
Er setzte sich schon auf das bequeme Sofa und wartete ungeduldig auf sie. Dann kam sie hinein und er blickte auf das Tablett.
Ja, das wird ein schöner Fernsehabend.
Cola, Chips, Schokolade und für ihn hatte sie seine Lieblingsdose geöffnet.

„Katzenfutter mit Rind und Leber“ :-)

Es ist eine Ode an ein Tier, an eine Katze. Manchmal sind sie dem Menschen ähnlich, aber was sie machen, tun sie nicht mit Berechnung. Hierdurch unterscheiden sie sich wohl. ;-)Silvana Hoffmann, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.06.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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