Gedanken...
...verloren irrt sie umher. Weiß nicht wo sie hin soll. Hat kein Zuhause.
fühlt sich unter den vielen Menschen immer noch alleine. Der einzige Freund,
den sie hat, ist ihre Klinge. Ihr Feind - die Angst.
...läuft immer tiefer in den Wald hinein. Ein dumpfer Schlag. Sie fällt zu
Boden. Endlich die Erlösung - denkt sie. Es wird dunkel um ihre Augen.
...sie wacht auf. Liegt auf einer Wiese, umgeben von schwarzen Blumen. Schreckt
auf, weil sie merkt, dass viele kleine dicke Maden anfangen an ihren Beinen und
Armen zu fressen. Wie kleine Ratten nagen sie an ihr. Sie versucht sie
abzuschütteln... rennt weg. Doch die Wiese endet nicht... Stattdessen wachsen
Dornen aus der Erde, die ihr das Laufen erschweren.
...jetzt erst merkte sie, dass sie nur noch einen Hauch von Shirt trug,
barfuss über die Dornen lief. Sie fing an zu schreien, zu weinen. Dachte sie
wäre in der Hölle gelandet. Wünschte sich nichts sehnlicher, als aus diesem
Albtraum aufzuwachen.
...ein Stimme - sie hörte eine Stimme. Die Dornen verschwanden, die Narben der
Maden waren verheilt. Es wurde heller, viel heller. Plötzlich hörte sie die
Stimme wieder, direkt hinter ihr.
...sie war doch noch nicht tot. Sie blickte sich um, gezeichnet von dem Schmerz,
den sie erfahren hatte, und sah in acht erschrockene Augen. Ihre Vermutungen
standen ihnen auf der Stirn geschrieben. Im ersten Moment schwieg sie,
versuchte ihre Narben zu verstecken. Es war ihr sehr peinlich, so gefunden zu
werden.
...traurig schaute sie die acht Augen an. Bedankte sich und wollte bloß weg.
Doch sie ließen sie nicht gehen. Zuerst wollten sie alles wissen. Doch sie
wollte nicht reden. Sie wollte niemanden unnötig belasten. Doch sie ließen nicht
locker.
...schließlich fühlte sie sich so eingeengt, dass sie erneut begann zu weinen.
Erschöpft sank sie zu Boden. Wollte sich noch bemerkbar machen, dass sie sie nicht bedrängen sollten, aber sie schaffte es nicht mehr.
...die Wunden waren doch zu tief, dass sie noch im selben Moment dahin starb.
Ohne ihnen alles erzählt zu haben, ging sie davon. Mit niemanden hat sie
gesprochen, denn ihr wurde doch “nur“ das Herz gebrochen...
AUFGEWACHT! (?)
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Michaela Fergen).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.08.2004.
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Gereimtes Leben
von Ilse Reese
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