Rolf Habel

Wilde Gerüchte...

..oder Vier

Wilde Gerüchte und alles nicht wahr.
Und da möchte ich nur mitreden.
Aber auf uns hört ja keiner.
Ich sollte im Fernsehen auftreten.
Da hört mir dann auch niemand zu.
„Vier von den Bananen, bitte!“sage ich noch.
Drei Möhren, acht Äpfel oder zehn Brote werden mir angeboten.
Und das ist nett gemeint, soll besser so für mich sein.
Prima, ich verstehe das ja auch nicht.

Klein karierte Tischdecke, überfüllter Aschenbecher, eine Kerze brennt.
Neugieriger Blick und der Geruch von altem, schlechtem Fett.
Mir schmeckt das Essen nicht. Wieder Geld ausgegeben.
Die Lücke bleibt. Auf jeden Fall bei mir.
„Ich sollte mit so einem Ding rum machen, du weißt schon, so ein Gummi...“, der Rest geht unter.
Schade, die beiden Freundinnen sitzen hinter mir. Die Gesichter würde ich jetzt gerne sehen.
Warum sage ich eigentlich immer ja, wenn mich der Kellner fragt, ob es mir geschmeckt hat.
Ja, es war super, nee, wie war das schön...
Draußen regnet es und ich habe die Freundinnen doch nicht gesehen. Einfach vergessen.

Acht Glaskugeln und eine Metallschüssel.
Da möchte ich nur mit spielen.
Aber wir müssen noch was tun.
Ich sollte in den Wald laufen.
Da vergesse ich ja auch zu spielen.
„ Vier Versuche noch, Ja?“ frage ich noch
Drei neue Aufträge in acht Versionen und jede braucht zehn Stunden.
Und das soll gut für mich sein, da lerne ich noch was.
Prima, das kriege ich ja auch nicht bezahlt.

Ein sonniger Tag, im Schatten noch kleine Reste vom letzten Schnee.
Ich sitze gut im warmen Zugabteil. Kleines Glück, alleine, ein Fensterplatz und eine Zigarette.
Gleich bin ich zu Hause. Landschaft fliegt vorbei.
Der Weg vom Bahnhof zu meiner Wohnung ist nicht weit, doch heute ist er mir zu viel.
Wieso steht die Haustür offen? Warum stinkt es hier so?
Dann sehe ich ihn. Kopfüber hängt er über dem Fahrradanhänger. Ein Bein ragt in der Luft.
„ Günther? Günther, he, hallo komm zu dir!“ Günther hört mich nicht. Günther ist tot.

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