Rita Bremm-Heffels

Flüchtige Begegnung

Es ist eine Vernissage zur der sie sich nach langer Zeit aus ihrem Kokon hinaus gewagt hat.

Sie sieht ihn sofort als sie den Raum betritt.. Er steht mit einer Frau in einer Ecke vor einem Gemälde , schweigend. Es sieht nicht so aus, als ob sie zusammengehörten, sie stehen nur einfach da – und er schaut in IHRE Richtung. Es ist dieser Blick der ihr zuerst auffällt, ein durchdringender klarer Blick, er hat etwas Wissendes so als könne er in ihre Seele schauen und alle ihre unerlebten Wünsche sehen.
Und er paßt so gar nicht zu diesen vielen Paradiesvögeln die herum schwirren und die tollsten Kapriolen vor Bildern aufführen in denen sie manchmal nur ein paar Kleckse sieht.
Er ist groß, kräftig mit einen wilden Haarschopf, den er zusammengebunden hat, nachlässig so als ob das alles nicht wichtig sei. Ebenso unwichtig wie seine Kleidung die eher einen Waldarbeiter entspricht als einem Kunstbesessenen.

Sie wendet sich wieder den Bildern zu, Doch ihr Herz klopft, zu fühlt etwas, was sie verloren geglaubt hatte. Da ist eine Spannung in ihrem Körper etwas fast Vergessenes.
Sie braucht sich nicht umzudrehen um zu wissen, daß er hinter ihr steht. Es geht etwas von seinem Körper aus das sie lähmt und widerstandslos macht.
Sein Geruch läßt sie leicht zittern - es ist der Geruch eines Mannes der begehrt.
Er riecht nach Leidenschaft.
Er faßt ihre Hand und zieht sie mit sich . Willenslos folgt sie ihm über Flure, Treppen sie verliert die Orientierung. Sie will sie auch verlieren, genau so verlieren wie ihren Verstand.
Dann bleibt er stehen.
Zwischen ihren Körpern ist ein Zentimeter Hochspannung.
Sekundenlang schaut er sie an mit diesem Blick der alles weiß, der alles kennt.
Ihre Sehnsucht, ihre Einsamkeit.
Er greift in ihre Haare, zieht ihren Kopf nach hinten.
Seine Küsse erwiedert sie wild und sein Körper drängt an sie, in sie, gibt ihr alles was sie sich ersehnt hat – so lange, zu lange.
Sie glaubt ohnmächtig zu werden so wie er sie nimmt. Ohn – machtig ja das will sie sein.
Einmal ohne jede Macht. Ohne Verstand. Nur einfach Sein, Fühlen.

Dann ist es vorbei. Sie atmet langsamer. Entspannt sich. Nach einer Weile öffnet sie die Augen.
ER ist verschwunden.
Verwundert schaut sie sich um, steigt langsam die Treppen hinauf und fragt sich, ob alles ein Traum war.

Traum oder Wirklichkeit?
Wer weiß das schon. Manchmal träumt man so lange
sehnsuchtvoll bis man an glaubt ES erlebt zu haben.
Rita Bremm-Heffels, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.02.2002. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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