An diesem Seitenarm des Rheines, hatte sich eine kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen getroffen.
Es waren fünf Kinder, im Alter zwischen elf- und sechzehn Jahren, die dort am Ufer standen.
Auch heute wollte die Gruppe zur siebzig Meter entfernten Insel schwimmen. Mit einer Geschwindigkeit
von 6 km/h floss das Wasser durch diesen Seitenarm und mann konnte sich bis zur Mitte der langge-
streckten Insel treiben lassen. Schon gestern wagten sie die Durchquerung des Flusses und es hatte auch gut geklappt. Bis auf Klaus*. Er mit seinen elf Jahren, war der Jüngste der Gruppe und in der Mitte des Wassers hatte er schlapp gemacht. Die Freunde halfen ihm aber, dass nahe Ufer zu erreichen. Somit war die Sache erledigt. Auf der Insel konnte man ja so herrlich spielen. Es war wie die Eroberung einer Insel mitten im Ozean. Keine Erwachsene die störten. Sie kamen sich richtig groß vor.
Trotzdem werden unsere Kinder immer wieder von den Eltern gewarnt, den Fluss zu meiden. Unberechenbare Ströme und Strudel in dem Hauptfluss und das unberechenbare Ansaugen von fahrenden Schiffen sind und bleiben ein unkalkulierbares Risiko.
Nun schwammen die Jugendlichen los und erreichten auch den Inselstrand. Aber wo war Klaus? Das Kind
zappelte wie wild in der Mitte des Wassers. Klaus versagten schon wieder die Kräfte. Nun war der
Junge schon untergetaucht! Ein Arm kam zum Vorschein. Panik stieg in den Kindern auf. So schnell sie
konnten, schwammen sie wieder zurück. Da war ein Angler am Ufer. In der Hoffnung auf schnelle Hilfe,
rannten sie zu dem Mann. Der aber lehnte jede Hilfe ab. Er könne nicht schwimmen, war nur seine Antwort.
Da stand eine Gruppe Spaziergänger, die dem Geschehen neugierig zu sahen. Sie wurden nun um rasche
Hilfe gebeten. Aber auch die Gruppe lehnte ab und erwiderte nur, dass man sich doch nicht die Sachen nass machen wolle. Sie gafften weiter und nichts konnte sie zu einer Handlung bewegen.
Der Ertrinkende wurde nun nicht mehr gesehen. Ein Bootseigner, der dieses Drama aus einiger Entfern-
ung gesehen hatte, spurtete nun zu Fuß den langen, mit Hindernissen übersäten Uferbereich entlang und versuchte eine letze Rettung des Kindes. Aber es war schon zu spät und nichts mehr konnte erreicht werden.
In der Ferne war nun Sirenengeheule zu vernehmen. Da hatte sich doch noch jemand erbarmt und
professionelle Hilfe gerufen. Im Minutentakt trafen nun Rettungswagen, Feuerwehr und ein Taucherteam ein. Ein Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera drehte unhaltsam seine Runden
am Himmel. Die Taucher suchten jeden Winkel im Wasser ab. Der Schwimmer konnte aber nicht mehr gefunden werden. Bis zur Nacht dauerte der Einsatz. Welch ein Materialensatz. Nur weil sich ein paar Zeugen nicht ihre Sachen nass machen wollten. In welcher Zeit leben wir eigentlich? Dieser Unfall ist wirklich so passiert. Nach mehr als fünf Tagen, ist der Junge immer noch nicht gefunden worden.
Auf einer Wasserstraße, die die höchste Verkehrsdichte in Europa hat. *Name geändert
Werner Kistler
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.07.2004.
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